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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 01.02.2012 21:59 
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DAS UNGEHEUER VON LONDON-CITY


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Das Ungeheuer von London City zählt für mich neben dem Phantom von Soho, gefolgt von Der Henker von London zu den besten Bryan Edgar Wallace und Edgar Wallace Filmen.
Aber warum werden sich jetzt manche Leser meiner Film Kritik fragen. Der Grund dafür liegt in der tollen Inzinierung dieses Filmes. Es gibt viele Nebelschwaden interessante Kulissen die unheimlich und berohlich wirken und dem ganzen Film eine dreckige und düstere Atmosphäre verleihen. Die spärlich beleuchteten Hinterhöfe und Gassen jagen einem als Betrachter des Filmes einen kalten Schauer über den Rücken, wenn dann aus den dichten Nebelschwaden "Das Ungeheuer von London-City" hervortritt und sein Rasiermesser , es im Licht der Gaslaternen Aufblitzen lässt und man dann den Schatten sieht, der sich an den Häuserwänden entlangzieht, ist das Gruseln gewährleistet. Zu der tollen Inzinierung kommt natürlich auch eine Fabelhaft Besetzung, wie ich finde. Hansjörg Felmy und Marianne Koch geben ein tolles Paar und Dietmar Schönherr als Artzt, dem "Freund" von Hansjörg Felmy weiß in seinem Part wie die restlichen Schauspieler des Filmes zu überzeugen. Zudem spielt Hans Nielsen hier einen seiner betsen "Krimi-Parts". Als Personen mit seiner leicht überheblichen und arroganten Art zur Weißglut bringt. Auch die Nebenrollen sind mit Albert Bessler, Fritz Tillmann, Kurd Piernitz und Elsa Wagner interessant und abwechslungsreich besetzt. Der Film weiß mit einem makaberen Humor gut zu Unterhalten, die Dialoge sind ausgepfeilt und werden sehr präzise präsentiert, was dem Film eine besondere Note gibt.
Das einzige störende Element des Filmes sind die Schauspieler Peer Schmidt und Chariklia Baxevanos, die mit ihrem oft sehr klamaukigen Humor etwas nerven, aber auch nicht zu sehr, man hat die Rollen Gottseidank dann doch so angelegt das sie im Endeffekt in der Handlung verloren gehen.


Die Schauspieler:

Hansjörg Felmy

Hansjörg Felmy finde ich in diesem Film einfach brilliant, er spielt seine Rolle sehr überzeugend und man kauft im die Rolle ab die er Verkörpert, dies tut er mit einer Priese von Tragik, Gleichgültigkeit und sehr schwarzen Humor. Auch von den Gesten her gibt sich Felmy abwechslungsreich und sehr echt.

Marianne Koch

Marianne Koch spielt ihren Part sehr echt, Gefühlvoll und mit einem kühlen "Sexapeal". Mit ihrer ganz eigenen Art trägt sie zur Atmohsphäre des Filmes bei, zudem ist sie nicht die verängstigte Frau sonderen eine Selbstbewusste und Liebevolle Persönlichkeit. Sie weiß ihre Sätze zu abwechslungsreich zu betonen, was ihr Schauspiel gleich noch interessanter macht.

Dietmar Schönherr

Dietamar Schönherr spielt seinen Part so überzeugend, dass man glaubt, dass er wirklich der Artzt Dr. Morel sei. Er hat für mich eine ähnliche Ausstrahlung wie Dieter Borsche in seinen Rollen des "Wahnsinnigen".

Albert Bessler

Auch wenn Albert Bessler nur einen kleinen Part spielt überzeugt er in diesem kurzen auftritt so sehr, dass durch sein Erscheinen der Film noch mehr aufgewertet wird. Man merkt ihm an, dass er großes Schauspielerisches Talent hat.


Hans Nielsen

Hans Nielsen hat hier seinen interessantesten Part seiner kompletten "Krimi-Laufbahn".
Er spielt den Inspektor so wie er ihn spielt, er bringt seine ganz eigene Art in die Rolle des Inspektors, Arroganz mit Überheblichkeit, dabei lässt er sich aber von anderen auch gern mal an der Nase herumführen.


Fritz Tillmann

Er spielt, was er spielt, aber mehr auch nicht, er bringt leider als einziger nicht wirklich autenzität in das Spiel, er spielt ein wenig "zu" kühl, auch wenn seine Rolle natürlich so angelegt war.



Kamera:

Siegfried Hold hat eine Interessante Kameraführung, in Verfolgungsjagden fühlt man sich mit hinein gezogen, die Nebel Szenen sind schön eingefangen, Detail Aufnahmen machen einem als Betrachter Spaß, interessante Kameraperpektiven durch die Zerbrochene Scheibe etc. Eine meiner Liebelins Szenen ist die Eröffnungs Sequenz, wo das "Ungeheuer" durch den Nebel die Gasse enlang läuft.


Regie:

Edwin Zbonek, führte zum zweiten mal Regie, die ihm in diesem Film deutlich besser gelang, als im "Henker von London" , da er den Klamauk Part im "Ungeheuer von London City" doch deutlich herabsetzte, im "Henker von London" nervte mich doch Chris Howland ein wenig zu stark, da er zu Stark hervorgehoben wurde. Zbonek hatte in diesem zweiten Krimi, sein können nochmals unter Beweis gestellt und gezeigt was er konnte. Mit diesem können ist ihm ein kleines Meisterwerk gelungen, im perfekten Zusammenspiel mit Schauspielern, Kamera und den tollen Kulissen.

Musik:

Zur Musik muss man eigentlich nicht viel sagen, sie ist mit dem "Gasthaus an der Themse" und dem "Schwarzen Abt" seine beste Kriminalfilmmusik. Sie passt zu jeder Szene und untermalt das Geschehen einfach brilliant. Dabei ist die Musik weder schnell, laut noch plärrig, wie zum Beispiel: "Der Mönch mit der Peitsche" oder auch "Die blaue Hand". Martin Böttcher schrieb wieder ein kleines Meisterwerk.


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Vorspann:

Der Vorspann zählt für mich zu den besten der ganzen "Krimi-Welle", die Fahrt durch London macht Spaß und sorgt für die nötige London Atmosphäre, dabei werden keine zu schrillen Farben eingesetzt und die Musik trägt natürlich ihren Teil dazu bei.


Der Film ist einfach Spannend gemacht und ich sehe ihn mir andauernd an, er wird einfach nicht langweilig, er ist für mich einfach der "Krimischocker" schlecht hin. Das Ende mit dem Mädchen, was den Mörder gesehen hat bringt noch ein wenig mehr "Thrill" und Tragik in das doch schon etwas traurige Ende.

10 von 10 Punkten


Gruß,

Der New York Ripper

PS: Auch für Giallo Fans, könnte der Film interessant sein.


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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 01.02.2012 23:31 
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Was mich an diesem Film einzig störrt, sind die bekloppt wirkenden Morde. Nimmt man diese weg bin ich ein absoluter Befürworter dieses Films :lol:

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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 02.02.2012 08:14 
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Das Ungeheuer von London-City (Deutschland 1964, Originaltitel: Das Ungeheuer von London City)

Freud und Leid des Schlitzers

Richard Sand (Hansjörg Felmy) steht jeden Abend als Jack the Ripper auf der Bühne. Als es zu grausigen Morden an jungen Frauen kommt, erinnern die Taten an die des echten Jack the Ripper. Selbstverständlich bescheren diese Vorgänge dem Theaterstück viel Aufmerksamkeit. Doch der daraus resultierende Druck, nagt mehr und mehr an der Substanz des Hauptdarstellers. Damit nicht genug, denn auch seine Beziehung zur hübschen Ann (Marianne Koch), scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Da wäre der zu erwartende Zorn von Dr. Morel Greely (Dietmar Schönherr), gemeinsamer Freund des Liebespaares, der selbst ein Auge auf Ann geworfen hat. Noch schwerer wiegt jedoch die Ablehnung von Anns Onkel und Ziehvater. Leider will Sir George (Fritz Tillmann) nichts von der Liaison seiner Nichte wissen, er macht aus seiner Abneigung gegenüber Richard keinen Hehl, verteufelt vor allem das -seiner Meinung nach- gefährliche Theaterstück. Weitere Morde geschehen, Ann beobachtet ihren Onkel dabei, wie dieser in den jeweiligen Nächten heimlich das Anwesen verlässt. Der leitende Ermittler Inspektor Dorne (Hans Nielsen) fühlt derweil Richard auf den Zahn, der Schauspieler schleppt eine recht heikle Vergangenheit mit sich herum...

Der fünfte Film aus der "Bryan Edgar Wallace" Reihe von CCC-Film, wurde von Edwin Zbonek inszeniert, der bereits den gelungenen "Der Henker von London" drehte. Die Qualtität des Henkers wird verfehlt, doch "Das Ungeheuer von London" ist fraglos ein interessanter Beitrag zum Wallace Universum. Interessant vor allem deshalb, weil die Hauptfigur weder ein Kriminalist ist, noch als strahlender Held dargestellt wird. Im Gegenteil, Richard Sand war drogensüchtig, ist noch immer instabil, steht am Rande des Zusammenbruchs. Ansonsten verlässt man sich auf bewährte Zutaten, inklusive der Filmmusik von Martin Böttcher.

Hansjörg Felmy spielt den tragisch angehauchten Bühnenschauspieler überzeugend. Er mag nicht unbedingt ein herausragender Charakterdarsteller sein, doch er schöpft den Rahmen seiner Möglichkeiten aus, sein Richard Sand wirkt sehr menschlich, stets nachvollziehbar. Dietmar Schönherr hätte ein wenig mehr Raum benötigt, um eine ähnliche Tiefe wie Felmy zu erreichen. Fritz Tillmann und Hans Nielsen holen das Beste aus ihren Rollen heraus. Nielsen steht als Kriminalist eher am Rande der Handlung, ein undankbarer Job, vergleicht man seinen Part mit dem Grossteil anderer Wallace Filme. Ganz ohne alberne Figuren kommt der Streifen nicht aus. Peer Schmidt sehen wie als trotteligen Schnüffler, Chariklia Baxevanos spielt seine Lebensgefährtin, sie erreicht zur Nervensägerei neigende Tiefpunkte. Marianne Koch ist hübsch anzusehen, viel mehr lässt sich nicht über ihre Rolle sagen. Insgesamt mag das Ensemble eine Spur zu unscheinbar wirken, doch ich bin überwiegend mit den gebotenen Leistungen zufrieden. Vermutlich ist man dazu geneigt, die zahlreichen Verwandten als Vergleich zu bemühen, die fraglos meist eindrucksvoller besetzt sind.

Sicher ist "Das Ungeheuer von London-City" keiner der erlesenen Filme, die sich Spitzengruppe ihrer Zunft zählen dürfen. Selbst wenn man nur die frühen "Bryan Edgar Wallace" Filme zum Vergleich heranzieht, muss sich das Werk zumindest seinen Geschwistern "Der Henker von London", sowie dem Spitzenreiter "Der Würger von Schloss Blackmoor" beugen. Den recht drögen "Das Geheimnis der schwarzen Koffer", kann der London-Schlitzer aber locker ausstechen (welche stilsichere Wortwahl). Die Morde -per Rasierklinge ausgeführt- sind natürlich nicht im Detail zu sehen, doch sie wurden sehr ansprechend umgesetzt, ich verspürte wohlige Gruselschauer. Die Auflösung hätte etwas mehr Kreativität vertragen können, aber ich will nun nicht krampfhaft nach Haaren in der schmackhaften Suppe suchen.

"Das Ungeheuer von London-City" teilt sich mit zwei weiteren Filmen die "Bryan Edgar Wallace Collection 2". In der Box sind ferner folgende Titel enthalten:

• Der Henker von London
• Das Phantom von Soho


Die Box ist mir eine klare Empfehlung für Fans wert. Einsteiger sollten zunächst lieber mit den "Edgar Wallace" Filmen aus dem Hause Rialto beginnen, zu denen ansprechende Boxsets vorliegen, die ebenfalls bei Universum Film/UFA erschienen sind. Beim Bonusmaterial hätte man sich ein wenig mehr ins Zeug legen können. Das Interview mit Franz Josef Gottlieb war bereits auf einer anderen DVD zu sehen.

(Fast) gut = 6,5/10

Lieblingszitat:

"Ich habe den Entschluss gefasst, diese Rolle nicht mehr zu spielen!"

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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 02.02.2012 19:41 
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Die Morde sind doch Cool gemacht !!!! Man konnte damals eben noch nicht so blutige Morde zeigen, wie in den Gialli.

Aber der Film weißt schließlich viele Giallo Merkmale auf !

Gruß,

Janek


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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 02.02.2012 20:57 
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Wenn ihr hier Filme weiterhin auf Morde reduziert... WERDE ICH ZUM MÖRDER! :mrgreen: :mrgreen:

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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 02.02.2012 21:45 
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Blap wrote:
Wenn ihr hier Filme weiterhin auf Morde reduziert... WERDE ICH ZUM MÖRDER! :mrgreen: :mrgreen:
Geil! Hoffentlich filmt das dann jemand, damit man sich das immer wieder ansehen kann... Wer braucht schon Handlung? :lol:

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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 02.02.2012 23:10 
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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 03.02.2012 12:02 
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Alternativer Titel: Das Ungeheuer von London-City
Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
Produktion: CCC Filmkunst GmbH (Artur Brauner)
Erscheinungsjahr: 1964
Regie: Edwin Zbonek
Drehbuch: Robert A. Stemmle, Bryan Edgar Wallace
Kamera: Siegfried Hold
Schnitt: Walter Wischniewsky
Musik: Martin Böttcher
Länge: ca. 89. Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Hansjörg Felmy: Richard Sand
Marianne Koch: Ann Morlay
Dietmar Schönherr: Dr. Morel Greely
Hans Nielsen: Inspektor Dorne
Chariklia Baxevanos: Betty Ball
Fritz Tillmann: Sir George Edwards
Walter Pfeil: Horrlick
Peer Schmidt: Teddy Flynn
Kurd Pieritz: Maylor
Elsa Wagner: Haushälterin bei Sir George
Adelheid Hinz: Dienstmädchen
Gerda Blisse: Assistentin
Manfred Grote: Kriminalassistent
Kai Fischer: Helen Capstick
Gudrun Schmidt: Evelyn Nichols



Der Schauspieler Richard Sand steht jeden Abend auf der Bühne und verkörpert Jack the Ripper. Das Publikum ist begeistert und irgendwer so beeindruckt, dass es in London tatsächlich zu Morden an Prostituierten kommt. Die Polizei verdächtigt Richard Sand, da er sich wohl zu sehr mit seiner Rolle identifiziert.

Nach der „Der Henker von London“ war „Das Ungeheuer von London-City“ die zweite und letzte Regiearbeit von Edwin Zbonek hinsichtlich einer Bryan Edgar Wallace Verfilmung. Unter dem Strich ein gelungener deutscher Kriminalfilm.

Die Handlung versucht den Zuschauer in eine Richtung zu lenken, die so offensichtlich unwahrscheinlich ist, dass es nur eine andere Lösung geben kann. Wer hier innerhalb der Dialoge aufmerksam zuhört, der kann durchaus allein zum richtigen Ziel finden, bzw. vor dem Ende des Films seine Vermutungen manifestieren. Gerade Genrekundige Freaks, bzw. Genreliebhaber sollten sich nicht beirren und auf falsche Fährten locken lassen, da diese eh mit allen Wassern gewaschen sind.

Für die Rolle der Ann Morlay war ursprünglich Senta Berger im Gespräch, nicht verwunderlich könnte man nun sagen, da Zbonek wie auch Frau Berger Österreicher sind bzw. waren. Edwin Zbonek weilt ja nicht mehr unter uns. Letztendlich bekam Marianne Koch die Rolle der Ann Morlay, welche sie recht ansprechend darstellte. Frau Koch hatte zwar nie die Klasse einer Karin Dor, weiß aber dennoch mit ihren Vorgaben umzugehen und vermittelt diese glaubhaft an das Publikum.

Hansjörg Felmy verfällt als Richard Sand schon in eine gewisse überzogene Theatralik. natürlich ist seine Situation ein zentraler Punkt, aber sein vereinzelndes Overacting ist ein wenig fehl platziert. Dietmar Schönherr bringt den Part des Dr. Morel Greely ordentlich rüber. Schönherr hält sich eher zurück und lässt andere in den Vordergrund katapultieren. Hans Nielsen ist als Inspektor Dorne der jenige der den Zuschauer mit dem Holzhammer auf die falsche Spur locken will. Der erwartete Part des Pausenclown wird diesmal in einem männlich/ weiblichen Gespann präsentiert: Peer Schmidt als Teddy Flynn und Chariklia Baxevanos als Betty Ball. Ein Gespann überflüssiger Nervensägen, die dem Film nicht gerade gut tun.

Kameratechnisch bietet „Das Ungeheuer von London-City“ einige schöne Schattensequenzen, die folgenden Morde bzw. deren Darstellung sind allerdings eher lapidar. Im Punkto Atmosphäre lebt der Film von seinem schwarz/ weiß Charme und kann gerade auf den nächtlichen Straßen, in den Hausfluren und innerhalb einer Anstalt gut vermittelt werden.

Fazit: Ein interessanter deutscher Kriminalfilm, der allerdings von dem Status eines Meilensteins oder Klassikers weit entfernt ist.

7/10

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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 03.02.2012 13:44 
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Der New York Ripper wrote:
Die Morde sind doch Cool gemacht !!!! Man konnte damals eben noch nicht so blutige Morde zeigen, wie in den Gialli.

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Gruß,

Janek


Ich habe da einen Mann in schwarzer Kutte gesehen der mit einem Rasiermesser rumgefuchtelt hat und das mehrere Zentimeter vor dem Körper des Opfers...

@Blap
Keine Sorge :D
Sonst würde ich net ZAZ mögen :ugeek:

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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 03.02.2012 20:33 
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Ja, ich weiß, die Filmfehler habe ich ja selber gesucht :D

Gruß,

Der New York Schlitzer^^


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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 04.02.2012 11:20 
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Blap wrote:
Wenn ihr hier Filme weiterhin auf Morde reduziert... WERDE ICH ZUM MÖRDER! :mrgreen: :mrgreen:


VOLLE ZUSTIMMUNG !!!!


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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 04.02.2012 13:35 
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Und warum wird auch hier wieder die Klasse Musik von Martin Böttcher vergessen ! Diese Komposition stellt viele von Peter Thomas Kompositionen in den Schatten, ich liebe diese Musik und den Vorspann + Opener Eröffnungsmord gehört für mich zu den besten des Wallace Universums :D Wie der Mörder im Nebelverschwindet und dann die Musik von Martin Böttcher, einfach Super ! :D

Gruß,

Janek


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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 07.05.2018 14:22 
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"Das Ungeheuer von London-City" war bereits der fünfte Beitrag, der unter dem Banner Bryan Edgar Wallace in Rennen geschickt wurde und insbesondere hier machten sich schon einige Abnutzungserscheinungen bemerkbar; vielleicht ist die etwas abweichende Strategie des Nachfolgefilms "Das siebente Opfer" damit zu erklären. Zunächst kann Edwin Zbonek ein glückliches Händchen für gelungene Momente bescheinigt werden, auch die Atmosphäre wirkt schön düster und teilweise depressiv, wenn Chariklia Baxevanos und Peer Schmidt nicht immer wieder für ungünstige Entgleisungen sorgen würden. Ansonsten ist der Streifen zwar gut besetzt, aber es entsteht ein auffällig hölzerner Darbietungsstil, der von etlichen Charakteren zur Schau gestellt wird. Positiv entgegen wirken vor allem Hansjörg Felmy und Hans Nielsen. Musikalisch ließ Martin Böttcher sich kaum Neues einfallen, wenngleich das Thema dem Film gut stehen will. Gut anzuschauen ist dieser recht klassisch ausgefallene Kriminalfilm im Schauspielmilieu allemal und insbesondere wenn der verhüllte Mörder zuschlägt, kommt eine besonders dichte Spannung auf, die einen die Vorhersehbarkeit kurz vergessen lässt. Insgesamt lediglich Durchschnitt.


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 Post subject: Re: DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY - Edwin Zbonek
PostPosted: 05.05.2019 20:27 
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"Das Ungeheuer von London-City" (Deutschland 1964)
mit: Hansjörg Felmy, Marianne Koch, Dietmar Schönherr, Fritz Tillmann, Hans Nielsen, Kurd Pieritz, Chariklia Baxevanos, Peer Schmidt, Walter Pfeil, Gudrun Schmidt, Kai Fischer, Elsa Wagner, Adelheid Hinz, Manfred Grote, Albert Bessler u.a. | Drehbuch: Robert A. Stemmle mit Bryan Edgar Wallace | Regie: Edwin Zbonek

Das Edgar-Allan-Poe-Theater in Whitechapel führt allabendlich eine Hommage an den berühmtesten Londoner Mörder auf. Der Schauspieler Richard Sand erregt mit seiner Darstellung des Jack the Ripper nicht nur die Aufmerksamkeit des Publikums und der Presse. Seitdem es neue Morde nach altem Vorbild gibt, setzt sich das Parlamentsmitglied Sir George Edwards dafür ein, das Stück zu verbieten. Seine Nichte Ann Morlay, die Richard Sand durch ihren Jugendfreund Dr. Morel Greely kennenlernte, kämpft nicht nur um die Reputation des Mannes, sondern sieht sich plötzlich zwischen zwei Männern. Inspektor Dorne von Scotland Yard versucht die Mordserie nach bewährter Methode zu lösen, doch der Täter entkommt ein ums andere Mal im Dunkel der Nacht....

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"Das Ungeheuer von London-City" ist vor allem wegen seines melancholischen Untertons und der psychologischen Komponente bemerkenswert. Die Furcht, welche sich durch die Mordtaten abseits der Theaterbühne wie eine Feuersbrunst ausbreitet, lähmt die Personen aus dem Umkreis des Erfolgsstückes. Die Gefahr, welche mit klammen Fingern nach den Protagonisten greift, hat ihren Ursprung in den Sünden der Vergangenheit. Aus taktischen und eigennützigen Gründen werden Fakten verschwiegen, um den Schein zu wahren und dem Gegner keine Schwachstellen offenzulegen. Die Verstrickung mehrerer Figuren in die jüngsten Mordfälle weist auf die Brüchigkeit hin, welche die menschlichen Beziehungen kennzeichnet. Der Wunsch nach Rückendeckung, Solidarität und Verständnis ist in den Dialogpassagen spürbar, die zwar teilweise mit pathetischem Timbre, stets jedoch im Bestreben nach einer Stärkung der eigenen Position getätigt werden. Die Fragilität der Psyche ist ein zentraler Punkt der Handlung; aus ihr resultieren eruptive Gewaltausbrüche, Momente der Verzweiflung und des Wahnsinns. Wie bereits in "Der Henker von London" legt der österreichische Regisseur Edwin Zbonek den Fokus auch hier auf eine düstere, alptraumhafte Atmosphäre des Schreckens und vertraut auf die Wirkung der Kamerabilder und der eindringlichen Musik. Dunkle Schatten legen sich wie Fangnetze über die Frauen, die in regelmäßiger Abfolge Opfer des unheimlichen Mörders werden und nicht nur vom Direktor des Theaters für seine Zwecke instrumentalisiert werden. Der Mord als ungeheuerlicher Verstoß gegen die elementaren Grundsätze, nach denen die Gesellschaft funktioniert, wird als angstvolle Ausnahmesituation inszeniert. Das Blitzen des Messers und die schnellen Schnitte unterstreichen die Zentrierung auf den wesentlichen Punkt, der dem Täter die Macht des Augenblicks verleiht. Neben der reinen Vernichtung des Lebens seiner Opfer, hinterlässt der Mann seine Signatur, die das Ausrufezeichen des Mordes bildet. Das Töten wird zum Ritual, das er strukturiert und ohne sichtbare Emotionen durchführt; die Mordserie hat den Sprung von der Theaterbühne in die Wirklichkeit geschafft, wo sie nach dem gleichen choreografierten Muster abläuft.

Die Rollen wurden mit namhaften und populären Mimen besetzt, die weitaus genretypischer sind als jene, die ursprünglich für die Produktion vorgesehen waren. Hansjörg Felmy zeichnet einen Mann, der ähnlich wie in "Der Henker von London" die Altlasten seiner Vergangenheit verarbeiten und zeitgleich eine unsichere Gegenwart verkraften muss. Die Zerrissenheit seines Charakters, der Schutz und Zuflucht in seiner Arbeit sucht, die jedoch unbewusst an verborgene Facetten seiner Persönlichkeit rührt, kann Felmy sehr gut herausfiltern. Richard Sand erhält durch ihn ein glaubhaftes Gesicht, wobei er im Gegensatz zu eindeutiger besetzten Berufskollegen stets ein Geheimnis in der Hinterhand bewahrt, weswegen er dramaturgisch mehr dunkle Seiten offenbaren darf. Marianne Koch hält die Balance zwischen bedingungsloser Zuneigung und berechtigtem Zweifel, der ihren Einsatz vorantreibt und sie in der Sache aktiv werden lässt. Die Nuancen, welche ihre Szenen mit Schönherr und Felmy unterscheiden, arbeitet sie dezent heraus, wobei ihr Enthusiasmus unter den vielen negativen Gedanken, die der Film transportiert, geradezu heraussticht. Dietmar Schönherr sucht den Ausgleich und sieht sich als Vermittler zwischen den Fronten, wobei sein herber Charme für positive Akzente sorgt. Seine Funktion als Polizeiarzt ergänzt sich sehr gut mit jener von Inspektor Dorne, den Hans Nielsen mit der ihm eigenen Ruhe und Beharrlichkeit gibt und dessen Dominanz seine Entsprechung in Fritz Tillman findet, der den Rätselfaktor gekonnt anheizt. Als comic relief wurden Chariklia Baxevanos und Peer Schmidt engagiert, deren Anwesenheit für manche schiefe Szene sorgt, in der nicht nur die Wände des Bühnenbildes ins Schwanken geraten. Ihr Humor der Vogelfreien fügt der bitteren Geschichte um den Messermörder eine weitere Note hinzu, nämlich jene des Muts der Verzweiflung. Ihre Unbekümmertheit kontrastiert mit den belasteten Beziehungen der Hauptakteure. "Das Ungeheuer von London-City" entfaltet seinen Reichtum mit jeder weiteren Sichtung und bildet mehr als nur ein sensationsheischendes Kriminalstück. Wer zwischen den Zeilen liest, dem eröffnen sich menschliche Abgründe, die von den Schauspielern anregend präsentiert werden.


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