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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: ASPHALT-DSCHUNGEL - John Huston
PostPosted: 12.04.2019 16:08 
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Produktionsland/Jahr: USA 1950
Darsteller: Sterling Hayden, Sam Jaffe, Jean Hagen, James Whitmore, Louis Calhern, Marc Lawrence, Barry Kelley, Anthony Caruso, Teresa Celli
Drehbuch: John Huston & Ben Maddow
Produziert von: Arthur Hornblow Jr.
Musik: Miklós Rózsa

Nach einem längeren Gefängnisaufenthalt plant Doc Riedenschneider (Sam Jaffe) bereits einen neuerlichen großen Coup. Es geht um Juwelen in Millionenhöhe. Zusammen mit dem Buchmacher Cobby und dem korrupten Anwalt Emmerich (Louis Calhern) stellt er ein paar Männer zusammen, darunter den berüchtigten Dix Handley (Sterling Hayden), der mit der Beute den ehemaligen Familienbesitz, eine Farm zurückkaufen möchte.
Tatsächlich gelingt der Coup, doch von da an geht alles schief...
(Ofdb; gekürzt)

Der dritte Noir von Huston, nach dem Roman von William Riley Burnett, kommt als Heist-Movie daher.
Im Allgemeinen nicht gerade ein favorisiertes (Unter)-Genre von mir, aber wenn der Regisseur John Huston heißt, kann man ja einen Blick riskieren.
Ganz so gut, wie gedacht/erhofft ist er zwar nicht, aber der Aufenthalt im Asphalt-Dschungel war trotzdem noch angenehmer, als die Schatzsuche in der Sierra Madre.
Nach einem rasanten guten Einstieg, mit Einführung/Vorstellung aller wichtiger Figuren, nimmt Huston aber schon bald wieder das Tempo heraus.
Heißt im Klartext: Wir dürfen uns zunächst auf eine längere Abfolge von Gesprächen einstellen, die noch nicht einmal etwas mit der Planung zu tun haben und das zieht sich teilweise ziemlich dahin.
Den ersten Dämpfer haben wir also schon, aber wenn es dann wirklich an die Planung geht, nimmt das Geschehen wieder Fahrt auf.
Es wird wieder temporeicher und dynamischer und dann ist es soweit: Tag X ist da, der Coup wird durchgezogen, aber wie?
In Ruhe und ohne große Worte durchgeführt, wird der Coup unbestritten zu einem Höhepunkt des Films.
Das ist wirklich meisterhaft gemacht und ich schätze, ein gewisser Jean-Pierre Melville hat sich das ganz genau angeschaut - die Ähnlichkeiten zu VIER IM ROTEN KREIS sind unübersehbar.
Soweit geht auch noch alles gut, der Coup gelingt, aber dann nimmt die Tragödie ihren Lauf, als auf bzw. nach geglückter Flucht knapp hintereinander zwei der drei Kumpanen angeschossen werden.
Seltsamerweise nimmt aber gerade dann Tempo und Spannung erneut langsam ab, in einer Phase, wo das eigentlich nicht sein sollte.
Dass sich die Polizei schon kurz nach der Flucht doch wieder an ihre Fersen heften kann, bringt leider auch nicht viel, denn wieder hält sich der Film mit zähen Zwiegesprächen selbst auf.
Erst kurz vor Schluss geht's noch einmal deutlich bergauf und der Film findet ein zufriedenstellendes Ende.
Trotz mehrerer Kritikpunkte würde ich ASPHALT-DSCHUNGEL aber nicht als misslungen bezeichnen, dagegen spricht alleine schon die Einbruch-Sequenz.
Das Hauptproblem ist meines Erachtens die Stop-&Go-Dynamik, in die die Erzählung verfällt.
Streckenweise geht's flüssig dahin, manchmal geht aber auch gefühlt gar nichts weiter, als hätte Huston plötzlich jedes inszenatorische Feingefühl verloren.
Leute wie Sterling Hayden, Sam Jaffe, Jean Hagen oder auch Marilyn Monroe in ihrer Gastrolle halten das Ganze zwar in einem erträglichen Rahmen, dass der Film nicht vollkommen in die Langeweile abrutscht.
Aber darüber hinwegsehen lassen kann niemand, es fällt einfach immer wieder auf, dass Huston hier nicht (oder zumindest nur selten) zu 100% bei der Sache gewesen sein kann.
Das wirkt sich in erster Linie zeitweise massiv auf den Unterhaltungswert aus, ich konnte manchmal kaum glauben, dass wirklich John Huston der für diese stockende Inszenierung Verantwortliche ist.
Da muss ihm öfter die Lust an der Arbeit vergangen sein, anders kann ich mir das nicht erklären.
Ich möchte aber auch nicht unterdurchschnittlich werten, denn seine guten Phasen und gelungenen Szenen hat der Film ja trotz allem, die Schauspieler sind gut und atmosphärisch ist er auch nicht so schlecht.
Daher belasse ich es vorerst bei 5-6/10.

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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