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 Post subject: THE NEON DEAD - Torey Haas
PostPosted: 05.05.2018 11:21 
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The Neon Dead
(Invasion of the Undead)
USA 2015 - Written & Directed by Torey Haas
Starring: Marie Barker, Greg Garrison, D. Dylan Schettina, Nathan DeRussy, Josie Levy, Bonnie Harris...


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Wer sich heutzutage dazu entscheidet, einen Zombiefilm zu drehen, sollte tunlichst seine kleinen grauen Zellen bemühen und ein originelles Konzept entwerfen, bevor er die Digitalkamera anwirft und sein großes Epos in Angriff nimmt. Ansonsten ist es gut möglich, daß der Film im Meer der Konkurrenz abgesoffen ist, lange bevor irgendjemand Notiz von ihm hätte nehmen können. Regisseur/Autor Torey Haas hat exakt das gemacht, weshalb sich sein Werk The Neon Dead (formerly known as Invasion of the Undead) auch problemlos über Wasser hält. Wer an preisgünstig produzierten, sympathischen und ambitionierten Horrorkomödien Gefallen findet, der ist bei The Neon Dead goldrichtig, obwohl die Geschichte selbst nicht der große Wurf ist. In der alten Villa von Allison Hillstead (Marie Barker) gehen plötzlich ausgesprochen häßliche Untote um. Die hübsche Blondine befolgt den Rat einer neunmalklugen Pfadfinderin (Josie Levy) und zieht zwei "Experten" zu Rate, den in einer Videothek jobbenden Desmond (Greg Garrison) sowie dessen Nerd-Kumpel Jake (D. Dylan Schettina). Gemeinsam stellen sie sich der Zombie-Plage entgegen, müssen jedoch schon bald feststellen, daß sie damit womöglich mehr abgebissen haben, als sie schlucken können.

Womit hebt sich The Neon Dead also von seinen Mitbewerbern ab? Nun, erst einmal sind die Zombies keine richtigen Zombies, sondern bloß untote Diener des Dämons Z'Athax. Aus diesem Grund empfiehlt es sich auch, ihnen mit Salz zu Leibe zu rücken, und nicht mit gehirnzerstörenden Kugeln. Zweitens begeistert der Streifen mit seiner originellen Ästhetik. Haas setzt nicht nur auf eine grelle, gewollt künstlich wirkende Szenenausleuchtung in den Farben Rot, Grün und Blau, sondern läßt Teile seiner Kreaturen gleich selbst neonfarben leuchten. So gischt das unheilige Licht entweder aus den Augen oder aus den Mündern der zombieähnlichen Diener, was sie gleichermaßen unheimlich und komisch wirken läßt. Und drittens setzt Haas verstärkt auf ein cooles Comic- bzw. Videospiel-Flair, indem er seinen Helden viele Steine in den Weg legt und sie am Ende gegen den schier übermächtigen "Hauptgegner" (= Z'Athax) antreten läßt. Bei den Masken der Untoten hat man sich offensichtlich Mühe gegeben, sodaß jeder seinen eigenen Look hat und sie sich gut voneinander unterscheiden. Die erste Konfrontation von Allison mit einer grüngesichtigen Untoten im Badezimmer ist sehr gelungen und gibt hinsichtlich Ton und Stimmung auch gleich die Richtung vor.

Siebzehntausend Dollar hat der in Georgia gedrehte Film gekostet, und jeder Cent davon ist auf dem Bildschirm zu sehen, eingefangen von Nick Lauingers erstklassiger Bildgestaltung, der sich hiermit für Größeres empfiehlt. Die für solcherart Low Budget-Projekt spektakulären Spezialeffekte sind ein bunter Mix aus praktischen, visuellen und Computer-Effekten, und bei den Auftritten des drolligen Dämons kommt sogar Stop-Motion zum Einsatz. Der Humor respektive die lustig gemeinten Sprüche zünden zwar nicht immer, jedoch findet Haas eine gute Balance zwischen campy Fun, lockerer Fantasy und gruseligem Horror. Die Hauptdarsteller liefern ordentliche Leistungen ab und kommen recht sympathisch rüber, wobei die Damsel in Distress über sich hinauswächst und den "Profis" in nichts nachsteht. Probleme gibt es mit der holprigen Dramaturgie und dem etwas unrunden Fluß des Streifens (die in Sepia getauchten Flashbacks in längst vergangene Zeiten sind zwar nett, drücken aber leider das Tempo), aber dieses Manko ist angesichts der spürbaren Begeisterung der Macher leicht zu verschmerzen. The Neon Dead ist ein launiger, cartoonesker, visuell bestechender Horrorspaß mit Herz, Charme und memorablen Kreaturen, der achtzig Minuten anspruchslose Kurzweil bietet. Groovy.

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