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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 09.09.2020 17:08 
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GÄNSEHAUT
Originaltitel: THE HAUNTED HOUSE OF HORROR
GB 1969

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Regie: Michael Armstrong
Darsteller:
Frankie Avalon,
Jill Haworth,
Dennis Price,
Gina Warwick





Eine Gruppe junger Leute feiert ausgelassen eine zunächst wilde Party, die aber zunehmend langweiliger für die Beteiligten wird. Man entschließt sich deshalb, ein altes Haus aufzusuchen, in dem es angeblich spukt. Eine Geisterbeschwörung soll das mörderische Gespenst zum Vorschein bringen, doch wird bei der Suche nach dem Übernatürlichen ein männliches Mitglied der Gruppe umgebracht. Nachdem sich die erste Panik gelegt hat, überlegt man, wie nun vorzugehen sei. Verständig man die Polizei – oder lässt man die Leiche einfach verschwinden? Weil der zweite Vorschlag von der Gruppe gewählt wird, verkomplizieren sich die weiteren Ereignisse. Denn auch die Londoner Polizei sucht nach dem vermissten Freund und stößt so auf die Gruppe, die daraufhin sich mehr und mehr zerstreitet. Schlussendlich kehrt man ins besagte Spukhaus zurück, um dort den „Fall“ selbst zu lösen – und: da das Haus in der besagten Nacht abgeschlossen war, muss einer aus der Gruppe der gesuchte Mörder sein…


GÄNSEHAUT ist der bundesrepublikanische Verleihtitel von Michael Armstrongs Horrorfilm, der ein Jahr später den bekannten Exploitation-Film HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (1970) drehen sollte. Der Titel GÄNSEHAUT ist eigentlich zu schwach gewählt (was bei den BRD-Verleihern der damaligen Zeit eigentlich verwundert), denn einige Mordsequenzen im Film wirken ungemein blutrünstig, so dass in THE HAUNTED HOUSE OF HORROR dann durchaus die Ebene des Gore-Films betreten wird. Überhaupt erscheint Armstrongs Inszenierung wie das vorgezogene Exemplar eines US-amerikanischen „Slasher“-Films: die (eher älteren) Teenager gehen in ein abgelegenes Haus und werden dort ermordet – bei FRIGHT (1971) und TOWER OF EVIL (1972) hat man ein ganz ähnliches Gefühl. Die Auflösung des Ganzen verrät eine stark psychologische Note, was möglicherweise mit dem Erfolg von REPULSION zusammenhängen könnte, der ebenso – wie THE HAUNTED HOUSE – von Tony Tenser produziert wurde. Tensers TIGON suchte einen Film, der gleichsam in den USA für AIP laufen sollte. AIP-Star Frankie Avalon, der in deren „Beach“-Filmreihe die Hauptrolle innehatte, sollte deshalb auch für GÄNSEHAUT engagiert werden. AIP wollte zudem einen weiteren Horrorstar, welcher ursprünglich in Boris Karloff gefunden wurde; Dennis Price bekam dann aber letztlich diese Rolle, und der Film lief in den USA zusammen mit THE CRIMSON CULT (mit Karloff). Vergleicht man Armstrongs Werk mit anderen Produktionen der Zeit aus GB, dann zeigt sich bei THE HAUNTED HOUSE der klare Zuschnitt auf ein jugendliches Publikum. Die dortigen Partyszenen kommen später dann in Hammers Dracula-Filmen, die in der Gegenwart spielen, in ähnlicher Form vor. Und gerade diese Modernität – der aktuelle Zeitbezug – macht THE HAUNTED HOUSE OF HORROR zu einem unterhaltsamen Film. Allerdings sieht man dem Werk seine zahlreichen Re-Cuts an. Armstrong hat sein Drehbuch nicht mehr wiedererkannt, als er bei einer Vorführung neue Szenen sowie weitere, neueingefügte Figuren entdeckte. Die Sub-Plots des Drehbuchs, die ein tieferes Bild von der Gruppe mit ihren sexuellen Veranlagungen und Beziehungen zeichnen sollten, waren verschwunden, da vor allem AIP einen gradlinigen Horrorfilm haben wollte, der die Lücke nach den Corman-Poe-Verfilmungen schloss. Und die knallige Farbenpracht in der Gestaltung mancher Szenen, gleichwie die Integrierung des verfallenen Spukhauses in die moderne „Slasher“-Handlung, können dahingehend an die psychedelischen Price-Filme von AIP unterschwellig tatsächlich erinnern. Insgesamt habe ich THE HAUNTED HOUSE OF HORROR als recht kurzweilig empfunden, da nicht zuletzt die bekannte Handlung optisch nett verpackt gewesen ist…





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Last edited by Howard Vernon on 09.09.2020 19:08, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 09.09.2020 18:36 
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Diesen Film sollte man als Slasher-Fan unbedingt mal gesehen haben! :) Besonders der erste Mord ist für die damalige Zeit wirklich ziemlich heftig geworden ... Ich mag "Gänsehaut" sehr gerne (hab' die britische DVD und muss demnächst mal die Blu-ray bestellen), denn mit frühem Slasher und Haunted-House-Horror verbindet er zwei geliebte Genres. Der Film hat auf jeden Fall seine Längen (ja genau, diese "jungen Leute" wieder mal! :D ), aber besonders die letzten zirka 20 Minuten sind wirklich hochspannend. Und natürlich die Schluss-Sequenz! :shock: Da bekommt man wahrlich eine Gänsehaut!! :twisted: Und der Soundtrack ist eh ein wahres Fest ...

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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 09.09.2020 19:13 
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Alan_Cunningham wrote:
Diesen Film sollte man als Slasher-Fan unbedingt mal gesehen haben! :) Besonders der erste Mord ist für die damalige Zeit wirklich ziemlich heftig geworden ...



Du sagst es - die wenigen Morde sind in der Tat effektiv - und das künstlich wirkende Filmblut spritzt überraschend intensiv (sogar mehr als bei Pete-Walker-Filmen); ich habe den Film auch auf der DVD aus GB - und angesichts der tollen Farbigkeit, die die DVD schon besitzt, müsste die Blu Ray ja extrem "knallig" sein...


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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 10.09.2020 11:59 
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Howard Vernon wrote:
Alan_Cunningham wrote:
Diesen Film sollte man als Slasher-Fan unbedingt mal gesehen haben! :) Besonders der erste Mord ist für die damalige Zeit wirklich ziemlich heftig geworden ...



Du sagst es - die wenigen Morde sind in der Tat effektiv - und das künstlich wirkende Filmblut spritzt überraschend intensiv (sogar mehr als bei Pete-Walker-Filmen); ich habe den Film auch auf der DVD aus GB - und angesichts der tollen Farbigkeit, die die DVD schon besitzt, müsste die Blu Ray ja extrem "knallig" sein...


Ich gebe Bescheid, wenn die Blu-ray angerollt ist :) Ja, die Filme von Pete Walker liebe ich auch (besonders "Zeuge des Wahnsinns" und "Frightmare") :twisted:

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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 10.09.2020 17:33 
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Alan_Cunningham wrote:

Ich gebe Bescheid, wenn die Blu-ray angerollt ist :) Ja, die Filme von Pete Walker liebe ich auch (besonders "Zeuge des Wahnsinns" und "Frightmare") :twisted:


Prima, lass dann mal hören, ob sich da ein up-date auf Blu Ray wirklich lohnt (wie gesagt, ich finde die DVD bildtechnisch sehr gelungen)...

und noch ein kleiner Tipp von mir: wenn Du den Film noch nicht kennst: THE FIEND (GB 1972) - gibt es ebenso von "Odeon Entertainment" auf DVD - in den USA gibt es sogar eine Blu Ray; THE FIEND ist zwar nicht unbedingt ein Proto-"Slasher", aber als "Slasher"-lastigen Psycho-Thriller möchte ich ihn schon bezeichnen (wenn Du von Walker "Haus der Todsünden" magst, dann könnte der Film etwas für Dich sein, da es sich auch bei THE FIEND um religiösen Fanatismus dreht - was blutig endet)...


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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 10.09.2020 17:54 
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Howard Vernon wrote:
Alan_Cunningham wrote:

Ich gebe Bescheid, wenn die Blu-ray angerollt ist :) Ja, die Filme von Pete Walker liebe ich auch (besonders "Zeuge des Wahnsinns" und "Frightmare") :twisted:


Prima, lass dann mal hören, ob sich da ein up-date auf Blu Ray wirklich lohnt (wie gesagt, ich finde die DVD bildtechnisch sehr gelungen)...

und noch ein kleiner Tipp von mir: wenn Du den Film noch nicht kennst: THE FIEND (GB 1972) - gibt es ebenso von "Odeon Entertainment" auf DVD - in den USA gibt es sogar eine Blu Ray; THE FIEND ist zwar nicht unbedingt ein Proto-"Slasher", aber als "Slasher"-lastigen Psycho-Thriller möchte ich ihn schon bezeichnen (wenn Du von Walker "Haus der Todsünden" magst, dann könnte der Film etwas für Dich sein, da es sich auch bei THE FIEND um religiösen Fanatismus dreht - was blutig endet)...


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Danke für den Tipp! :) Den kenne ich noch nicht. Mal sehen, ob ich den bei Vinegar Syndrome bestelle ... "Haus der Todsünden" mag ich natürlich sehr. Wie eigentlich alle Filme von Pete Walker. Diese karge/eiskalte Atmosphäre in seinen Filmen lässt sie auf seltsame Art und Weise sehr realistisch wirken. Und sie sind immer gesellschaftskritisch - ob mans glaubt oder nicht ... Außer "Haus der langen Schatten" natürlich! :)

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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 10.09.2020 18:00 
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Alan_Cunningham wrote:

"Haus der Todsünden" mag ich natürlich sehr. Wie eigentlich alle Filme von Pete Walker. Diese karge/eiskalte Atmosphäre in seinen Filmen lässt sie auf seltsame Art und Weise sehr realistisch wirken. Und sie sind immer gesellschaftskritisch - ob mans glaubt oder nicht ... Außer "Haus der langen Schatten" natürlich! :)


Ja, ich bin auch ein großer Walker-Fan; HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist natürlich mehr wegen der Schauspielerriege interessant - FRIGHMARE und vor allem COMEBACK mag ich ganz besonders...


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 Post subject: Re: GÄNSEHAUT - Michael Armstrong
PostPosted: 10.09.2020 18:46 
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Howard Vernon wrote:
Alan_Cunningham wrote:

"Haus der Todsünden" mag ich natürlich sehr. Wie eigentlich alle Filme von Pete Walker. Diese karge/eiskalte Atmosphäre in seinen Filmen lässt sie auf seltsame Art und Weise sehr realistisch wirken. Und sie sind immer gesellschaftskritisch - ob mans glaubt oder nicht ... Außer "Haus der langen Schatten" natürlich! :)


Ja, ich bin auch ein großer Walker-Fan; HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist natürlich mehr wegen der Schauspielerriege interessant - FRIGHMARE und vor allem COMEBACK mag ich ganz besonders...


Umso schöner, dass Wicked Vision immerhin 4 seiner Filme als wundervolle Mediabooks rausgebracht haben. Gerade weil es scheinbar nicht allzu viele Walker-Fans gibt. Aber schade, dass ausgerechnet "The Comeback" fehlt. Ist wirklich ein exzellenter, sehr unterhaltsamer Schocker! :twisted: "Gänsehaut" sollte auch mal jemand in Deutschland rausbringen. Deutsche Synchro gibt es ja ...

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