Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 00:07 
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Originaltitel: Operazione Kappa: Sparata A Vista
Darsteller: Mario Cutini, Marco Marati, Daniele Dublino
Jahr: 1977

Inhalt:
Zwei kaltblütige, skrupellose Typen nehmen auf ihrer Flucht vor der Polizei die Gäste eines Restaurants als Geiseln. Die Gangster gehen alles andere als zimperlich mit ihren Gefangenen um und schrecken auch nicht vor Geiselerschießungen zurück. Nervenaufreibende Stunden stehen bevor ....

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""I despise your killing, and raping. You're despicable. You should be punished. I'm going to chop off your arm, so are you ready?..."


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 00:14 
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Santorro wrote:
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Originaltitel: Operazione Kappa: Sparata A Vista
Darsteller: Mario Cutini, Marco Marati, Daniele Dublino
Jahr: 1977

Inhalt:
Zwei kaltblütige, skrupellose Typen nehmen auf ihrer Flucht vor der Polizei die Gäste eines Restaurants als Geiseln. Die Gangster gehen alles andere als zimperlich mit ihren Gefangenen um und schrecken auch nicht vor Geiselerschießungen zurück. Nervenaufreibende Stunden stehen bevor ....


Hähä, ein richtig schöner Schmierer.

"Sag mal, ist Mario eigentlich dein Freund?"
"Weiß nicht, glaub schon. Wenn wir Gruppensex machen, will er immer zuerst mit mir schlafen!"


Gute Nacht, John-Boy!


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 00:15 
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GEIL ! Der Film + Synchro müssen ja gewaltig rocken !
Den behalt ich auf jeden Fall mal im Auge :D

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 00:54 
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Wunderbarer Exploitation Kracher, mit tollen dialogen u einer perfekten deutschen synchro (ich meine insbesonders den Hauptdarsteller)welche die Schmierigkeit des filmes nur noch mehr unterstreicht! kommt auch gut an als double feature mit "Terror Express" (aka Horrorsex im Nachtexpress). es ist schade dass der film relativ unbekannt ist, wobei bestenfalls mittelmässige filme wie "last house on the left" zu übergehypten "kultfilmen" avancieren. gegen regisseur luigi petrini wirkt ja jemand wie Quentin Tarantino wie ein kleiner Schuljunge! :lol: "perfekt" fürs (abgerissene) Bahnhofskino.

herr ugo piazza hat hier schon ein "highlight" der dialoge unterstrichen! :lol:


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 00:58 
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Das wär doch ein Idealfall für die Jungs von Camera Obscura !!?!? ;) :D :D
Macht sich doch verdammt gut neben La Settima Donna + La Ragazza Del Vagone Letto, oder ! :D
Ich bekomm auf jeden Fall gerade mächtig Appetit auf den Streifen !

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 06:52 
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Da schließe ich mich dem Santorro mal an, das macht wirklich Lust auf den Film, was man hier so liest. Vor allem das von ugo-piazza angeführte Zitat hat mir gerade wirklich den morgen versüßt! :D


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 10:56 
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Es gibt etwas bei diesem Film, was ihn unentbehrlich macht. Was dies ist, dürft ihr hier selbst erfahren

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Sperma ist der beste Klebstoff! Oder hast du schonmal ein Baby auseinanderfallen sehen?


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 12:53 
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Santorro wrote:
Das wär doch ein Idealfall für die Jungs von Camera Obscura !!?!? ;) :D :D
Macht sich doch verdammt gut neben La Settima Donna + La Ragazza Del Vagone Letto, oder ! :D


Zu den beiden würde er schon passen, ein wirklich hochklassigen Film sollte man hingegen nicht erwarten.

Ich mag ja auch die Szene, wo die Polizei den Professor zum überfallenen Restaurant holt, um seinen Sohn (einer der Geiselnehmer) zur Aufgabe zu überreden. Statt dessen bepöbelt er seinen Filius, der ja noch nie was getaugt habe und das er sich schäme, der Vater zu sein, und redet sich immer mehr in Rage.


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 12:59 
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Das ist doch Italo-Kino pur und Musik in meinen Ohren, hoffentlich erbarmt sich mal jemand das Teil zu veröffentlichen. :D
Einen Blockbuster erwarte ich bei dem Film auch nicht, einfach schön sleazig mit geiler Synchro zum abjubeln 8-)

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 19:05 
Langsam kommt es mir so vor, als würde mittlerweile jeder Film von Camera Obscura gewünscht.
Den Obscura Hinweis lese ich mittlerweile in jedem zweiten Thread eines nichtveröffentlichten Films. :mrgreen:
Wenigstens spricht es für die Beliebtheit des Labels .


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.11.2009 19:14 
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also ich finde den film besser als "La settima donna"...sicherlich passen die filme thematisch zusammen, aber bei settima donna fehlt das gewisse etwas dass ihn zum "knaller" macht...das konzept mit den klosterschulerinnen mit florinda bolkan als "chefin" find ich schon weit hergeholt und Ray lovelock als "intellektueller" gewaltverbrecher.. :lol:


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 26.11.2009 00:06 
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Santorro wrote:
GEIL ! Der Film + Synchro müssen ja gewaltig rocken !
Den behalt ich auf jeden Fall mal im Auge :D


Die Synchro rockt wie Sau!

Ein paar Sprüche aus der Erinnerung:

Der Kopf des Duos zu einer Frau (Mutter der Tussi, mit der er gerade im Bett erwischt wurde)

"Ich bin Paolo und verdiene mir mit der Bumserei ein bisschen was dazu."

Einfach sympathisches Gepöbel an Passanten gerichtet:

"Ey,ihr verkackten Reaktionäre, ich brauche Koooohle!"

Oder die sehr charmante Aufforderung zum Lesbensex:

"Na los Lesbe, tus doch!"

Kuriosität am Rande: der ermittelnde Kommissar wird von DEM Mario Bianchi gespielt, dessen völlig unglaubwürdige und belanglose Romanze wohl ab und zu von der dramatischen Handlung abzulenken versucht... :lol:

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"Ihr Name ist Luzifer. Ihr vertraue ich mehr als meinem besten Freund. Sie spricht nicht, sie hört nicht, betrügt nicht. Sie ist taub, ist blind, ist stumm. Sie tötet nur!"


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 23.03.2010 22:42 
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Canisius wrote:


Kuriosität am Rande: der ermittelnde Kommissar wird von DEM Mario Bianchi gespielt, dessen völlig unglaubwürdige und belanglose Romanze wohl ab und zu von der dramatischen Handlung abzulenken versucht... :lol:


Woher stammt denn die Info? Der einzig (mir) bekannte Akteur im Film ist Daniele Dublino, dessen filmisches Oeuvre sich zwischen Ferraras "Affäre Aldo Moro" und dem Porno "Lady Sex" bewegt, wobei ich allerdings vermute, dass er bei letzterem (wie auch Sherry Buchanan) reingeschnitten wurde.

Hab den Film eben noch mal gesehen, das Dingens ist echt ein Muss für Freunde sleaziger Rape-Gangster-überfallen-ein-vollbesetztes-Restaurant-Polizeifilme.


Und noch mal die Synchro (in Bezug auf Joes Potenzschwierigkeiten): "Mit weichen Spaghetti kann man kein Mikado spielen!" :mrgreen:


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 24.03.2010 10:54 
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ugo-piazza wrote:

Woher stammt denn die Info?


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Wobei mir übrigens einfällt , daß ich bei der letzten Sichtung von "Malabimba" darüber nachgegrübelt habe ob es sich bei dem Charakter "Andrea" nicht sogar um den gleichnamigen Regisseur handeln könnte ! Die Ähnlichkeit mit Mario Bianchi ist jedenfalls verblüffend , auch wenn ich diese Behauptung nicht beweisen kann !

Seltsamerweise findet man so gut wie keine Informationen/Interviews/Bilder der Bianchi`s im Netz ... Scheiss Mafia :evil:


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 06.07.2010 16:55 
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raffi wrote:
Es gibt etwas bei diesem Film, was ihn unentbehrlich macht. Was dies ist, dürft ihr hier selbst erfahren

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Wenn der Film nur halb so gut ist, wie der Score, dann muß ich den haben! :o

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 03.06.2011 06:28 
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Alles beginnt auf einer Party der gehobenen Gesellschaftsschicht, wo sich die Tochter des Hauses in ihrem Zimmer mit einem Proll namens Paolo (Mario Cutini) vergnügt. Paolo wird daraufhin des Hauses verwiesen, draußen trifft er auf Joe (Marco Marati), der zwar selbst der Sohn eines Professors ist, aber von der High Society drinnen ebenfalls angeödet ist und außerdem heute mit dem Phänomen der Impotenz konfrontiert wurde.

Ein paar Joints später kommt Joe auf die glorreiche Idee, seine Freundin Anna davon zu überzeugen, dass sein bestes Stück sehr wohl voll einsatzfähig sei. Anna zeigt sich wenig begeistert, noch weniger zeigt sie sich begeistert, als sie der Anwesenheit Paolos gewahr wird. Am wenigsten zeigt sie sich begeistert, als ihr klar wird, dass die Situation in Richtung Vergewaltigung eskaliert. Ihre Schreie rufen eine ältere Nachbarin auf den Plan, die gleichfalls entwürdigend behandelt wird – und sie wird die Wohnung (wenn auch ungeplant) nicht mehr lebend verlassen.

Die Flucht führt die beiden zunächst zu einem Freund namens Alberto, der ihnen jedoch nicht helfen will. Bei ihm hängt aber eine asiatische Schönheit rum: „Ist Alberto dein Freund?“ „Kann schon sein, wenn wir Gruppensex machen, schläft er am liebsten mit mir.“ Those were the days…

Von der Polizei wegen Mordes gesucht, kommen Paolo und Joe auf die Idee, ein vollbesetztes Restaurant zu überfallen, die Gäste als Geiseln (unter ihnen ein blondierter Daniele Dublino) zu nehmen, und so eine Million Dollar in Gold und einen Jet nach Südamerika zu fordern. Gesagt, getan. Im Lokal erschrecken J & P mit Knarren die Gäste, nur eine Frau in einer Bluse, die sämtliche Farben des Regenbogens vereinigt, zeigt sich unbeeindruckt, worauf Paolo sie gleich nach Südamerika mitnehmen möchte! Ja, die Liebe ist ein seltsames Spiel…

Unterdessen muss der schnauzbarttragende Inspektor Gianfranco Aldobrandi sich zwei Problemen widmen:
a) Seine Freundin macht Streß, weil er zuwenig Zeit für sie hat
b) Wie bekommt man die Geiseln aus dem Ristorante, ohne dass es zum Blutbad kommt?

Im Lokal liegen nämlich allmählich die Nerven blank und die Situation zu eskalieren…
Joes Vater, der Prof. wird herbeigeschafft, um seinen Sohn zur Aufgabe zu bewegen, doch stattdessen beschimpft er seinen missratenenen Filius („Du bist das letzte, was es überhaupt gibt!“), der sich wiederum von seinem Vater stets unverstanden fühlte.
Ganz sicher kein vergessenes Meisterwerk des Italo-Kinos, aber für den kleinen Sleaze-Hunger zwischendurch gut geeignet. Anrichten mit Chips oriental und Gerstensaft. Mahlzeit!


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 01.07.2011 20:05 
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Oh yesss, ein herrlicher Sleazer mit einer fetten Portion dt. Synchronaufpeppkunst!!

Kann mich noch an die Geiselnahme im Restaurant erinnern und wie der gute Joe die Hure, welche sich an Paolo ranmacht, immer zu runter macht, aber auch die restlichen Gäste haben nix zu lachen und das einsame Helden in diesem Film keine Chance haben, wird hier auch bestens bewiesen.

Hoffentlich wird das Ding mal mit der feinen dt. Synchro auf DVD verewigt, seine Fangemeinde würde sicherlich wachsen - verdient hätte es diese Partygranate vor dem Herrn!!


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 18.07.2011 16:27 
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Die Indizierung wurde im September 2010 aufgehoben.

Eine DVD wäre wünschenswert. Echt toller Film! :mrgreen:


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 12.02.2012 22:08 
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Der Film ist voll der Schmierfetzen... Sprüche wie "Mann hast du geile Hupen" oder "dich würde ich am liebsten sofort bumsen" gibts am laufenden band....

2 Typen vergewalltigen ein Mädchen und eine fünfzigjährige Frau. Die Frau kann zu einer Schere gereifen, im gerangel wird sie vom einen Typen versehens erstochen. Das Mädchen wird zurückgelassen, sie soll nichts verraten, sonst würde auch sie getötet werden.
Scheinbar hat sie aber nicht dicht gehalten, denn schon bald steht alles in der Zeitung. Auf der Flucht nehmen die zwei Typen in einem Restaurant Geiseln...
Eine Milion in Gold und ein Fluchtauto werden gefordert...
Bald kommt es zu spannungen zwischen den Typen und den Geiseln , ein Blutbat bahnt sich an..

Ist schon ein knaller der Film und macht spass! Ist aber einer der eher billigeren und schludrigeren Filme.
Der Film spielt an einem einzigen Tag, was schonmal eine erzählerische Dichte erzeugt und langweile nicht aufkommne lässt.
Aber komisch das ihr verbrechen so schnell schon in der Zeitung steht, so wie es insezenirt wurde kommt es so rüber, das beide nach der Vergewaltigung das Haus verlassen die Strasse runterlaufen und dann irgendwann an ein Zeitungshäuschen kommen wo sie von sich lesen :!: Das haut nicht so ganz hin...
Auch die Szene mit der Machete fand ich Ulkig, was für ein Restaurant war denn das? Das am Buffet eine Machete rumliegt???
Dann kommen wir zum Kommisar der erst in Hälfte zwei ins Spiel gebracht wird, ihm versucht man dann schnell etwas Teifgang zu geben indem man eine Rückblende einbaut und das er sich immer mit seiner Freundin unterhält in den Verhandlungspausen. Dennoch bleibt der Kommisar mit Schnauzer, der sein Gesicht anfänglich hinter einer Sonnenbrille versteckt mehr als blass...
Der geneigte italo Billigmovie Freund schaut über solche ungereimtheiten gerne hinweg. Erst recht wenn er solch einen Schmierfetzen von Film vor sich liegen hat!
Klarer Tip 7/10 punkte! Hier sind die beiden Typen mal wirklich assi und hegen null sympatien beim zuseher! :nea:

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 23.04.2014 21:21 
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ugo-piazza wrote:
Im Lokal liegen nämlich allmählich die Nerven blank und die Situation zu eskalieren…
Joes Vater, der Prof. wird herbeigeschafft, um seinen Sohn zur Aufgabe zu bewegen, doch stattdessen beschimpft er seinen missratenenen Filius („Du bist das letzte, was es überhaupt gibt!“), der sich wiederum von seinem Vater stets unverstanden fühlte.


Diese Szene fand ich sehr geil :mrgreen: Die war dann wie das Sahnehäubchen auf der ganzen Schmierseife.... Sehr emphatisch und einfühlsam, der liebe Herr Professor ;) Bin schon sehr auf die angekündigte VÖ im Rahmen der 2. Grindhouse Reihe gespannt (... und auf die bessere Bildqualität) ;)


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 25.04.2014 15:31 
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Da ich mich eh gerade ein wenig durch meine kleine bescheidene Europäische Krimi- und Thriller Filmsammlung schaue, so war vorgestern auch dieser dabei.

Es stimmt schon, was bisher hier so zum Film geäußert wurde. Die Synchro macht diesen eher dem Sleaze behafteten Streifen alle Ehre :mrgreen: Dabei wird die Synchro von echt guten Sprechern vorgetragen, die mir vom hören so ziemlich bekannt sind. Nur die Namen weiß ich jetzt nicht, außer NOBERT LANGER,...der synchronisierte z.B. die Figur des Inspektors in diesem Film. Seine Stimme dürfte bekannt sein, sprach er doch Tom Selleck in der Serie Magnum und etliche andere Kinosynchros.

Zwei Figuren/Darsteller erinnerten mich irgendwie an andere:
Besagter Darsteller des Inspektors erinnerte mich irgendwie an TOMMASO PALLADINO :mrgreen:
und die Figur des PAOLO (Marco Marati) erinnerte mich an eine herbere Ausgabe eines HELMUT BERGER :mrgreen:
also zumindest beide vom Typ her :D

Der Film schwenkt ab der ca. der zweiten Hälfte um und die Beiden nehmen die Gäste eines Restaurants als Geiseln, um Lösegeld von der Stadt zu erpressen. Der ganze Film ist zwar nicht schlecht gemacht, aber ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn man diese beiden, PAOLO & JO weiter hätte durch die Stadt ziehen lassen, um irgendwelchen Mist anzustellen. Durch die Geiselnahme wirkte der Film nun auch nicht anders, als andere mit gleicher oder ähnlicher Geiselnahme-Thematik.

Zum ende hin viel mir auf, das wohl möglicherweise etwas fehlen könnte. Jo droht damit alle zu erschiesen, dann sieht man den Inspektor am Telefon usw.,...und dann plötzlich hat Jo wohl bis auf zwei Frauen alle Geiseln freigelassen. Also mir kommt es so vor, als ob da ein bischen was fehlen würde :roll: Vielleicht kennt ja jemand eine Italofassung. Es kann auch sein, das es tatsächlich so inszeniert wurde, aber merkwürdig finde ich es schon, da mir das zu abgehakt war/ist.


7/10 :hutheben:

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 06.12.2016 11:39 
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Kidnapping ...ein Tag der Gewalt ("Operazione Kappa: sparata a vista" I 1977, Regie: Luigi Petrini)

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Ein weniger bekannter Vertreter des italienischen Expolitation-Kinos. Inhaltlich geht es in die Richtung "Verflucht zum Töten", "Der Schlitzer" oder auch "Der Berserker", die sich allesamt (mehr oder weniger) bei Wes Cravens "Last House On The Left" bedienten, allerdings jeweils ihre ganz eigene Interpretation des Stoffes präsentieren. In diese Kerbe schlägt auch "Kidnapping ...ein Tag der Gewalt".

Auf einer Party lernen sich zwei langhaarige(!!!) Typen kennen, die das Spießerleben satt haben und möglichst schnell an die große Kohle wollen. Dass dies mit koscheren Methoden nicht zu erreichen ist, versteht sich in einem Film wie diesem von selbst. Die beiden stürmen in ein Restaurant und nehmen die ganze Belegschaft (mitsamt der Gäste) als Geiseln. Doch schnell stellt sich heraus, dass sich die beiden Schmalspur-Gangster gründlich verzockt haben. Die Ausbeute ist gering und draußen versammelt sich schon eine Spezialeinheit, angeführt von einem entschlossenen Kommissar (Mario Bianchi), der den beiden verspricht, dass er sie auf jeden Fall schnappen wird.

Doch unsere beiden Voll-Assis lassen sich trotzdem nicht davon abhalten, ihren Frust an den Geiseln auszulassen...

Ein Film, der auch heute noch zu schocken weiß und den Zuschauer mit einem unbehaglichen Gefühl entlässt. Luigi Petrini gelingt es nämlich eine wirklich beklemmende Atmosphäre der Gewalt aufzubauen. Das Ganze ist durchaus glaubhaft und entsprechend unangenehm anzuschauen. Die deutsche Synchro lässt sich nicht lumpen und brennt ein wahres Feuerwerk rotziger Sprüche ab. Erinnerungen an "Blutiger Freitag" werden da wach!

8-)

Hier mal zwei Beispiele (wurden bereits genannt):

"Ey,ihr verkackten Reaktionäre, ich brauche Kohle!"

"Sag mal, ist Mario eigentlich dein Freund?"
"Weiß nicht, glaub schon. Wenn wir Gruppensex machen, will er immer zuerst mit mir schlafen!"


Nicht unerwähnt bleiben darf auch der Soundtrack von Bixio Frizzi Tempera. Zumindest ein Stück gibt es auch auf CD:
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Eine VÖ auf DVD und BD lässt hierzulande leider auf sich warten. So muss man sich mit der VHS von SILWA Video begnügen.

Ich gebe dieser Perle:

7,5/10 Sleaze-Exploitation

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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 06.12.2016 14:20 
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Guilala wrote:
Kidnapping ...ein Tag der Gewalt ("Operazione Kappa: sparata a vista" I 1977, Regie: Luigi Petrini)

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Ein weniger bekannter Vertreter des italienischen Expolitation-Kinos. Inhaltlich geht es in die Richtung "Verflucht zum Töten", "Der Schlitzer" oder auch "Der Berserker", die sich allesamt (mehr oder weniger) bei Wes Cravens "Last House On The Left" bedienten, allerdings jeweils ihre ganz eigene Interpretation des Stoffes präsentieren. In diese Kerbe schlägt auch "Kidnapping ...ein Tag der Gewalt".

Auf einer Party lernen sich zwei langhaarige(!!!) Typen kennen, die das Spießerleben satt haben und möglichst schnell an die große Kohle wollen. Dass dies mit koscheren Methoden nicht zu erreichen ist, versteht sich in einem Film wie diesem von selbst. Die beiden stürmen in ein Restaurant und nehmen die ganze Belegschaft (mitsamt der Gäste) als Geiseln. Doch schnell stellt sich heraus, dass sich die beiden Schmalspur-Gangster gründlich verzockt haben. Die Ausbeute ist gering und draußen versammelt sich schon eine Spezialeinheit, angeführt von einem entschlossenen Kommissar (Mario Bianchi), der den beiden verspricht, dass er sie auf jeden Fall schnappen wird.

Doch unsere beiden Voll-Assis lassen sich trotzdem nicht davon abhalten, ihren Frust an den Geiseln auszulassen...

Ein Film, der auch heute noch zu schocken weiß und den Zuschauer mit einem unbehaglichen Gefühl entlässt. Luigi Petrini gelingt es nämlich eine wirklich beklemmende Atmosphäre der Gewalt aufzubauen. Das Ganze ist durchaus glaubhaft und entsprechend unangenehm anzuschauen. Die deutsche Synchro lässt sich nicht lumpen und brennt ein wahres Feuerwerk rotziger Sprüche ab. Erinnerungen an "Blutiger Freitag" werden da wach!

8-)

Hier mal zwei Beispiele (wurden bereits genannt):

"Ey,ihr verkackten Reaktionäre, ich brauche Kohle!"

"Sag mal, ist Mario eigentlich dein Freund?"
"Weiß nicht, glaub schon. Wenn wir Gruppensex machen, will er immer zuerst mit mir schlafen!"


Nicht unerwähnt bleiben darf auch der Soundtrack von Bixio Frizzi Tempera. Zumindest ein Stück gibt es auch auf CD:
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Eine VÖ auf DVD und BD lässt hierzulande leider auf sich warten. So muss man sich mit der VHS von SILWA Video begnügen.

Ich gebe dieser Perle:

7,5/10 Sleaze-Exploitation


Kommt demnächst von Subkultur in deren zweiter Grindhousebox!


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 06.12.2016 16:17 
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@Matze5878
Aber nen genauen VÖ Termin gibts noch nicht oder? :o


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 06.12.2016 17:28 
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eldondo wrote:
@Matze5878
Aber nen genauen VÖ Termin gibts noch nicht oder? :o

Wird der Übernächste für die Box. Genauen Termin gibt es noch nicht.


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 Post subject: Re: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT - Luigi Petrini
PostPosted: 28.12.2019 11:43 
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KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT
[OPERAZIONE KAPPA – SPARATE A VISTA][ITA][1977]

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Regie: Luigi Petrini
Darsteller: Mario Cutini, Marco Marati, Maria Pia Conte, Patricia Pilchard, Mario Bianchi, Maria Francesca, Linda Sini, Edmondo Tieghi, Agnes Kalpagos, Pino Lorin, Piero Mazzinghi, Viviana Polic


Inhalt:

Paolo [Mario Cutini], junger Weiberheld und Taugenichts, ist verbittert: Erst gelang es ihm, sich auf eine dekadente Luxusparty zu schmuggeln und dort bei der Gastgebertochter auf Tuchfühlung zu gehen, da wird das Vergnügen von deren Mutter jäh unterbrochen und er selbst vor die Tür gesetzt. Zornig stromert er nun durch die nächtlichen Straßen und trifft dabei auf den etwa gleichaltrigen Giovanni [Marco Marati], der ebenfalls Frust schiebt: Auch bei ihm ging ein Schäferstündchen daneben, da ein bestimmter Teil seines Körpers im entscheidenden Augenblick seinen Dienst versagte. Angestachelt durch Drogen und Hassreden steigen sie in die Wohnung der jungen Anna [Selvaggia Di Vasco] ein, um sich das, was sie zuvor nicht bekommen haben, nun mit Gewalt zu holen. Als die spontan zwangsinvolvierte Nachbarin Isabella [Linda Sini] dabei ihr Leben lassen muss, flüchten die beiden panisch in die Nacht hinaus. Nachdem sie bald darauf erfahren, dass sie von der Polizei gesucht werden, reagieren sie kopflos: Sie überfallen ein Nobelrestaurant und nehmen die Gäste als Geiseln, um von der Polizei Geld und freies Geleit ins Ausland zu erpressen. Ein Plan, der gründlich in die Hose geht...

Kritik:

Luigi Petrini hat nicht viel gedreht. Gerade mal eine Handvoll Beiträge gehen auf das Konto des Regisseurs – im Italien der 70er, in dem die Filmschaffenden oft wie am Fließband produzierten, ist das quasi nichts. Hauptsächlich entstanden unter seiner Warte Komödien und Musikfilme, anspruchsloser Zeitvertreib, weitestgehend vergessen. Und dann produzierte er noch OPERAZIONE KAPPA – ein wahres Ungetüm von einem Film, das rein gar nichts mit leichter Unterhaltung zu tun hat und eher einem beherzten Schlag in die Magengegend gleicht. Petrini, der auch das Drehbuch verfasste, macht hier absolut keine Gefangenen und beschreibt nur wenige, aber entscheidende Stunden im Leben zweier junger Männer, die aufgrund des Frusts über ihr soziales Versagen und ihre Ungepasstheit explodieren und ihren Aggressionsstau, einer radikalen Therapie gleich, rücksichtslos an ihrer Umgebung auslassen. Rau und ungeschliffen geht es dabei zu, überwiegend im dokumentarischen Duktus gehalten, ohne eine (offensichtliche) cineastische Dramaturgie. KIDNAPPING – EIN TAG DER GEWALT nannte man das Ganze dann im Deutschen, was zumindest zum Teil in die Irre führt, da es hier nicht, wie der Haupttitel suggeriert, um eine Entführung geht, sondern um eine Geiselnahme. Der Untertitel hingegen passt perfekt, da sich die folgenschweren Ereignisse tatsächlich nur innerhalb eines Tages ereignen, was den authentischen Charakter des Gezeigten nochmals unterstreicht.

Böse Zungen könnten Petrini gewiss vorwerfen, das formal tatsächlich recht plumpe Werk diene lediglich dazu, die niederen Gelüste des Publikums zu befriedigen, das hauptsächlich mit Blut und nackter Haut in Sehberührung kommen möchte. Beiden Bedürfnissen wird dann auch entsprochen, garniert mit zum Teil bemerkenswert asozialen Aussprüchen, mit denen die Protagonisten ihre Schandtaten kommentieren. Dennoch wäre die Unterstellung, man habe hier lediglich schmieriges Entertainment für Sensationsdurstige im Sinn gehabt, zu kurz gedacht. Petrini zeichnete seine beiden Hauptfiguren nämlich dermaßen abstoßend, dass zu keinem Zeitpunkt jemals irgendeine Form der Identifikation oder Befriedigung möglich wäre. Fast könnten einem die Männer leid tun angesichts ihrer Unfähigkeit, die Konsequenzen ihrer Handlungen richtig einzuschätzen, der Zielgenauigkeit, mit der sie konsequent die falschen Entscheidungen treffen, und ihres Unvermögens, Empathie mit ihren Mitmenschen zu empfinden, wären sie nicht solch riesige Arschlöcher, denen man am liebsten höchstselbst das Fell mit dem Vorschlaghammer gerben möchte. Lobend erwähnt werden muss an dieser Stelle das sagenhaft gute Spiel der beiden Darsteller Mario Cutini und Marco Marati, die das Killerduo in einer Unverfälschtheit zum Leben erwecken, dass man phasenweise glatt vergisst, das ja alles bloß inszeniert ist.

Es ist ein schicksalhafter Moment, wenn Paolo erstmals auf Giovanni trifft, der im Park hockt und Trübsal bläst. Sein sexuelles Versagen nagt an ihm und die frauenverachtenden Aussagen seiner neuen Zufallsbekanntschaft helfen ihm dabei, seinen Kummer zu überwinden. Die enorme Schnelligkeit, in der die beiden Freundschaft schließen, macht klar, wie sehr sie sich gegenseitig brauchen und vermutlich immer gebraucht haben. Angestachelt durch gehässige Reden und Drogenkonsum (albernerweise wird einem hier Marihuana als Aggressionsmotor verkauft), beginnen sie eine fatale Tour de Force aus Erniedrigung, Vergewaltigung und Mord - eine Einbahnstraße, aus der sie sich anschließend in völliger Missabschätzung der Realität durch eine gewalttätige Geiselnahme in einem Nobelrestaurant wieder freipressen möchten. Das Skript wird dabei nicht müde, Erklärungen für das asoziale Verhalten der Männer zu liefern – stellenweise durchaus unterschwellig, zum Teil aber auch unnötig offensichtlich in Dialoge verpackt. So wird Paolo vom Neid auf die privilegierte Schicht angetrieben, so dass es natürlich kein Zufall ist, dass er am Ende ausgerechnet die Gäste eines arschteuren Speiselokals als Geisel nimmt. Giovanni hingegen stand Zeit seines Lebens unter der Fuchtel seines gestrengen Vaters und sieht in seinem Kompagnon das, was er sich niemals traute zu sein: ein Rebell nämlich, der auf sämtliche Konventionen einen Haufen setzt und sich ohne jede Etikette einfach das nimmt, was er will.

Der zunächst zurückhaltend gezeichnete Giovanni schält sich im Laufe der Ereignisse als die interessantere Figur heraus. Auf den Geschmack bekommen, überflügelt er in Sachen Boshaftigkeit sogar noch seinen neuen Freund, der ihm sein Ausbrechen aus der Passivität überhaupt erst ermöglicht hatte. Nicht zur Sprache gebracht, aber dennoch offenkundig, ist dabei seine unterdrückte Homosexualität. Fast ein wenig zu plump in der Bebilderung hocken er und Paolo am Anfang im Park auf einer antiken Kanone, das Rohr wie zwei pubertäre Jungs zwischen die Beine gepresst. Etwas subtiler geht Petrini später mit der Thematik um. Giovannis Versagen bei Frauen (warum wohl?) mündet in der perfiden Erniedrigung des weiblichen Geschlechts, die stets auf körperliche und sexuelle Attribute abzielt. In einer Szene zwingt er einen Mann per Waffengewalt dazu, Sex mit einer Frau zu haben. Überraschung: Es funktioniert natürlich nicht. Giovanni macht sich über den Mann lustig – dabei war sein eigenes sexuelles Versagen überhaupt erst der Auslöser für den asozialen Amoklauf.

Etwas merkwürdig erscheint die Nebenhandlung um eine der (weiblichen) Geiseln, die ohne ersichtlichen Grund romantische Gefühle für einen ihrer Geiselnehmer entwickeln darf. Das geschieht ohne erkennbare Motivation und raubt KIDNAPPING daher Glaubwürdigkeit. Ebenfalls kurios und wie ein Überbleibsel einer eigentlich am Schneidetisch entfernten Episode wirkt der Erzählstrang um den in dem Fall ermittelnden Inspektor, der mit seiner jungen Geliebten nebenbei noch den gemeinsamen Beziehungsstatus klären muss. In solchen Momenten wirkt Petrinis Gassenhauer dann doch etwas unrund und auf simple Unterhaltungszwecke ausgerichtet. In der Summe aber hat man es hier mit einem intensiven, radikal vorpreschenden Quer- und Tiefschläger zu tun, der genug Ambivalenzen bietet, um nicht voreilig in die Schmuddelecke gestellt zu werden.

s. auch: KIDNAPPING - EIN TAG DER GEWALT

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JÄGER DER VERLORENEN FILME


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