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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE 13 SKLAVINNEN DES DR. FU MAN CHU - Don Sharp
PostPosted: 22.08.2018 18:21 
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● DIE 13 SKLAVINNEN DES DR. FU MAN CHU / THE BRIDES OF FU MANCHU (D|GB|1966)
mit Christopher Lee, Tsai Chin, Douglas Wilmer, Heinz Drache, Marie Versini, Harald Leipnitz, Howard Marion Crawford,
Carole Gray, Joseph Fürst, Kenneth Fortescue, Burt Kwouk, Salmaan Peerzada sowie Roger Hanin und Rupert Davies
eine Constantin Film Produktion | Fu Manchu Films | Hallam Productions Ltd. | im Constantin Filmverleih
ein Film von Don Sharp


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»Man war so dumm mich für tot zu halten!«


Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) strebt erneut die Weltherrschaft an und ist bereit zu drastischen Mitteln zu greifen. Mit Hilfe von Energiewellen will er in der Lage sein, ganze Städte dem Erdboden gleichzumachen, doch die Erfindung muss noch perfektioniert werden. Zu diesem Zweck entführt er die Töchter bekannter Wissenschaftler, um diese zur Zusammenarbeit zu zwingen. Um die Frauen gefügig zu machen, stellt er die jungen Gefangenen unter den hypnotischen Zwang seiner Tochter Lin Tang (Tsai Chin). Als Dr. Fu Man Chu das Passagierschiff "Windsor Castle" vernichtet, ist Commissioner Nayland Smith (Douglas Wilmer) klar, dass er den wahnsinnigen Superverbrecher zur Strecke bringen muss. Eine heiße Spur führt ihn zum Tempel Karna im Libanon. Kann er den Doktor gemeinsam mit seinen Mitstreitern zur Strecke bringen..?

Nach Don Sharps Debüt "Ich, Dr. Fu Man Chu" knüpfte er mit Teil 2 an den Erfolg des ersten an und die Kinokassen klingelten erneut. Interessant bei der fünfteiligen Serie ist, dass Besetzungsfragen stets durch Stammpersonal und Neuzugänge geklärt wurden, die dem Kinogänger von damals durchaus ein Begriff waren. In "Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu" ist die Besetzung sehr namhaft ausgefallen, und kann dem persönlichen Ermessen nach vergleichsweise als Rück- oder Fortschritt ausgelegt werden. Unterm Strich zeigt sich jedoch schon jetzt, dass die Stärke der Serie in der Variation der Charaktere liegt, die sich durch eine Geschichte bewegen, die man eigentlich in Teil 1 in dieser Form schon gesehen hatte. Der Superschurke Dr. Fu Man Chu strebt schließlich erneut die Weltherrschaft an; koste es was es wolle. Wiederum müssen Wissenschaftler in seinem Versteck erfahren, dass sie offensichtlich keine andere Wahl haben, als ihm bedingungslos zu dienen, da er sonst zu sehr drastischen Mitteln greift. Der Doktor und seine hörige Tochter Lin Tang gefallen sich darin, eindeutige Kostproben der Gewalt zu liefern, sodass der deutlich in den Fokus gerückte Sadismus zum Leitfaden werden darf. Angesichts des Produktionsjahres leistete sich Regisseur Don Sharp natürlich nicht den Luxus einer Blutorgie, aber seine Veranschaulichungen auf praktischer und imaginärer Ebene gehen voll auf und sorgen somit für den nötigen Nervenkitzel. Sets, Ausstattung und Charaktere lassen sofort einen angenehmen Wiedererkennungswert entstehen, sodass es ein Leichtes wird, sich auch auf diese Geschichte einzulassen. Garniert mit Stars der ersten und neuen Stunde, bekommt der geneigte Zuschauer Spektakuläres bis Routiniertes zu sehen, wofür insbesondere die Hauptpersonen zuständig sind.

Die Titelrolle bekleidet wie in jedem der fünf Teile der Reihe Christopher Lee, dessen Aura für die großen Momente sorgen wird. Seine unsentimentale Härte wirkt nicht nur einschüchternd, sondern auch ein wenig furchteinflößend; schließlich agiert der Fiesling mit der starren Mimik ohne Rücksicht auf Verluste. Die Welt soll sich ihm und seinen Visionen beugen, in denen kein Polizeiapparat mehr zu existieren hat. Trotz aller von ihm ausgehenden Brutalität und Vehemenz erzeugt Christopher Lee eine kultivierte und nahezu weltmännische Erscheinung. Wenn er das Wort ergreift, er von Sarkasmus und Zynismus förmlich sprüht, haben alle seiner Marionetten still zu sein, selbst seine eigene Tochter Lin Tang. Diese bekommt erneut ihr diabolisch wirkendes Gesicht von der chinesischstämmigen Britin Tsai Chin verliehen, die nahtlos an ihre überzeugende Performance des ersten Teils anknüpft. Die zierlich wirkende Lin Tang erledigt bedingungslos jeden noch so abscheulichen Auftrag. Ihr Lohn ist die Zufriedenheit ihres Vaters, außerdem bekommt sie immer wieder die Möglichkeit eingeräumt, ihre sadistische Ader auszuleben, indem sie Gefangene quält und genüsslich foltert. Wo Lee und Chin auf der einen Seite Hand in Hand agieren, sind es der gegen Nigel Green ersetzte Douglas Wilmer und Howard Marion Crawford auf der anderen Seite, die den Kampf gegen den Unmenschen aufnehmen. Als eingespieltes Team wirken sie verlässlich und als Zuschauer sieht man sie durchaus in der Lage, Fu Man Chus größenwahnsinnige Pläne zu durchkreuzen. Hass liegt in der Luft und mit dieser Ausgangslage kann Don Sharp auf einen schönen Clash hinarbeiten, der ein standesgemäßes Finale garantiert. Vielleicht entsteht hier und dort ein wenig der Eindruck, dass es an Wucht fehlt, aber unter Berücksichtigung des Zeitfensters der Geschichte sollte nicht allzu viel Drive erwartet werden.

Von deutscher Seite sieht man Wallace-Veteran Heinz Drache, der seiner Rolle die übliche Portion Routine verleiht. Vergleicht man ihn mit Schauspielkollege Joachim Fuchsberger und dessen Leistung aus dem Anfangsfilm, zieht Heinz Drache irgendwie naturgemäß den Kürzeren, da man etwas an Agilität und Ausdrucksstärke vermisst. Allerdings sind die männlichen deutschen Hauptrollen jeweils dem Zuschauerinteresse angepasst worden, sodass die Entscheidung für den persönlichen Favoriten alleine beim Publikum liegt. Im Fall von Marie Versini sieht die Sache vielleicht schon wieder etwas anders aus, denn die Französin verliert nicht nur darstellerisch an Relevanz, sondern geht im Dunstkreis der übrigen Sklavinnen etwas unter. Zu unscheinbar und spröde wirkt ihre auf naiv getrimmte Person und kann sich daher nicht freispielen. Da man neben die männliche Hauptrolle nicht jede Darstellerin platzieren konnte, geht dieses Duo allerdings weitgehend in Ordnung. Mit Rupert Davies, Harald Leipnitz, Carole Gray oder Joseph Fürst wird das Geschehen effektiv abgerundet. Don Sharp ist es insgesamt erneut gelungen, Spektakel und die immer wiederkehrende Geschichte gut miteinander zu verknüpfen, und Fans derartiger Filme werden sicher auf ihre Kosten kommen. Der lineare Aufbau der Geschichte beinhaltet genügend Spannung und Spektakel um zu überzeugen, außerdem wird geschickt auf ein baldiges Wiedersehen mit dem von allen guten Geistern verlassenen Superschurken hingewiesen, das schon bald folgen sollte. Bei "Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu" handelt es sich um eine sehenswerte Fortsetzung der Reihe, die sich vollkommen am Grundstein der Reihe orientiert und kaum signifikante Ausreißmanöver zutage bringt. Im Sinne der Verlässlichkeit der laufenden Serie wirkt Don Sharps Beitrag daher wie aus einem Guss, der seinen Auftrag in kurzweiliger Manier erledigt. So darf es gerne weitergehen!


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