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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 18.01.2019 00:20 
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Produktionsland/Jahr: Großbritannien, USA, Irland 1972
Darsteller: Susannah York, René Auberjonois, Marcel Bozzuffi, Hugh Millais, Cathryn Harrison, John Morley
Drehbuch: Robert Altman
Produziert von: Tommy Thompson
Musik: John Williams

Schriftstellerin Cathryn hat sich in einem verlassenen Landhaus zurückgezogen, wo sie hofft, in aller Ruhe ein Kinderbuch fertigstellen zu können. In eben diesem Haus beginnt Cathryn jedoch eine Veränderung in ihrem Leben festzustellen: Daran verzweifelnd, dass die Männer ihres Lebens immer gewalttätiger wurden, steigert sie sich nach einem psychotischen Anfall in den Wunsch, all diese Männer zu töten - obwohl einige längst dahingeschieden sind.
(Moviepilot)

Altmans einziger Versuch eines Psychothrillers.
Der Film wird ja auch oft und gerne mit Filmen wie EKEL verglichen und kommt dabei i.d.R. schlechter weg.
Nun, anfangs war ich noch optimistisch, da ich ja Polanski im Allgemeinen auch nicht sonderlich hoch einschätze, aber dieser Optimismus ist relativ schnell verflogen und am Ende, denke ich, kann ich mich hier doch nur der Allgemeinheit anschließen.
SPIEGELBILDER ist ja bis heute eines der weniger beachteten Werke von Robert Altman und das, wie man sieht, aus gutem Grund.
Da geht immer wieder die Spannung verloren, da fehlt, im Vergleich zu EKEL, die Dichte und die meisten Schockmomente verfehlen ihre Wirkung.
Der surreale Unterbau bricht ein, das Handlungsgerüst fällt in sich zusammen.
Zudem hat mich Susannah York, die ja immerhin die Hauptdarstellerin ist, nicht wirklich überzeugt.
Sie war es auch, die die Romanvorlage zum Film verfasst hat und da wäre wesentlich mehr Potenzial drin gewesen, als Altman letztendlich in Filmform herausgeholt hat.
Was bleibt, ist der verzweifelte Versuch, dem Film musikalisch noch ein bisschen mehr Substanz und Wirkungskraft zu verleihen.
Nämlich hat sich John Williams Unterstützung von Stomu Yamashta geholt, der mit ins Avantgardistische gehenden Klangbildern (Melodien in dem Sinn sind es nicht) offenbar die Gefühlswelt der Protagonistin widerspiegeln sollte.
Getrieben, nervös, ängstlich sollte es anscheinend wirken, was aber auch nur teilweise gelingt.
Und spätestens beim unbefriedigenden Ende ist leider endgültig klar, dass hier absolut nichts wirklich rund läuft, wirklich passt.
Überall verschenktes Potenzial, worüber ich auch nachdenke, es gibt keinen Bereich, der nicht irgendwo zu Wünschen übrig lässt.
Seine guten Momente hat der Film zwar zweifellos auch, aber das reicht mir momentan nicht für mehr als 5/10.

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Last edited by Sbirro Di Ferro on 22.01.2019 23:48, edited 2 times in total.

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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 18.01.2019 04:56 
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Das sehe ich vollkommen anders. "Spiegelbilder" ist einer meiner Lieblingsfilme und einer der atmosphärisch stärksten Filme, die ich kenne, und spannend bis zur Beklemmung. Ich kann mir schon denken, dass der Film nicht jedermanns Sache ist und zu seiner Zeit teilweise von den Kritikern nicht gut aufgenommen wurde, die von Altman (nach dessen Komödie "M.A.S.H.") eine andere Art von Filmen erwartet haben. Es gab aber auch positives Echo wie z. B. die Auszeichnung von Susannah York als beste Darstellerin in Cannes. Aus meiner Sicht ist der Film seiner Zeit voraus und erinnert in manchen Hinsichten an Filme von David Lynch (Lost Highway, Mulholland Drive). Der Film bricht mit der Einheit von sichtbarer Figur und Charakter, so dass man meint, mehrere Versionen einer Figur zu sehen bzw. dass Figuren miteinander vertauscht werden. Näher will ich das jetzt nicht beschreiben, stattdessen kann ich nur raten, sich den Film selbst anzusehen. Dementsprechend haben die Figuren die Vornamen der Schauspieler, nur miteinander vertauscht (Susannah York spielt Cathryn, Cathryn Harrison spielt Susannah, René Auberjonois spielt Hugh, Hugh Millais spielt Marcel und Marcel Bozzuffi spielt René). Bei der Aussage im vorigen Post, Susannah York habe die Buchvorlage zum Film geschrieben, handelt es sich um einen Irrtum: Es wurde ein von Susannah York geschriebenes märchenhaftes Kinderbuch ("In Search of Unicorns") in den Film einbezogen, aus dem ihre Figur (eine Schriftstellerin) mitunter sich selbst Passagen vorliest, während sie das Manuskript überarbeitet. Diese regelmäßig vorkommenden Sequenzen wirken mitunter wie eine eigene Handlung, die sich dem Zuschauer aber nur ansatzweise erschließt.
Die Sounds von Stomu Yamash'ta haben eine manchmal unterschwellig stimulierende, manchmal lautstarke und verstörende Wirkung, die an Intensität durchaus mit Goblins Suspiria verglichen werden kann. John Williams hat hier sicher eine seiner subtilsten Arbeiten abgeliefert und zeigt sich manchmal auch von einer ungewohnt avantgardistischen Seite. Besonders beeindruckend finde ich die Arbeit von Vilmos Zsigmond, der wunderschöne Landschaften zeigt, über denen aber meist eine düstere Stimmung liegt. Für mich ein klarer Fall von 10/10.

P.S. Finde es auch etwas seltsam, dass Sbirro sich mit seiner Wertung im Einklang mit der Allgemeinheit sieht. Die Durchschnittsnoten für den Film (IMDB, Rotten Tomatoes, OFDb) liegen zwischen 7 und 8 von 10 Punkten.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 18.01.2019 10:41 
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Wie Sbirro Di Ferro hier auf mittelmäßig kommt, kann auch ich nicht ansatzweise nachvollziehen. "Images" ist ein spannender, rätselhafter, atmosphärisch dichter Psychothriller mit sehr schöner Photographie und einem bisweilen an den Nerven sägenden Soundgerüst. Sehr empfohlen!

Schade, dass PIDAX nur eine DVD auf den Markt gebracht hat. HD-Abhilfe schafft ARROW.


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 18.01.2019 10:52 
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Konnte von dem Film neulich die alte VHS Synchronfassung geniesen. Ist mMn zur TV Synchro auf der DVD eine deutliche Steigerung.


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 18.01.2019 19:47 
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@Adalmar:

Auf David Lynch wäre ich bei SPIEGELBILDER nicht gekommen (leider).
Gut, was die Charakterzeichnung von Cathryn angeht, hast du vermutlich recht, das ist ziemlich sicher ein Fall von gespaltener Persönlichkeit, das kann man vielleicht mit Lynch in Verbindung bringen.
Aber ansonsten ist Lynch nochmal eine ganz andere Ebene, steht meilenweit über Altman (rein auf diesen Film bezogen).
Sowohl was Ästhetik, Sounddesign als auch Intensität betrifft, kommt Altman da nie auch nur in die Nähe.
Und bei deinem P.S. handelt sich dann wiederum um ein Missverständnis deinerseits.
Das "mich der Allgemeinheit anschließen" bezieht sich nur und ausschließlich auf den Vergleich EKEL - SPIEGELBILDER.
Da liest man oft genug, dass der Altman-Film schlechter wegkommt.

Ich habe mir übrigens die Arrow-BD besorgt, also an der Synchro kann es nicht liegen.
Und bevor noch zig andere daherkommen und sich über die durchschnittliche Bewertung aufregen: Es ist nicht aller Tage Abend, es war sicher nicht die letzte Sichtung, also mal schauen, wohin sich das vielleicht noch entwickelt.


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 18.01.2019 20:13 
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Bislang kenne ich von Altman nur "The Long Goodbye", der mächtig mit den Genreformeln des "Noirs" spielt; der Film hat mir ziemlich gut gefallen, weshalb mich der SPIEGELBILDER doch neugierig macht - und Vilmos Zsigmond als DoP! Da kann die Bildgestaltung sicherlich nicht schlecht ausgefallen sein... ach, solche Vergleiche zu anderen Filmen - wie hier zu EKEL - würde ich nicht so eng sehen, da soll ja doch nur eine Annäherung zum ähnlichen Thema usw. geschaffen werden. Wahrscheinlich wird man SPIEGELBILDER erst so richtig einschätzen können, wenn man einige Werke von Altman gesehen hat und dann einen gewissen "persönlichen Stil" heraussehen kann...


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 19.01.2019 02:34 
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Adalmar wrote:
Das sehe ich vollkommen anders. "Spiegelbilder" ist einer meiner Lieblingsfilme und einer der atmosphärisch stärksten Filme, die ich kenne, und spannend bis zur Beklemmung. Ich kann mir schon denken, dass der Film nicht jedermanns Sache ist und zu seiner Zeit teilweise von den Kritikern nicht gut aufgenommen wurde, die von Altman (nach dessen Komödie "M.A.S.H.") eine andere Art von Filmen erwartet haben. Es gab aber auch positives Echo wie z. B. die Auszeichnung von Susannah York als beste Darstellerin in Cannes. Aus meiner Sicht ist der Film seiner Zeit voraus und erinnert in manchen Hinsichten an Filme von David Lynch (Lost Highway, Mulholland Drive). Der Film bricht mit der Einheit von sichtbarer Figur und Charakter, so dass man meint, mehrere Versionen einer Figur zu sehen bzw. dass Figuren miteinander vertauscht werden. Näher will ich das jetzt nicht beschreiben, stattdessen kann ich nur raten, sich den Film selbst anzusehen. Dementsprechend haben die Figuren die Vornamen der Schauspieler, nur miteinander vertauscht (Susannah York spielt Cathryn, Cathryn Harrison spielt Susannah, René Auberjonois spielt Hugh, Hugh Millais spielt Marcel und Marcel Bozzuffi spielt René). Bei der Aussage im vorigen Post, Susannah York habe die Buchvorlage zum Film geschrieben, handelt es sich um einen Irrtum: Es wurde ein von Susannah York geschriebenes märchenhaftes Kinderbuch ("In Search of Unicorns") in den Film einbezogen, aus dem ihre Figur (eine Schriftstellerin) mitunter sich selbst Passagen vorliest, während sie das Manuskript überarbeitet. Diese regelmäßig vorkommenden Sequenzen wirken mitunter wie eine eigene Handlung, die sich dem Zuschauer aber nur ansatzweise erschließt.
Die Sounds von Stomu Yamash'ta haben eine manchmal unterschwellig stimulierende, manchmal lautstarke und verstörende Wirkung, die an Intensität durchaus mit Goblins Suspiria verglichen werden kann. John Williams hat hier sicher eine seiner subtilsten Arbeiten abgeliefert und zeigt sich manchmal auch von einer ungewohnt avantgardistischen Seite. Besonders beeindruckend finde ich die Arbeit von Vilmos Zsigmond, der wunderschöne Landschaften zeigt, über denen aber meist eine düstere Stimmung liegt. Für mich ein klarer Fall von 10/10.


Hätte ich genau so auch schreiben können. Ist auch einer meiner Lieblingsfilme. Lynch - so sehr ich ihn schätze - kommt da für mich mit keinem Film so ganz ran. Wobei der Vergleich wahrscheinlich nicht zielführend ist. Ich denke Lynch inszeniert immer mehr auf einen bestimmten Effekt/Spannung hin, was Sbirro bei SPIEGELBILDER wohl vermisst hat. Aber darum geht es bei Altmans Film ja eben nicht: der Film ist eben kein Psychothriller, allenfalls ein Psychogramm. Für mich aber auch ein absoluter Gänsehaut-Film und somit letztlich ein Horrorfilm.

Den Vergleich zu Polanskis EKEL finde ich aber interessant, denn mit dem bin ich bis heute komischerweise nie so ganz warm geworden. Klar der Film ist ein Meilenstein und das spreche ich ihm nicht ab, aber irgendwie entfaltet er sich für mich nicht recht. Die Erstsichtung vor vielen Jahren war noch am besten, aber bei erneuten Sichtungen hat mich EKEL eher gelangweilt. Am interessantesten war da eher noch auf technische Aspekte zu achten. *

SPIEGELBILDER habe ich dagegen bei Zweit- und Drittsichtungen nochmal mehr ins Herz geschlossen. Kamera, Musik, Sounddesign, aber auch Susannah York greifen da so ungeheuer perfekt ineinander, dass man da gar nicht drauf kommt, auf technische Dinge zu achten.

* So ähnlich geht es mir übrigens mit CITIZEN KANE. Etwas seltsam, weil Welles und Polanski zu meinen Lieblingsregisseuren zählen.


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 19.01.2019 04:18 
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Howard Vernon wrote:
Bislang kenne ich von Altman nur "The Long Goodbye", der mächtig mit den Genreformeln des "Noirs" spielt; der Film hat mir ziemlich gut gefallen, weshalb mich der SPIEGELBILDER doch neugierig macht - und Vilmos Zsigmond als DoP!


"McCabe und Mrs. Miller" würde ich da auch noch sehr empfehlen, mein Zweitlieblingsfilm von Altman, ebenfalls sehr stimmungsvoll von Zsigmond gefilmt.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 19.01.2019 13:32 
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Adalmar wrote:

"McCabe und Mrs. Miller" würde ich da auch noch sehr empfehlen, mein Zweitlieblingsfilm von Altman, ebenfalls sehr stimmungsvoll von Zsigmond gefilmt.


Danke für Deinen Tipp - "McCabe und Mrs. Miller" (und auch "Short Cuts") hatte ich, meine ich, einmal im TV gesehen; kann mich aber nicht mehr so richtig an den Seheindruck erinnern...


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 19.01.2019 20:00 
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samgardner wrote:
Für mich aber auch ein absoluter Gänsehaut-Film und somit letztlich ein Horrorfilm.

Aha, also Gänsehaut-Film = Horrorfilm, verstehe ich das richtig?
Das ist aber mal eine sehr limitierte Auffassung (weiß gerade nicht, wie ich es anders ausdrücken soll).
Gänsehaut bekommt man ja meistens auch dann, wenn einem etwas sehr gefällt, wenn man von irgendetwas, was man sieht oder hört ganz fasziniert ist.
Natürlich bekommt man mitunter auch Gänsehaut, wenn man sich gruselt, aber das kann doch nicht das einzige sein, das kann doch nicht der einzige Weg zu diesem Gefühl sein.
Ich hatte bei Horrorfilmen eigentlich noch nie Gänsehaut (es sei denn man zählt LOST HIGHWAY, MULHOLLAND DRIVE oder TWIN PEAKS dazu).


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 19.01.2019 22:27 
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Sbirro Di Ferro wrote:
samgardner wrote:
Für mich aber auch ein absoluter Gänsehaut-Film und somit letztlich ein Horrorfilm.

Aha, also Gänsehaut-Film = Horrorfilm, verstehe ich das richtig?
Das ist aber mal eine sehr limitierte Auffassung (weiß gerade nicht, wie ich es anders ausdrücken soll).
Gänsehaut bekommt man ja meistens auch dann, wenn einem etwas sehr gefällt, wenn man von irgendetwas, was man sieht oder hört ganz fasziniert ist.
Natürlich bekommt man mitunter auch Gänsehaut, wenn man sich gruselt, aber das kann doch nicht das einzige sein, das kann doch nicht der einzige Weg zu diesem Gefühl sein.
Ich hatte bei Horrorfilmen eigentlich noch nie Gänsehaut (es sei denn man zählt LOST HIGHWAY, MULHOLLAND DRIVE oder TWIN PEAKS dazu).


Sehr limitierte Auffassung? Kapier ich nicht. Da musst du irgendwas reininterpretieren was ich nicht gesagt hab. Ich spreche von der speziellen Wirkung dieses Films auf mich. Wenn du daraus irgendwelche Gemeinplätze daraus ableitest, ist das nicht mein Problem. Wobei: zugegeben das "somit" in dem Satz ist vielleicht etwas missverständlich.

IMAGES ist ein Film, bei dem ich ob seiner schleichenden verunsichernden Sogwirkung Gänsehaut bekomme und bei den es mich tatsächlich gruselt (um mal dieses altmodische Wort zu verwenden). Es gibt nicht viele Filme, die eine ähnlich starke Wirkung in der Hinsicht auf mich haben. Falls dir die Arrow-Scheibe vorliegt, schau mal das Featurette mit Stephen Thrower an, der schlägt exakt in die selbe Kerbe. Und ja, die drei genannten Lynch-Filme würde ich (und sicher auch Thrower - ich glaube er erwähnt Lynch sogar) ebenfalls als Horrorfilme bezeichnen, aber viele Leute verstehen unter diesem Genre heute oft wohl etwas anderes. Das ist dann für mich eine recht limitierte Auffassung... ;)


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 19.01.2019 23:15 
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samgardner wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
samgardner wrote:
Für mich aber auch ein absoluter Gänsehaut-Film und somit letztlich ein Horrorfilm.

Aha, also Gänsehaut-Film = Horrorfilm, verstehe ich das richtig?
Das ist aber mal eine sehr limitierte Auffassung (weiß gerade nicht, wie ich es anders ausdrücken soll).
Gänsehaut bekommt man ja meistens auch dann, wenn einem etwas sehr gefällt, wenn man von irgendetwas, was man sieht oder hört ganz fasziniert ist.
Natürlich bekommt man mitunter auch Gänsehaut, wenn man sich gruselt, aber das kann doch nicht das einzige sein, das kann doch nicht der einzige Weg zu diesem Gefühl sein.
Ich hatte bei Horrorfilmen eigentlich noch nie Gänsehaut (es sei denn man zählt LOST HIGHWAY, MULHOLLAND DRIVE oder TWIN PEAKS dazu).


Sehr limitierte Auffassung? Kapier ich nicht. Da musst du irgendwas reininterpretieren was ich nicht gesagt hab. Ich spreche von der speziellen Wirkung dieses Films auf mich. Wenn du daraus irgendwelche Gemeinplätze daraus ableitest, ist das nicht mein Problem. Wobei: zugegeben das "somit" in dem Satz ist vielleicht etwas missverständlich.

Ja, genau das "somit" war das Ausschlaggebende.
Damit liest sich das für mich so, als würdest du Gänsehaut-Feeling nur und ausschließlich mit Horrorfilmen in Verbindung bringen.
Als wären Horrorfilme die einzigen Filme, die bei dir Gänsehaut aufkommen lassen.
Das fände ich nämlich schon sehr "eigen", aber das war dann wohl tatsächlich ein Missverständnis meinerseits (hoffe ich zumindest).


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 20.01.2019 14:43 
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Wie mit einem Rasiermesser, zerschneidet Robert Altman in raffinierten Montagen die Szenerie und zieht den Zuschauer immer weiter in die entrückte Gedankenwelt der Protagonistin, lässt ihn das Geschehen mit ihren Augen sehen und erleben, was ebenso verwirrend wie beängstigend ist - aber auch sehr fesselnd und spannend. Mit stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen, melancholisch-düsterer Musik und einer enormen atmosphärischen Dichte, schuf Robert Altman hier einen faszinierend-verstörenden Albtraum.

Auch Filmemacher wie Roman Polanski, Ingmar Bergman und Nicolas Roeg gingen mit so unterschiedlichen Werken, wie
"Ekel" / "Die Stunde des Wolfes" oder "Track 29"
in eine ähnliche Richtung. Nicht zu vergessen
Alan Parkers "Angel Heart", Adrian Lynes Jacob's Ladder" oder auch John McTiernans "Nomads - Tod aus dem Nichts",
wobei letzterer etwas unterging.

Es gibt zwei deutsche Synchros. Mir lag hier ein DVD-Back Up der alten VHS (VMP) vor. Im TV lief der Film mit einer anderen Synchro, als auf Video. Die DVD von Pidax enthält (neben dem O-Ton) die TV-Synchro.

9/10

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PHOBOS (Trailer - deutsch)


THC statt TTIP!


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 Post subject: Re: SPIEGELBILDER - Robert Altman
PostPosted: 20.01.2019 20:03 
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Guilala wrote:
Nicht zu vergessen
Alan Parkers "Angel Heart", Adrian Lynes Jacob's Ladder" oder auch John McTiernans "Nomads - Tod aus dem Nichts",
wobei letzterer etwas unterging.

Oh ja, JACOB'S LADDER...
Den habe ich auch schon seit längerem auf der Liste.
Mal schauen, ob ich den noch irgendwo in halbwegs brauchbarem Zustand und zu einem normalen Preis auftreiben kann.
Soll ja die große Inspirationsquelle für die Silent-Hill-Spiele sein und der Trailer schaut auch sehr gut aus.


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