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 Betreff des Beitrags: JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG - Dalton Trumbo
BeitragVerfasst: 09.11.2018 23:30 
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Produktionsland/Jahr: USA 1971
Darsteller: Timothy Bottoms, Kathy Fields, Marsha Hunt, Jason Robards, Donald Sutherland, Charles McGraw, Sandy Brown Wyeth, Don Barry, Peter Brocco, Eric Christmas
Drehbuch: Dalton Trumbo
Produziert von: Bruce Campbell
Musik: Jerry Fielding

Als die USA in den Ersten Weltkrieg eintreten, meldet sich der 17-jährige Joe (Timothy Bottoms) freiwillig zur Armee, um seinem Vaterland zu dienen. An der Front wird Joe von einer Granate getroffen und schwer verwundet. Durch die Explosion hat er Arme, Beine und seine Sinnesorgane verloren, wird aber von den Ärzten aus Neugier am Leben erhalten. Diese glauben nämlich, dass das Gehirn des jungen Mannes geschädigt ist und er nicht registriert was in seiner Umwelt passiert. In einen Abstellraum des Lazaretts abgeschoben und unfähig sich mitzuteilen, wird Joe sich langsam klar über seine Situation und flüchtet sich in Erinnerungen und Träume. Dank einer fürsorglichen und mitfühlenden Krankenschwester findet Joe dann schließlich einen Weg, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Mittels der Bewegung seines Kopfes ahmt er Morsesignale nach und versucht so mit den Ärzten in Kontakt zu treten...
(Ofdb)

Eigentlich war Trumbo Roman- und Drehbuchautor, aber einen seiner Romane wollte er doch selbst verfilmen.
Mit (ungenannter) Unterstützung von Luis Buñuel hat er das mit JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG getan, hier steigt also der literarische Geschichtenerzähler um aufs visuelle Geschichtenerzählen.
Es ist der einzige Versuch geblieben, 5 Jahre später ist er gestorben.
Aber was er uns hiermit hinterlassen hat, ist überraschend gelungen, finde ich, gerade, wenn man bedenkt, dass das ein einmaliges Experiment seinerseits war.
Ein surreales Psychodrama in Farbe und schwarzweiß, in dem er die konventionelle filmische Bedeutung von eben Farbe und schwarzweiß in gewisser Weise umkehrt.
Denn bei ihm ist die Gegenwart, die Realität, also die Szenen, wo wir Joe als lebendigen, aber doch größtenteils leblosen Torso in seinem Krankenbett sehen, schwarzweiß und die Erinnerungen und Träume von Joe in Farbe.
Farbe als Symbol von Leben, von Optimismus und Unbeschwertheit in der Kindheit und einem Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit?
Im Gegenzug schwarz als Symbol von Aussichtslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit und weiß als letztlich vielleicht doch Tod und damit Erlösung?
Denn er will nichts mehr, als endlich sterben zu dürfen, aber die Ärzte wollen es nicht zulassen.
Dem Film wird ja auch gerne eine verstörende bis deprimierende Wirkung nachgesagt, obwohl es kein Kriegsfilm in dem Sinn ist und m.E. auch sonst auf dem Papier kein allzu großes Potenzial für eine dementsprechende Wirkung vorhanden ist.
Im Grunde ist es eigentlich ein tieftrauriger Film, der sich mit den möglichen Auswirkungen und den Folgen des Krieges für den Einzelnen beschäftigt und so seine Kritik, seine Anklage gegen den Krieg, formuliert.
Natürlich, deren Darstellung mittels eines verwundeten Soldaten dem Arme und Beine amputiert werden, der aber trotzdem er nur mehr aus Kopf und Oberkörper besteht und nicht mehr sprechen und hören kann und nichts mehr sieht, am Leben erhalten wird, kann feinfühligen Menschen sicher aufs Gemüt schlagen.
Mir persönlich hat es aber nicht viel ausgemacht, auch wenn es eine Horrorvorstellung ist, in dieser Lage zu sein, auf mich hat der Film hinsichtlich dessen keine große Schockwirkung.
Dafür ist ästhetisch mehr dran - Erzählweise, Vermischung von Traum und Realität, Wechsel zwischen Farbe und schwarzweiß und generell die visuelle Gestaltung ist schon sehr ansprechend.
Fürs erste gebe ich aber trotz allem "nur" 7,5/10.

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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