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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:39 
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Ich möchte in diesem Thema einfach mal Alles zusammentragen, das ich im letzten und diesem Jahr geschrieben habe und im kommenden Jahr schreiben werde.

Also, los gehts...

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:39 
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Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland, Italien
Produktion: Artur Brauner, Franco Ciferri Antonio Margheriti
Erscheinungsjahr: 1969
Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Antonio Margheriti
Kamera: Riccardo Pallottini
Schnitt: Otello Colangeli
Musik: Carlo Savina
Länge: ca. 83 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Joachim Fuchsberger, Marianne Koch, Helga Anders


Eine Reisegesellschaft erleidet im strömenden Regen eine Autopanne. Da sie keine andere Lösung wissen, suchen sie ein altes Landhaus auf um dort um Hilfe zu bitten. Die beiden Bewohner, eine alte Frau, die sich in Trance befindet und deren Sohn scheinen die Gäste bereits erwartet zu haben.

Antonio Margheriti hatte sich bereits ein Jahr vor „Schreie in der Nacht“ mit dem Film „Sieben Jungfrauen für den Teufel“ im Gialli-Genre versucht und nicht gerade einen Meilenstein damit gesetzt. Im Fall von „Schreie in der Nacht“ ist dieses nicht anders. Margheriti bewegt sich hier zwar nicht in die Edgar Wallace Richtung, wie er es bei „Sieben Jungfrauen für den Teufel“ praktiziert hat, dennoch gelingt es ihm erneut nicht, den Funken den ein Giallo ausmacht, auf das Publikum überspringen zu lassen. Was „Schreie in der Nacht“ allerdings auszeichnet ist sein, sehr im Dunklen gehaltenes Ambiente. Dieses Ambiente ist weniger im deutschen oder italienischen Bereich, als eher im englischen zu finden. Was klar aus der Beleuchtung und dem Farbeinsatz zu erkennen ist. Somit fühlt man sich, innerhalb der sehr abgedunkelten Kulissen und deren blauen Farbtönen, recht schnell heimisch und geborgen. Geborgen ist hier mit dem Wort Gemütlichkeit gleichzusetzen und ebenso gemütlich geht der Film auch vor. Margheritis Film weiß nämlich, trotz seiner recht guten Darsteller, nicht so richtig in die Gänge zu kommen. Das Thema bewegt sich zu sehr im Bereich von Rückblenden, die lesbische Hörigkeit und Eifersucht demonstrieren und eine zu lange Vorbereitung auf die eigentliche Begründung der Reisegesellschaftszusammenkunft in dem Landhaus folgen zu lassen.

Das typische für einen Giallo der alten Schule bleibt allerdings erhalten, denn die letzen 15 Minuten lassen den Zuschauer klarer sehen und das Puzzle zusammenfügen. Bis es soweit ist, demonstriert der Film jedoch einfach zu viel Leerlauf.

Fazit: „Schreie in der Nacht“ ist ein durchschnittlicher Giallo, der von seiner Optik und den letzten 15 Minuten lebt. Trotzdem sollten Fans des Genres einen Blick riskieren.



6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:41 
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Produktionsland: England
Produktion: Hammer
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Terence Fisher
Drehbuch: John Sansom, Jimmy Sangster
Kamera: Michael Reed
Schnitt: Chris Barnes
Spezialeffekte: Les Bowie
Musik: James Bernard
Länge: ca. 87 Min.
Freigabe: FSK 12

Darsteller:
Christopher Lee: Graf Dracula
Barbara Shelley: Helen Kent
Andrew Keir: Abt Shandor
Francis Matthews: Charles Kent
Suzan Farmer: Diana Kent
Charles Tingwell: Alan Kent
Philip Latham: Gabor
Thorley Walters: Ludwig

Ganze 7 Jahre dauerte es, bis mit Blut für Dracula, die Fortsetzung von Hammers Dracula, in die Kinos kam. Wie bereits beim Erstling, führte in diesem brillanten Sequel, Terence Fisher, Regie.

Blut für Dracula, spielt im klassischen Hammer-Ambiente. Kräftige Farben und herrliche Kulissen runden ein märchenhaftes und dennoch böses Gesamtbild ab. Der böse, sprich dämonische Touch wird allein durch die Präsenz eines großartigen Christopher Lee überzeugend vermittelt obwohl oder gerade weil dieser nicht ein einziges Wort spricht. Was heute vielleicht eher amüsant wirkt, hatte 1966 definitiv eine andere Wirkung. Selbst 1976 wurde der Film bei seiner Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen gekürzt ausgestrahlt.

Dem ein oder anderen wird bei der Auswahl der Kulisse, welche Blut für Dracula aufweist, eine Ähnlichkeit mit einem anderen Hammer-Film auffallen. Dieses liegt daran, dass die Produktionsfirma gern zwei Filme an einem Ort drehen ließ, dieses war bei Blut für Dracula ebenfalls der Fall. Demnach wurde vor den gleichen Kulissen, Rasputin der wahnsinnige Mönch gedreht.

Der Film liefert dem Zuschauer einige Bezugspunkte, hierbei ist nicht allein das Gegenspiel zwischen Alan Kent und Dracula gemeint, sondern die Rolle des Abt Shandor. Diese hat für den Verlauf des Films eine große Bedeutung. Gelingt es dem Abt doch in einigen Situationen die aussichtlose Lage von Alan und Diana zu stoppen. Fortan gelingt es ihm weiterhin, Alan wieder auf die richtige Fährte zu bringen. Die Rolle des Abt Shandor strebt sich in einigen Situationen ein wenig gegen katholische Richtlinien. Der Charakter ist weniger der eines gottesfürchtigen Klosterbewohners, sondern eher der eines Tatenorientierten und Weltoffenen Verfechter für Gerechtigkeit. Weitere wichtige Darsteller sind, eine vollkommen verunsicherte Diana Kent und eine äußerst schräge Renfield-Version, mit dem Namen Friedrich und natürlich Draculas Diener, Gabor, der im Original Klove heißt.

Was bleibt unter dem Strich zu sagen? Blut für Dracula hat einfach alles was ein perfekter Horror Klassiker haben muss. Es stimmt die Atmosphäre, es passt die Musik wie auch die Darsteller.

Der Film erfüllt definitiv alles Wünschenswerte und das im reichhaltigen Maße. Neben Terence Fishers Dracula und seine Bräute, ist Blut für Dracula, das Beste was jemals von Hammer produziert wurde
.


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:43 
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OT: Paranoiac (1963)
Großbritannien
Regie: Freddie Francis
Drehbuch: Jimmy Sangster, Josephine Tey
Musik: Elisabeth Lutyens
Produzent: Anthony Hinds, Basil Keys
Kamera: Arthur Grant
Spezialeffekte: Les Bowie, Kit West
Musik: Elisabeth Lutyens
Länge: ca. 76 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Janette Scott, Oliver Reed, Sheila Burrell, Maurice Denham, Alexander Davion, Liliane Brousse, Harold Lang, Arnold Diamond, John Bonney, John Stuart, Sydney Bromley, Laurie Leigh, Marianne Stone, Colin Tapley, Jack Taylor



Tony Ashby beging angeblich Selbstmord. Seine Leiche wurde allerdings nie gefunden. Seine Schwester kam über den Verlust des Bruders nie hinweg. Sie lebt mit ihrem Bruder Simon und ihrer Tante Harriet, auf dem Anwesen der verstorbenen Eltern. Lt. Simon ist seine Schwester dem Wahnsinn verfallen. Schwerpunktmäßig geht es ihm allerdings darum die Hinterlassenschaft ihrer Eltern für sich allein einzustreichen. Simon ist Alkoholiker und verschwendet das Geld wo er nur kann. Eines Tages taucht der tot geglaubte Bruder Tony jedoch wieder auf...

Paranoiac, ist ein sehr guter Film aus der Hammer-Schmiede, der sich als eine brillante Mischung aus klassischen Horrorelementen und Hitchcock-Suspence präsentiert. Das der Film in Schwarz/ Weiß gedreht wurde verleiht diesen eine besondere Atmosphäre, welche in einer Farbumsetzung, wohl eher nicht, möglich gewesen wäre. Hammer hatte in dieser Weise, bereits zuvor, bei „Ein Toter spielt Klavier“ gearbeitet. Ein unheimliches Ambiente, eine verunsicherte Hauptdarstellerin und eine Storybezogene Vorgangsweise, die den Zuschauer zum Miträtseln, animiert.

Schauspielerisch, wie auch atmosphärisch, bietet „Paranoiac“ allerbeste Unterhaltung. Kurz gesagt, ein Film, der im oberen Drittel der Hammer-Produktionen angesiedelt werden muss.

8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:44 
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Produktionsland: Großbritannien
Produktion: Ben Arbeid
Erscheinungsjahr: 1964
Regie: Anton Leader
Drehbuch: John Briley
Kamera: Davis Boulton
Schnitt: Ernest Walter
Musik: Ron Goodwin
Länge: ca. 90 Min.
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Ian Hendry, Alan Badel, Barbara Ferris, Alfred Burke, Sheila Allen, Ralph Michael, Patrick Wymark, Martin Miller, Harold Goldblatt, Patrick White, André Mikhelson, Bessie Love, Clive Powell, Yoke-Moon Lee, Roberta Rex, Gerald Delsol, Mahdu Mathen, Frank Summerscale, Frank Maher



[b]Paul Looran ist ein außerordentlich intelligenter Junge. Doktor Thomas Lewellin und Doktor David Neville sind von Pauls Fähigkeiten beeindruckt. Sie versuchen dem Geheimnis seiner Intelligenz auf die Spur zu kommen und finden heraus, dass es auf der Welt noch fünf weitere Kinder, mit der gleichen Intelligenz von Paul gibt. Als die Kinder zusammentreffen bahnt sich eine Katastrophe an.

Kinder der Verdammten ist ein interessanter britischer Film, der sich mit der Angst des Menschen auseinandersetzt, unterlegen zu sein. Anton Leader setzt hier ganz klare Richtlinien. Der Mensch ist die eigentliche Bestie und nicht das Unbekannte, dass er vernichten will, weil er es nicht versteht. Die Kinder werden zum Sympathieträger für den Zuschauer. Dieser lenkt seinen Hass eher auf die, die die Kinder vernichten wollen. Der Mensch ist in Leaders Film von seinem Wesen her, Machthungrig und totalitär. Nicht allein die Existenz der Kinder ist für ihn bedrohlich, sondern auch das Wissen, dass die Kinder einer anderen Nation weitergeben könnten. Einer Nation, die zukünftig über die eigene triumphieren könnte.

Kinder der Verdammten ist eine Anklage an Gier, Macht und Ruhm. Der Film wäre in dieser Form niemals in den USA gedreht worden und man kann durchaus ein kritisches Denken gegen die Vereinigten Staaten und dessen patriotische Geflogenheiten erkennen.

Fazit: Ein schöner, alter schwarz/ weiß SciFi/ Horror Klassiker, der zum Nachdenken anregt.[

7/10/b]

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:46 
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Originaltitel: The Black Torment
Alternativtitel: Estate of Insanity, Man stirbt nur zweimal
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 1964
Regie: Robert Hartford-Davis
Produktion: Tony Tenser, Robert Hartford-Davis, Michael Klinger
Drehbuch: Derek Ford, Donald Ford
Kamera: Peter Newbrook
Schnitt: Alastair McIntyre
Musik: Robert Richards
Länge: ca. 82 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Heather Sears, John Turner, Ann Lynn, Peter Arne, Norman Bird, Raymond Huntley, Annette Whiteley, Francis De Wolff, Joseph Tomelty, Patrick Troughton, Roger Croucher, Charles Houston, Derek Newark, Kathy McDonald, Jack Taylor, Bill Cummings, Frank Hayden, Edina Ronay



Nach dem Selbstmord seiner ersten Frau, hat Sir Richard Fordyce sein Anwesen für längere Zeit verlassen. Die Dorfgemeinschaft hasst Richard Fordyke und beschwört ihn auch in seiner Abwesenheit, nächtens von Anne verfolgt durchs Dorf hat reiten sehen, wobei Anne ihm das Wort „Mörder“ hinterher rief. Als es im Dorf zu weiteren Morden kommt, gerät Richard Fordyke immer mehr in die Schusslinie…

„Das Grauen auf Black Torment“ ist ein absolutes Juwel aus den 60er Jahren. Überraschend, dass dieser Film bei den Kritikern zu seinem Release-Zeitpunkt durchgefallen ist. Auch an den Kinokassen war der Film kein großer Erfolg. Dieses ist schon sehr verwunderlich, da der Film nämlich alles richtig macht. Robert Hartford-Davis bietet eine sehr gute Story und baut diese langsam auf, so dass der Zuschauer durchgehend in seinen Film eingebunden ist. Hierbei spielt eine herrliche Atmosphäre und ein sich ständig weiter spannender Spannungsbogen, eine ganz große Rolle. Das Finale wird in einer erwarteten Dramatik präsentiert und zeigt dem Zuschauer die lang erwartete Lösung auf.

„Das Grauen auf Black Torment“ ist definitiv von den Hammer-Filmen seiner Zeit beeinflusst, des weiteren hat Hitchcocks „Rebecca“ Pate für diesen Film gestanden.

Fazit: Ein farbenprächtiger, hochspannender Klassiker, der leider nie den Status erhalten hat, der ihm eigentlich gebührt. Ein Film, der mit Sicherheit sehr großen Einfluss auf Tim Burtons „Sleepy Hollow“ hatte.

10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:48 
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Produktionsland: Großbritannien
Produktion: Aubrey Baring, Michael Carreras
Erscheinungsjahr: 1957
Regie: Val Guest
Drehbuch: Nigel Kneale, Val Guest
Kamera: Arthur Grant
Schnitt: Bill Lenny
Musik: Humphrey Searle
Länge: ca. 91 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Peter Cushing: Dr. Rollason
Forrest Tucker: Dr. Friend
Maureen Connell: Helen Rollason
Richard Wattis: Fox
Michael Brill: McNee
Robert Brown: Shelley
Wolfe Morris: Kusang
Arnold Marlé: Lhama



Ein Expeditionsteam ist im Hymalaya-Gebirge auf der Suche nach dem Yeti. Der Schneemensch ist seinen Verfolgern allerdings um einiges überlegen.

Yeti, der Schneemensch ist eine ziemlich ungewöhnliche Umsetzung für die Hammer Produktionsfirma. Fernab von Spannung und Atmosphäre bewegt sich dieser, unter dem Strich sehr enttäuschende Film. Es wird nicht ein Schock- oder Überraschungsmoment geboten.

Peter Cushing ist in der Rolle des Dr. Rollason, auf der Suche nach dem Yeti, im Himalaja- Gebirge, unterwegs. Die fade Suche nach dem Unbekannten, lässt eher eine Pseudo- Menschlichkeits- Message folgen, die besagt, der Yeti sei gegenüber dem Menschen der menschlichere- er wartet nur auf das Ende der Menschheit, sprich dass diese sich selbst vernichtet. Erst dann wird er aus den Höhen des Himalaja entschwinden und dann die vorherrschende Rasse in der Welt sein. Im Prinzip ein netter Versuch, auf die kranken Menschen und ihre Selbstvernichtung anzuspielen, allerdings doch sehr weit hergeholt.

Bevor der Film zu der beschriebenen Erkenntnis kommt, quält man sich durch massenhaft viel Schnee und mit den Weisheiten einiger Darsteller.

Fazit: Eine Enttäuschung. Von Hammer ist man wesentlich mehr gewohnt, als einen solchen, recht langatmigen Film. Was den Film vor einem totalen Reinfall rettet, ist ein wie immer überzeugender Peter Cushing.


5,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:50 
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Produktionsland: Italien
Produktion: Luigi Carpentieri, Ermanno Donati
Erscheinungsjahr: 1966
Regie: Mino Guerrini
Drehbuch: Piero Regnoli, Gilles De Reys, Mino Guerrini, Phil Young
Kamera: Alessandro D'Eva
Schnitt: Ornella Micheli
Musik: Francesco De Masi
Länge: ca. 77 Minuten
Freigabe: FSK 18

Darsteller:
-Franco Nero - Mino
-Gioia Pascal - Marta
-Erika Blanc - Laura / Daniela
-Olga Solbelli - Mino’s Mutter
-Marina Morgan - Frau im Nachtclub
-Richard Hillock - Doktor

Mino lebt mit seiner Mutter der Contessa und der Haushälterin Marta in eine Villa zusammen. Nach dem Tod seines Vaters, ist Mino zu einem reinen Muttersöhnchen geworden, der sogar mit ihr zusammen in einem Zimmer schläft. Natürlich ist die Contessa alles andere als begeistert, das Mino seine Freundin Laura heiraten will. Marta und die Contessa planen, Laura anhand eines herbeigeführten Unfalls zu töten. Der Plan funktioniert, aber das ist erst der Anfang des Dramas…

Mino Guerrinis 1966 gedrehter Film ist zweifelsohne die Vorlage zu D´Amatos „Sado- Stoss das Tor zur Hölle auf“. Die Handlung läuft auf einer ähnlichen Ebene und es gibt einige Parallelen. Zwar werden die Szenen logischerweise nicht in der Form, wie es bei „Sado“ der Fall war ausgespielt, aber es wird z.B. über die Vernichtung der Leichen mit Salzsäure gesprochen. Des Weiteren sollte es Niemanden verwundern, dass Mino in seiner Freizeit als Tierpräparator fungiert. Eine Fähigkeit die er auch bei seiner verunglückten Freundin Laura anwendet. Wie auch in D´Amatos Film, tritt bei „Das Dritte Auge“ im Filmverlauf, Lauras Schwester auf den Plan und die Haushälterin will Mino heiraten…

Mino Guerrini ist mit diesem Film ein sehr interessantes Genrewerk gelungen, welches weniger als typischer italienischer Film daherkommt, sondern eher mit einigen Hammer-Produktionen, wie „Haus des Grauens“ und „Der Satan mit den langen Wimpern“ welche 1963 und 1965 entstanden, vergleichbar ist. Das Guerrinis Film aus dem Jahr 1966 stammt, sind Ähnlichkeiten wohl eher nicht zufällig zu bewerten. Es gibt einige Kameraeinstellungen, in denen Franco Nero, Oliver Reed nicht gerade unähnlich ist. Hierbei sind seitliche Profilbeleuchtungen gemeint.

Die Musik unterscheidet sich allerdings total von der, aus den genannten Hammerfilmen, das ist zum Einen durchaus so zu verstehen, das Guerrini dem Ganzen doch noch einen eigenen Stempel aufdrücken wollte.

„Das dritte Auge“ ist ein kleines und unbekanntes Juwel aus Italien, welches von sehr guten Schauspielern und einer guten Story dominiert wird. Leider hat der Film bisher keinen hohen Bekanntheitsgrad und ist eher einzig den Insidern des Genres bekannt.

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:51 
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Produktionsland: USA
Produktion: Samuel Z. Arkoff, James H. Nicholson
Erscheinungsjahr: 1961
Regie: Roger Corman
Drehbuch: Richard Matheson
Kamera: Floyd Crosby
Schnitt: Anthony Carras
Spezialeffekte: Pat Dinga
Musik: Les Baxter
Länge: ca. 77 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Vincent Price (Nicolas Medina), John Kerr (Francis Barnard), Barbara Steele (Elizabeth Barnard Medina), Luana Anders (Catherine Medina), Anthony Carbone (Dr. Charles Leon), Patrick Westwood (Maximilian), Lynette Bernay (Maria)


Francis besucht das Schloss seines Schwagers Nicholas. Er beabsichtigt mehr über den unvorhergesehenen Tod seiner Schwester Elizabeth, herauszufinden. In der Tat sind die Dinge, die sich auf dem Schloss ereignen, im hohen Maße mysteriös…

Cormans 1964 gedrehte Poe Verfilmung ist ein kleines Juwel vergangener Tage, welches von einem großartigen Ambiente und einem Vincent Price in Höchstform lebt. Price pendelt in der Rolle des Nicholas zwischen Brillanz und einer absolut überzogenen Theatralik. Er dominiert den Film und spielt die weiteren Darsteller gänzlich an die Wand. Dieses liegt allerdings auch daran, dass Price die dankbarste Rolle in Cormans Film verkörpern darf. Vincent Price ist in meinen Augen einer der wenigen Ausnahmeschauspieler, denen solche Rollen auf den Leib geschrieben stehen und in der er sich nach allen Regeln der Kunst austoben konnte. Barbara Steele hingegen hat einen kleinen Auftritt und kann nur kurz mit ihrer Präsenz und ihrem einzigartigen Charisma glänzen.

Was den Film und die Story anbelangt, so bekommt man ein nettes und unterhaltsames 60er Horror-Kino geboten, welches in einem wunderschönen alten Schlossgemäuer spielt. Corman setzt weniger auf den Effekt als auf die Atmosphäre. Dazu gelingt es ihm durchaus ein Prise Suspense unterzubringen. Hitchcocks Rebecca lässt, wie in einigen anderen recht unbekannten Klassikern der 60er Jahre, durchaus grüßen.

Rein Kameratechnisch wird das Ganze sehr stimmig in Szene gesetzt und vor allem die Farben die der Film bietet sind eine wahre Freude für das Auge.

Fazit: Ohne viel Blut und Gewalt gelingt es Corman dennoch den Zuschauer zu fesseln und ihn in seinen sehr atmosphärischen Film einzubinden. Was zu dieser Zeit normal war und heute absolut nicht realisierbar ist.

8,5/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:53 
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Produktionsland: Italien
Produktion: Virgilio De Blasi, Lawrence Woolner
Erscheinungsjahr: 1968
Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Mario Bava, Franco Bottari, Antonio Margheriti, Giovanni Simonelli
Kamera: Fausto Zuccoli
Schnitt: Otello Colangeli
Musik: Don Powell, Carlo Savina
Länge: ca. 94 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Mark Damon, Eleonora Brown, Michael Rennie, Luciano Pigozzi, Franco De Rosa, Aldo De Carellis


Eine Mordserie im Mädchenpensionat St. Hilda stellt die örtliche Polizei vor ein Rätsel. Seltsamerweise hat diese Mordserie erst mit der Ankunft der neuen Lehrer begonnen…

Antonio Margheritis Giallo 1968 gedrehter Giallo, zeichnet sich durch sehr kräftige Farben aus, die dem Film und seinem Ambiente sehr gut tun. Auf diese Weise wird eine sehr interessante Atmosphäre erzeugt. Dieses bezieht sich allerdings rein auf die Optik, da Sieben Jungfrauen für den Teufel nicht nach dem reinen Giallo-Prinzip arbeitet, sondern eher eine Mischung verschiedener Stile ist. Farblich gibt es Parallelen zu Bavas Blutige Seide. Klar, das Bava sich im Gesatz zu Margheriti sehr stark auf die Farbe Blau festlegte, allerdings zeigt das restliche Farbspiel das Blutige Seide zeigte, eine ähnliche Präsenz der Farben wie Sieben Jungfrauen für den Teufel.

Handlungsbezogen orientiert sich der Film am Giallo-Stil, paart diesen mit einigen Wallace-Elementen und lässt den Film vereinzelnd gar amerikanisch wirken. Die Handlung baut sich nach und nach behäbig auf und man kann das Puzzle als aufmerksamer Zuschauer selbst lösen. Die Behäbigkeit, welche Sieben Jungfrauen für den Teufel aufweist, ist auch das kleine Manko des Films. Es dauert einfach zu lange bis der Film sich in die Richtung seiner Spannungsspitzen aufbaut. Die Morde wirken eher lieblos dahingespielt als zelebriert, so dass es für den Zuschauer in einzelnen Situationen durchaus langatmig werden kann.

Sieben Jungfrauen für den Teufel ist unter dem Strich ein interessanter Genrebeitrag, der allerdings weit im Schatten der festen Giallogrößen steht.

6,5/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 21:56 
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Produktionsland: USA
Produktion: Ken Curtis, Gordon McLendon
Erscheinungsjahr: 1959
Regie: Ray Kellogg
Drehbuch: Jay Simms
Kamera: Wilfred M. Cline
Schnitt: Aaron Stell
Budget: ca. 123.000 $
Musik: Harry Bluestone, Emil Cadkin
Länge: ca. 77 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
James Best: Thorne Sherman
Ingrid Goude: Ann
Baruch Lumet: Dr. Cragis
Ken Curtis: Jerry
Gordon McLendon: Dr. Baines
Judge Henry Dupree: Griswold
Alfredo DeSoto: Mario


Thorne Sherman beliefert eine Insel mit Vorräten. Als er erneut seine Ware veräußert, wird ihm geraten auf Grund eines aufziehenden Unwetters die Insel nicht zu verlassen. Sherman nimmt dankend an und verbringt die Nacht mit dem Wissenschaftler Cragis, seiner Tochter Ann und deren Verlobten Jerry, sowie mit zwei weiteren Herren in deren Haus. Schnell merkt Sherman, das etwas nicht in Ordnung ist. Als das Haus von Menschenfleischfressenden Ratten heimgesucht wird, bestätigt sich die Vorahnung.

Ein eher unbekannter Film von Ray Kellogg, der durch Anolis den Weg auf DVD geschafft hat. Kellogg versucht eine Mischung aus "Rio Bravo" und "The most dangerous Game" zu kreieren, liegt aber mit seiner Regiearbeit eher daneben.

"Die Nacht der unheimlichen Bestien" ist ein typisches B-Movie der späten 50er. Das Finale ist alles andere als logisch und recht enttäuschend. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings, auf den mutierten Ratten oder sind es mutierte Mäuse? Was weiß ich, jedenfalls werden diese von Hunden dargestellt, was den Trash-Charakter gewaltig verstärkt.

"Die Nacht der unheimlichen Bestien" ist wahrlich kein Klassiker, wird allerdings die Freunde von B-Movies recht gut unterhalten.

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Alternativtitel:
Kiss me Monster
Das Schloß der Gehenkten
Castle of the Doomed
Rote Lippen – Küss mich, Monster

Produktionsland: Spanien / Deutschland
Produktion: Adrian Hoven
Erscheinungsjahr: 1967
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Karl Heinz Mannchen (Geschichte), Jess Franco
Kamera: Jorge Herrero, Franz Hofer
Schnitt: Francisco García Velázquez, María Luisa Soriano
Musik: Jerry van Rooyen
Länge: ca. 75 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Janine Reynaud, Rosanna Yanni, Chris Howland, Michel Lemoine, Ana Casares, Manuel Velasco, Marta Reves, Bernabe Barta Barri, Manolo Otero, María Antonia Redondo, Jesus Franco, Dorit Dom, Fernando de Rojas, Carlos Mendy, Gregorio de Mora, Nélida Quiroga, Caroline Rivière


Diana und Regina bekommen in der Nacht Besuch von einem sonderbaren Herrn, der die Noten zu einem Volkslied in der Hand hält und dessen Rücken ein Messer ziert. Natürlich rufen die beiden Frauen nicht die Polizei, sondern schmeißen die Leiche über die Klippen. Um dem Rätsel auf die Spur zu kommen reisen sie zu einer Mittelmeerinsel. Deren
Einheimische sind den Damen allerdings nicht wohl gesonnen...

Neben „Two Undercover Angels“, drehte Jess Franco zur gleichen Zeit den Trash Klassiker Kiss me Monster. Sei es um Geld zu sparen oder wie auch immer. Verwendet wurden jedenfalls die gleichen Kulissen und aktiv waren die gleichen Schauspieler. Den damaligen Darstellern sagt man später auch nach, sie wussten vereinzelnd selber nicht, welcher Film in den jeweiligen Momenten gedreht wurde. Kein Wunder also, das der Film eher ein heilloses Durcheinander als ein durchdachter Streifen wurde. Die Story des Films nachzuvollziehen ist aus diesem Grunde auch nicht ganz einfach, wenn nicht sogar fast unmöglich. Völlig absonderliche Handlungsabläufe lassen Ungereimtheiten im 2 Minuten Takt folgen.

Fazit: Franco- und Trashfans werden ihre wahre Freude haben. Alle anderen, die einen ernsthaften Thriller sehen wollen, sollten diesen Film lieber meiden.

7/10

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Produktionsland: Frankreich, Italien
Origialtitel: Dracula cerca sangue di vergine... e morì di sete!!!
Produktion: Andrew Braunsberg
Erscheinungsjahr: 1974
Regie: Paul Morrissey
Drehbuch: Paul Morrissey
Kamera: Luigi Kuveiller
Schnitt: Franca Silvi
Spezialeffekte: Carlo Rambaldi
Musik: Claudio Gizzi
Länge: ca. 103 Minuten
Freigabe: SPIO/JK: strafrechtlich unbedenklich

Darsteller:
Udo Kier as Dracula
Arno Juerging as Anton
Joe Dallesandro as Mario Balato
Maxime de la Falaise as Gräfin di Fiori
Vittoria de Sica as Graf di Fiori
Milena Vukotic as Esmeralda
Stefani Casini as Rubinia
Dominique Darel as Saphira
Silvia Dionisio as Perla


Dracula ist in Transsylvanien vor ein gewaltiges Problem gestellt, er ernährt sich einzig von Jungfrauenblut. In Anbetracht des Verfalls von Sitte und Moral kann er in Transsylvanien kein Opfer mehr finden. Auf Anraten seines Dieners verlässt Dracula sein Land um in Italien nach frischem Jungfrauenblut zu suchen.

Der Zufall will es, dass er schnell in Kontakt zur Familie Di Fiore bekommt. Diese hat 4 Töchter. Das Ganze gestaltet sich allerdings als wesentlich schwieriger als erwartet...

Der Titel Andy Warhols Dracula ist absolut unpassend und nur zu Werbezwecken eingesetzt worden. Die Pop Art Gruppe von Andy Warhol hat mit Paul Morrisseys Film Nichts zu schaffen. Dieses sei nur am Rande erwähnt, da es
sich bei diesem Film um einen absoluten Kultfilm der 70er Jahre handelt.

Die Dracula-Thematik wird hier auf eine vollkommen andere Weise dargestellt. Handelt es sich in der klassischen Variante der Draculafigur noch um eine erotische, geheimnisumgebende Gestalt, so ist die Figur die Udo Kier verkörpert eher ein abgewrackter Junkie, der nicht in der Lage ist an seinen Stoff zu kommen.

Morrissey baut in seine Draculaversion einiges an klassischen Gesellschaftstemen ein. Der Knecht Mario zeigt z.B. die personifizierte Stellung der Arbeiterklasse in der Gesellschaft und ihrem Hass auf die Oberschicht, die den Kampf mit der verkommenen, verhurten und Drogensüchtigen Oberschicht aufnimmt.

Morrisseys Film lebt von Anspielungen dieser Art und zeigt sich als ein Werk, das meines Erachtens völlig unterbewertet ist.

Es handelt sich hier in keiner Weise um einen reinen Horrorfilm, eher um eine intelligente Auseinandersetzung mit den Geflogenheiten der 20er Jahre.

8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:04 
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Produktionsland: Deutschland, Spanien, Italien
Produktion: Artur Brauner, Antonio Tagliaferri, Leo Pescarolo
Erscheinungsjahr: 1978
Regie: Alberto Negrin
Drehbuch: Peter Berling, Marcello Coscia, Massimo Dallamano, Franco Ferrini, Alberto Negrin, Stefano Ubezio
Kamera: Eduardo Noé
Schnitt: Paolo Boccio
Musik: Riz Ortolani
Länge: ca. 85 Minuten
Freigabe: ungeprüft

Darsteller:
Fabio Testi: Inspektor Gianni Di Salvo
Christine Kaufmann: Christina
Ivan Desny: Oberstaatsanwalt Rotka
Jack Taylor: Parer Vicino
Bruno Alessandro: Di Salvos Assistent
Fausta Avelli: Emilia Rosso
Maria Asquerino: Direktorin Graham
Helga Liné: Frau Rosso
Silvia Aguilar: Virginia Nardini


Kommissar Gianni Di Salvo untersucht den Mord an der 18-jährigen Angela Rosso. Anglea war Schülerin in einem Internat für Töchter reicher Eltern. Bei seinen Ermittlungen wird er von Oberstaatsanwalt Rotka unterstützt. Di Salvo versucht über das Internat den Mordfall zu klären, in der Zwischenzeit kommt es allerdings zu weiteren Todesfällen…

Orgie des Todes ist eine Mischung aus Giallo und italienischem Polizeifilm, ebenso wie dieses bei Der Tod trägt schwarzes Leder von 1974 der Fall war. Alberto Negrin scheint auch keinen Hehl daraus zu machen, dass er sich sehr stark an diesem Film orientiert hat. Leider gelingt es ihm bei Weitem nicht die Klasse seines Vorbilds zu erreichen. Orgie des Todes ist zwar ein spannender und sehr unterhaltsamer Film, weist aber dennoch ein paar Ungereimtheiten auf, die nicht so ganz nachvollziehbar sind. Hierbei denke ich z.B. an die jeweiligen Zettel die bei den Leichen gefunden wurden. Wenn ein kleines Mädchen für die Nachrichten verantwortlich war, ist es mir schon schleierhaft, dass diese immer am Tatort bei den Opfern gefunden wurden. In einem der Fälle ist dieses nämlich sehr schwierig nachzuvollziehen.

Was die Darsteller anbelangt, so ist Fabio Testi hier wirklich in Höchstform. Seine Methoden sind nicht gerade legal, aber durchaus Erfolg versprechend. Der nachsynchronisierte Trailer in den Extras der DVD bezeichnet. Testi z.B als den italienischen Schimanski. Aber dieses sei mal dahin gestellt, Testi ist in seiner Rolle als unkonventioneller Bulle, auch ohne diese Art von Promotion überzeugend.

Fazit:
Bei Orgie des Todes hapert es zwar ab und an mit der Logik, dennoch wird hier ein interessanter Genrebeitrag geboten.

7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:05 
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Weitere Titel: Nachts kommt die Angst, Das Haus des Schreckens, Wo der Schrecken wohnt
Produktionsland: England
Produktion: Jimmy Sangster
Erscheinungsjahr: 1972
Regie: Jimmy Sangster
Drehbuch: Jimmy Sangster, Michael Syson
Kamera: Arthur Grant
Schnitt: Peter Weatherley
Musik: John McCabe
Länge: ca. 90 Min.
Freigabe: Ungeprüft

Darsteller:
Judy Geeson als Peggy Heller
Ralph Bates als Robert Heller
Joan Collins als Molly Carmichael
Peter Cushing als Michael Carmichael


Peggy Heller erleidet einen Nervenzusammenbruch, da sie von einem einarmigen Mann angegriffen wurde. Niemand glaubt ihr die Geschichte. Robert Heller arbeitet als Lehrer in einem Internat und er bittet Peggy mit ihm dort hinzuziehen, damit sie sich vom Schrecken erholen kann. Peggy willigt ein. Jedoch täuscht die anfänglich idyllische Ruhe und Peggy wird erneut von dem einarmigen Mann attackiert.

Jimmy Sangster drehte diesen Film 1972 und er gehörte zur späteren Welle der Hammer-Filme, die sich vereinzelnd vom Übernatürlichen distanzierten. Sangster drehte ebenfalls, die Anfang der 70er entstandenen Hammer-Filme „Nur Vampire küssen blutig“, „Frankensteins Schrecken“. Bekannt wurde Sangster aber schon lange vorher durch seine Drehbücher zu Terence Fishers Klassiker „Dracula“ und „Blut für Dracula“.

Der 1972 entstandene Streifen „The Fear“ ist ein typisch englisches Kammerspiel mit einer doch eher offensichtlichen Lösung. Sangster gelingt es in einigen Sequenzen eine leicht bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, die dem Film sehr gut tut. „The Fear“ arbeitet dazu mit einfachen und bewährten Mittel, große Räume werden von der Kamera als überdimensional dargestellt und diverse Geräusche tragen zu einer Bedrohlichkeit bei.

Der Film ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, hat aber dennoch auf Grund der sehr guten Darsteller und seiner klassischen britischen Methoden, einen gewissen Reiz.

7/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:07 
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Produktionsland: USA
Produktion: Harold Sobel, Jerome Bauman
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: Rene Daalder
Drehbuch: Rene Daalder
Kamera: Bert van Munster
Schnitt: Harry Keramidas
Musik: Tommy Leonetti
Länge: ca. 84 Minuten
Freigabe: FSK 18

Darsteller:
Derrel Maury: David
Andrew Stevens: Mark
Robert Carradine: Spoony
Kimberly Beck: Theresa
Ray Underwood: Bruce
Steve Bond: Craig
Rex Steven Sikes: Rodney
Lani O'Grady: Jane
Damon Douglas: Paul


Eine kleine Gruppe Studenten terrorisiert die Schüler der Central High. Hierbei werden natürlich die Schwächsten bevorzugt um diese zu erniedrigen und zu quälen. Als David neu aufs College kommt, eckt er umgehend bei der Gang an. Einzig sein Jugendfreund Mark verhindert vorerst, dass David nicht von der Gang gepeinigt wird, allerdings kommt alles anders als man denkt…

„Massaker in Klasse 13“ spielt wie auch Mark Lesters „Die Klasse von 1984“ in der damaligen Zukunft und somit der heutigen Realität. Der Niederländer Rene Daadler versucht eine Art Sozialkritik aufzubauen, welches auch im Ansatz recht gut gelingt. Leider wird dieses Thema nicht gänzlich ausgespielt und viel mehr auf einen beabsichtigten Thrill gesetzt. Trotzdem zeigt der Film, dass in Jedem der Wille zur Macht schlummert und dass man keinem Menschen dieses sofort ansieht. Das Innere des Menschen scheint lt. Daadler, debil und vereinzelnd unkontrollierbar.

Mark befreit die gepeinigten Schüler vom Terror dem sie ausgesetzt waren ohne zu wissen, dass er damit eine erneute Lawine des Terrors lostritt. Als ihm dieses bewusst wird, setzt er zu weiteren Vernichtungsakten an, die am Ende jedoch durch sein Gewissen gestoppt werden, was allerdings dazu führt, dass er ebenfalls zu Tode kommt.

Daadlers Film ist gut gemeinte Sozialkritik, welche allerdings ein persönliches Drama eher nach vorne spielt. Das 70er Jahre Ambiente tut dem Film gut und er weiß als recht kurzweilig zu gefallen.

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:08 
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Produktionsland: Frankreich
Produktion: Alain Poiré
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: Édouard Molinaro
Drehbuch: Claude Klotz (Roman), Alain Godard, Jean-Marie Poiré, Édouard Molinaro
Kamera: Alain Levent
Schnitt: Monique Isnardon, Robert Isnardon
Musik: Vladimir Cosma
Länge: ca. 94 Minuten
Freigabe: FSK 12

Darsteller:
Christopher Lee: Le Baron / Dracula
Bernard Menez: Ferdinand
Marie-Hélène Breillat: Nicole Clement
Bernard Alane: Jean
Anna Gaël: Miss Gaylor
Mustapha Dali: Khaleb
Catherine Breillat: Hermine Poitevin
Jean-Claude Dauphin: Cristéa

Der Sohn eines Barons, Ferdinand- kommt seiner Berufung als Vampir nicht nach. Beißen und das Blut anderer Menschen zu trinken bereitet ihm Angst. Demnach muss der Baron seinen Sohn 106 Jahre lang ernähren.

Nachdem ihr Schloss von der rumänischen Armee besetzt wird, müssen der Baron und Ferdinand aus Transsylvanien fliehen. Auf der Flucht verlieren sich beide aus den Augen, treffen sich allerdings in Paris des Jahres 1976 wieder. Während der Graf ein erfolgreicher Horrorfilm-Star ist, arbeitet sein Sohn als Nachtwächter...

Nach Dracula braucht frisches Blut hatte Christopher Lee eigentlich nicht mehr vor, die Rolle des Vampirs zu spielen, da das Thema für ihn abgehakt war. Glücklicherweise gelang es dem Regisseur Edouard Molinaro, Christopher Lee noch einmal dazu zu bewegen den Umhang überzustreifen.

Was bietet „Dracula père et fils“ sprich „Die Herren Dracula“ eigentlich? Mit den klassischen Filmen aus den Hammer Studios hat der Film so gut wie gar nichts zu tun. Denn einzig der Anfang in dem eine Kutsche durch die transsylvanischen Wälder rast und eine beängstigte Reisegesellschaft zeigt, erinnert an den klassischen Dracula-Stoff. Alles danach geht in eine vollkommen andere Richtung. Diese Richtung zeigt sich vordergründig als eine intelligente Komödie, welche reich mit Metaphern und Situationskomik gespickt ist.

In zweiter Linie kann man auch durchaus von einer Art Abgesang auf den klassischen Dracula-Film sprechen.

Der Baron und Ferdinand werden von rumänischen Revolutionären aus ihrem Schloss vertrieben. Mit Hammer und Sichel zum Kreuz gehalten vertreibt man das Böse aus ihrem Land. Auf Grund einiger Missgeschicke landet der Baron in England und Ferdinand in Frankreich. Während der Baron zum Filmschauspieler wird und am Set sein benötigtes Blut trinken kann (Shadow of the Vampire lässt grüßen) arbeitet Ferdinand als Nachtwächter und wohnt in einem Keller. Ferdinands Durst nach Blut ist stärker als je zuvor, aber seine Ungeschicklichkeit bringt ihn von einer Misere in die nächste. Er hasst sein Dasein als Vampir. Doch der Zufall will es, dass sich Vater und Sohn wieder sehen. Was zuerst Freude ist, wandelt sich in Hass und dieser wird von Nicole getrieben. Denn beide sind in Nicole verliebt. Ferdinand will im Leben mit Nicole leben, der Baron hingegen im Tode mit Nicole leben.

Ferdinands Antipathie gegen sein Dasein als Vampir lässt ihn zum Menschen werden um fortan glücklich mit Nicole leben zu können.

Man kann den Film mit der Message sehen, dass sich Niemand seinem Schicksal unterwerfen muss und einfach nur an sich glauben soll. Erkennen muss man dieses jedoch nicht, denn der Film ist in erster Linie eine Komödie und so soll es auch bleiben.

8/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:10 
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Produktionsland: Belgien, Deutschland, Frankreich
Produktion: Luggi Waldleitner
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Harry Kümel
Drehbuch: Harry Kümel, Pierre Drouot, Jean Ferry, Manfred Köhler, J.J. Amiel
Kamera: Eduard van der Enden
Spezialeffekte: Eugene Hendrickx
Musik: François de Roubaix
Länge: ca. 85 Minuten (Deutsche Kinoversion) 96 Minuten (Uncut Version)
Freigabe: FSK 18

Darsteller:
Delphine Seyrig: Elizabeth Bathory
Danielle Ouimet: Valerie
John Karlen: Stefan
Andrea Rau: Ilona
Paul Esser: der Portier



Stefan und Valerie haben geheiratet und machen auf ihrer Reise zu Stefans Eltern, Halt in einem Hotel. Da momentan die Saison für Urlauber vorbei ist, ist das Hotel einzig vom Portier Pierre bewohnt. Am späten Abend treffen Elizabeth Bathory und ihre Begleiterin Ilona im Hotel ein. Der Portier Pierre ist der Überzeugung, dass er die Gräfin vor 40 Jahren bereits als Gast begrüßen konnte und sie sich in keiner Weise verändert hat, sprich um keine Sekunde gealtert ist…

Blut an den Lippen ist eine deutsch, belgisch, französische Co-Produktion aus den frühen 70er Jahren. Was sehr schade ist, den Film tristet eher ein unbekanntes Dasein. Schade aus dem Grund, da es sich um einen exzellenten Film des Vampir-Genres handelt.

Kameratechnisch werden hier alle Register gezogen. Die Räumlichkeiten im Hotel werden leer dargestellt und vermitteln ein Gefühl der absoluten Kälte. Die Bilder die der Film aufweist, sind von depressiven Zügen durchtränkt und verbreiten ein starkes Nichtvorhandensein an Perspektiven, für die Hauptdarsteller. Dieses entspricht auch dem Schicksal, welches Ilona erwartet. Sie will die Gräfin verlassen und findet auf Grund unglücklicher Zufälle den Tod. Den Tod, den sie eventuell in ihrem Inneren herbeisehnte um ihren Dasein als Vampir zu entfliehen.

Bleiben uns drei weitere Charaktere. Stefan ist anfangs beeindruckt von der Gräfin und sein Wesen verändert sich in Brutalität gegenüber Valerie. Valerie, die anfangs die Gräfin hasst, wird von ihr, in ihrer Seele eingenommen. Valerie ist fortan der Gräfin verfallen. Sie spürt wahre Empfindungen und Verlangen und hilft zum Ende der Gräfin, Stefan zu töten.

Wie in einigen anderen Filmen, stellt sich auch bei Blut an den Lippen die Frage, was das eigentlich Böse ist. Stefans Wesensveränderung, macht ihn für Valerie zu einem abartigen Scheusal. Die Liebe der Gräfin gibt ihr ein Gefühl von Geborgenheit und Glück. Die Frage ist: ist Stefans Wesen wirklich von Bösartigkeit durchtränkt oder hat die Gräfin für diesen Zustand gesorgt? Eine Frage die ich persönlich definitiv nicht beantworten werde, da dieses Jeder für sich selbst tun sollte.

Fazit:
Blut an den Lippen ist ein brillanter europäischer Film mit überzeugenden Darstellern. Regisseur Harry Kümel bietet eine Mischung aus Liebe, Hass, Macht, Unterwerfung, Einsamkeit und Angst.

Gemütliches und intelligentes Kino für Genrefreaks und Intellektuelle, Mainstream-Konsumenten werden hier absolut nicht auf ihre Kosten kommen.

9/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:11 
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Produktionsland: Deutschland, Spanien
Produktion: Artur Brauner, Karl Heinz Mannchen, Arturo Marcos
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Jesus Franco
Drehbuch: Jesus Franco
Kamera: Manuel Merino
Schnitt: Clarissa Ambach
Musik: Manfred Hübler
Länge: ca. 74 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Soledad Miranda, Fred Williams, Howard Vernon, Paul Muller, Ewa Strömberg, Horst Tappert



Sie tötete in Ekstase ist einer der Filme die von Anfang bis zum Ende absehbar sind. Franco macht keinen Hehl daraus, dass der Film in die bekannte Rache für den geliebten Ehemann Richtung hinausläuft. Ein Darsteller wie Horst Tappert wirkt in Francos Film dermaßen unmotiviert, dass man erst gar nicht über die Arbeit der Polizei nachdenken darf. Allerdings scheint dieses auch nicht Franco Absicht zu sein. Sie tötete in Ekstase sieht die kleine Kriminalstory eher als Aufhänger um letztendlich einen Franco-erotischen Touch einzubringen und sich viel eher auf dieses zu konzentrieren. Soledad Miranda trägt dazu 99,99% bei, da sie eine sehr erotische Ausstrahlung besitzt und eigentlich allein durch ihre Präsenz zu gefallen weiß.

Die wenigen Gewaltmomente die der Film aufweist, beziehen sich einzig auf die Rache an den für Dr. Johnsons (der Ehemann von Soledad Miranda) Tod, Verantwortlichen. Franco versucht dieses erotisch dominieren zu lassen, liegt allerdings (eine Szene ausgeklammert) eher daneben. Des Weiteren werden zwischen den Morden poetisch angehauchte Monologe der Hauptdarstellerin eingebracht und recht ansehnliche Außenaufnahmen präsentiert.

Vom Ambiente wird eine typische 70er Jahre Stimmung geboten. Dieses lässt sich im Anbetracht des Produktionsjahrs, welches der Film hat, auch nicht anders vermuten.

Fazit:
Ein gelungener 70ies Erotik-Krimi, der sich auf einzelne Sequenzen zwischen Liebe, Tod und Leidenschaft konzentriert und eine kleine Rahmenhandlung aufweist. Dieses mag für mich als Franco-Interessent zwar durchaus unterhaltsam sein, die Konsumenten gängiger Filmware jedoch eher abschrecken.

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Alternative Titel:
"Geburt des Dämons" - Bundesrepublik Deutschland (Titel auf Video)
"Super Zombie: Die Geburt des Grauens

Produktionsland: Kanada, USA
Produktion: William Girdler
Erscheinungsjahr: 1978
Regie: William Girdler
Drehbuch: Graham Masterton (Roman), William Girdler, Jon Cedar, Thomas Pope
Kamera: Michel Hugo
Schnitt: Bub Asman
Spezialeffekte: Gene Grigg, Tim Smythe
Budget: ca. 3.000.000 $
Musik: Lalo Schifrin
Länge: ca. 104 Minuten
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Tony Curtis, Susan Strasberg, Michael Ansara, Stella Stevens, Jon Cedar


Karen Tandy ist von einem schnell wachsenden Tumor auf ihrem Rücken befallen. Nachdem Operationen erfolglos verlaufen und es zu überdimensionalen Zwischenfällen kommt, erkennt man, dass es sich hierbei um die angestrebte Geburt eines Manitus handelt. Als alle medizinischen Mittel versagen, bittet Karens Freund Harry Erskine, den Indianer John Singing Rock, um Hilfe…

Der Manitou ist ein Film der sich mit Geistern und Exorzismus auseinandersetzt und dieses Thema mit der indianischen Mythologie mischt. Das Endresultat lässt sich durchaus als interessant bezeichnen. Regisseur William Girdler bedient sich einfacher Mittel, wie einem langsamen Spannungsaufbau und dem Lösen des Rätsels um ein Mysterium. Hierbei werden gezielt Mittel aus Friekins Exorzist verwendet, auch wenn diese lang nicht deren Bedrohlichkeit aufweisen. Trotzdem bringt die Phase in der der Exorzimus durchgeführt wird, eine düstere Atmosphäre rüber, die sich vor allem durch das abgedunkelte Krankenzimmer hervorheben.

Was Den Film eher nicht gut tut ist ein völlig falsch gewähltes Ende. Denn die Absicht Mystifizierung in Futurismus münden zu lassen ist eher schlecht gewählt.

7/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:15 
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Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland, Spanien
Produktion: Artur Brauner
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Ladislas Fodor, Paul André
Kamera: Manuel Marino
Schnitt: Clarissa Ambach
Musik: Manfred Hübler, Siegfried Schwab
Länge: ca. 81 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Fred Williams, Soledad Miranda, Horst Tappert, Ewa Strömberg, Siegfried Schürenberg, Howard Vernon


Der Teufel kam aus Akasava wird in die Edgar Wallace Ecke gepackt und damit beworben, da der Film mit der Grundlage der Edgar Wallace Kurzgeschichte Die Hüter des Steins entstanden ist. Ein bekanntes Edgar Wallace Feeling wird allerdings in keiner Weise hervorgerufen. Dazu hat Franco dem Film zu stark seinen eigenen Stempel aufgedrückt und ein wirres Gesamtwerk folgen lassen.

Franco arbeitet mit seinen, für diese Art Film vorhandenen Stilmitteln. Die Bilder sind mit denen aus Sie tötete in Ekstase vergleichbar und die Darsteller-Riege Tappert, Vernon und Soledad Miranda ist ebenfalls wie im genannten Film vertreten.

Die Handlung baut sich unter schräger Easy Listening Musik auf und sorgt für einiges an Ungereimtheiten und Verwirrung. Aus Anfangs Unbekannten werden Scotland Yard Mitarbeiter und Geheimagenten. Irgendwie ist jeder Beteiligte für den Geheimdienst tätig und trägt zu weiterer Verwirrung bei, welche im Finale des Films durch immer mehr Todesfälle für unzählige Fragezeichen sorgen. Was behäbig beginnt, mündet im Finale in einem Aneinanderreihen unschlüssiger und chaotischer Szenen.

Franco kündigt jeder Logik und Koordination den Kampf an, den er auf allen Linien eindeutig für sich entscheidet. Das typische Edgar Wallace Publikum wird in den 70ern fluchtartig den Verführraum verlassen haben, bei dem was ihnen Der Teufel kam aus Akasava geboten hat.

Aus meiner Sicht hat der Film allerdings einen Franco Charme, der sich unterhaltsam niederlegt und beim geeigneten Zuschauer für humorvolle Unterhaltung sorgt. Als optisches und auch schauspielerisches Highlight wartet der Film mit Soledad Miranda, in der Rolle der Jane Morgan, auf.

Fazit: Franco Fans, werden anhand des streckenweise sehr dillethantischen Ablaufs, recht gut unterhalten. Durchschnittskonsumenten werden wohl schnell und genervt die Aus-Taste der Fernbedienung drücken.

6,5/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:16 
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Produktionsland: Italien
Produktion: Leo Pescarolo
Erscheinungsjahr: 1975
Regie: Armando Crispino
Drehbuch: Lucio Battistrada, Armando Crispino
Kamera: Carlo Carlini
Schnitt: Daniele Alabiso
Musik: Ennio Morricone
Länge: ca. 100 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Mimsy Farmer, Ray Lovelock, Barry Primus, Carlo Cattaneo, Angela Goodwin, Gaby Wagner, Massimo Serato, Ernesto Colli, Leonardo Severini, Eleonora Morana, Antonio Casale, Giovanni Di Benedetto, Maria Pia Attanasio, Pier Giovanni Anchisi, Pupino Samona, Sergio Sinceri



Einige Selbstmorde sorgen in Rom für Fragen. Die Pathologin Simona und ein Priester finden heraus, dass wesentlich mehr hinter der Sache steckt und die Selbstmorde getürkt sind…

Der Titel ist dermaßen unpassend gewählt, so dass man nur von einer reißerischen Absicht der damaligen Vermarkter ausgehen kann.

Hospital der lebenden Leichen ist ein sehr wirrer Film in dem mehr geredet wird als alles andere. Dieses wäre nicht falsch, wenn dieses Reden nicht für noch mehr Verwirrung sorgen würde. Der Film kommt in keiner Weise in die Gänge und 80% Laufzeit fragt man sich, was man da eigentlich gesehen hat- und vor Allem warum?

Die Musik von Ennio Morricone ist sehr still angelegt und kommt selten zum Einsatz. Auch dieses trägt nicht gerade zu einem guten Handlungsaufbau bei. Erst die Schlussphase des Films lässt diesen in einem besseren Licht erscheinen. Auch wenn einige Begebenheiten eher an den Haaren herbei gezogen sind, wird dennoch eine Erklärung für den zuvor gesehenen Ablauf gegeben.

Fazit: Hospital der lebenden Leichen ist ein Gialli, der sich gerade eben noch durch die letzen 12 Minuten vor einem totalen Reinfall rettet.

5/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:19 
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Produktionsland: England, USA
Produktion: Max Rosenberg, Milton Subotsky
Erscheinungsjahr: 1974
Regie: Paul Annett
Drehbuch: Michael Winder, James Blish (Geschichte: "There Shall Be No Darkness")
Kamera: Jack Hildyard
Schnitt: Peter Tanner
Spezialeffekte: Ted Samuels
Musik: Douglas Gamley
Freigabe: ungeprüft
länge: ca. 88 Minuten

Darsteller:
Calvin Lockhart als Tom Newcliffe
Peter Cushing als Dr. Christopher Lundgren
Marlene Clark als Caroline Newcliffe
Anton Diffring als Pavel
Charles Gray als Arthur Bennington
Ciaran Madden als Davina Gilmore
Chadbon als Paul Foote
Michael Gambon als Jan Jarmokowski
Sam Mansary als Butler
Andrew Lodge als Pilot



Der Millionär Tom Newcliffe hat ein paar Bekannte auf sein Anwesen eingeladen. Newcliffe ist der Überzeugung, dass einer seiner Gäste ein Werwolf ist. Er stellt diesbezüglich auch alle Anwesenden vor vollendete Tatsachen und verkündet, dass er einen seiner Gäste, sprich den Werwolf töten wird…

Regisseur Paul Annett zieht in seinem Film ein geschicktes Kammerspiel im Stile eines Kriminalstücks auf. Der Zuschauer wird in die Handlung eingebunden und dazu aufgefordert an der Lösung mitzuarbeiten. Was für diesen natürlich klar ist, der Unscheinbarste aller Gäste: ist natürlich auch der Werwolf. Bis es zur Auflösung kommt, wird ein unterhaltsames und schwarzhumoriges Stück britische Unterhaltung präsentiert.

Paul Annett lässt neben den beliebten britischen Abläufen auch durchaus eine kleine Hommage auf Irwing Pischels Meisterwerk The Most Dangerous Game von 1932 einfließen.
Das Thema Menschenjagd wird halt in die Werwolfjagd abgewandelt und die ein oder andere Szene wird mit einem Augenzwinkern einige Parallelen zu Pischels Klassiker erkennen lassen.

Interessant zu erwähnen ist: dass es sich bei diesem Film nicht um eine Hammer-Produktion handelt, sondern um die der damaligen Konkurrenzfirma Amicus, für die Peter Cushing ebenfalls häufig tätig war.

Unter dem Strich ist Mondblut allerbeste Unterhaltung, mit ein paar netten Effekten und einer gepfefferten Prise, schwarzen Humor.

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:20 
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Produktionsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1975
Regie: Andrea Bianchi
Drehbuch: Andrea Bianchi, Massimo Felisatti
Kamera: Franco Delli Colli
Schnitt: Francesco Bertuccioli
Musik: Berto Pisano
Länge: ca. 98 Min
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Edwige Fenech, Nino Castelnuovo, Amanda Superstar, Femi Benussi, Solvi Stubing



Das Photomodel Evelyn stirbt bei einem Abtreibungsversuch. Nach dem Unglücksfall kommt es zu einer Mordserie, dessen Spuren in ein Fotoatelier führen…

Andrea Bianchis Giallo wartet mit einigen Prisen Pseudoerotik auf und weiß in seinem Gesamtbild eher weniger zu gefallen. Zwar werden einige abgedunkelte Szenen durchaus interessant dargestellt, tragen allerdings nicht sonderlich zu einer Spannung bei. Wo wir beim Thema Spannung wären. In dieser Beziehung hapert des dem Film an allen Ecken und Enden. Bianchi zieht einige Situationen unnötig in die Länge und erreicht dadurch eher eine Antipathie als ein düsteres Giallo-Ambiente.

Die Lösung, mit der der Film aufwartet ist ebenfalls absehbar, da man bereits in der ersten Einstellung des Mörders erkennt, dass es sich um eine Frau handelt. Den an der Story beteiligten Frauen traut man eh keinen Mord zu und dieses nicht nur aus dem Grunde, das ihnen jegliches Motiv fehlt. Demnach bleibt nur die große Unbekannte, dessen Identität man in den letzen Minuten des Films erfährt.

Fazit: Es gibt wesentlich bessere Gialli. Die Nacht der blanken Messer kann man gerade mal im Mittelmaß ansiedeln.

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Produktionsland: Italien
Produktion: Pier Ludovico Pavoni, Vico Pavoni
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Maurizio Lucidi
Drehbuch: Augusto Caminito, Fulvio Gicca Palli, Aldo Lado, Maurizio Lucidi, Antonio Troiso
Kamera: Aldo Tonti
Schnitt: Alessandro Lucidi
Musik: Luis Bacalov
Länge: ca. 94 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Tomas Milian, Ottavio Alessi, Marisa Bartoli, Bruno Boschetti, Alessandra Cardini, Luigi Casellato, Katia Christine, Pierre Clémenti,Carla Mancini, Enzo Tarascio



Stefano Argenti hat diverse private Probleme. Stefano will das Unternehmen seiner Frau verkaufen, was diese allerdings ablehnt. Des weiteren hat er ein Verhältnis mit Fabienne Beranger, bei dem seine Frau ebenfalls im Wege steht. Durch einen Zufall lernt Stefano den Grafen Matteo Tiepolo kennen, der Stefano anbietet seine Frau zu töten, wenn dieser Matteo Tiepolos Bruder tötet…

Das Thema ist ja nicht ganz unbekannt und wurde bereits 1951 von Alfred Hitchcock mit Der Fremde in Zug umgesetzt. 1971 hat sich Maurizio Lucidi dem Thema angenommen und eine kleine Genreperle geschaffen. Lucidi bietet ein sehr ruhiges, aber dennoch hochspannendes Kino. Ein Film der sich leicht abseits vom bekannten Giallomuster bewegt und sehr eigene Wege geht.

Was den Film weiterhin auszeichnet, sind zwei exzellente Hauptdarsteller, zum einen Pierre Clementi in der Rolle Grafen Matteo Tiepolo, zum anderen Tomas Milian als Stefano Argenti. Beide Rollen sind sehr ruhig angelegt und lassen eine anfängliche Sympathie, der beiden Hauptdarsteller füreinander, im weiteren Verlauf in tiefen Hass münden.

Tiepolo sieht Argenti als Mittel zum Zweck und bringt ihn immer tiefer in die Ausweglosigkeit, welche Argenti zum Ende dazu bewegt, den Mord im Auftrag von Tiepolo zu begehen. Was sich allerdings dann abzeichnet, ist wahrlich nicht das, was der objektive Zuschauer erwartet und einiges an Fragezeichen zurücklässt.

Fazit: Der Todesengel ist ein stiller und intelligenter, aber leider auch sehr unbekannter Giallo, der mit einigen depressiven Bildern und einem überraschenden Finale, zu gefallen weiß.

8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:22 
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Produktionsland: Italien
Produktion: Cecilia Bigazzi
Erscheinungsjahr: 1971
Regie: Duccio Tessari
Drehbuch: Gianfranco Clerici, Duccio Tessari
Kamera: Carlo Carlini
Musik: Gianni Ferrio
Länge: ca. 95 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Helmut Berger, Ida Galli, Giancarlo Sbragia, Günther Stoll



Die Studentin Francoise wird im Stadtpark ermordet. Der Fernsehreporter Alessandro Marchi wird auf Grund dingfester Beweise schuldig gesprochen. Allerdings kommt es in der Folgezeit zu weiteren Morden, die nach dem gleichen Schema vollzogen wurden. Es kommt zu Zweifeln an der Schuld von Alessandro Marchi.

Duccio Tessari hat mit Blutspur im Park einen sehr ruhigen und eigenwilligen Giallo geschaffen, der auf übertrieben ausgespielte Brutalitäten gänzlich verzichtet. Tessari arbeitet eher in einem Chabrol-ähnlichen Stil, der sich stark auf die Psyche der jeweiligen Hauptpersonen stützt. Wo wir beim eigentlichen Kern von Blutspur im Park angelangt sind, nämlich die Abgründe der menschlichen Seele.

Tessari gelingt es den Zuschauer bis zum letzten Moment im Unklaren zu lassen. Der Zuschauer hat zwar mehrere Vermutungen, kann diese allerdings nicht begründen. Zu sehr spielt Tessari geschickte Verkettungen und Wendungen ein, welche dem Zuschauer erst zum Ende des Films die definitive Lösung präsentieren. Diese Beweggründe werden innerhalb des Finales allerdings auch klar definiert.

Fazit: Ein sehr interessanter und anspruchsvoller Giallo, der sich stark vom allgemeinen Muster trennt und einige Tendenzen zum französischen Kino zeigt.

Nicht allein den Fans dieses Genres zu empfehlen.

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:24 
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Produktionsland: Italien
Produktion: Ugo Tucci
Erscheinungsjahr: 1974
Regie: Umberto Lenzi
Drehbuch: Massimo Franciosa, Umberto Lenzi
Kamera: Guglielmo Mancori
Schnitt: Eugenio Alabiso
Musik: Ennio Morricone
Länge: ca. 90 Minuten
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Robert Hoffmann, Suzy Kendall, Ivan Rassimov, Adolfo Lastretti, Monica Monet, Guido Alberti, Mario Erpichini, Franco Silva



Der junge Industrielle Christian Bauman wird von einem Unbekannten verfolgt. Als er diesen im Kampf tötet, ist die Leiche kurze Zeit später verschwunden. Später stellt sich heraus, dass der Unbekannte gar nicht tot ist.

Interessanter Giallo von Umberto Lenzi aus dem Jahr 1974, der sich nicht ganz an die allgemein bekannten Prinzipien des Genres hält. Der Film wird zwar zu einem unterhaltsamen Ratespiel, kann allerdings nicht ganz überzeugen. Farben und Kulissen sind vorbildlich ausgewählt worden, allerdings läuft die Story in seinem Verlauf etwas wirr aus. Die anfänglich klare Linie, die der Film aufweist, wird leider im letzten Drittel abgebrochen und driftet somit in ein durchschnittliches Gesamtbild. Des weiteren gibt es keinen schwarze Handschuhe tragenden Mörder und so gut wie keine Gore-Momente.

Die Lösung des Films, weißt eine mehr oder weniger gelungene Überraschung auf. Im Prinzip hätte man sich ein anderes Finale erwünscht, als das was Lenzi präsentiert. Einige Gemeinsamkeiten zu Bavas Schlusssequenz aus Hatched for Honeymoon kann man nicht gerade von der Hand weisen.

Fazit: Kein großer, aber dennoch ein unterhaltsamer Giallo.

7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:25 
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Originaltitel: Lisa e il diavolo
Produktionsland: Deutschland, Italien, Spanien
Produktion: Alfedo Leone, José Gutiérrez Maesso
Erscheinungsjahr: 1974
Regie: Mario Bava, Alfredo Leone, Alberto Cittini
Drehbuch: Mario Bava, Cecilio Paniagua
Kamera: Cecilio Paniagua
Schnitt: Carlo Reali
Spezialeffekte: Franco Tocci
Musik: Carlo Savina
Länge: ca. 91:44 Minuten
Freigabe: FSK 16
Darsteller: Telly Savalas, Elke Sommer, Sylva Koscina, Alessio Orano, Gabriele Tinti, Alida Valli, Kathy Leone, Espartaco Santoni



Lisa ist die Reinkarnation, eines Mädchens, das vor langer Zeit einmal lebte. Der Teufel bringt Lisa, ein reiches Ehepaar und deren Chauffeur in ein abgelegenes Schloss fernab der Realität. Auf dem Schloss kommt es zu Todesfällen und einigen Mysterien…

Lisa und der Teufel, ist in seiner Handlung sehr langatmig. Es dauert sehr lang bis ein Spannungsbogen aufgezogen wird um den Zuschauer zu fesseln. Der Film kann z.B. in keiner Weise mit Die Stunde wenn Dracula kommt, verglichen werden. Dazu hapert es Lisa und der Teufel, zu sehr an Höhepunkten. Interpretieren kann man während dieser Zeit viel, da Bava dem Zuschauer, bis zum Finale eigentlich freie Hand lässt. Der Abschluss ist allerdings eindeutig formuliert und wir bewegten uns, wie in manch anderen Filmen auch, mal wieder in einer parallelen Welt.

Was Bava Filmtechnisch abgeliefert hat, sprich Beleuchtung, Farbvielfalt und die Präsentation der Kulissen, lässt mich ehrfürchtig auf die Knie fallen. Der Film ist ein Erlebnis für die Augen, dass seines gleichen lange suchen wird. Es ist einfach beeindruckend, welche Stimmigkeit und Atmosphäre, Mario Bava mit diesen Bildern zu vermitteln wusste.

8/10

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:28 
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Produktionsland: Kanada
Produktion: Don Edmonds
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: Don Edmonds
Drehbuch: Langston Stafford
Kamera: Glenn Roland
Länge: ca. 90 Min.
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Dyanne Thorne, Sandi Richman, Wolfgang Roehem, Uschi Digard



Die Fortsetzung von „Ilsa- Die Hündin von Liebeslager 7“ schlägt selbstverständlich den gleichen Weg wie sein Vorgänger ein. Zwar sind die hier dargestellten Charaktere vereinzelt nicht ganz so pervers, zeigen allerdings die von ihnen erwartete Krankhaftigkeit im ausreichenden Maße.

Die Story ist im Prinzip schnell dargelegt, da diese wirklich minimalistisch ist. Im Prinzip verlegt man das Konzentrationslager in den Nahen Osten und lässt Dyanne Thorne dort nach allen Regeln der Anti-Kunst wüten. Anders als im Erstling der Trilogie, unterstützt Ilsa zum Ende des Films die „Guten“. Sei es auch nur als Mittel zum Zweck um sich für die, ihr zugefügten Peinigungen, zu rächen. Das sie am Ende damit allerdings auch völlig daneben liegt, bringt dem Film zumindest eine witzige Pointe. Damit wären wir auch schon beim Thema: Ernsthaftigkeit. Wer „Ilsa – Haremswächterin des Scheichs“ ernst nimmt, dem ist aus meiner Sicht nicht zu helfen. Der Film überspitzt Sadismus und Gewalt und bringt eine Art kranken Humor ein. Dieser weiß auf die, eine oder andere Art, durchaus ansprechend zu sein,
zumindest wenn man dieses krankhafte Scheinambiente durchschaut hat.

Das Highlight des Films ist definitiv: Dyanne Thorne. Ihr gelingt es in jeder Phase des Films für Unterhaltsamkeit zu sorgen und das ein oder andere Schmunzeln hervorrufen. Die weiteren Darsteller sind im Vergleich zu „Ilsa- Die Hündin von Liebeslager 7“ nicht ganz so plump und daneben.

Fazit:
Der Film ist unter dem Strich gesehen: sleazig, fies und gemein. Niveau gibt es keines, aber dieses erwartet man auch nicht. Für Fans des Exploitation-Kinos absolut empfehlenswert.

6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Im Trash zu Hause, im Mainstream unwillkommen
BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:30 
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Produktionsland: Großbritannien
Produktion: Brian Clemens, Albert Fennell / Hammer
Erscheinungsjahr: 1973
Regie: Brian Clemens
Drehbuch: Brian Clemens
Kamera: Ian Wilson
Schnitt: James Needs
Musik: Laurie Johnson
Länge: ca. 87 Min
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Horst Janson, John Carson, Caroline Munro



Kronos, der einst als Captain der britischen Armee tätig war, hat sich dem Kampf gegen das Übernatürlich, sprich dem Kampf gegen Vampire, gewidmet. Als er einen Brief von Doktor Markus erhält, wird ihm klar, dass er diesen aufsuchen muss. In dessen Dorf ist es zu zahlreichen Toten gekommen. Junge Mädchen, denen die Lebenskraft ausgesaugt wurde und als alte Frauen das Zeitliche segneten. Cronos macht sich auf den Weg um den Kampf mit dem Übernatürlichen aufzunehmen.

Captain Kronos – Vampirjäger ist eher das Stiefkind der Hammer-Produktionsfirma. Der Film konnte Kritiker wie Publikum in keiner Weise überzeugen. Was den Fans der Hammer-Filme heute wohl eher fraglich erscheint, da diese die Klasse dieses maßlos unterschätzen Films erkannt haben. Captain Kronos ist allerdings auch ein sehr ungewöhnlicher Vampirfilm, der nicht nach dem klassischen Schema vorgeht, sondern durchaus neue Ideen einbrachte. Dieses mag durchaus am Produktionsjahr 1973 liegen. Die Welt hatte sich durch die Flower Power Generation geändert und Brian Clemens der Regisseur wollte den Film eher dieser anpassen und von altbekannten Schema abrücken. Dieses stieß beim Cineasten und Kritiker auf gewaltigen Missmut und Ablehnung.

Diese etwas ungewöhnliche Vorgehensweise bezog sich nicht auf das Ambiente, welches der Film anbot, sondern rein auf die Story und dessen Begründungen. Das Übernatürliche lässt sich nicht durch die altbekannten Mittel im Kampf gegen Vampire beseitigen, was durchaus als ein Auflehnen gegen sämtliche Konventionen des klassischen Vampirfilms gesehen werden kann.

Die Locations, wie das Schloss in dem das Finale abläuft, haben durchaus ein wenig davon zu bieten, was Terence Fishers Dracula-Filme so einzigartig machte. Das Finale innerhalb dieser Bauten, ist gleichzeitig das absolute Highlight des Films. Dem Zuschauer wird nun erst die eigentliche Lösung präsentiert. Diese ist mitunter sehr überraschend, da man zuvor auf völlig andere Fährten gelockt wurde.

Die Rolle des Captain Kronos spielt der, in Deutschlands 70ern nicht unbekannte Horst Janson, der an Seite von Karin Anselm in der Serie Der Bastian zum Liebling aller Schwiegermütter wurde. Anfang der 80er hatte er es dann in der Sesamstraße mit anderen Monstern zu tun. Den weiblichen Part übernahm, wie bereits ein Jahr zuvor in Alan Gibsons Dracula A.D. '72, eine atemberaubend charismatische Caroline Munro.

Fazit: Vollkommen unterschätzter Hammer Film, der wesentlich mehr zu bieten hat, als die in allem erhabenen damaligen Kritiker erkannt haben.

8,5/10

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