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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DAS MEER IN MIR - Alejandro Amenábar
PostPosted: 28.05.2020 00:43 
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Produktionsland/Jahr: Spanien, Frankreich, Italien 2004
Darsteller: Javier Bardem, Belén Rueda, Lola Dueñas, Mabel Rivera, Celso Bugallo, Tamar Novas, Joan Dalmau, Clara Segura, Josep Maria Pou
Drehbuch: Alejandro Amenábar & Mateo Gil
Produziert von: Alejandro Amenábar & Fernando Bovaira
Musik: Alejandro Amenábar

Seit einem Badeunfall vor 27 Jahren ist Ramón (Javier Bardem) vom Hals abwärts gelähmt, an den Rollstuhl gefesselt und ständig auf die Hilfe anderer angewiesen.
Er lebt bei seinem Bruder und seiner Schwägerin und wünscht sich nichts sehnlicher als den Tod, obwohl er von Verwandten und Freunden liebevoll umsorgt wird. Um zu sterben, bräuchte er allerdings fremde Hilfe und die verbietet sowohl der spanische Staat, als auch die katholische Kirche. Ramón ist jedoch fest entschlossen öffentlich für sein Recht auf einen selbstbestimmten Tod zu kämpfen...
(Ofdb)

Amenábar nimmt sich der Geschichte von Ramón Sampedro an, der nach einem Badeunfall jahrzehntelang um das Recht auf einen selbstbestimmten Tod gekämpft hatte.
Und das auf nüchterne und distanzierte Art und Weise, ohne jemals Stellung für oder gegen die Sterbehilfe zu beziehen, allerdings nicht, ohne zum Nachdenken anzuregen.
Wo hört das Leben auf, leben zu sein, wo fängt es an, nur noch die reine Existenz zu sein, eine Qual zu sein?
Wenn das Leben kein Leben mehr ist, man aber noch gezwungen ist, zu existieren und diese Existenz für den Betroffenen keinen Wert mehr hat, weil sie ihm nur noch Schmerz bereitet (wenn es auch nur der seelische ist), sollte derjenige dann nicht das Recht haben, seinem sogenannten Leben - auch unter Mithilfe anderer - ein Ende zu setzen?
Wer diesen Film gesehen hat, wird noch länger darüber nachdenken und das ist, schätze ich, das Beste, was einem Regisseur bei so einem Film gelingen kann.
DAS MEER IN MIR ist dabei weit von aller Sensationslüsternheit entfernt, setzt auf Ruhe und Einfühlsamkeit und berührt damit, ohne kitschig zu werden.
Hin und wieder durchbricht Amenábar diese Ruhe aber doch und gönnt sich und dem Zuschauer Visualisationen von Ramóns Wunschgedanken, wenn er (Ramón) bspw. als ob überhaupt nichts wäre aus seinem Bett aufsteht, aus dem Fenster springt, an den Strand fliegt (in First-Person-Einstellung) und dort Julía (Belen Rueda) küsst.
Aber das ist gut, macht den Film nur noch intensiver und es dem Zuschauer leichter, sich einzufühlen.
Apropos Flug: Auch die Zeit verfliegt regelrecht - zwei Stunden vergehen, ohne dass ich gedacht hätte, dass es zwei Stunden wären.
Ich persönlich frage mich nach diesem Film auch: Ist es nicht so, dass oft gerade die, die (vermeintlich oder tatsächlich) am wenigsten können, am meisten bewegen?
Ja, der Film wirft Fragen auf, aber was konnte denn besseres passieren?
Er regt zum Nachdenken an, er berührt, ohne kitschig zu werden und er fasziniert - in seiner Gelassenheit und über die Bilder.
Darüber hinaus beeindruckend interpretiert, insbesondere von Javier Bardem, Belén Rueda (in ihrer ersten Rolle), Lola Dueñas und Clara Segura.
Von mir gibt's die vollste Empfehlung für den Film!
9/10

Deutscher Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Spanischer Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: DAS MEER IN MIR - Alejandro Amenábar
PostPosted: 28.05.2020 07:50 
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Der hatte mich auch sehr berührt. Ein intensiver Film, der, wie Du ganz richtig scheibst, viele Gedanken anstößt und sehr nachdenklich macht, ohne dabei aber zu vergessen dass ein Film auch unterhalten soll.

Sbirro Di Ferro wrote:
Auch die Zeit verfliegt regelrecht - zwei Stunden vergehen, ohne dass ich gedacht hätte, dass es zwei Stunden wären.

Ging mir ganz genauso! Und auch ich habe damals 9 von 10 Traumpunkte für diesen außergewöhnlichen Film vergeben ... :)

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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