Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
It is currently 21.11.2019 10:19

All times are UTC + 1 hour




Post new topic Reply to topic  [ 8 posts ] 
AuthorMessage
 Post subject: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 15.10.2013 20:00 
Offline
Moderator
User avatar

Joined: 11.2009
Posts: 10557
Location: Bayern/Franken
Gender: Male
Image
Deutschland/Italien 1968

Darsteller: William Berger, Helmut Förnbacher, Helga Anders, Giorgia Moll, Willy Birgel, Grit Boettcher, Gino Assirelli
Score: Charly Niessen

Aus zwei Tunichtfaulenzgut :lol: wird ein Verbrecherpaar das ganz Deutschland und die Schweiz in Atem hält. Zur zeit als Hitler gerade die Macht anstrebt, beginnt einer der beiden ein Verhältniss mit der Frau eines Polizisten. Von seinem Freund wird der Polizeichef absichtlich darauf aufmerksam gemacht und danach von beiden niedergeschlagen.
Knast wegen versuchten Totschlages für beide, Ausbruch -> Raub, Bankraub, ettliche Autodiebstähle ....
Bald gesellt sich eine Frau zu den beiden, die Freundin des anderen...
Als auch der der eigentlich nichts von Frauen wissen will, sich verliebt gibts probleme. Eigentlich wollten sich beide Absetzen, das Schiff wartete schon. Aber mann muss nochmal zurück zur Freundin und die Polizei wartet schon...
Image
Es geht dabei um die beiden Gangster "Kurt Sandweg" "und Waldemar Velte". Die Angeblich Wahre geschichte über die Beiden.
Im Wald ballern sie auf Schaufensterpuppen, "Die hat genug Sommersprossen", daher der Titel.
"William Berger" als der Stille Velte und "Förnbacher" als der Frauenheld Sandweg..
Es werden beide gezeigt wie sie Autos stehlen, dies des öfteren, Auto fahren, Oldtimer(damals natürlich keine). Mit der Freundin durch die Lande ziehen ect.
Am ende der Blutige Banküberfall in der Schweiz, drauf losgeballert ohne verluste, auch Passanten erwischt es. Gut und etwas blutig eingefangen.
Da immer was los ist, der Film hält sich selten zu lange mit einer Sache auf, kommt eigentlich nie Langeweile auf.
Typische Trompetengedudel, das komischerweise immer bei der Art film ertönt, wenn Oldtimer von Gangstern durch die Gegend gefahren werden.
Ein Meisterwerk ist der Film jetzt nicht, aber ganz gelungen...
6,5/10
Vergleichen könnte man den Film mit Tessaris "Das Fünfte gebot", da werden auch zwei Verbrecher zur Nazizeit gezeigt.
Oder dem 131§ er "Gun Girls", natürlich ohne dessen Nacktheiten und so....

Geschichtliches:
Quote:
Der Fall ‹Sandweg & Velte› ist der bekannteste Kriminalfall Basels und eine der blutigsten Räubergeschichten der Schweiz. Kurt Sandweg und Waldemar Velte, zwei arbeitslose Freunde aus Deutschland, halten 1934 die ganze Region während Wochen in Atem. Sie überfallen eine Bank, töten zwei Angestellte und erschiessen auf der Flucht weitere vier Menschen. Schliesslich werden sie nach aufwändiger Fahndung in einem Park gestellt und richten sich selbst. Die Beweggründe der beiden Raubmörder bleiben unklar.


Sehr schöner Artikel, von einem Schreiberling über die beiden:
*** The link is only visible for members, go to login. ***

Zeitungsbericht:
*** The link is only visible for members, go to login. ***

Image

_________________
Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 29.10.2018 22:20 
Offline
User avatar

Joined: 07.2013
Posts: 3988
Gender: Male


SOMMERSPROSSEN

● SOMMERSPROSSEN / I GANGSTERS DALLA FACCIA PULITA (D|I|1968)
mit William Berger, Helmut Förnbacher, Helga Anders, Giorgia Moll, Schaggi Streuli, Ruedi Walter, Benno Hoffmann,
Grit Boettcher, Margit Rainer, Paul Bühlmann, Harald Dietl, Manni Weber, Sal Borgese, Gino Assirelli, und Willy Birgel
eine Produktion der Rinco Film | United Pictures | im Alpha Verleih
ein Film von Helmut Förnbacher


ImageImageImage
ImageImageImage

»Ihre Ehre kann mich am Arsch lecken!«

Deutschland im Jahr 1934. Die brutalen Verbrecher Waldemar Velte (William Berger) und Kurt Sandweg (Helmut Förnbacher) entgingen nur knapp der Todesstrafe. Zu lebenslanger Haft verurteilt, sitzen sitzen sie nun im Gefängnis, doch sie tüfteln bereits einen Plan aus, um das Weite zu suchen. Als ihnen der Ausbruch schließlich gelingt, müssen sie irgendwie an Kapital kommen, um unbehelligt verschwinden zu können. Bei einem Banküberfall erbeuten sie nicht nur Geld, sondern auf ihr Konto gehen auch einige Todesopfer. Die beiden von der Polizei Gehetzten schaffen es, gemeinsam mit dem von Sandweg aufgelesenen Ganovenliebchen Brigitte (Giorgia Moll), das Land zu verlassen und kommen bis Basel. Es sieht sogar so aus, dass die beiden dem kriminellen Dasein den Rücken zukehren, denn Velte lernt die Schallplattenverkäuferin Monika (Helga Anders) kennen, in die er sich verliebt. Doch dann geht ihnen plötzlich das Geld aus...

Bei "Sommersprossen" handelt es sich um das Kinodebüt des Baseler Regisseurs Helmut Förnbacher, dem anhand der Hochwertigkeit dieser Produktion zu attestieren ist, dass er seinerzeit nicht umsonst als Hoffnungsträger für den deutschsprachigen Film gehandelt wurde. Wenig später sollte er sein Talent allerdings in deutschen Erotik-und Sexklamotten vergeuden, sodass seine Spielfilmkarriere bereits 1970 beendet war, wenngleich er bis Mitte der 2000er Jahre immer wieder für das Fernsehen inszenierte und selbstverständlich auch hauptsächlich noch als gern gesehener Schauspieler aktiv war. "Sommersprossen" leitet zunächst und nicht zuletzt wegen des alles- oder nichtssagenden Titels in die Irre, daher ist es nicht von der Hand zu weisen, dass eine Klamotte nach Art des deutschen Hauses zumindest in Erwägung gezogen werden könnte. Überraschenderweise zeigt sich eine vollkommen andere Marschrichtung, die ganz offensichtlich im Fahrwasser des internationalen Erfolgs der ein Jahr zuvor entstandenen Hollywood-Produktion "Bonny und Clyde" entstanden ist, aber dennoch ein sehr eigenständiges Profil präsentiert. Gedreht wurde mit viel Aufwand und Finesse, außerdem Witz und Ironie und der Thematik entsprechend selbstredend auch mit brutalem Raub und Mord. Helmut Förnbacher entschärft die teils drastischen und ungemütlich wirkenden Bilder durch eine konträr eingesetzte musikalische Untermalung, die zunächst fremd und deplatziert wirkt, dem Ganzen aber keinesfalls den doppelten Boden raubt. Vielmehr lässt sich sagen, dass es zu angemessen integrierten Atempausen und einer raffiniert ausbalancierten Geschichte mit komödiantischen Untertönen kommt, die vor allem durch zahlreiche rasante Szenen und den Variantenreichtum glänzt. Abwechslung wird innerhalb der eigentlich isoliert wirkenden Grundvoraussetzung, in Form einer determinierten Geschichte, ganz groß geschrieben, was durchgehend und vielleicht sogar wider erwarten für hochwertige Eindrücke sorgen kann.

Die Genre-Klassifizierung geht trotz dieser Stilmittel nicht in die halbe Richtung der klassischen Komödie, denn vielmehr bleibt der Eindruck eines gewitzt voranschreitenden Kriminaldramas, das vielleicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Die eigentlich negativ angelegten und durch ein Gericht beinahe zum Tode verurteilten Protagonisten stecken die Moral und bestehende Gesetze kurzerhand in die Tasche, um sich ein besseres Leben zu erwirtschaften. Obwohl diese kurzerhand angeeignete Lebensphilosophie stets auf Kosten anderer geht und reichlich Köpfe rollen lässt, nimmt man die beiden Hauptdarsteller William Berger und Helmut Förnbacher nicht als den letzten Abschaum wahr, sondern beinahe sympathische Zeitgenossen, die leider auf der falschen Seite stehen. Hier ergibt sich der interessante Kniff, dass man die beiden Männer beinahe verstehen möchte, auch wenn man ihnen dies aufgrund ihres Handelns einfach nicht zubilligen kann. Die beiden Gauner und Mörder nehmen eine Etappe nach der anderen und unterscheiden sich vom Wesen her sehr stark voneinander, auch wenn sie untrennbare partners in crime sind. Das vornehmlich unsentimentale Vorgehen wird hauptsächlich von William Berger zum Besten gegeben; außerdem gewinnt man den Eindruck, dass hinter dieser mürrisch wirkenden Fassade nicht nur ein profaner Aggressor steckt, sondern ein Zeitgenosse, der sich eigentlich zu Höherem geboren sieht. Sein Pendant wird sehr eingängig vom Regisseur selbst gezeichnet, der sich mit Vorliebe weltlichen Freuden hingibt und sich in dieser Konstellation nicht gerade als der Denker herauskristallisiert. Dementsprechend geht es selbstverständlich auf sein Konto, dass sich das kriminelle Duo um eine reizende Kumpanin namens Brigitte alias Giorgia Moll erweitert, die die beiden ab sofort bei ihren Raubzügen mit zahlreichen Todesfolgen begleitet. Die italienische Schauspielerin und Sängerin weicht die Brutalität dieser Konstellation etwas auf, und überrascht mit einer leichtfüßigen Performance.

Ähnliches lässt sich über Schauspielkollegin Helga Anders sagen, die Ende der 60er Jahre zweifellos ihre beeindruckendste Phase hatte, da man anfing die zierliche Interpretin generell so einzusetzen, dass sie so schnell nicht mehr vergessen werden konnte. Zwar ist Anders auch hier als unwiderstehliche Verführung zu sehen, doch unter der einfallsreichen Regie kommt es zu einem konsequenteren Abruf ihres Facettenreichtums; außerdem sorgt sie zusätzlich für Tiefe. Als Monika greift sie erst sehr spät in das Geschehen ein, nicht aber ohne sich ihren festen Rang im Geschehen zu erarbeiten. Weitere ansprechende Wiedersehen gibt es beispielsweise mit Grit Boettcher, Benno Hoffmann oder Alt-Star Willy Birgel, und es ist im Endeffekt dem Aufbau sowie der beinahe ausschließlichen Zentrierung auf Waldemar Velte und Kurt Sandweg geschuldet, dass die jeweiligen Auftritte ziemlich knapp ausfallen. Im Ganzen hat man es in Helmut Förnbachers Debüt, dessen Titel zunächst ein wenig verspielt anmutet, aber gleich zu Beginn sehr plastisch erklärt wird, mit einem sehr guten Crime-Vertreter zu tun, der obendrein sehr unterhaltsam geworden ist. Aufgrund der Charakterzeichnungen und des gut dosierten und immer wieder angebotenen Tiefgangs, hat man es unterm Strich nicht nur mit einer kurzweiligen Räuberpistole zu tun, sondern mit einem Beitrag, der sich auch Zeit für entsprechende Untertöne nimmt. Inszenatorisch gesehen wirkt "Sommersprossen" sehr ausgefeilt und es ist erkennbar, dass ein recht hoher Aufwand betrieben wurde. Neben der Musik ist vor allem die extravagante Kamera-Arbeit von Igor Luther zu erwähnen, der auch in Förnbachers folgenden zwei Kinofilmen "Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh" und "Beiß mich Liebling" für die Bebilderung und das auffällige Spiel mit Nähe und Distanz verantwortlich war. Alles in allem handelt es sich um einen sehenswerten Film, bei dem der Schweizer Regisseur sein tatsächliches Talent unter Beweis stellen konnte, und dessen Vorzüge sich gleich aus mehreren Komponenten ergeben.


— ITALO-CINEMA —


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 30.10.2018 03:22 
Offline

Joined: 10.2018
Posts: 16
Gender: None specified
Absoluter Top-Film


1968 hat dem Spiegel die Kameratechnik nicht so gefallen.

Quote:
...auch vom sorglosen Gebrauch extremer Brennweiten und Blickwinkel beeinträchtigtes Krimi-Bild.
*** The link is only visible for members, go to login. ***


Aber genau diese schrägen Brennweiten machen den Film visuell herausragend.

Image

Image

Image

Image

Image

Image

Image

Image


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 30.10.2018 06:23 
Offline
User avatar

Joined: 05.2014
Posts: 719
Gender: Male
Gnuargh habe die TV-Ausstrahlung verpasst, hoffentlich kommt da irgendwann eine Bluray nach. Subkultur übernehmen Sie!


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 30.10.2018 13:57 
Offline
User avatar

Joined: 07.2013
Posts: 3988
Gender: Male
DV8 wrote:
1968 hat dem Spiegel die Kameratechnik nicht so gefallen.

Ich fand den Film auch ganz besonders stark, gerade visuell gesehen.
Da bekommt man ja ein regelrechtes Panorama geboten und fühlt sich ganz nah am Geschehen beteiligt.
War unterm Strich sehr positiv überrascht von Förnbachers Bearbeitungsstil und kann den Film ebenfalls nur empfehlen.


Schmutzig wrote:
hoffentlich kommt da irgendwann eine Bluray nach

Eine Veröffentlichung wäre wirklich eine tolle Sache, und ich denke der Film würde vielen hier zusagen.


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 30.10.2018 16:05 
Offline
User avatar

Joined: 03.2011
Posts: 966
Location: zu Hause
Gender: None specified
Für mich ein absolutes Meisterwerk.

Allein die Pre-Title Sequenz und der Vorspann! Hab die Musik immer noch im Ohr. (Da gab's mal so ein Video auf Youtube von, das ich gerade leider nicht mehr finde...)

Lief der in der obigen Qualität (also die Bilder) im Fernsehen? Auf welchem Programm?
Das wäre auch was für die EDV! :mrgreen:

EDIT: Ah, jetzt erkenne ich das Schweizer Logo. Recht dezent.

_________________
To please the majority is the requirement of the Planet Cinema. As far as I'm concerned, I don't make a concession to viewers, these victims of life, who think that a film is made only for their enjoyment, and who know nothing about their own existence.


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 02.11.2018 12:51 
Offline
User avatar

Joined: 12.2013
Posts: 4284
Location: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Gender: Male
Habe gerade mal auf die Schnelle einen Bildvergleich zwischen der TV-Fassung (SRF) und der VHS-Fassung zusammengebastelt, wobei das Ergebnis aber ganz eindeutig zu Gunsten der Fernsehfassung ausfällt:

Image Image Image Image
Image Image Image Image
Image Image Image Image
Image Image Image Image
Image Image Image Image

Die tolle Bildqualität der TV-Ausstrahlung macht diesen sowieso schon sehenswerten Film doch gleich noch sehenswerter! :dh:


Top
 Profile  
 
 Post subject: Re: SOMMERSPROSSEN - Helmut Förnbacher
PostPosted: 02.11.2018 13:45 
Offline

Joined: 06.2015
Posts: 754
Location: Im Osten
Gender: Male
Schade, dass es keine DVD davon gibt. Hätte ich mir allein schon wegen Helga Anders zugelegt. Aber auch sonst scheint der Film für mich interessant zu sein.


Top
 Profile  
 
Display posts from previous:  Sort by  
Post new topic Reply to topic  [ 8 posts ] 

All times are UTC + 1 hour


You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot post attachments in this forum

Search for:
© phpBB® Forum Software | phpBB3 free Forum by UserBoard.org | All Rights Reserved.
» Contact & Abuse Support-Forum Gooof Webdesign free forum Dein Forumo Forum web tracker