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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: EINE REINE FORMALITÄT - Giuseppe Tornatore
PostPosted: 22.05.2016 22:23 
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Produktionsland/Jahr: Italien, Frankreich 1994
Darsteller: Gérard Depardieu, Roman Polanski, Sergio Rubini, Nicola Di Pinto, Paolo Lombardi, Tano Cimarosa
Drehbuch: Giuseppe Tornatore
Produziert von: Mario & Vittorio Cecchi Gori
Musik: Ennio Morricone

Ein Mann rennt bei strömendem Regen wie verrückt durch den Wald. Polizisten stoppen ihn schließlich und verhaften ihn. Onoff, so sein Name, schäumt auf dem Revier vor Wut, doch die Beamten lassen sich nicht irritieren und warten die Ankunft des Inspektors ab. Nach seinem Eintreffen beginnt dieser mit einer konzentrierten Befragung Onoffs. Zwar stellt sich bald heraus, dass der Verdächtige ein weltbekannter Schriftsteller ist, doch in der Nähe wurde eine Leiche mit völlig entstelltem Gesicht gefunden. Bald wird deutlich, dass Onoff nicht die Wahrheit sagt, und sein schwaches "Ich kann mich nicht erinnern" klingt überaus verdächtig...
(Ofdb; Prisma-Online.de)

Giuseppe Tornatore legt hiermit ein überwiegend unaufgeregtes, aber intensives Kammerspiel vor, das mich oft sehr an DAS VERHÖR von Claude Miller erinnert hat.
Bis auf Anfang und Ende spielt sich, abgesehen von 2-3 Szenen, alles in einem einzigen Raum ab.
Ein Film, der sich nach und nach bis zum Ende hin wie ein Puzzle zusammenfügt und dadurch Spannung aufbaut.
Natürlich tragen Depardieu und Polanski mit ihren Leistungen einen großen Teil zur Unterhaltung bei und folglich zur hohen Qualität des Films, aber da ist auch noch etwas Anderes.
Nämlich die Musik von Ennio Morricone.
Selten eingesetzt, aber wenn, dann sorgt sie für die Perfektion jener Szenen.
Bereits die Eröffnungsszene ist ein gutes Beispiel: Aus der First-Person-Perspektive sehen wir jemanden am späten Abend, im Dunklen, bei strömendem Regen durch den Wald laufen.
Untermalt wird diese Szene nur von Streichern und Flöten.
Melodisch kann man das nicht wirklich nennen, aber gerade die Streicher bieten derart treibende Klänge, dass es einfach perfekt zu dieser "Flucht" passt.
Im weiteren Verlauf sorgen gewisse Szenen, wo plötzlich mit hektischen Zwischenschnitten ins eigentliche Geschehen eingegriffen wird (sollen wohl Erinnerungsfetzen von Onoff sein), für zusätzliche Spannung, aber vor allem auch Abwechslung.
Ganz ohne einige lautere oder brutale, blutige Szenen, kommt der Film auch nicht aus, aber das ist durchaus als Positiv zu sehen.
Denn auch das ist nicht nur als ein weiteres Mittel, um für Abwechslung zu sorgen, sondern macht auf der einen Seite auch die Verzweiflung Onoffs und auf der anderen Seite die Gereiztheit der Inspektors deutlich.
Unter Berücksichtigung all dieser Kleinigkeiten, die Großes bewirken, kann ich sagen, Tornatore ist auch damit wieder ein hervorragender Film gelungen, den ich uneingeschränkt empfehlen möchte!
8,5/10

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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