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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DER FÄLSCHER VON LONDON - Harald Reinl
PostPosted: 16.09.2011 19:48 
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Location: Was Sie vorhin Hölle nannten, nennt er sein zu Hause.“
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Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
Produktion: Horst Wendlandt
Erscheinungsjahr: 1961
Regie: Harald Reinl
Drehbuch: Johannes Kai
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Hermann Ludwig
Musik: Martin Böttcher
Länge: ca. 90 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Karin Dor: Jane
Hellmut Lange: Peter Clifton
Siegfried Lowitz: Oberinspektor Bourke
Viktor de Kowa: Dr. Donald Wells
Mady Rahl: Majorie Wells
Robert Graf: Basil Hale
Walter Rilla: John Leith
Sigrid von Richthofen: Mrs. Unterson
Ulrich Beiger: Inspektor Rouper
Joseph Offenbach: Blonberg
Otto Collin: Radlow
Eddi Arent: Stone
Hans Lohfing: Diener
Wolfgang Merling: Polizeifahrer
Willy Wiebgen: Portier
Horst Breitkreuz: Wärter
Anneliese Schmidl: Dienerin Anna
Günther Hauer: Taxifahrer
Heidrun Kussin: Hausmädchen
Werner Reinisch: Hopkins




Peter Clifton und Jane haben geheiratet. Aus Janes Sicht eine Vernunftehe, da Peter sehr wohlhabend ist. Allerdings geschehen auf Cliftons Landsitz fortan unheimliche Dinge und als ein Toter aufgefunden wird, gerät Peter unter Mordverdacht.

Die achte Wallace-Verfilmung der Nachkriegszeit, wurde in Hamburg und Nordrhein-Westfahlen gedreht. Eine Verfilmung, die auf Humor verzichtet und geradlinig zur Sache geht und genau diese Vorgangsweise tut dem Film richtig gut. Zu diesem Zweck hat Harald Reinl die richtigen Darsteller ausgewählt.

Ulrich Beiger, der bereits in den vorangegangenen Edgar Wallace Verfilmungen, Der Frosch mit der Maske, Der rote Kreis und Die Bande des Schreckens mitwirkte, macht in der Rolle des Inspektor Rouper, einen recht Gestapo-ähnlichen Eindruck. Seine Art die Rolle zu verkörpern, sprich Mimik, Sprache und Gestik, führen zu diesem Eindruck, der ihn von Beginn an zum Unsympathen werden lässt.

Helmut Lange macht seine Sache als verunsicherter Peter Clifton ebenfalls sehr gut. Siegfried Lowitz glänz als, Peter Clifton schützender Oberinspektor Bourke, der seinem Kollegen Inspektor Rouper, Intelligenzbezogen weit voraus ist. Lowitz spielt mit einer gezielten Ruhe seine Karten langsam aus, um später als Sieger den Pokertisch zu verlassen. Viktor de Kowa, der bereits 1930 die Rolle von Bernhardy in Georg Jacobys Klassiker „Pension Schöller“ verkörperte, ist innerhalb des „Fälschers von London“ als Dr. Donald Wells zu sehen. Auch de Kowa weiß voll zu überzeugen. Was dem Zuschauer bleibt, sind stehende Ovationen für Karin Dor als Jane Clifton. Karin Dor spielt mit Intelligenz, Überlegung und Charisma einen brillanten Part innerhalb Reinls Film.

Fazit: „Der Fälscher von London“ geht gezielt vor, der Film legt falsche Fährten aus und lässt den Zuschauer bis zum Ende miträtseln. Dieses Ratespiel wird von einer sympathischen Atmosphäre und sehr guten Hauptdarstellern begleitet. Aus meiner Sicht gibt es am „Fälscher von London“ Nichts auszusetzen. Der Film macht nun mal alles richtig.



9/10

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 Post subject: Re: DER FÄLSCHER VON LONDON - Harald Reinl
PostPosted: 17.09.2011 09:14 
Einer der besten Krimis der sechziger Jahre. Harald Reinl ist hier ein "kleines" Meisterwerk gelungen. Der Film hat eine wunderbar unheimliche Atmosphäre und Karin Dor ist besser denn je.
+ zusätzlich ein besonders guter Soundtrack von Martin Böttcher.

10 von 10 Punkten


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 Post subject: Re: DER FÄLSCHER VON LONDON - Harald Reinl
PostPosted: 17.09.2011 12:38 
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Der Fälscher von London (Deutschland 1961, Originaltitel: Der Fälscher von London)

Jane (Karin Dor) heiratet den wohlhabenden Peter Clifton (Hellmut Lange), worüber sie zunächst nicht besonders glücklich ist. Als Waisenkind wuchs die junge Dame bei ihrem gutherzigen Onkel John (Walter Rilla) auf, die Hochzeit soll auch seinen Lebensabend finanziell absichern. Schon am Tag der Hochzeitsfeier kommt es zu merkwürdigen Vorfällen. Das Auftauchen des eifersüchtigen Basil Hale (Robert Graf) -der sich noch immer Hoffnung auf eine Beziehung mit Jane macht- wundert weniger, doch eine Dame in den besten Jahren erscheint ebenfalls auf der Feier und beschimpft Peter wüst. Das frisch getraute Paar fährt raus aufs Land, Peter hat für die Flitterwochen ein grosszügiges Anwesen gemietet. Nachts wird Jane von einem Unbekannten in ihrem Zimmer angefallen, kann den Angreifer aber in die Flucht schlagen. Auf der Suche nach ihrem Gatten, findet sie diesen in einem geheimen Raum vor, dessen Eingang er unvorsichtigerweise nicht geschlossen hatte. Ein erschreckender Verdacht beschleicht Jane, ist ihr Eheman etwa der seit Jahren gesuchte Banknotenfälscher, den Scotland Yard seit längerer Zeit ohne Erfolg jagt? Es kommt aber noch schlimmer, bald wird die Leiche von Basil Hale aufgefunden, er wurde offensichtlich mit einem schweren Hammer erschlagen, am Tag zuvor hatte er eine heftige Auseinandersetzung mit Peter. Oberinspektor Bourke (Siegfried Lowitz) ist mit Peter befreundet, während sein Kollege Inspektor Rouper (Ulrich Beiger) fest von der Schuld Cliftons überzeugt ist, greift Bourke auf Seite des jungen Paares ins Geschehen ein. Obwohl sich die Hinweise auf kriminelle Machenschaften ihres Mannes verdichten, fühlt Jane plötzlich zarte Gefühle für Peter in sich aufsteigen und steht zu ihm. Wer oder was steckt hinter den Vorfällen, kann Oberinspektor Bourke Licht ins Dunkel bringen...???

Der siebte Rialto Wallace, die dritte Regiearbeit von Harald Reinl im Rahmen der Reihe. Reinl stellt seine Ehefrau Karin Dor in den Mittelpunkt von "Der Fälscher von London", die junge Dame darf hier endlich unter Beweis stellen, dass sie mehr als nur schöne Dekoration sein kann. Charakterkopf Hellmut Lange kommt sehr zerknirscht daher, was selbstverständlich perfekt zu seiner Rolle passt. Den leitenden Ermittler spielt Siegfried Lowitz mit Charisma und Humor, Ulrich Beiger darf ganz vortrefflich den vergnatzten Gegenpart dazu geben, herrlich! Auch Viktor de Kowa soll nicht unerwähnt bleiben, er schleimt und geifert ganz vorzüglich an Frau Dor herum. Der Humor ist in diesem Film von dezenter Qualität, hier wird nicht der stumpfe Holzhammer ausgepackt, feine Zwischentöne regieren und Herr Lowitz bringt diese ganz phantastisch rüber! Lediglich Eddi Arent sorgt mit einem Kurzauftritt für eine debile Einlage. Diese stört aber nicht weiter, am Schluss des Films taucht er erneut auf, diesmal sogar als angenehme Randnotiz. Die Atmosphäre stimmt, obwohl Reinl bei seiner Inszenierung ganz klar auf die Schauspieler baut, während auf vordergründige Schauwerte weitgehend verzichtet wird. Nicht zu vergessen, dass dem Film eine sehr gut erdachte/durchdachte Story zu Grunde liegt, die von einer wirklich gelungenen Auflösung gekrönt wird. Man könnte nun darüber philosophieren, ob der Film vielleicht nur vorgaukelt ein Krimi zu sein, tatsächlich allerdings eine Liebeserklärung an die Liebe selbst ist, zusätzlich eine Liebeserklärung des Regisseurs an seine Ehefrau. Wer weiss, wer weiss, glücklicherweise ertrinkt der Film aber zu keiner Zeit im Kitsch, was die These IMHO gar untermauert, denn Liebe ist nicht gleich Kitsch. Wie dem auch sei, macht euch selbst ein Bild davon!

Betrachtet man "Der Fälscher von London" eher oberflächlich, so mag der Film sehr konservativ, nahezu dröge erscheinen. Dem aufmerksamen Zuschauer wird die sorgfältige Arbeit der Macher aber kaum entgehen. Reinl versteht sein Handwerk, seine Schauspieler erfreuen mit erstklassigen Leistungen, die Erzählung bleibt jederzeit logisch und nachvollziehbar. Wem manche Wallace Verfilmungen zu viel "Klamauk" enthalten, der sollte sich diesen Film durchaus zu Gemüte führen, sofern eine Vorliebe für klassische Kriminalfilmunterhaltung vorhanden ist. Die DVD Präsentation ist erneut gut gelungen, der Film ist wie gehabt einzeln erhältlich, erneut weise ich auf die bessere Option hin: "Edgar Wallace Edition 2"! Dort sind ferner enthalten:

- Die toten Augen von London
- Das Geheimnis der gelben Narzissen
- Die seltsame Gräfin

Je mehr ich über diesen Film nachdenke, umso grösser wird meine Zuneigung zu diesem Werk. Als ich "Der Fälscher von London" vor etlichen Jahren sah, konnte ich noch nicht allzu viel damit anfangen. Meine Erwartungshaltung war damals vermutlich zu engstirnig, aber man ist ja lernfähig. Heute weiss ich diesen Film sehr zu schätzen. Folglich kann ich hier mit gutem Gewissen 8/10 (sehr gut) ziehen, lasst euch den Streifen auf keinen Fall entgehen!

Lieblingszitat:

"Wenn ich den Kerl finde, bringe ich ihn um!"

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 Post subject: Re: DER FÄLSCHER VON LONDON - Harald Reinl
PostPosted: 03.02.2015 22:36 
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Wow ich war echt überrascht. Die erste falsche Fährte liefert der Titel, der eher einen gediegenen Betrugskrimi suggeriert. Dabei ist das hier schon fast ein richtiger Giallo mit Spannung bis zum Ende (was für die Wallace Filme ja nicht unbedingt typisch ist) und tollen Plotwendungen. Und die Inszenierung Reinls ist fantastisch.
8,5/10


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 Post subject: Re: DER FÄLSCHER VON LONDON - Harald Reinl
PostPosted: 03.02.2015 23:58 
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Wow ich war echt überrascht. Die erste falsche Fährte liefert der Titel, der eher einen gediegenen Betrugskrimi suggeriert. Dabei ist das hier schon fast ein richtiger Giallo mit Spannung bis zum Ende (was für die Wallace Filme ja nicht unbedingt typisch ist) und tollen Plotwendungen. Und die Inszenierung Reinls ist fantastisch.
8,5/10



DER FÄLSCHER ist eigentlich mein Lieblings Wallace. Auf sehr hohem Niveau inszeniert mit einer wirklich fantastischen Karin Dor, viel viel Atmosphäre und einem klasse Soundtrack.
10/10


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 Post subject: Re: DER FÄLSCHER VON LONDON - Harald Reinl
PostPosted: 04.11.2019 00:20 
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Im kriminalistischen Sinn gehört "Der Fälscher von London" bestimmt zu den klassischsten Wallace-Vertretern, denn der überaus sorgsame Aufbau und die hohe Dichte an Wendungen steht der Geschichte rund um den "Gerissenen" sehr gut. In diesem Zusammenhang fällt das eher gedrosselte Erzähltempo insbesondere des ersten Drittels keineswegs negativ auf, denn schließlich ist Reinl sehr intensiv bemüht, die Hintergründe zu schildern und die teils stark belasteten Konstellationen zu ordnen. Erstmals wird dem Publikum vermittelt, dass ernsthafte Spannungen zwischen den Hauptpersonen bestehen und hier war es ein besonders raffinierter Coup, den wallacetechnisch nicht vorbelasteten Hellmut Lange für die männliche Hauptrolle zu verpflichten, da er zu einem Wechselbad der Eindrücke verleitet. Vertrauen und Misstrauen definieren den Verlauf somit recht lange, bis die Konzentration plötzlich auf scheinbare Nebenfiguren gelenkt wird, denen ebenfalls alles zuzutrauen wäre. Eine kalte Atmosphäre rund um ein düsteres Schloss lässt ein proportioniertes Wallace-Feeling aufkommen, welches von der Musik von Martin Böttcher den letzten Schliff bekommt. Gute Leistungen von Karin Dor, Siegfried Lowitz, Walter Rilla, Victor de Kowa, Ulrich Beiger oder Mady Rahl heizen die angespannte Stimmung effektiv an, oder bewirken das genaue Gegenteil. Außerdem hat man es mit einem Gegner zu tun, der kühl kalkuliert, um seine Pläne mit perfide Note aufgehen zu lassen. Harald Reinl hat bei "Der Fälscher von London" bestimmt einiges anders als sonst, aber im Endeffekt alles richtig gemacht. Deswegen bleibt ein Beitrag zurück, der im internen Vergleich mitunter am besten gealtert ist.


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