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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 01.02.2012 20:13 
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DIE GROßE ORGIE kommt im März auf DVD (Donau Film), sowohl die dt. Kinofassung als auch eine um 16 Minuten längere Fassung.
Ich kenne den Film nicht, und weiß auch nicht wo man den einordnen soll.
Auf alle Fälle geht es wohl ziemlich kontrovers und nackig zu.
Der Film ist auch nicht rein italienisch, sondern eine Co-Produktion mit Jugoslawien.

Hier das Cover der it. DVD.

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 Post subject: Re: DIE GROßE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 01.02.2012 20:43 
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Kenne ich auch nicht, würde ich mir dann aber blind zulegen.

Danke für den Tip. 8-)

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 Post subject: Re: DIE GROßE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 01.02.2012 21:04 
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 Post subject: Re: DIE GROßE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 01.02.2012 21:24 
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Nice! 8-) :mrgreen:

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 Post subject: Re: DIE GROßE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 16:15 
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hat übrigens eine nette Asisynchro mit Danneberg & Co ^^

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 Post subject: Re: DIE GROßE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 16:58 
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Oha muss ich haben den Film... :)

Man ich komm ja gar nimmer hinteher, soviel zeugs kommt das ich haben will :( :?

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 17:26 
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Wer nochmal das "ß" in einen GROSSEN TITEL packt, bekommt einen Tritt in die NüSSe :!: :twisted:

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 17:33 
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SPAß muß sein

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 17:46 
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Anti-Hero wrote:
Wer nochmal das "ß" in einen GROSSEN TITEL packt, bekommt einen Tritt in die NüSSe :!: :twisted:


So hieß der Titel nun mal im Original.

:mocking:

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 Post subject: Re: DIE GROßE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 17:49 
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reggie wrote:
Man ich komm ja gar nimmer hinteher, soviel zeugs kommt das ich haben will :( :?


Das habe ich die Tage auch schonmal gedacht.
Eigentlich ja eine schöne Sache, woll.
:mrgreen:

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 19:54 
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Anti-Hero wrote:
Wer nochmal das "ß" in einen GROSSEN TITEL packt, bekommt einen Tritt in die NüSSe :!: :twisted:

Da bin ich voll und ganz bei dir, mein Lieber, ich hasse das 'ß' wie die Pest, aber gib mal bitte "GROSSE ORGIE" bei der Ofdb ein und dann versuch's mal mit unserem verhassten 'ß'... what a difference the Suchfunktion makes... just one shitty Buchstabe...

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 21:29 
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Das "ß" ist mittlerweile ja sogar in den Unicode-Standard aufgenommen worden („Latin Capital Letter Sharp S“).

Ich kämpfe für den Erhalt des Eszett. :schilder_demo:

Das große Eszett.

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 03.02.2012 22:15 
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Nee, sieht furchtbar aus.

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 04.02.2012 12:00 
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Hier das Cover der DONAU FILM DVD:

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TRAXX wrote:
aber gib mal bitte "GROSSE ORGIE" bei der Ofdb ein

Wird ergänzt, damit es so Banausen wie ihr den auch findet. 8-)

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 20.05.2013 17:57 
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Die große Orgie (OT: Vizi privati, pubbliche virtù; Italien/Jugoslawien; 1976; Miklós Jancsó)

Ein junger Mann, der der Thronfolger in einer Adelssippe ist, will die "feine Gesellschaft" bei einer perfekt eingefädelten Orgie bloßstellen... (oder so ähnlich - ist eh egal)

Oh Gott, was hab ich mir alles von dem Film versprochen, und was ist er doch tatsächlich für ein abstoßendes Blendwerk. Zwei Dinge, die besonders herb auffallen: Die Dialoge, die ganz derb und ungehemmt rüberkommen sollen, aber doch nur furchtbar gestelzt wirken. Und die Sinnenfreuden, welche der Film auf völlig zügellose und ausschweifende Weise zelebrieren möchte, die allerdings ebenfalls nur ein gekünsteltes, unförmiges Etwas bleiben. Borowczyk und Pasolini werden dazu desöfteren als Vergleich herangezogen - und ja, es würde mich nicht wundern, wenn diese beiden Regisseure zu ihren schlimmsten Zeiten genauso ekelhaft prätentiös zu Werke gegangen sind. Dass sowas dann oft noch zahlreiche positive Reviews erntet, macht mich ehrlich gesagt etwas ratlos. Vermutlich lässt sich ein Großteil des Publikums von solchen vorgetäuscht anspruchsvollen Filmen tatsächlich einreden, dass es nur zu dumm ist, wenn es sowas nicht gut findet, und traut sich deshalb nicht, die Filme so schlecht zu finden, wie sie in Wirklichkeit sind.

Wer sich noch ein bisschen auf seine Gefühle verlässt, dem wird in jeder Minute bewusst sein, dass das hier nicht das große und echte Kino ist, das es - mit großem Aufwand - vorgibt zu sein, sondern nur eine durch und durch falsche, hoffnungslos gescheiterte Möchtegern-Version davon. Was bin ich froh, dass mir dieser Unterschied noch auffällt!

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 21.05.2013 10:10 
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Chet wrote:
Wer sich noch ein bisschen auf seine Gefühle verlässt, dem wird in jeder Minute bewusst sein, dass das hier nicht das große und echte Kino ist, das es - mit großem Aufwand - vorgibt zu sein, sondern nur eine durch und durch falsche, hoffnungslos gescheiterte Möchtegern-Version davon. Was bin ich froh, dass mir dieser Unterschied noch auffällt!


Hatte den bisher nur auf Italienisch ohne Untertitel gesehen und trotz Sprachschwäche doch relativ sicher gebauchgefühlt was du im Grunde nun bestätigst. Als ich gerade oben von assigen Synchro las, da hoffte ich, daß es vielleicht auf diese Art eine Aufwertung geben würde, die daraus ein unterhaltsames Gruppenevent macht, auf das sich positive Reviews gestützt haben könnten. Wenn ich dich richtig verstehe, bleibt das aber im Grunde auch aus? Dann frage ich mich, welchen Film manch anderer gesehen haben will.

Was die Vergleiche zu Walerian Borowczyk und Pier Paolo Pasolini angeht, da bin ich vielleicht auch nicht ausreichend in der Materie, um ihre Filmographie voll bewerten zu können. Ich maße mir aber an zu behaupten, daß beide in der Lage waren bessere Filme abzuliefern, wenngleich ich insbesondere den eigentlich ja nur aus einer Episode aus Unmoralische Geschichten aufgeblähten La bête aber sogar den so heiß kontroversierten Die 120 Tage von Sodom, den ich in sehr jungen Jahren in der unwesentlich gekürzten Stern Serie Meisterwerke des Films noch unachtsam durchgespult, zu Zeiten seiner Premiere-Ausstrahlung dann mit gemischten Gefühlen voll rezipiert habe, in der Breite doch für deutlich überschätzt halte.

Das mag dem zeitgenössischen Wert ungnädig gegenüber erscheinen, oder den nötigen Abstand zu einer "Wir tun jetzt mal schön pervers" Mentalität als sinnvoll untermauern, denn zu behaupten, daß damals mit der Auslotung moralischer Grenzen alles gut und richtig war, halte ich für kurzsichtig.

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 01.06.2013 18:10 
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Intergalactic Ape-Man wrote:

Hatte den bisher nur auf Italienisch ohne Untertitel gesehen und trotz Sprachschwäche doch relativ sicher gebauchgefühlt was du im Grunde nun bestätigst. Als ich gerade oben von assigen Synchro las, da hoffte ich, daß es vielleicht auf diese Art eine Aufwertung geben würde, die daraus ein unterhaltsames Gruppenevent macht, auf das sich positive Reviews gestützt haben könnten. Wenn ich dich richtig verstehe, bleibt das aber im Grunde auch aus? Dann frage ich mich, welchen Film manch anderer gesehen haben will.

Das frage ich mich auch! Die Synchro macht jedenfalls alles nur noch viel viel schlimmer. Vielleicht höchstens was für beinharte Fans von allem, was sich nach rotziger Prollsynchro anhört, egal ob es zum Film passt oder nicht.

Man hat auch noch ganz plumpe Kapitalismuskritik in die Dialoge gepackt. Weiß nicht, inwiefern sich sowas schon in der Orginalfassung findet, aber ist auch egal, es passt einfach alles hinten und vorne nicht.

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 21.07.2013 21:23 
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Dann möchte ich für Jancso in die Presche springen.
Auf ihn wurde ich durch zweierlei Aufmerksam: Amos Vogel besprach knapp 5 seiner Filme in seinem Kino wider die Tabus und das britische Label Second Run war so freundlich vier seiner Filme in letzter Zeit neu herauszubringen.
Die grosse Orgie war nicht dabei. Warum das so war kann ich mir auch denken.
Jancso gewann 1972 den Regisseurpreis in Cannes, danach ging es mit seiner Karriere auch wieder bergab, da sich seine Art zu Filmen anfing zu, nun, wiederholen.

Wie es nun zur grossen Orgie kam, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht war es das Geld. Werde aber mal ein paar Lexika wälzen. Denke aber auch, dass der Film in einer anderen Synchro nicht ein viertel so bescheuert ist. Das sie dort vom grossen Boss und Multikonzernen sprechen ist abwegig und irritierend.

Aber was haben wir im Film: Wir haben den potentiellen Thronfolger der K.U.K. Monarchie Rudolph, dessen Vater war der ewige Kaiser Joseph der 1. der unglaubliche 68 Jahre herrschte. Rudolph hatte wenig Interesse am erstarrten Führungsstil des Vaters. Dessen Führungsstil als reformunwillig zu bezeichnen wäre euphemistisch. Er selbst musste seine Tante heiraten. War selbst aber in eine Lady verliebt die den Vorteil hatte, nicht seine Tante zu sein.
Er will diesen ganzen erstarrten Schmonz durchbrechen und feiert Orgien. Im Film selbst haben wir dann die Polarität: Einerseits die Erotik und das Freizügige andererseits die immer wiederkehrenden Boten des Vaters, in ihren Uniformen und strengen Vorschriften, die ihm Ultimaten setzen, welche Rudolph ablehnt.

Am Schluss gibt es viele Tote, unter anderem Rudolph und seine Freundin. Jancso nun lenkt von der offiziellere Variante des Selbstmordes hin zu einem Auftragsmordes des Umfelds seines Vaters.

Einige Szenen erinnern noch an den frühren Jancso: Etwa die mehrmütige Szene mit den Volkstänzen, wir haben fast das gleiche bei The Round-up, lange, lange Szenen ohne Schnitt. Die Musik ist eh teilweise wunderbar. Auch das Motiv mit dem Militär als wahrer fremder Rechte trat in vielen seiner vorigen Filme auf.
Mir gefiel ebenfalls die Szene in der ein Hermaphrodit einen Mann vögelt, der die Maske des Kaisers Joseph trägt. Das war wie die entsprechende Hitleranalsexszene in Genets Totenfest.

Also, sonderlich radikal kam mir der Film nicht vor, ich denke mit einer besseren Synchronisation würde er auch einen anderen Zugang gewähren. Aber DAS Meisterwerk von Jancso sehe ich da auch nicht.

Rudolph trat übrigens auch 5 Jahre vorher in einem surrealistischen polnischen Film von Wojciech Has auf: Sanatorium pod Klepsydrom. Vielleicht schaffe ich es die nächsten Tage, dazu ein paar Zeilen zu schreiben.

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 Post subject: Re: DIE GROSSE ORGIE - Miklós Jancsó
PostPosted: 02.01.2015 11:04 
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Immer auf der Suche nach seltsamen Filmen und weil mich die Geschichte um den Selbstmord-Rudolf und Mayerling schon immer interessiert hat und ich die diversen Verfilmungen gesehen habe, habe ich mir Die große Orgie besorgt.

Der Regisseur Jancsó sagte mir gar nichts, insofern war ich relativ unvoreingenommen.

Also den oft hymnischen Rezis kann ich mich nicht anschließen. Zwar fand ich viele Aspekte wirklich bemerkenswert, andererseits fand ich aber auch vieles sehr schwach. Auch 1976 dürfte hier vielen Zuschauern der Kontext gefehlt haben. Was ist der Sinn von Gesellschaftskritik, wenn man sie bestenfalls erahnen kann? Klar war die Idee gut, tun wir der steifen Adelsschickeria was in den Drink, dann vögeln sie lachend um die Wette und wir erpressen den Kaiser damit. Shocking! Nur wenn die besagten Adligen auf der Leinwand nicht einmal ansatzweise die nötige Spießigkeit und Moral sehen lassen, verpufft die Wirkung völlig.

Das illustriert unter anderem so schön die Szene am Anfang der "Orgie" – wobei der Begriff hier arg strapaziert ist, nudistisches Herumgetanze und ein bisschen Busengegrapsche qualifiziert sich nun wirklich nicht als Orgie -, in der die dauerbekiffte Freundin des Kronprinzen noch vor den KO-Tropfen halbnackt durch die Reihen der feinen Gesellschaft tänzelt und das nicht einem der Honorationen von 1889 auch nur ein Arschrunzeln wert ist. Auch wenn der ganzer KuK-Hintergrund nur als Aufhänger diente, unterstellt man doch, dass so etwas schon als Skandälchen gereicht hätte, um zumindest schiefe Blicke zu provozieren. Hier freuen sich alle. Kann ich verstehen, war ja auch ein hübscher Busen. Aber das soll eine Provokation sein? Nöö, wirklich nicht.

Und so ist hier zu vieles prätentiöses Polittheater, als dass man es ernst nehmen könnte. Wie rebellisch, das Porträt des Kaisers dauernd anzuspucken. Oder eher doch pubertär? Vermutlich sah man das 1976 anders, aber das ist alles schlecht gealtert.

Als Film funktionierte das für mich überhaupt nicht. Das war alles zu steif und trotz der Dauernacktheit zu theatermäßig, um das Interesse aufrecht erhalten zu können.

Andere Sachen hingegen waren erstaunlich. Die Kaiser Franz-Josef-Masken erinnerten frappierend an spätere Gegenstücke wie Reagan-Masken oder Nixon-Masken. Und ich kann mich nicht erinnern, in einem Film aus dieser Zeit so viel männliche Frontal Nuditiy gesehen zu haben außerhalb eines Pornos, sowohl in Qualität als auch Quanität. :shock: Das gäbe es nicht mal heute. Auch gefilmt war das wunderschön. Und auch wenn viele der manchmal surrealen Szenen die Subtilität stalinistischer Propaganda hatten, minderte das nicht die Wirkung.

Die deutsche Synchro erfüllte hingegen den Tatbestand der Sabotage. Prollige Drübersynchro kann ja ganz witzig sein, aber hier hat sie bewusst den Inhalt auf eine so dummdreiste Weise verfälscht, dass man nur den Kopf schütteln konnte. Jeglicher historische Bezug wurde hier konsequent rausgeixt und durch dümmlichen Kapitalismuskritikjargon ersetzt. Irgendwann habe ich zur italienischen Tonspur umgeschaltet, weil es unerträglich war. Leider gab es bei den deutschen Untertiteln keine Neuübersetzung - ein ganze dickes Minus - , sondern den Schwachsinn nur geschrieben. Immerhin konnte man selbst ohne italienische Sprachkenntnisse hören, wie grausam der ist. Das deutliche "Kaiser" durch die schöne Übersetzung "Oberboss" zu ersetzen, mag ja dem einen oder anderen einen Lacher wert sein, wenn es aber um eine im Kern historische Geschichte geht, wo damit eine ganz bestimmte Person gemeint ist, ist es fahrlässiger Schwachsinn.


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