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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DÄMONEN ÜBER DEM ATLANTIK - David Lowell Rich
PostPosted: 10.11.2018 12:25 
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The Horror at 37,000 Feet
(Dämonen über dem Atlantik / Horror in 37.000 Fuß)
USA 1973 - Directed by David Lowell Rich
Starring: Chuck Connors, Lynn Loring, Jane Merrow, William Shatner, Paul Winfield, Roy Thinnes, Tammy Grimes, Buddy Ebsen...


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Es hat schon etwas sehr Beklemmendes an sich. Man befindet sich an Bord eines Flugzeuges, in einer Höhe von mehr als zehntausend Metern, und ist einer unbekannten, nicht greifbaren Macht ausgeliefert, ohne Möglichkeit, den Ort des Grauens zu verlassen. Exakt so ergeht es den Passagieren des von Captain Ernie Slade (Chuck Connors, Soylent Green) pilotierten Fluges 19X von London nach New York. An Bord sind nur wenige Menschen, da der Zweck des Fluges eigentlich die Beförderung der mehrere Tonnen schweren Fracht ist. Dabei handelt es sich um uralte, heilige Steine, die Teil einer ehemaligen Kirche waren. Angeblich haben die Druiden auf diesen Steinen ihren Göttern, den sogenannten "Old Ones", ihre Opfer dargebracht. Menschliche Opfer, selbstverständlich. Der Großteil der bunt zusammengewürfelten Passagiere, darunter der stinkreiche Geschäftsmann Glenn Farlee (Buddy Ebsen), der schwarze Arzt Dr. Enkalla (Paul Winfield, The Terminator) und der seinen Frust in Alkohol ertränkende Ex-Priester Paul Kovalik (William Shatner), hat keine Ahnung von der brisanten Fracht. Lediglich Sheila (Jane Merrow) und Alan O'Neill (Roy Thinnes), die Besitzer, sowie die fanatische Mrs. Pinder (Tammy Grimes), wissen darüber mehr oder weniger Bescheid. Und dann bricht das Grauen über Fluggäste und Crew herein.

Dieses Grauen bleibt bis zum Ende angenehm diffus, wodurch eine schöne Mystery-Stimmung erzeugt wird. Heftige Winde peitschen durch die Kabine, eine unerklärliche Kälte vereist den Frachtraum, etwas schlägt heftig gegen Wände und Türen (die sich unter den Hieben verformen), eine gallertartige Masse quillt aus dem Boden, und klagende Stimmen peinigen Sheila, die dann in Trance lateinische Wörter rezitiert, obwohl sie die Sprache nie gelernt hat. Die unheimliche Macht, in deren Griff sich das Flugzeug samt Insassen befindet, ist wie ein dichter Nebel, der um einen herum wabert... allgegenwärtig, und doch nicht greifbar. Über die möglichen Hintergründe und Absichten wird natürlich spekuliert; man klammert sich an jeden Strohhalm in der Hoffnung, diese dunkle, ominöse Macht zu beschwichtigen. Leider gelingt es Regisseur David Lowell Rich (Satan's School for Girls) nicht, aus der durchaus interessanten Prämisse einen packenden Schocker zu formen. Das Geschehen läuft distanziert ab, die nur grob charakterisierten, teils arg klischeebehafteten Figuren bleiben flach und belanglos und sind dem Publikum letztendlich gleichgültig. Im Verlauf der völlig ernst angelegten Geschichte gibt es Verletzte und sogar Tote zu beklagen, aber als Zuschauer nimmt man das bloß zur Kenntnis, ohne daß es einen berührt.

Und das ist schade, auch wegen der durchaus beeindruckenden Besetzung, die man gerne in einem besseren Film gesehen hätte. Besonders William Shatner (The Devil's Rain) ist in seinem Element und liefert als ehemaliger Priester eine launige Performance ab; in nahezu jeder seiner Szenen hat er einen zynischen Spruch auf den Lippen und ein Glas gefüllt mit Hochprozentigem in der Hand. Die Spezialeffekte sind recht nett (das Flugzeugmodell), lassen nach heutigen Maßstäben jedoch einige Wünsche offen. Auch ist es etwas befremdlich, daß man auf einen echten Höhepunkt verzichtet hat. The Horror at 37,000 Feet plätschert zwar recht unterhaltsam dahin, aber auf einen befriedigenden Showdown wartet man vergeblich. Handlungsaufbau und Figurenkonstellation (inklusive kleinem Mädchen und süßem Hund) erinnern stark an die zeitgenössischen Katastrophenfilme à la Airport (1970) & Co, die in den Siebzigern ja en vogue waren. Die Bedrohung im übernatürlichen Bereich anzusiedeln, das Katastrophen-Szenario also mit Okkult-Horror zu kreuzen, ist recht originell und klang auf dem Papier bestimmt vielversprechend. Zum TV-Klassiker hat es dennoch nicht gereicht, dazu ist diese Produktion des Senders CBS zu bieder, zu zahnlos und - man denke nur an die hanebüchene "Opferung" der Puppe - auch einfach zu absurd.

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