Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
Aktuelle Zeit: 15.12.2018 01:59

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 24.11.2018 12:53 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
Ich bin gerade dabei alle meine Italowestern nach und nach nochmal zu schauen. Ich schreibe dazu dann immer ein Mini-Review in die entsprechenden Threads und in mein Filmtagebuch. Der Grund dafür ist, dass ich alle meine IWs innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes geguckt habe und mich kaum noch daran erinnern kann welcher nun welcher war. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen sich zurecht zu finden in dieser vielseitigen und unüberschaubaren Welt die vor einem liegt wenn man sich tiefer ins Genre hineinwagt.

Möglicherweise werde ich in Zukunft auch Filme aus anderen Genres ab und an mal reviewen.



#1 "Fünf blutige Stricke" wurde von Antonio Margheriti gedreht, der uns unter anderem auch den atmosphärischen Grusel-Western "Satan der Rache" beschert hat.
Ich habe diesen Film als ersten auserwählt, weil ich ihn als sehr gut in Erinnerung behalten habe. Glücklicherweise habe ich in den entsprechenden Film-Thread vorher hineingeschaut und dadurch erfahren, dass die bessere Fassung diejenige ist, die der großen OOP-X-Hartbox von "Ein Colt für 100 Särge" als Bonus beiliegt.
Meine Erinnerung hat nicht gelogen. Der Film ist äußerst außergewöhnlich. Die Story und die episodenhafte Erzählstruktur sind gut gelungen. Richard Harrison spielt seine Rolle gekonnt und Claudia Camaso ist wirklich eine Wucht als Mendozza. Ein düsterer, temporeicher und zu keiner Zeit langweiliger Italowestern. 8/10 Punkte sind meiner Meinung nach überaus angemessen und ich kann hierfür nur eine dicke Empfehlung aussprechen!


#2 "Satan der Rache" wurde ebenfalls von Antonio Margheriti realisiert. Nachdem ich zuletzt "Fünf blutige Stricke" von diesem tollen Regisseur geschaut habe und dabei bestens unterhalten wurde dachte ich mir es ist bestimmt nicht verkehrt als nächstes "Satan der Rache" auszuwählen. Wieder ein Volltreffer obwohl ich "Fünf blutige Stricke" noch einen Tick besser fand.
Der Film ist ein Gruselfilm im Westerngewand. Ich glaube in dieser ausgeprägten Form ist das ein einzigartiger Beitrag im Italowesternbereich. Was den Film besonders auszeichnet ist die mehr als nur gelungene Atmosphäre. Es ist eigentlich den ganzen Film über Nacht und es wütet ein Sturm. Das alles lässt "Satan der Rache" ununterbrochen bedrohlich wirken.
Klaus Kinski als Hauptdarsteller und somit Sympathieträger zu sehen und mal nicht als Bösewicht ist schon mal eine schöne Ausgangslage. Ihm dabei zuzuschauen wie er seine Feinde einen nach dem anderen ausschaltet ist schon wirklich gut in Szene gesetzt. Allerdings ist die Story nicht die beste was den Spaß aber nicht unbedingt mindern muss. Ich fand jedoch, dass der Film sich mit fortschreitender Laufzeit leicht gezogen hat. Dennoch ein klasse Film für den ich gerne 7,5/10 Punkte ziehe.


#3 "Ein Colt für 100 Särge" wurde von Umberto Lenzi gedreht der ansonsten nur noch "Zwei Aasgeier auf dem Weg zur Hölle" innerhalb dieses Genres gedreht hat, den ich jedoch leider nicht kenne. Eine deutsche DVD von dem Streifen ist zwar vorhanden, aber scheinbar ist die Qualität unter aller Sau.
"Ein Colt für 100 Särge" hat neben Peter Lee Lawrence noch Eduardo Fajardo als Irren, Pierro Lulli als Bösewicht, sowie John Ireland im Gepäck. Das sind schon mal beste Voraussetzungen für einen unterhaltsamen IW-Abend. Der Film beginnt recht gewöhnlich mit einer stinknormalen Rachestory was sich jedoch mit voranschreitender Laufzeit noch ändern soll.
Das Tempo ist eigentlich durchgehend hoch und dadurch kommt keine Langeweile auf. PLL macht seine Sache meiner Meinung nach wie gewohnt recht ordentlich. Die Story bietet zahlreiche Wendungen und hat mich daher wirklich gerade zum Ende hin positiv überrascht.
Ich würde den Film als sehr gelungen bewerten und würde ihn daher auch als überdurchschnittlichen IW bezeichnen. Man sollte jedoch keinen absoluten Überflieger erwarten. Eine 7,5/10 ist aber schon drin!


#4 "Vier Halleluja für Dynamit Joe" ist nun schon der dritte Margheriti-Western den ich mir während meiner Retrospektive angeschaut habe. Es handelt sich hierbei keinesfalls um einen konventionellen Italowestern wie man ihn gewohnt ist. Vieles wurde in dem Thread schon gesagt und ich kann dem grundlegend zustimmen was die meisten hier geschrieben haben. Der Zuschauer bekommt gewaltige Explosionen, eine sorgfältige Inszenierung, einen schönen Look, sowie interessante Ideen geboten. Die Story ist nicht das Gelbe vom Ei und den Hauptdarsteller mochte ich nicht sonderlich. Außerdem war die Musik gerade zum Ende hin sehr nervig.
Der Streifen kommt wie ich finde nicht einmal ansatzweise an "Fünf blutige Stricke" und "Satan der Rache" heran, die beide auch viel ernster und düsterer geraten sind.
Einen Sonntag nachmittag kann man allerdings bestimmt schlechter verbringen, aber gesehen haben muss man den Film nicht unbedingt. Eine 5/10 würde ich allerdings schon zücken.

Meine Antonio Margheriti-Reihenfolge:

1. Fünf blutige Stricke
2. Satan der Rache
3. Vier Halleluja für Dynamit Joe


#5 "Für eine handvoll Blei" von Tanio Boccia stand bei mir heute auf dem Programm. Der Film stand schon ewig auf meiner Suchliste und ich konnte ihn vor kurzem zu einem erschwinglichen Preis ergattern. Ich war mir die ganze Zeit über unsicher ob ich den Film unbedingt sehen muss. Nach dem Schauen eben muss ich sagen, dass ich mir den Film auch hätte sparen können.
Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um einen absoluten Durchschnitts-Western, gerade wenn ich ihn mit den IWs vergleiche die ich mir in den letzten Tagen angesehen habe. Ich weiß auch kaum was ich darüber schreiben soll bis auf das ich mich zwischendurch hier und da mal dabei ertappt habe wie ich auf die Uhr geschaut habe. Man kann ihn schon mal antesten, aber sollte nicht zuviel erwarten. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Inszenierung recht ansprechend geraten ist und die Darsteller ihre Sache ganz gut gemacht haben. Wohlwollend vergebe ich hierfür 4/10 Punkte.
Ich werde vermutlich als nächstes "Die sich in Fetzen schießen" anschauen, der auch von Tanio Boccia gedreht wurde und den ich als äußerst sehenswert in Erinnerung behalten habe.

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Zuletzt geändert von Djabartana am 26.11.2018 20:33, insgesamt 7-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 24.11.2018 18:45 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#6 "Die sich in Fetzen schießen" wurde ebenfalls von Tanio Boccia gedreht von dem ich mir gestern bereits "Für eine Handvoll Blei" angesehen habe. Der hier besprochene Film von Boccia gefällt mir jedenfalls schon mal deutlich besser als der gestrige Schinken.
Das Setting mit der Geisterstadt ist ungewöhnlich und äußerst gelungen. Die dazu passende Geräuschkulisse gepaart mit der stellenweise gruseligen Musik erledigen dann den Rest. Die Atmosphäre die dadurch aufkommt ist wirklich spitze.
Die relativ unbekannten Darsteller erledigen ihren Job ganz gut und der Titel-Song ist ein absoluter Ohrwurm. Jedoch plätschert der Film meiner Meinung nach etwas lahm vor sich hin was mich doch etwas heruntergebracht hat von meiner anfänglichen Euphorie.
Ich bin daher etwas zwiegespalten was eine Wertung angeht. 6/10 Punkte vergebe ich erst einmal, aber die Wertung fällt mir wirklich schwer. Jedenfalls gefällt mir der Film auch deutlich besser als der ähnlich gelagerte "Matalo - Willkommen in der Hölle". "Matalo" wird ja von einigen Fans sogar zur Speerspitze des Genres gezählt, was ich mir allerdings nicht erklären kann. Mit dem konnte ich damals nämlich überhaupt nichts anfangen.


#7 "Django spricht das Nachtgebet" von Mario Caiano stand heute auf meiner Speisekarte im Rahmen meiner großen IW-Retrospektive. Ich werde die Tage auch noch die anderen Caiano-IWs schauen die sich in meinem Besitz befinden.
Vorweg muss ich sagen, dass mir der Film relativ gut gefallen hat, aber für mich auch kein Überflieger war. Ich mag Anthony Steffen & William Berger immer gerne. Auch bei diesem Film gibt es dementsprechend keine Ausnahme. Steffen spielt hier einen Brutalo-Bastard der besonderen Art. Endlich mal wieder ein richtig schön böser Anti-Held. Die Szene mit der Krücke oder der brennenden Kutsche dienen dafür schon als gute Beispiele. Auch sonst ballert er fröhlich in der Gegend rum ohne Rücksicht auf Verluste.
Wir haben es hier allgemein mit einem kurzweiligen und rasant inszenierten IW zutun mit wirklich viel Action. Die Locations wurden hier öfter angeprangert aber ich empfand sie keineswegs als störend. Ich bin aber auch in dieser Hinsicht allgemein nicht unbedingt jemand der Spanien als Drehort sehen muss. Die Musik gefiel mir ebenfalls bestens und auch die Story um den Gedächtnisverlust ist relativ interessant geworden. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um einen Top-Italowestern meiner Meinung nach, aber er liegt für mich schon deutlich über dem Durchschnitt. Meine Wertung hierfür liegt bei 6,5/10 Punkten.


#8 "Der letzte Zug nach Durango" von Mario Caiano stand als nächstes auf meiner Liste. Caiano hat hier einen rundum gelungenen Buddy-Western geschaffen der während der Revolution spielt. Anthony Steffen und Enrico Maria Salerno mimen hier ein äußerst sympatisches Duo, welches sich auf die temporeiche Jagd nach einem Tresor voller Gold macht.
Schon der Auftakt mit dem Zugüberfall weiß zu gefallen und von da an gab es eigentlich keinen Leerlauf zu verzeichnen. Die Stimmung ist eigentlich meistens heiter ohne dabei in Klamauk abzudriften. Ich mag derart gelagerte Filme mittlerweile so gut wie immer und hierbei passt die Mischung auch einfach ausgezeichnet. Anthony Steffen mag ich ja sowieso sehr gerne und hier legt er eine seiner besten Leistungen hin wie ich finde. Auch das Duell am Ende ist richtig originell geworden. Daumen hoch für den Film sag ich mal und ich ziehe hierfür mal locker eine 8/10.


#9 "Der Mann mit der Kugelpeitsche" wurde für den heutigen Abend von mir ausgewählt. Nach "Django spricht das Nachtgebet" und "Der letzte Zug nach Durango" habe ich nun den nächsten Caiano-Italowestern geschaut. Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Der Film sprudelt nur so voller verrückter Ideen, schrägen Charakteren und nicht zuletzt einigen saftigen Brutalitäten. Die Handlung ist schnell erzählt. Ein Chinese der die Kampfkünste übermenschlich gut beherrscht kommt in die Vereinigten Staaten und sucht dort sein Glück. Man begegnet ihm dort jedoch von allen Seiten nur mit Hass und Rassismus und so kommt er dann auch schnell einer Bande in die Quere, die nach einigen erfolglosen Versuchen ihn zur Strecke zu bringen 4 Killer anheuert die es nun zu besiegen gilt. Zu den Bösewichten zählen unter anderem auch Klaus Kinski und Pierro Lulli. Die Zeit beim Schauen verging für mich wie im Fluge. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Western meets Eastern, aber ab und zu ist das schon mal ganz unterhaltsam. Für den Knochenbrecher Shanghai Joe mit der Kugelpeitsche gibt es von mir 7,5/10 Punkte.


#10 "Es geht um deinen Kopf Amigo" wurde ebenfalls von Mario Caiano realisiert und somit habe ich nun auch den letzten der 4 Caiano-Filme die sich momentan in meiner Sammlung befinden geschaut.
Dieser hier gefiel mir am wenigsten muss ich leider sagen. Der Film hat zwar interessant angefangen wurde aber mit laufender Spielzeit immer langweiliger trotz der guten Besetzung um Anthony Steffen, Eduardo Fajardo & Frank Wolff. Irgendwie plätschert der Film mit voranschreitender Spielzeit dann nur noch so vor sich hin und die enorm schlechte Synchro macht das Ganze auch nicht gerade besser.
Ein durchschnittlicher Film von einem sonst guten Regisseur von dem ich mir eindeutig mehr erwartet hätte nachdem ich zuletzt drei sehr gelungene Italowestern von ihm gesehen habe. Mit Wohlwollen vergebe ich hierfür 5,5/10 Punkte, da es definitiv noch einige viel schlechtere Italowestern gibt.

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Zuletzt geändert von Djabartana am 25.11.2018 22:12, insgesamt 3-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 25.11.2018 12:37 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#11 "Django - Ein Sarg voll Blut" ist Giuliano Carnimeos erster Italowestern laut Wikipedia und es war damals auch der erste den ich von ihm gesehen habe. Hatte dann eben im Vorspann gelesen, dass er hier sein Pseudonym Anthony Ascott benutzte und wusste überhaupt nicht, dass er sich dahinter verbirgt. Nun ja jedenfalls werde ich in nächster Zeit alle in meinem Besitz befindlichen Carnimeos und alle Sartanas schauen bei der Gelegenheit.
Bei dem Film sind mir eigentlich gar keine Schwächen aufgefallen bis auf die Syncho die dem Film schon etwas schadet und die schlechte Qualität der DVD, aber dafür kann der Film ja nix.
George Hilton als Hauptdarsteller und Horst Frank als sein Gegenspieler sind bei mir immer gern gesehene Gesichter. Vor allem Horst Frank hatte ich schon ganz vergessen. War wirklich eine Freude ihn wieder zu entdecken zumal er neben Klaus Kinski damals mein liebster IW-Bösewicht war. Wieso ich ihn vergessen habe kann ich nicht genau sagen, vllt ja weil ich zu lange keine Italowestern mehr geschaut hab, die ich schon kannte und er ja auch nicht in all zu vielen mitgespielt hat wenn ich mich recht entsinnen kann.
Ein super Italowestern aus der 2ten Reihe mit allem was das Herz begehrt. Viel Action, einige Brutalitäten, interessante Wendungen, klasse Darsteller, gute Atmosphäre, untermalt mit schöner Musik und allem was sonst noch so zu einem guten, kurzweiligen Italowestern gehört. Vor allem das Finale im Schlachthaus ist wirklich ein Kracher! Ich freue mich schon auf den nächsten Carnimeo und vergebe dicke 8,5/10 Punkte an den Film.


#12 "Sartana - Bete um deinen Tod" wurde von Gianfranco Parolini gedreht, der hiermit zugleich einen der bekanntesten Italowestern-Helden schuf. Ich hatte mir ja vorgenommen als nächstes die Sartana-Reihe zu schauen bzw. sowieso alle Carinmeo-Western die ich besitze. "Sartana - Bete um deinen Tod" ist allerdings wie eingangs erwähnt kein Carinmeo, sondern ein Parolini-Western. Parolini wird später weiter abgehandelt wenn ich die Sabata-Trilogie schaue. Nun aber zurück zum eben gesehenen Sartana.
Hierbei haben wir es mit dem Auftakt der 5-teiligen Sartana-Reihe zu tun welche ich im Ganzen erst einmal komplett gesehen habe. Diesen hier hatte ich als einen der besten Sartanas in Erinnerung. Glaube nur "Sartana kommt" hatte mir damals noch etwas besser gefallen.
Jedenfalls geht der Film recht chaotisch los. Man kann die ganzen Parteien nicht so recht zuordnen. Scheinbar wahllos erschießt hier jeder jeden. Alle betrügen sich gegenseitig und alle schielen nur nach dem Gold, um das es hier geht.
Mittendrin treffen wir auf Sartana, gespielt von einem meiner liebsten Italowestern-Helden, nämlich Gianni Garko, welcher scheinbar jeden Film durch sein bloßes Erscheinen auf dem Bildschirm aufwerten kann. Auch hier in seinem schwarzen Gewand ist er an Coolness kaum zu toppen. Die Rolle ist wie für ihn gemacht.
Seine Gegenspieler mimen einige äußerst bekannte Gesichter. Zum einen William Berger als das personifizierte Böse, welcher hier ebenfalls eine Glanzleistung abliefert. Zum anderen Fernando Sancho als Boss einer Mexikanerbande, der seine Sache auch mehr als unterhaltsam macht. Wie er beiläufig einem seiner Companeros ein Stück Hühnchen in den Mund steckt ist schon ein Kracher.
Dann wäre da noch Klaus Kinski als messerwerfender Killer, der zwar keine allzu große Rolle hat, aber dennoch wie immer sehenswert ist.
Der Film ist zwar teilweise etwas holprig inszeniert, aber durch die actionreiche Handlung mit unzähligen Schießereien, wahnsinnig vielen Toten, den vielen schönen Ideen, der Spielfreude der Schauspieler und noch vielem mehr haben wir es hier mit einem super Italowestern zu tun.
Ich freue mich jedenfalls auf die anderen Sartana-Filme und vergebe hierfür gerne 8,5/10 Punkte.


#13 "Sartana - Töten war sein täglich Brot" wurde von Giuliano Carnimeo realisiert und stellt den 2ten Teil innerhalb der Sartana-Reihe dar. Dies ist zugleich auch der erste der vier von Carnimeo inszenierten Sartana-Filme.
Auch in diesem Teil der Reihe ist die Besetzung wieder Spitzenklasse. Neben einem wiedermal genialen Gianni Garko treffen wir erneut auf Klaus Kinski, der hier einen spielsüchtigen Kopfgeldjäger mimt. Dazu gesellen sich noch Frank Wolff als Sidekick und Gordon Mitchell der ebenfalls einen Kopfgeldjäger spielen durfte.
Storytechnisch haben wir es mit einem inszenierten Banküberfall zu tun, welcher Sartana in die Schuhe geschoben werden soll, der allerdings überhaupt nichts damit zu tun hat. Folglich macht er sich auf die Suche nach den wahren Übeltätern und wird währenddessen von einigen Kopfgeldjägern gejagt. Wie in eigentlich alle Filmen dieser unterhaltsamen Reihe hält die Story auch hier ein paar interessante Wendungen parat.
Die musikalische Untermalung hat mir bei diesem Teil besonders zugesagt und auch die Action kommt hier natürlich wieder nicht zu kurz. Außerdem entdeckt unser Sartana in dem Film sein Talent als Messerwerfer. Die Zeit verging wie schon beim Vorgänger wie im Fluge. Dennoch hat mir der erste Teil noch einen Ticken besser gefallen. Jedenfalls sind 7,5/10 Punkte meine Wertung für den hier besprochenen Film.


#14 "Sartana - Noch warm und schon Sand drauf" ist der dritte Film der Sartana-Reihe und zugleich auch der 2te Teil der von Giuliano Carnimeo erschaffen wurde.
Die Story dreht sich um ein Grundstück auf dem sich eine Goldmine befinden soll. Mehrere Parteien bekunden Interesse daran und auch unser Sartana mischt kräftig dabei mit. Diesmal gibt es hier leider kein großes Staraufgebot wie bei den Vorgängerfilmen. Gianni Garko dominiert hier ohne wenn und aber. Die 2te Hauptrolle hat ihr eindeutig die Brandt-Synchro, die wie ich hier im Thread lesen musste, die Meinungen spaltet. Ich gehöre dem Lager an, welches die Syncho für eine Bereicherung hält die dafür sorgt, dass der Film sich mit den beiden Vorgängern in gewisser Weise messen kann. Unterhalten wurde ich wirklich gut, aber ohne die Brandt-Synchro wäre meine Wertung wahrscheinlich nicht so hoch ausgefallen. 7/10 Punkte halte ich von daher für eine faire Bewertung.


#15 "Ohne Dollar keinen Sarg" wurde von Eugenio Martin gedreht. Die Hauptrolle spielt hier Tomas Milian von dem ich ewig keinen Film mehr gesehen habe, ähnlich wie es mir mit Horst Frank ging. Und hier sehen wir Milian auch noch als Bösewicht was ihm äußerst gut steht. Sein Kontrahent ist Richard Wyler, der seinen Job zwar nicht schlecht macht aber dennoch keinerlei Chancen gegen den übermächtigen Milian hat.
Wyler will hier Milian, der bei einer Gefängnisüberführung fliehen kann, wieder einsammeln und das Kopfgeld für ihn kassieren. Die Anwohner des kleinen Städtchens kennen Milian jedoch von klein auf und hegen keinerlei Sympathien für den Bounty Killer Wyler, was das Unterfangen nicht gerade leicht für ihn macht. Schon bald jedoch lässt sich erahnen, dass die Anwohner vielleicht einen großen Fehler begangen haben indem sie Milian komplett falsch eingeschätzt haben.
Der Film ist kein Meisterwerk, aber dennoch ein schöner kleiner B-Italowestern, der auch etwas Tiefe mitbringt. Milian ist schon wirklich eine Wucht und trumpft mit fortlaufender Spielzeit mehr und mehr auf. Auch die Atmosphäre die durch das kleine Wüstenkaff erzeugt werden kann macht Laune und beschert uns einen besonderen kleinen Italowestern der etwas anderen Art. Ich ziehe hierfür 7/10 Punkte mit leichter Tendenz nach oben.

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Zuletzt geändert von Djabartana am 25.11.2018 22:13, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 25.11.2018 21:57 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#16 "Django - Ich will ihn tot" wurde von Paolo Bianchini inszeniert von dem sich außerdem noch "Django spricht kein Vaterunser" und "Bleigericht" in meiner Sammlung befinden. Diese stehen in den nächsten Tagen ebenfalls noch auf meinem Programm.
Jedenfalls geht es im hier besprochenen Film um einen Geschäftsmann, welcher alles daran setzt den Bürgerkrieg weiter zu führen, damit er weiter Kohle scheffeln kann. Mittendrin im Geschehen finden wir Craig Hill in der Rolle des Django vor, welcher in erster Linie den Tod seiner Schwester rächen will. Diese wurde von Banditen ermordet, welche nun gemeinsame Sache mit dem gierigen Geschäftsmann machen.
Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um einen sehr schönen und vor allem auch harten Rache-Italowestern mit einem gut aufgelegten Craig Hill, wundervoller Musik die kaum besser passen könnte und gut ausgewählten Locations. In jedem Fall haben wir es hier mit einem überdurchschnittlicher Beitrag innerhalb des Genres zu tun, welchen ich mit 7,5/10 Punkten bewerten würde.


#17 "Sartana kommt" ist der 4te Teil der Sartana-Reihe, bei dem erneut Giuliano Carnimeo Regie führte, der hiermit schon seinen dritten Sartana-Film abliefert. Wir bekommen erneut Gianni Garko in der Rolle des Sartana geboten und auch hier ist Garko wieder einsame Spitze. Neben ihm darf Pierro Lulli agieren der wie gewohnt ebenfalls eine reife Leistung abliefert. Der Plot dreht sich hier erneut um Gold, welches diesmal bei einem geplatzten Deal abhanden gekommen ist. Mehrere Parteien jagen diesem Gold nun hinterher und Sartana spielt sie gekonnt gegeneinander aus.
Der Film ist sehr gut inszeniert, die Musik wieder einmal grandios und die Locations wurden ebenfalls passend ausgewählt. Außerdem gibt es einige außergewöhnliche Ideen zu bestaunen die alles was man bisher in der Sartana-Reihe gesehen hat noch einmal toppen können. Es gibt hier eigentlich überhaupt nichts auszusetzen wenn ich es mir genau überlege. 8,5/10 Punkte halte ich von daher für eine faire Bewertung, da der Film für mich sogar noch besser ist als die anderen Sartana-Filme die ich bisher gesehen habe. Eine höhere Wertung halte ich in Anbetracht der starken Konkurrenz innerhalb des Genres für unangemessen.


#18 "Bleigericht" wurde von Paolo Bianchini gedreht. Es handelt sich dabei um seinen ersten Italowestern bei dem man jedoch schon merkt, dass er ein Händchen für das Genre hat. Seinen Nachfolge-IW namens "Django - Ich will ihn tot" habe ich ja vor kurzem ebenfalls gesehen und der gefiel mir nochmal ein Stück besser als dieser hier, was nicht heißen soll, dass wir es hier mit einem schlechten Vertreter des Genres zu tun haben. Allerdings muss ich sagen, dass mir Dean Reed in der Hauptrolle auch wirklich nicht zugesagt hat. Ich mag eine solche Art von Held nun mal einfach nicht. Ähnlich ging es mir auch schon bei "4 Halleluja für Dynamit Joe" mit dem Helden. Peter Martell als Bösewicht war hier allerdings eine Wucht!
Inszenatorisch gibt es eigentlich nix auszusetzen, gerade auch was die Schießereien angeht. Dennoch bin ich mit dem Film nicht wirklich warmgeworden. Hierbei ist es wirklich eine rein subjektive Bewertung meinerseits. Anderen wird der Film vielleicht besser gefallen. 6/10 Punkte gibt es allerdings schon von mir, da der Film ansonsten recht unterhaltsam und auch gekonnt inszeniert war.


#19 "Django & Sabata - Wie blutige Geier" ist der 5te und somit leider auch letzte Teil der Sartana-Reihe bei dem erneut Giuliano Carnimeo die Regie übernahm. Gianni Garko ist diesmal leider nicht mit von der Partie, sondern George Hilton übernimmt hier den Part des Sartana. Auch ihm fällt es nicht schwer der Figur Leben einzuhauchen, aber ich verbinde ihn irgendwie mehr mit einer Django- oder Halleluja-Rolle als mit Sartana. In der deutschen Fassung heißt der Held zwar Django, aber es ist und bleibt dennoch ein Sartana-Film. Als Sabata sehen wir hier Charles Southwood, der mir zwar auch ganz gut gefällt, aber George Hlton ist meiner Meinung nach klar besser. Auch Pierro Lulli & Nello Pazzafini sind als Bösewichte mit dabei und können auf ganzer Linie überzeugen. Die beiden Brüder die kurz in einen Saloon reinplatzen und direkt Ärger machen waren wahnsinnig cool. Von den beiden hätte ich mir noch mehr Szenen gewünscht!
Auch hier haben wir es mit einem klasse Italowestern zu tun der durchgehend unterhalten kann und ich denke 7,5/10 Punkte sind eine gute Wertung für diesen Film. Die Reihe an sich hat eigentlich überhaupt keinen Aussetzer dabei. Jeder Sartana-Film ist es wert öfter angeschaut zu werden.

Meine Sartana-Rangliste:

1. Sartana kommt
2. Sartana - Bete um deinen Tod
3. Sartana - Töten war sein täglich Brot
4. Django & Sabata
5. Sartana - Noch warm und schon Sand drauf


#20 "Django spricht kein Vaterunser" ist der dritte Film von Paolo Bianchini den ich diese Woche gesehen habe. Die Story dreht sich um die Erfindung der Gatling Gun, welche mitsamt des Erfinders von einer Bande geklaut wurde. Der Plan ist es Nord- und Südstaaten gegeneinander auszuspielen und dabei Unmengen an Kohle zu scheffeln. In das Geschehen wird Django hineinkatapultiert, der sich auf die Suche nach dem entführten Erfinder und der Gatling Gun macht. Dabei fungiert er quasi als Agent, der sich detektivähnlich nach und nach der Auflösung entgegenarbeitet.
Der Film ist durchaus interessant, schon allein weil die Story und auch die Art und Weise wie sie erzählt wird im Genre etwas besonderes darstellt. Komischerweise wollte dieser ungewöhnliche Italowestern nicht 100prozentig bei mir zünden. Ich fand ihn stellenweise etwas zäh, vor allem in der ersten Hälfte. Allerdings enthält der Streifen auch viele coole Ideen die hier und da in den Film eingestreut werden, wie zum Beispiel eine Szene in der Django mit einem Blasrohr Giftpfeile verschießt. Man bekommt auch eine kleine Szene geboten wo Django sich kurzerhand selbst eine Kugel aus der Hand operiert, was relativ blutig geraten ist. In der 2ten Häfte werden daher einige Schwächen der ersten Häfte wieder mehr als ausgeglichen.
Robert Woods in der Rolle des Django ist nicht schlecht, reißt mich aber auch nicht wirklich vom Hocker. John Ireland ist sehr überzeugend als Bösewicht, hat aber etwas zu wenig Screentime für meinen Geschmack. Die Musik ist ebenfalls sehr ungewöhnlich und meiner Meinung nach will sie auch nicht so ganz zum Film passen.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass der Film zwar sehr gut unterhalten kann, aber auch kein absoluter Überflieger innerhalb des Genres ist. Mehr als 7,5/10 Punkte mag ich erstmal nicht vergeben.

Meine Paolo Bianchini-Rangfolge:

1. Django - Ich will ihn tot
2. Django spricht kein Vaterunser
3. Bleigericht

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Zuletzt geändert von Djabartana am 26.11.2018 20:34, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 26.11.2018 11:31 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#21 "Vier Teufelskerle" wurde von Giuseppe Rosati gedreht. Der Film ist Bestandteil der Italowestern-Enzyklopädie No. 2 von Koch Media aus der ich vor kurzem auch "Die sich in Fetzen schießen" und "Bleigericht" angesehen habe.
"Vier Teufelskerle" erzählt die Geschichte von einem mexikanischen Bandenchef, der im Auftrag eines völlig bekloppten Generals aus Österreich eine Waffenlieferung bei einem bleihaltigen Überfall ergaunert und bei dieser Gelegenheit auch noch die Tochter eines Nordstaatler-Offiziers entführt. Gianni Garko, der hier einen wie uns die Synchro lehrt "koranzitierenden Muselmann" spielt und 3 Nordstaatler-Soldaten werden zur Hilfe herbeigeholt um dem Treiben ein Ende zu setzen.
Der Regisseur namens Rosati ist mir nicht bekannt. Er hat auch nur diesen Italowestern und 5 weitere Filme gedreht. Dieser hier stammt aus dem Jahre 1973, einer Zeit wo die Italowestern-Blütezeit schon lange vorbei war und sich Comedy-Western breit machten. Auch hier macht sich das bemerkbar was mich eigentlich nicht sonderlich gestört hat, bis auf den General aus Österreich, welcher mir zum Teil ziemlich auf den Sack ging.
Gianni Garko als Moslem weiß zu gefallen, aber er steht hier nicht so sehr im Mittelpunkt was dem Film etwas schadet meiner Meinung nach. Er hat jedoch auch ein paar Gimmicks parat wie in seiner Paraderolle als Sartana, zum Beispiel einen Sonnenschirm der als Maschinengewehr verwendet werden kann und ein Gewehr das explosive Munition abfeuert.
Insgesamt ist der Film als gut, wenn auch nicht überragend zu bezeichnen. Die Darsteller haben sichtlich Freude bei ihrer Arbeit, die Locations sind herrlich und der Titelsong weiß ebenfalls zu gefallen. 7/10 Punkte ist meine Wertung für den dritten Film aus der Enzyklopädie No. 2 und somit stellt er für mich auch den bisher besten Film der Box dar. "Der Mann aus Virginia" steht jedoch noch aus, den ich als sehr gut in Erinnerung habe!


#22 "Arizona Colt" wurde von Michele Lupo inszeniert, der später unter anderem noch "Der Mann aus Virginia" gedreht hat. Der Film stellt den ersten Italowestern mit Giuliano Gemma in der Hauptrolle dar, den ich während meiner Retrospektive angesehen habe.
Die Handlung dreht sich um einen mexikanischen Bandenboss namens Gordon Watch der vom allseits beliebten Fernando Sancho gespielt wird. Dieser überfällt ein Gefängnis um neue Mitglieder anzuwerben und trifft dabei auf Giuliano Gemma, der zufällig zu der Zeit auch im Gefängnis saß. Zwischen den beiden entbrennt im weiteren Verlauf des Films ein erbitterter Kampf in den dann ein ganzes Städtchen mit hineingezogen wird. Sancho mimt hier einen absolut bösartigen Bandenchef, der scheinbar nach Lust und Laune wahllos jeden tötet der sich ihm auch nur ansatzweise widersetzen will. Dies wirkt schon sehr übertrieben, fast schon comichaft, aber macht definitiv Spaß beim Zusehen wenn man das so sagen darf. Gemma sehe ich nicht ganz so gerne muss ich gestehen. Ich mag einfach sein Gesicht nicht so blöd es auch klingt. Dennoch trübte dies nicht meinen Spaß beim erneuten Aufeinandertreffen mit ihm.
Es handelt sich hier um einen durch und durch gelungenen und vor allem auch bleihaltigen Vertreter des Italowestern, der über die gesamte Laufzeit von knapp 2 Stunden bestens unterhalten kann. Ich glaube das hier ist schon der vierte Film der es schafft eine Wertung von 8,5/10 Punkten von mir zu erhalten. Höhere Wertungen sind nur schwer zu erreichen, da es noch Filme wie die Dollar-Trilogie, ein paar Corbuccis und Sollimas als Konkurrenz gibt. Als nächstes werde ich vermutlich "Der Tod sagt Amen" schauen, welcher ja sowas wie ein Nachfolger von "Arizona Colt" ist.


#23 "Der Tod sagt Amen" wurde von Sergio Martino gedreht, der uns später noch mit "Mannaja" beglücken sollte. Es handelt sich hier quasi um einen Nachfolger zu "Arizona Colt". Giuliano Gemma wurde hier durch Anthony Steffen ersetzt. Sein Partner "2 Flaschen Whiskey" ist jedoch der Gleiche geblieben. Immernoch verliebt in den guten Stoff und immer die passenden Sprüche parat. Wirklich ein sehr unterhaltsamer Sidekick wie in diesem Thread ja bereits erwähnt wurde.
Die Mischung aus Comedy und hartem Italowestern kann man als sehr gelungen bezeichnen und was auch definitiv seines Gleichen sucht ist der Titelsong, der mir wahrscheinlich noch tagelang im Ohr hängenbleiben wird. Ein wirklich spaßiger Beitrag, der zwar dem großartigen "Arizona Colt" unterlegen ist, aber sich auch nicht davor verstecken braucht. Die Bewertung für den Film fällt mir etwas schwer. 7,5/10 Punkte sind vielleicht etwas zuviel des Guten, aber ich kann nicht anders. Klar haben wir es hier nicht mit einem Meisterwerk zu tun, aber der Unterhaltungsfaktor ist gigantisch. Zusammen mit "Arizona Colt" ein wirklich tolles Double-Feature!


#24 "Der Mann aus Virginia" wurde von Michele Lupo realisiert und stammt aus dem Jahr 1977. Somit stellt der Film den bisher neuesten Film dar, den ich bei der erneuten Sichtung meiner Italowestern angesehen habe.
Es handelt sich hierbei um einen völlig humorfreien, unglaublich düsteren und deprimierenden Film. Der Streifen wird ja als eine Art Abgesang auf den Italowestern gesehen und dazu passt die hier aufgebaute Stimmung sehr gut. Giuliano Gemma spielt seine Rolle ordentlich und sein Gegenpart, dargestellt von Raimund Harmstorf, spielt wirklich erstklassig. Die Handlung ist schön aufgebaut, wobei sich in der Mitte der Laufzeit ein paar kleinere Längen einschleichen, was aber nicht weiter tragisch ist und von daher nicht so stark ins Gewicht fällt.
Der Film ist wirklich ein toller Beitrag zum Genre, der übrigens auch ein paar sehr heftige Szenen zu bieten hat und in seiner Machart ziemlich einzigartig ist. "Arizona Colt" von Lupo hat mir zwar noch etwas besser gefallen, aber man sollte die beiden Werke nicht miteinander vergleichen. Lupo scheint ein sehr fähiger Regisseur zu sein. Für "Der Mann aus Virginia" vergebe ich somit dicke 8/10 Punkte, wie bei meiner letzten Sichtung vor 4 Jahren.
Somit habe ich übrigens auch alle 4 Filme der 2ten Enzyklopädie geschaut. Hier eine kleine Rangliste dazu:

1. Der Mann aus Virginia
2. Vier Teufelskerle
3. Die sich in Fetzen schießen
4. Bleigericht


#25 "Mannaja" wurde von Sergio Martino verwirklicht von dem mir schon "Der Tod sagt Amen" sehr gut gefallen hat. Mit dem hier besprochenen spät gedrehten Italowestern schafft er es mich sogar noch mehr zu beeindrucken. Etwas schade finde ich, dass er nicht noch einen oder zwei Italowestern mehr in seiner Filmografie stehen hat.
Maurizio Merli in der Hauptrolle des Mannaja gefällt mir äußerst gut. Sein Gegenpart gespielt von John Steiner spielt mindestens genauso beeindruckend. Die Musik ist gewöhnungsbedürftig aber weiß dennoch zu gefallen was Blap am Thread-Anfang schon bestens beschrieben hat. Die Story ist nichts außergewöhnliches, aber wird relativ packend erzählt und kann den Zuschauer somit über die gesamte Laufzeit bei Laune halten. Auch der Härtegrad ist hier enorm hoch was mir zusätzlich viel Freude beschert hat. Dies liegt vor allem an Steiner, aber auch Merli darf ordentlich wüten. Insgesamt ein sehr schöner Italowestern welcher eine Wertung von 8,5/10 mehr als nur verdient hat.

Meine Sergio Martino-Rangliste:

1. Mannaja
2. Der Tod sagt Amen

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Zuletzt geändert von Djabartana am 26.11.2018 12:25, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 26.11.2018 12:14 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#26 "Sie verkaufen den Tod" wurde von Tonino Valerii inszeniert. Die Besetzung ist mit James Coburn, Bud Spencer und Telly Savalas allererster Sahne. Im Prinzip haben wir es hier mit einem Men-On-A-Mission-Film zu tun im Stile von "Das dreckige Dutzend", "Agenten sterben einsam" und anderen Werken dieser Art. Ich mag solche Filme in der Regel sehr gerne und wenn das Ganze dann auch noch im Westerngewand verpackt ist konnte es ja nur gut für mich ausgehen.
Mir hat es einfach unheimlich Spaß gemacht der Truppe dabei zuzuschauen wie sie sich langsam aber sicher ihrem Ziel nähert, um es letztendlich nach einigen Strapazen zu erreichen, die Festung schließlich infiltriert und es dann letztendlich zu einem wahrhaftigen Inferno von einem Finale kommt.
Ich vergebe dicke 8/10 Punkte mit leichter Tendenz nach oben und freue mich schon auf den nächsten Valerii-Western, der hier natürlich schon bereit liegt.


#27 "Lanky Fellow" wurde von Tonino Valerii verwirklicht, von dem ich zuletzt "Sie verkaufen den Tod" angesehen habe. Nun also der nächste Valerii-Italowestern, den ich zwar auch als gut, jedoch nicht überragend empfunden habe. Der Anfang ist sehr stark geworden! Schade fand ich jedoch, dass Fernando Sancho so schnell von der Bildfläche verschwindet. Den hätten sie lieber als Hauptbösewicht nutzen sollen damals, denn der Bösewicht ist echt nicht das Gelbe vom Ei. Craig Hill spielt die Rolle des Lanky Fellow ziemlich cool, aber in "Django - Ich will ihn tot" gefiel er mir noch eine Ecke besser. Die Story ist nun wirklich nichts besonderes, dafür ist der Film aber recht ordentlich inszeniert. Zwischendurch plätschert der Film dann etwas vor sich hin, bevor es dann im Finale noch mal aufwärts geht.
Beim erstmaligen Sichten hatte ich zu meiner Überraschung 8/10 Punkte gezogen. Das sehe ich heute definitiv nicht mehr so. 6,5/10 Punkte vergebe ich, da ich mich zwischendurch ein paar Mal dabei erwischt habe wie ich auf die Uhr gesehen habe.


#28 "Jonny Madoc" von Maurizio Lucidi hab ich mir eben mal angesehen. Die Story bietet schon einmal nichts Weltbewegendes. Der Look wirkt ziemlich billig und Robert Woods sieht ebenfalls unfassbar beknackt aus. Weiß auch nicht was man sich dabei gedacht hat. Dennoch ist der Film ganz unterhaltsam geworden, aber für mich keinesfalls ein Prunkstück unter den Italowestern. Erwähnenswert wäre noch, dass über die gesamte Laufzeit immer wieder äußerste brutale Szenen auftauchen. Dies sollte meiner Ansicht nach aber keinesfalls die Wertung hochreißen.
Ich würde den Film im Mittelfeld ansiedeln und vergebe daher mal 6/10 Punkte. Lanky Fellow gefiel mir schon noch einen Ticken besser aus der IW-Enzyklopädie No. 3. Mal schauen was "Jonny Madoc rechnet ab" kann, der ja in eine komplett andere Richtung gehen soll. Ich erinnere mich jedenfalls überhaupt nicht mehr an den 2ten "Jonny Madoc" was eigentlich kein gutes Zeichen ist.


#29 "Jonny Madoc rechnet ab" wurde zwar ebenfalls von Maurizio Lucidi gedreht, schlägt allerdings in eine andere Kerbe als sein Vorgänger. Bei dem hier besprochenen Film haben wir es mit einem etwas humorvolleren Film zu tun, der etwas von einem Abenteuerfilm hat. Auch der Bösewicht ist irgendwie sehr merkwürdig geraten. Außerdem sind die 3 Sidekicks von Jonny Madoc, welcher erneut von Robert Woods verkörpert wird, unsagbar nervig. Mein Fall war der Film jedenfalls überhaupt nicht. Wäre der Film nicht Teil der IW-Enzyklopädie No. 3 würde ich ihn vermutlich verkaufen. 3/10 Punkte würde ich aber schon an den Film vergeben.


#30 "Django" wurde von Sergio Corbucci gedreht und stellt so etwas wie die Blaupause für alle dreckigen Italowestern dar. Der Film ist ein Fest für die Sinne und wird jedem Italowestern-Veteranen ein Grinsen ins Gesicht zaubern, ganz egal wie oft man ihn schon gesehen hat. Wer diesen Film als seinen ersten Italowestern auswählt wird dem Genre ziemlich sicher verfallen. Sergio Corbucci sollte danach noch weitere Top-20 Italowestern drehen, wie "Il Mercenario" oder "Leichen pflastern seinen Weg". Auf die freue ich mich ebenfalls schon sehr. Ich bin dem Mann jedenfalls sehr dankbar dafür und es steht außer Frage, dass er nach Sergio Leone der wichtigste Regisseur des Genres war. 10/10 Punkte sind für diesen Klassiker ein Muss!

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 26.11.2018 15:46 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#31 "Sartana" wurde von Alberto Cardone gedreht und stellt quasi die Geburtsstunde der Figur des "Sartana" dar. Gianni Garko spielte die titelgebende Figur dann noch in 4 der 5 Filme der "richtigen" Sartana-Reihe, die mit diesem Film hier nur den Namen und den Hauptdarsteller gemeinsam haben. Sartana ist hier nicht der Held des Films sondern verkörpert den bösen Gegenpart zu Anthony Steffen, der hier dessen Bruder mimt.
Garko spielt Steffen hier regelrecht an die Wand, obwohl Steffen hier im Thread ein wenig zu harsch bewertet wurde wie ich finde. Die Story die von einem Bruderzwist handelt ist mal was erfrischend neues und weiß zu gefallen. Die Inszenierung ist flott, so dass vor allem zu Beginn kaum Zeit zum Erholen bleibt. Man wird quasi sofort mitten ins Geschehen geschleudert und weiß sofort, dass man hier einen besonderen Italowestern zu sehen bekommt. Ich ziehe hierfür locker 8,5/10 Punkte. Wirklich ein toller Film und für mich klar der beste Film der IW-Enzyklopädie No. 3. Hierzu noch eine kleine Rangliste:

1. Sartana
2. Lanky Fellow
3. Jonny Madoc
4. Jonny Madoc rechnet ab


#32 "Django - Die Geier stehen Schlange" ist der 2te Cardone-Western für mich nach der gestrigen Sichtung von "Sartana". Anthony Steffen spielt hier Django, dessen Frau von einem Bandenboss bei einem Raubzug erschossen wird. Auch sein kleiner Sohn wird von selbigem entführt und anschließend wie sein eigener Spross großgezogen. Der Bandenboss wird von Everbody's Darling Fernando Sancho verkörpert. Django sucht jahrelang nach seinem Sohn und somit den Mördern seiner Frau.
Der Film erzählt die Story schnörkellos und ich hatte gar nicht mehr in Erinnerung wie actionreich er doch ist. Es handelt sich hierbei um einen schönen, kleinen B-Italowestern! Steffen spielt seine Rolle wie gewohnt cool und Sancho ist ebenfalls wie immer super aufgelegt. 6,5/10 Punkte gibt es dafür von mir, welche sich der Film locker verdient hat.


#33 "Django - Der Rächer" ist der erste Italowestern von Ferdinando Baldi meiner Retrospektive und gleich ein Volltreffer. Django, verkörpert von Franco Nero, macht sich gemeinsam mit seinem kleinen Bruder auf die Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Dieser hat sich in Mexiko angesiedelt und sich zu einem mächtigen Mann entwickelt.
Die Story ist zwar nicht wirklich was besonderes, aber durch die stetige Entwicklung selbiger macht es durchaus Spaß ihr zu folgen. Auch ein kleiner Plot-Twist ist dabei vorhanden. Was besonders gefällt sind die Landschaften und die gut ausgewähten Locations durch die sich die beiden Brüder schießen. Dabei sind die Actionszenen wirklich sehr fein gemacht. Franco Nero ist die perfekte Besetzung für Django. Er hat einfach eine super Leinwandpräsenz und verkörpert den Antihelden wie kein Zweiter.
Ein rundum gelungener Italowestern den ich mir mit Sicherheit wieder ansehen werde. Irgendwie wurde ich eben beim Schauen daran erinnert wieso ich Italowestern so gern habe. Keine Ahnung warum gerade bei diesem Film hier, aber ich denke 8,5/10 Punkte sind dafür angemessen.


#34 "Djangos Rückkehr" wurde von Nello Rossati realisiert. Dabei handelt es sich um den einzigen offiziellen Django-Nachfolger, der erst im Jahre 1987 entstanden ist. Hierzu muss man sagen, dass es sich bei dem Film nicht wirklich um einen Italowestern handelt. Vereinzelt gibt es zwar Szenen die man auch in einem IW ähnlich vorfinden könnte, aber das reicht nicht aus um ein waschechter IW zu sein. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Film vor einer exotischen Kulisse gedreht wurde, nämlich in Kolumbien und dass es sich hier mehr um einen Rambo-Abenteuerfilm-Verschnitt handelt.
Unterhaltsam ist der Film definitiv, wobei aber auch ein paar nicht so gelungene Szenen dabei sind. Angucken kann man ihn sich dennoch auch wenn es kein Must-See-Film ist. Das Finale ist ein Freudenfest für Anhänger von wilden Ballereien und Explosionen. 5,5/10 Punkte ist eine faire Wertung finde ich.


#35 "Mein Name ist Nobody" ist sowas wie eine gemeinsame Arbeit von Sergio Leone & Tonino Valerii. Das Leone seine Finger im Spiel hatte merkt man dem Film eigentlich zu jeder Zeit an. Seine Handschrift ist unverkennbar. "Nobody" ist unglaublich gut inszeniert, zeigt wundervoll eingefangene Landschaften, archetypische Charaktere und wird von einem super Score untermalt.
Es geht hier um das Zusammentreffen eines alten Revolverhelden der abdanken möchte und eines jungen, wilden Heißsporns welcher ihm zu einem gebührenden Abgang verhelfen möchte, der in die Geschichte eingehen soll. Die beiden Hauptcharaktere werden dabei von Terence Hill & Henry Fonda gespielt und das ist auch eine hervorragende Wahl gewesen.
Wenn ich nur an die ersten Minuten des Films denke habe ich direkt wieder ein Grinsen im Gesicht. Die drei Reiter die Beauregard eine Falle stellen und wie er sie in die Hölle schickt ist grandios. Dann der Schnitt zu Nobody wie er aus dem Fluss auftaucht und dazu die fröhliche Musik. Einfach unglaublich!
Der Film wirkt wie ein melancholisches Feel-Good-Movie was ja eigentlich nicht so recht zusammenpassen will, aber gerade deswegen auch ziemlich einzigartig im Italowestern-Genre ist. Und das ist den Machern auch sagenhaft gut gelungen. Es finden sich hier Szenen wieder die meisterhaft sind, allerdings gibt es auch ein paar Szenen, die nicht so recht an mich heran wollten. Das ist aber Geschmackssache und ich kann die Leute auch vollkommen verstehen die in dem Film ein Meisterwerk sehen. Ich hingegen finde, dass das Gesamtbild zwar passt, aber dennoch für meinen persönlichen Geschmack nicht ausreicht um mich vollends zu begeistern. Auch die Slapstick-Szenen passen mir nicht in den Kram. Daher tue ich mich auch mit einer Bewertung sehr schwer. Mehr als vorsichtig angepeilte 8,5/10 Punkte möchte ich erstmal nicht geben.

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 26.11.2018 15:56 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#36 "Leichen pflastern seinen Weg" von Sergio Corbucci stand heute auf der Speisekarte. Wie zu erwarten konnte ich auch dieses Mal den Blick nicht vom TV abwenden. Es handelt sich hierbei um einen Italowestern dessen Atmosphäre unvergleichlich ist. Die Kälte kann man förmlich spüren und sie passt einfach zu der unfassbar bösartigen Story wie die Faust aufs Auge. Kein IW kann auch nur ansatzweise die hier erzeugte Atmosphäre nachahmen. Niemand hätte den Charakter des Loco besser verkörpern können als Klaus Kinski. Die beste schauspielerische Leistung eines Bösewichts die es im Genre des Italowestern gibt. Allgemein ist der Film sehr brutal und äußerst blutig geworden. Vor allem das Ende ist wirklich düster was die Stimmung des gesamten Films perfekt abrundet. Ich kenne keinen Film der auf diese Art und Weise endet.
Mich würde es wundern wenn der Streifen bei irgendwem nicht in den Top-5 seiner liebsten IWs wäre, eher sogar Top-3. Meiner Meinung nach sind 10/10 Punkte hier Pflicht und ich denke die wenigsten Zuschauer die sich für das Genre interessieren würden mir da widersprechen.


#37 "Nobody ist der Größte" wurde von Damiano Damiani gedreht, der außerdem noch den meiner Meinung nach besten Revolutions-Italowestern namens "Töte Amigo" hervorgebracht hat. Der Morricone-Score im "Nobody"-Nachfolger war vorzüglich wie man es ja gewohnt ist von dem guten Mann. Terence Hill sehe ich sowieso immer gerne und sogar Klaus Kinski & Raimund Harmstorf sind ebenfalls mit von der Partie. Dennoch ist der Film leider nicht das Gelbe vom Ei, aber anschauen kann man ihn sich ruhig mal. Ein paar Szenen, allen voran die Anfangsszene, sind sehr schön geraten.
Alles in allem handelt es sich bei "Nobody ist der Größte" um einen Film der sich ganz gut für den verregneten Sonntag Nachmittag eignet. Ich denke 5,5/10 Punkte kann man dafür schon vergeben.


#38 "Der Schrecken von Kung Fu" wurde von Luigi Vanzi gedreht und stellt zugleich den Abschluss der "Stranger-Trilogie" dar. Ich hatte heute mal Lust auf einen Tony Anthony-Film und habe daher den dritten Stranger-Film dafür ausgewählt, da ich diesen am wenigsten in Erinnerung hatte.
In seinem dritten Abenteuer führt es den Stranger nach Japan, wo er bei einer Familienfehde zwischen die Fronten gerät. Und dort sorgt er für unfassbar viel Wirbel. Eigentlich wird der Film zu keiner Sekunde langweilig, da ständig irgendwas abgefahrenes passiert. Das Japan-Setting und der ständig prasselnde Regen sorgen für eine schöne Atmosphäre, die ich so in keinem anderen Eastern-Meets-Western-Film bisher gesehen habe. Anthony liefert dabei eine hervorragende One-Man-Show ab. Er ist auch einfach ein unglaublich sympathischer Kerl. Das Gesicht muss man einfach mögen.
Mit den anderen beiden Stranger-Filmen sollte man ihn jedoch nicht vergleichen, da der hier besprochene Teil in eine ganz andere Kerbe haut. 7,5/10 Punkte ist eine faire Bewertung denke ich. Vielleicht ist da sogar noch ein wenig Luft nach oben.


#39 "Der Tod ritt Dienstags" wurde von Tonino Valerii inszeniert. Valerii konnte hier zwei Italowestern-Größen in den Hauptrollen vereinen, nämlich Lee Van Cleef & Giuliano Gemma. Van Cleef ist wie gewohnt cool und hat hier eine fiese Rolle erwischt, die er gekonnt meistert. Gemma gelingt es seine Wandlung vom Niemand zum Revolverhelden gut darzustellen. Diese Wandlung wurde hier schön in die Story eingearbeitet. Die Story ist sowieso sehr interessant, da Van Cleef hier ein Städtchen für sich beansprucht. Dieses Vorhaben kann er mittels Gewalt & Köpfchen binnen kürzester Zeit in die Tat umsetzen. Im weiteren Verlauf regiert er dann die Stadt mit eiserner Hand und Gemma merkt schon bald auf was für einen Teufel er sich da eingelassen hat. Wobei sein altes Leben als Fußabtreter auch nicht das Wahre war.
Jedenfalls gefällt mir der Film äußerst gut und daher bekommt Valerii hierfür 8,5/10 Punkte von mir. Wirklich ein schnörkelloser, schöner Italowestern, der sich auch hinter den größten Vertretern seiner Gattung nicht verstecken brauch.


#40 "Ein Dollar zwischen den Zähnen" stellt den Auftakt der Stranger-Trilogie von Luigi Vanzi mit Tony Anthony in der Rolle des Stranger dar. Habe schon bei meinem Kurzreview zu "Der Schrecken von Kung Fu" durchblicken lassen, dass ich ein Fan von Tony Anthony bin. Das alleine ist schon ein Grund wieso ich die Stranger-Filme so gern habe.
Im Gegensatz zum dritten Teil wirkt der erste Stranger-Film wesentlich düsterer und ernster. Das geringe Budget was damals zur Verfügung stand hat dem Film einen besonderen Schliff verpasst in Form einer sehr eigenen Atmosphäre. Die Handlung ist hier wirklich nichts besonderes, aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Wobei eine verzwickte Handlung oft auch dazu führt, dass man sich in Nebensächlichkeiten verläuft. Hier wird die Handlung ohne Umwege vorangetrieben. Der starke Anfang, der langsame aber keinesfalls langweilige Mittelteil und das ebenfalls sehr starke Ende fügen sich zu einem schönen Gesamtpaket zusammen, welches mir perfekt ausbalanciert vorkommt. Tony ist wie gewohnt sehr cool und Frank Wolff ein starker Konkurrent. Die Musik weiß ebenfalls zu gefallen und dass wir es hier mit einem relativ brutalen Italowestern zu tun haben ist dann noch das kleine Sahnehäubchen obendrauf.
Ein schöner Auftakt für die Trilogie und ein Italowestern den man sich zwischendurch immer mal wieder anschauen kann. 8,5/10 Punkte vergebe ich dafür gerne.

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
BeitragVerfasst: 26.11.2018 20:31 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 09.2012
Beiträge: 1221
Wohnort: Kongo
Geschlecht: männlich
#41 "Western Jack" oder auch "The Stranger Returns" ist der mittlere Teil der Stranger-Trilogie von Luigi Vanzi & Tony Anthony. Wobei das so nicht ganz richtig ist, denn scheinbar zählt "Get Mean" ebenfalls zur Stranger-Reihe habe ich eben gelesen. "Get Mean" wurde jedoch von Ferdinando Baldi gedreht. Egal, jedenfalls ist "Western Jack" genauso spaßig wie die anderen beiden Teile. Dieser Teil steht jedoch dem Vorgänger näher als dem Nachfolger, reiht sich allerdings gut dazwischen ein.
Im Vergleich zu Teil 1 fällt auf, dass hier ein größeres Budget zur Verfügung stand, die Stimmung nicht so düster ist, der Stranger etwas mehr redet und auch schon mal ein paar Witzchen macht. Die Story ist ähnlich wie im ersten Teil, hat jedoch ein paar neue Ideen zu bieten. Anthony ist hier wiedermal sehr cool und punktet durch seine super Mimik. Sein Gegenspieler kann jedoch leider nicht mit ihm mithalten. Die Musik ist auch hier wieder sehr gelungen wie ich finde.
Ein actionreicher, zu keiner Zeit langweiliger Feel-Good-Italowestern mit einem guten Härtegrad und einem hervorragend aufgelegten Tony Anthony. Punktetechnisch fügt er sich schön zwischen den beiden anderen Teilen ein und bekommt daher 8/10 Punkte von mir.

Meine Luigi Vanzi-Rangliste:

1. Ein Dollar zwischen den Zähnen
2. Western Jack
3. Der Schrecken von Kung Fu


#42 "Ich bin ein entflohener Kettensträfling" wurde von Camillo Bazzoni gedreht. Von den bisher von mir gesehenen Filmen handelt es sich hier um einen der kurzweiligsten bzw. actionreichsten Italowestern. Ein anderer User schrieb hier im Thread bereits, dass alle 2-3 Minuten irgendwas cooles passiert und genau so ist es auch. Der Film geht mächtig vorwärts! Nello Pazzafini hat hier eine überaus bösartige Rolle die er mit Bravur meistert. Steve Reeves geht auch vollkommen in Ordnung, aber große Schauspielkunst sollte man von ihm nicht erwarten.
Storytechnisch geht es darum, dass Reeves und sein kleiner Bruder zu unrecht in ein Straflager gesteckt werden nachdem sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Dort herrschen äußerst unmenschliche Zustände und Nello Pazzafini als Oberaufseher genießt es seine Häftlinge zu erniedrigen und zu foltern. Der kleine Bruder stirbt durch die folgenschweren Misshandlungen. Reeves bricht aus, wird ständig gejagt und sinnt dabei nach Rache.
Wirklich ein sehr starker B-Italowestern der mir wieder mal gezeigt hat was für Perlen sich doch in der Sammlung verstecken an die man gar nicht mehr gedacht hat. 7,5/10 Punkte gibt es dafür von mir.


#43 "Stirb oder töte" wurde von Alfonso Brescia inszeniert. Die Hauptrolle wird von Peter Lee Lawrence gespielt. Dies ist meines Wissens nach der 2te PLL-Western bei meiner Retrospektive, der erste war "Ein Colt für 100 Särge". An PLL scheiden sich ja die Geister. Manche mögen ihn, manche finden er passt nicht in einen Italowestern. Ich gehöre zur erstgenannten Fraktion da ich finde, dass sein Erscheinungsbild zwar nicht dem Archetypen des Antihelden entspricht, er dafür aber auf eine andere Art und Weise super in seine Rollen passt. Außerdem ist es ab und zu einfach eine schöne Abwechslung mal einen Helden mit Milchbubigesicht in einem IW zu sehen.
Die Story ist etwas besonderes hierbei, da es sich um eine Art Krimi im Italowestern-Gewand handelt. Man sollte daher keine wüste Ballerorgie erwarten, sondern einen etwas ruhigeren, kleinen aber feinen Italowestern bei dem man miträtseln kann. Unterhaltsam ist der Film dabei auf alle Fälle, vor allem weil er etwas besonderes innerhalb des Genres aufgrund seiner Krimi-Handlung darstellt. Ich bleibe bei meiner vorherigen Wertung von 6,5/10 Punkten.


#44 "Shangos letzter Kampf" war meine Wahl für den heutigen Abend. Edoardo Mulargia führte hier Regie und in den Hauptrollen sehen wir Anthony Steffen & Eduardo Fajardo. Es ist zudem auch der erste Mulargia-Film während meines Italowestern-Marathons. Manche mögen es wie Mulargia aus wenig Budget viel herausholen kann. Andere wiederum finden seine Filme uninspiriert und langweilig. Ich kann seinen Filmen meistens etwas abgewinnen.
Jedenfalls ist Shango ein relativ düsterer IW mit einer gelungenen Atmosphäre, ungewöhnlicher Musik und einer einfachen Story. Steffen kommt teilweise sehr hölzern rüber, aber das ist man ja gewohnt. Ich sehe ihn dennoch immer sehr gerne! Obendrein bekommen wir hier einige ungewöhnliche Einfälle zu sehen und werden auch mit einigen boshaften Szenen belohnt. Fajardo schreckt hier nicht einmal davor zurück wehrlosen Frauen und Kindern in den Rücken zu schießen. Eine wirklich finstere Gestalt mimt er hier! Zwar merkt man dem Film sein geringes Budget deutlich an, aber dem Unterhaltungsfaktor steht dies keinesfalls im Wege. Für einen schönen, gemütlichen Italowestern-Abend eignet sich der Film allemal. Ich denke 7/10 Punkte ist hierfür eine faire Bewertung und ich bin jedenfalls froh den Film in der Sammlung stehen zu haben.


#45 "Die Todesminen von Canyon City" wurde im Jahr 2012 verdjangot und mit Hilfe der harten Kerle von Dirty Pictures veröffentlicht. Schade, dass ich damals noch nicht dabei war!
Alfonso Balcazar der uns später noch einen düsteren, kleinen Klassiker mit "Für ein paar Leichen mehr" bescherte führte hier Regie. In einer Hauptrolle sehen wir Fernando Sancho, der als selbsternannter General sich gegen den brutalen Minenbesitzer Robert Woods auflehnt.
Der Film bietet uns kurzweilige Unterhaltung, welche wir vor allem Fernando Sancho zu verdanken haben. Er darf hier zeigen was er kann und hat dabei sichtlich Freude gehabt. Es ist wirklich herrlich ihn in Aktion zu sehen. Auch Woods macht seine Sache ganz gut, wird allerdings von Sancho gnadenlos an die Wand gespielt.
Im Kern ist der Film schon ernst angelegt, aber wird eigentlich permanent durch lustige Sprüche aufgepeppt. Die Synchro ist dabei sehr gut gelungen! Außerdem kriegen wir auch einige Brutalitäten geboten was ebenfalls für den Film spricht. Insgesamt ist der Film solide, aber auch kein Kandidat für eine Top-20. Einfach ein schöner, kleiner B-Western, der durchgehend unterhaltsam ist. Meine Wertung für den Film liegt bei guten 7/10 Punkten.

_________________
'cause if you go platinum, it's got nothing to do with luck
it just means that a million people are stupid as fuck


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 9 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker