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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 06.08.2011 11:24 
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Location: Was Sie vorhin Hölle nannten, nennt er sein zu Hause.“
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Produktionsland: USA
Produktion: Samuel Z. Arkoff, James H. Nicholson
Erscheinungsjahr: 1961
Regie: Roger Corman
Drehbuch: Richard Matheson
Kamera: Floyd Crosby
Schnitt: Anthony Carras
Spezialeffekte: Pat Dinga
Musik: Les Baxter
Länge: ca. 77 Min.
Freigabe: FSK 18
Darsteller: Vincent Price (Nicolas Medina), John Kerr (Francis Barnard), Barbara Steele (Elizabeth Barnard Medina), Luana Anders (Catherine Medina), Anthony Carbone (Dr. Charles Leon), Patrick Westwood (Maximilian), Lynette Bernay (Maria)

Francis besucht das Schloss seines Schwagers Nicholas. Er beabsichtigt mehr über den unvorhergesehenen Tod seiner Schwester Elizabeth, herauszufinden. In der Tat sind die Dinge, die sich auf dem Schloss ereignen, im hohen Maße mysteriös…

Cormans 1964 gedrehte Poe Verfilmung ist ein kleines Juwel vergangener Tage, welches von einem großartigen Ambiente und einem Vincent Price in Höchstform lebt. Price pendelt in der Rolle des Nicholas zwischen Brillanz und einer absolut überzogenen Theatralik. Er dominiert den Film und spielt die weiteren Darsteller gänzlich an die Wand. Dieses liegt allerdings auch daran, dass Price die dankbarste Rolle in Cormans Film verkörpern darf. Vincent Price ist in meinen Augen einer der wenigen Ausnahmeschauspieler, denen solche Rollen auf den Leib geschrieben stehen und in der er sich nach allen Regeln der Kunst austoben konnte. Barbara Steele hingegen hat einen kleinen Auftritt und kann nur kurz mit ihrer Präsenz und ihrem einzigartigen Charisma glänzen.

Was den Film und die Story anbelangt, so bekommt man ein nettes und unterhaltsames 60er Horror-Kino geboten, welches in einem wunderschönen alten Schlossgemäuer spielt. Corman setzt weniger auf den Effekt als auf die Atmosphäre. Dazu gelingt es ihm durchaus ein Prise Suspense unterzubringen. Hitchcocks Rebecca lässt, wie in einigen anderen recht unbekannten Klassikern der 60er Jahre, durchaus grüßen.

Rein Kameratechnisch wird das Ganze sehr stimmig in Szene gesetzt und vor allem die Farben die der Film bietet sind eine wahre Freude für das Auge.

Fazit: Ohne viel Blut und Gewalt gelingt es Corman dennoch den Zuschauer zu fesseln und ihn in seinen sehr atmosphärischen Film einzubinden. Was zu dieser Zeit normal war und heute absolut nicht realisierbar ist.


8,5/10:

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 07.08.2011 16:40 
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Hatte diese CORMAN / POE / PRICE Verfilmungen schon als Kind immer geliebt und beim Übernachten bei Omi
mitte der 70er immer bis tief in die Nacht anschauen dürfen.
Richtig hängengeblieben ist bei mir LEBENDIG BEGRABEN, ein Knaller von Film.
Schön natürlich das mit dem aufkommen der DVD diese Perlen dann alle veröffentlicht wurden.

@ Danke sid.vicious für den schönen Beitrag.


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 07.08.2011 19:28 
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sid.vicious wrote:
Barbara Steele hingegen hat einen kleinen Auftritt und kann nur kurz mit ihrer Präsenz und ihrem einzigartigen Charisma glänzen.


Als so klein habe ich den gar nicht in Erinnerung. Aber vielleicht ist die ihre Spielzeit tatsächlich objektiv gesehen nur gering und trotzdem schafft sie es durch ihre magische Ausstrahlung dennoch, sich dem Zuschauer hier unvergesslich einzubrennen. Man schaue sich übrigens auch mal ihre Szenen in Fellinis "Otto e mezzo" an, was für eine unglaubliche Erscheinung. Alles in allem ein Top-Gruselfilm und zusammen mit "House of Usher" und "The Tomb of Ligeia" eine der besten Poe-Verfilmungen von Meisterregisseur Corman.

(Mindestens) 9/10

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 07.08.2011 20:15 
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Es ist schon sehr schade, das diese ganzen alten Klassiker nie das ihnen gebührende Bonusmaterial spendiert bekommen haben. Aber ich denke mal. das sich daran auch in Zukunft sooo gewaltig nichts ändern wird, weil es sich vermutlich einfach nicht rechnet. Finde das sehr bedauerlich, zumal meine Sprach"kenntnisse" da eher ziemlich dürftig bezeichnet werden können.

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 08.09.2011 14:44 
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Für mich einer der besten Corman Filme überhaupt.
Price, wie fast immer unter Corman, in Topform
und gemessen am Budget ein superb ausgestatteter
Film.
Zudem einer der wenigen Klassiker, die seit meiner Kindheit
( seinerzeit auch erstmals im ZDF gesehen, ich glaub` es
war immer Freitags Nachts ) nichts von ihrer Faszination
verloren haben


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 08.09.2011 19:19 
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trainspotting wrote:
Für mich einer der besten Corman Filme überhaupt.
Price, wie fast immer unter Corman, in Topform
und gemessen am Budget ein superb ausgestatteter
Film.
Zudem einer der wenigen Klassiker, die seit meiner Kindheit
( seinerzeit auch erstmals im ZDF gesehen, ich glaub` es
war immer Freitags Nachts ) nichts von ihrer Faszination
verloren haben

100% Deiner Meinung ! Überhaupt finde ich, sollte man solche Reihen wie "Der phantastische Film" wieder ins TV Programm integrieren.

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 08.09.2011 19:53 
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"Das Pendel des Todes" ist nicht schlecht, keine Frage, aber noch besser finde ich "Die Folterkammer des Hexenjägers". Den habe ich vor kurzem nach langer Zeit mal wieder gesehen und war immer noch hellauf begeistert. :D


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 08.09.2011 20:49 
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Ne, da muß ich zugeben, das mir "das Pendel" auch um einiges besser gefällt.

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.09.2011 13:12 
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eddiefan wrote:
"Das Pendel des Todes" ist nicht schlecht, keine Frage, aber noch besser finde ich "Die Folterkammer des Hexenjägers". Den habe ich vor kurzem nach langer Zeit mal wieder gesehen und war immer noch hellauf begeistert. :D


Jaaaaaaaa, die Folterkammer des Hexenjägers ist so ein genialer Film, was natürlich in erster Linie an Vincent Price liegt. Sehr inspiriert hat mich übrigens auch der Untergang des Hauses Usher, allein schon aufgrund dieser schaurig-schönen Kulissen.

Normalerweise bin ich ja recht harmoniebedürftig, aber auf ein Happy-End darf man bei einer Edgar Allen Poe - Vorlage nicht hoffen. Dessen Charaktere sind dafür viel zu selbstzerstörerisch.


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.09.2011 13:32 
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Ihr vergesst im Eifer des Gefechts wohl "Satanas - Das
Schloss der blutigen Bestie", aber es sei Euch verziehen ;)


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.09.2011 14:07 
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Und obwohl ich wirklich ein totaler Vincent Price Fan bin, Corman's "Lebendig begraben" mit Ray Milland wurde hier auch noch nicht erwähnt. Der spielt das doch echt begnadet und wie immer bei diesen Produktionen waren Kulissen und Story und alles drumherum auch erste Sahne.

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.09.2011 17:25 
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In den Tenor stimme ich gerne noch mal mit ein: Begnadete, extrem atmosphärische, farbenfroh kreative Filme sind das allesamt. American Gothic-Cinema at its best. Ich mag mich in Regelmäßigkeit nie entscheiden, welchem Corman ich da die Vorzüge erteilen sollte. Vielleicht klitzeklitzkleine Vorteile für MASQUE OF THE RED DEATH wegen seines Satanismus-Kontextes und PIT AND THE PENDULUM für seine unschlagbare Morbidität. Unglaublich, was für Stimmungen und Bilder der Billigfilmer Corman da immer wieder geschaffen hat.

Gruß, G.


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 23.02.2012 23:34 
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Das Pendel des Todes (USA 1961, Originaltitel: The Pit and the Pendulum)

Saures für die Ehebrecher

Francis Barnard (John Kerr) sucht das herrschaftliche Anwesen des Don Nicholas Medina (Vincent Price) auf. Der junge Mann möchte mehr über die Umstände erfahren, die zum frühen Tod seiner Schwester Elizabeth (Barbara Steele) führten, welche mit Don Medina verheiratet war. Don Medinas Schwester Catherine (Luana Anders) begegnet dem Besucher mit ehrlicher Freundlichkeit, bittet ihn aber inständig darum auf ihren Bruder Rücksicht zu nehmen. Tatsächlich ist Nicholas ein gebrochener Mann, der den Tod seiner geliebten Frau nicht verkraftet. Jedoch weckt das seltsame Verhalten des Witwers den Argwohn seines Schwagers, zusätzlich kommt es zu merkwürdigen Vorfällen, für die Francis zunächst Don Medina verantwortlich macht. Was geht tatsächlich in dem alten Gemäuer vor, in dessen Kellergewölben einst grauenvolle Dinge ihren Lauf nahmen...???

"Eigentlich" kann ich mir weitere Worte sparen. Roger Corman war während seiner "Poe-Phase" auf dem Höhepunkt seiner Fähigkeiten als Regisseur, Vincent Price ist genial und Barbara Steele das Sahnehäubchen. Für jeden Freund geflegter Gruselunterhaltung Pflicht. Ende der Durchsage! Ok, ein paar Zeilen will ich mir nicht verkneifen, aber ich fasse mich kurz, versprochen.

Bereits die Eröffnungscredits sind ein wahrer Augenschmaus. Eine Augenweide, gegen die heutige CGI-Spielchen wie ein stinklangweiliger Witz anmuten (klar, jetzt kommt der alte Griesgram wieder mit seinem "Früher-war-alles-besser-Scheiss" aus der Kiste. Und? Die Wahrheit muss auf den Tisch!). Wir tauchen umgehend in eine wundervolle Gothic-Grusel-Atmosphäre ein, aus der uns das Werk während der gesamten Spieldauer nicht mehr entlassen wird. Ein Rausch aus herrlichen Farben, Licht und Schatten, stilvolle Kameraarbeit macht den Zugang leicht, die Optik geht runter wie ein erstklassiger Single Malt. Wie "Die Verfluchten" ("House of Usher", 1960) kommt auch "Das Pendel des Todes" als (etwas grösser angelegtes) Kammerspiel daher, wodurch die Intensität eine weitere Verstärkung erfährt.

Wenden wir uns den Darstellern zu. Vincent Price! Gepeinigt von Schuldgefühlen und einer düsteren Familienchronik, begegnet uns Don Medina zunächst als Nervenbündel, ein Wrack am Rande des endgültigen Zusammenbruchs. Herrlich verschroben und überspannt, wer könnte es besser als der Meister? Damit nicht genug, später stürzen wir mit Vincent Price in einen Taumel des Schreckens, aus Don Medina bricht ein dämonischer Sadist hervor, der Schlund der Hölle öffnet sich! Neben Price regiert Horror-Queen Barbara Steele das Szenario, die trotz recht weniger Szenen eine kaum minder beeindruckende Vorstellung abliefert. Steele wurde durch Mario Bavas Meisterwerk "La maschera del demonio" (1960) unsterblich, auch hier strahlt sie Boshaftigkeit und Verdorbenheit aus, sieht dabei aber schöner, betörender und atemberaubener denn jemals zuvor/danach aus. Es wäre unfair die weiteren Mitwirkenden als Statisten zu bezeichnen, da die Damen und Herren ihre Arbeit ohne Fehl und Tadel ausführen. John Kerr verkörpert überzeugend den nach der Wahrheit suchenden "Jungen Wilden", Antony Carbone erscheint in einem verdächtigen Licht, Luana Anders ist nett (nicht im Sinne der modernen Deutung des Wortes). Hinzu kommen weitere Nebenfiguren, deren Auflistung ich mir an dieser Stelle erspare.

Vincent Price in Bestform, Barbara Steele in Bestform, Roger Corman in Bestform, so schliesst sich der Kreis. Mir gefällt die Boshaftigkeit zum Ausklang natürlich sehr (der allerdings noch ein wenig fieser sein dürfte). Die deutsche Synchronisation ist von guter Qualität, ich rate allerdings zum Originalton. Vor allem während des quirligen Finales kommen Price und Steele im O-Ton noch besser rüber, überzeugt euch bitte selbst davon!

Über die DVD gibt es nicht viel zu sagen, der Film liegt in ordentlicher Qualität vor, die Ausstattung ist gewohnt geizig (MGM).

Sehr gut = Dicke 8/10

Lieblingszitat:

"Kein Mensch wird jemals mehr diesen Raum betreten."

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 24.02.2012 09:50 
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Fynn wrote:
Und obwohl ich wirklich ein totaler Vincent Price Fan bin, Corman's "Lebendig begraben" mit Ray Milland wurde hier auch noch nicht erwähnt. Der spielt das doch echt begnadet und wie immer bei diesen Produktionen waren Kulissen und Story und alles drumherum auch erste Sahne.


Doch Fynn, an den habe ich weiter oben schon mal erinnert. Auch für mich einer der besten Corman/Poe
Verfilmungen.
Leider ohne Vincent, der wegen bestehender Verträge absagen musste. Aber Ray Milland war ja auch keine schlechte
Wahl, vielleicht in diesem Falle sogar die bessere.

Die Kulissen waren oft die gleichen, nur halt etwas umgeändert. Aber natürlich genial gemacht.


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 16.11.2014 18:28 
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Schön old-schooliger gothic horror mit einem price-verdächtigen Vincent Price als Don Nicolas Medina, der als Kind sah, wie sein eifersüchtiger Vater die Mutter lebendig einmauerte, was bei klein Nicky verständlicherweise zu einem Trauma führte. Nun ist auch seine Frau Elizabeth verschieden, und er trauert schwer um seine funky cold Medina. Das sein Schwager vermutet, er könnte an ihrem Tod schuld sein, wirkt auch nicht unbedingt förderlich auf Nicolas' Gemüt. Als es dann noch zu mysteriösen Vorkommnissen im Schloss kommt, und sein Arzt bestätigt, dass Lissy tatsächlich noch gar nicht tot gewesen sei, als sie in alter Familientradition eingemauert wurde, verfinstert sich Nicolas' Geisteszustand endgültig. Wie schön, dass sein alter Herr im Schloß eine vollständig eingerichtete Folterkammer hinterlassen hat, die Nicky nun reaktiviert. Und nicht alles ist so, wie es zu sein scheint...

Leider hat Barbara Steele hier zu wenig screamscreentime abgekommen, taucht sie doch erst gegen Ende auf. Ein bißchen mehr Qual im Keller wäre wohl auch nicht verkehrt gewesen, aber das namensgebende Pendel macht schon gewaltig was her. Die Farbgebung tut das auch. Die mir vorliegende MGM-Scheibe von 2006 spoilert auf dem Backcover imho etwas zu sehr, hat aber immerhin noch eine KJ-Freigabe. Bei der Neuauflage von 2013 ist der Film auf "Frei ab 12" heruntergestuft, so kauft den doch keiner mehr... :mrgreen:


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.12.2014 07:10 
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Toller Gruselstreifen.
Habe mich auch schon als Kind bei diesem Film gegruselt.
Mein Vater hatte den damals auf Video aufgenommen. (VCR Wer kennt dieses Format noch? :mrgreen: )
Den habe ich dann öfters heimlich gekuckt wenn ich alleine war.

Nach neuester Sichtung, auch schon wieder ein paar Jahre her, fand ich den natürlich nicht mehr ganz so gruselig und ein wenig behäbig.
Trotzdem noch ein toller Grusler mit toller Gothic-Atmosphäre und ein wie immer hervorragender PRICE.

8/10

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.12.2014 13:10 
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Belmondo wrote:
(VCR Wer kennt dieses Format noch? :mrgreen: )


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.12.2014 13:26 
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ugo-piazza wrote:
Belmondo wrote:
(VCR Wer kennt dieses Format noch? :mrgreen: )


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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 09.12.2014 14:01 
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Ich möchte an dieser Stelle noch mal diskret auf das WICKED VISION-Magazin mit Themenschwerpunkt Lovecraft hinweisen. Darin gibt's u.a. ein analytisches Essay von mir zur FOLTERKAMMER DES HEXENJÄGERS und ein exklusives Interview, das ich die Ehre hatte mit Roger Corman zu führen (auch in erster Linie zur FOLTERKAMMER).

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 Post subject: Re: DAS PENDEL DES TODES - Roger Corman
PostPosted: 17.02.2019 13:32 
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"Das Pendel des Todes" (Original: Pit and the Pendulum) (USA 1961)
mit: Vincent Price, John Kerr, Luana Anders, Barbara Steele, Antony Carbone, Patrick Westwood, Lynne Bernay, Larry Turner, Mary Menzies, Charles Victor u.a. | Drehbuch: Richard Matheson nach einer Erzählung von Edgar Allan Poe | Regie: Roger Corman

Don Nicholas Medina trauert um seine vor kurzem verstorbene Frau Elizabeth. Als sein Schwager Francis ins Schloss kommt, um sich nach den genauen Umständen des Todes seiner Schwester zu erkundigen, geschehen merkwürdige Dinge. Elizabeth scheint noch in dem abgelegenen Gebäude anwesend zu sein. Als Don Medina den Sarg seiner Frau öffnet, erleidet er einen schweren Schock: Offensichtlich wurde Elizabeth lebendig begraben....

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Zitat aus dem Buch von Simon Marsden: "Bilder aus der Welt des Edgar Allan Poe, Eulen Verlag": "Poes Erzählungen und Gedichte verfügen über eine zeitlose Qualität. Sie sind losgelöst von ihrer außerliterarischen Wirklichkeit, und so bewahren sie sich ihre Gültigkeit. Es war für ihn unerlässlich, eine Phantasiewelt zu erschaffen, eine Welt, die von noch grässlicheren und schrecklicheren Bildern heimgesucht wurde als sein eigenes schwieriges Leben."

"Grube und Pendel" entstand zu einer Zeit, als Poes persönliche Tragödie bereits ihren Lauf genommen hatte. Während seine Frau Virginia mit dem Tode rang und Poe mehr und mehr dem Alkohol verfiel, schrieb er einige seiner bekanntesten Werke. Wie ein roter Faden durchzieht der Schmerz auch die filmische Umsetzung der Erzählung, in der Vincent Price von Seelenqualen gepeinigt wird. Die Unruhe und die Vorahnung einer furchterregenden Wahrheit sind seine ständigen Begleiter und isolieren ihn wie so oft von den lebenszugewandten Personen seines Umfelds. Er scheint eine schwere Schuld auf sich geladen zu haben und doch wittert man frühzeitig ein Unrecht und ein Komplott, das geschmiedet wurde, um ihn mattzusetzen und sich die Sünden der Väter zum Komplizen zu machen. Der frühkindliche Eindruck von rasender Eifersucht, die in unerbittliche Gewalt mündet, überschattet Don Nicholas' eigene Beziehung und das Schicksal seiner Mutter scheint sich in Elizabeth zu wiederholen. Die grelle Farbgestaltung des Vorspanns, der auf ein Fieber im Hirn hinzuweisen scheint, das alle Vernunft wie ein unendlicher Fluss wegspült, geht mit den Kostümen des spanischen Adels des 16. Jahrhunderts eine Symbiose ein, die dem Film die Frischluftzufuhr abdreht. Abgesehen von einigen Außenansichten des Schlosses spielt sich die gesamte Filmhandlung in den mit schweren Möbeln überladenen Räumen ab. Leider scheint gerade an Hauptdarsteller Price der Zahn der Zeit zu nagen; sein Spiel vermisst den Esprit früherer Produktionen und raubt ihm seine kühle Berechnung. Schwerfällig und in seiner Verzweiflung wie gelähmt wirkt er in manchen Szenen, bevor er als selbsternannter 'Inquisitor der Verfehlungen' grausame Rache üben darf und jene Vorgänge in Gang bringen kann, auf die das Publikum mit gespannter Vorahnung wartet. Insgesamt entbehrt der Film subtile Spannung, da Szenen, die für schaudernde Erregung sorgen könnten (z.B. nächtliches Cembalo-Spiel) zu hölzern inszeniert wurden. So muss am Ende der Holzhammer bzw. das Stahlpendel hervorgeholt werden, um die Todesangst zu untermalen, die von dem mit Spinnweben verhangenen Folterkeller ausgeht.

Eine passable Leistung gibt Luana Anders als Schwester von Nicholas ab. Ihr sanfter Pragmatismus und ihre Anständigkeit prädestinieren sie für die Repräsentantin der Zukunft: sie wird die Flamme der Medinas weiterreichen und mit der unrühmlichen Vergangenheit der Familie brechen. Barbara Steele, die sehr oft für Horrorfilme gebucht wurde, mimt die Verführung in Person. Sie ist der verbotene Apfel, von dem zu naschen, Adam im Paradies gewarnt wurde. Die Stilisierung zur tragischen Toten, zur vergötterten Ehefrau und zur unter beklemmenden Umständen Verblichenen, verleiht ihr Eigenschaften, die sie im Laufe der Handlung Lüge straft. Ihre Person wird zur Reizfigur, die Handlungen auslöst und deren Anwesenheit für eine Atmosphäre der Unruhe sorgt. Die beiden Frauenbilder - die Tugendhafte und die Verführerin - stehen für das Wunschbild des Mannes. Der innere Kampf, den der Patriarch mit sich ausficht, dreht sich um die Frage, welche von beiden ihm wichtiger ist. Durch die Wiederholung der Fehler seiner Vorfahren, gehen die weiblichen Figuren als moralische Sieger hervor und betonen die Sinnlosigkeit von Rache, Hass und Zerstörung, die wie "das Pendel des Todes" zu jenem zurückschwingen, der es angestoßen hat. Die Tore zur Hölle zu öffnen, ist eine Versuchung, der Vincent Price für das Publikum der Billigkinos nur allzu oft nachgegeben hat. Sein Gesicht erstarrte zur furchterregenden Fratze, während sein Umfeld in grotesken Launen der Natur verharrte und jene Plagen hervorbrachte, die Ekel, Abscheu und Entsetzen zur Folge haben. Price' Image verband der Zuschauer mehr und mehr mit Grusel der besonderen Art, während seine Kunst, subtil Akzente zu setzen, oftmals hinter sensationsträchtige Kulissen zurücktreten musste. Die Versatzstücke aus dem Werk Edgar Allan Poes sorgen in "Das Pendel des Todes" für plakativen Schrecken, den der Großmeister fast feierlich zelebriert und dem Zuschauer genüsslich vor Augen führt, was ihm blühen kann, wenn er seine Nase zu tief in fremde Angelegenheiten steckt. Für Genre-Fans empfehlenswert, wenn auch mit kleinen Abstrichen in puncto Tempo und Dynamik.


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