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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: IL TESTIMONE - Pietro Germi
PostPosted: 02.09.2019 14:38 
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Produktionsland/Jahr: Italien 1946
Darsteller: Roldano Lupi, Marina Berti, Ernesto Almirante, Sandro Ruffini, Arnoldo Foà, Angelo Calabrese, Alfredo Salvadori, Dino Maronetto
Drehbuch: Pietro Germi, Diego Fabbri, Cesare Zavattini, Enrico Ribulsi
Produziert von: Salvo D'Angelo
Musik: Enzo Masetti

Pietro Scotti (Roldano Lupi) wird wegen Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt.
Dank seines Anwalts, der einen wichtigen Zeugen (Ernsto Almirante) bestochen hat, kommt er dennoch frei.
Die Katastrophe wurde abgewendet, Scotti glaubt daraufhin, sein Leben normal weiterführen zu können.
Doch es dauert nicht lange, bis er diesem einen Zeugen, namentlich Giuseppe Marchi, wieder begegnet.
Fortan häufen sich die Begegnungen und die wiedereingekehrte Ruhe in seinem Leben ist schnell wieder dahin.
Scotti wird zunehmend nervöser und misstrauischer, was hat Marchi vor?

1946, der Neorealismus befindet sich nach einer von Vittorio De Sica mit seinem Film SCHUHPUTZER eingeleiteten Revolution in einer ersten Hochphase.
Rossellini hat den Neorealismus im Jahr zuvor als Möglichkeit zur Kriegsaufarbeitung begründet, De Sica geht in eine ganz andere Richtung, indem er sich auf das Leben der einfachen Leute konzentriert.
Pietro Germi wiederum geht in IL TESTIMONE wieder einen eigenen Weg.
Er verbindet einen vordergründigen Krimi mit neorealistischen Einflüssen.
In der Umsetzung zeigt er sich durchaus kompetent, schafft ein in den einzelnen Szenen formal durchaus gelungenes Werk.
Allerdings sind diese "einzelnen Szenen" auch die eine große Schwäche des Films.
Denn über weite Strecken ist es gefühlt nämlich nicht ein normaler Film, eine flüssig erzählte Geschichte, sondern nur eine lose Aneinanderreihung von Szenen.
Das Drehbuch ist trotz der Mitarbeit einer Größe wie Cesare Zavattini sehr schwach - dramaturgisch ist der Film ein einziger Fleckenteppich.
Nach dem Vorspann werden wir mitten in den Prozess geworfen, wissen nicht, wer der Angeklagte ist, was genau passiert sein soll, wo der ominöse Zeuge herkommt, was genau er gesehen haben will usw.
Das einzige, was dabei, von Anfang an, klar und eindeutig herausgestellt wird, ist, dass die Taschenuhr von Marchi anscheinend eine nicht unwesentliche Rolle in dieser Angelegenheit spielt.
Alles andere rund um die beteiligten Personen und die Tat selbst bleibt bis zuletzt im Dunkeln.
Eine Liebesgeschichte wird als Nebenhandlungsstrang im weiteren Verlauf noch angebahnt, aber das ist nur eine schwache Ablenkung von dem Chaos, das in der Hauptsache, dem eigentlichen Kernthema des Films, herrscht.
An und für sich, nüchtern betrachtet, ist das katastrophal.
Inwieweit allerdings das Gelingen der Umsetzung der einzelnen Szenen Germi selbst - also einem bereits vorhandenen atmosphärischen und ästhetischen Gefühl derartiger Ausprägung bei einem Regie-Neuling - zu verdanken ist, kann ich nicht abschließend beurteilen.
Denn der Film entstand unter Supervision von Alessandro Blasetti, einem damals schon angesehenen Könner seines Fachs, und ich weiß nicht, wie groß seine Einflussnahme auf die letztliche Inszenierung war.
Ich bleibe für das Gesamtwerk jedenfalls bei einer Durchschnittswertung - 5/10.

Ganzer Film:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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