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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: AUSGELÖSCHT - Walter Hill
PostPosted: 27.08.2019 18:53 
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AUSGELÖSCHT
Originaltitel: EXTREME PREJUDICE
USA 1987

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Regie:
Walter Hill

Darsteller:
Nick Nolte,
Powers Boothe,
Michael Ironside,
Rip Torn,
Maria Conchita Alonso,
William Forsythe

Walter Hills EXTREME PREJUDICE von 1987 kann man wohl als einen Aktion-reichen Neo-Western bezeichnen: Nick Nolte spielt den Texas Ranger Jack Benteen, der zusammen mit Sheriff Pearson (Rip Torn) Nahe an der mexikanischen Grenze seinen Dienst ausübt. In letzter Zeit kommt es vermehrt zu Drogenlieferungen, die durch die örtlichen Farmer ausgeführt werden, weil diese sich in einer ökonomischen Krise befinden. Hinter all diesem Drogensumpf steckt Cash Bailey (Powers Boothe), der ein Jugendfreund von Jack gewesen war und eigentlich noch ist, und der nun von Mexiko aus seine „Geschäfte“ steuert. Die Sache verkompliziert sich, als ein Trupp von US-amerikanischen Soldaten, angeführt von Major Hackett (Michael Ironside), eine Geheimaktion in Jacks Stadt durchführen will. Legale und illegale Aktionen sind bald nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Ist die Geheimaktion wirklich von der Regierung gedeckt? Ein Banküberfall misslingt, da die zeitliche Planung nicht von Hacketts Männern eingehalten wurde. Der Militärtrupp sowie der Texas Ranger fahren schließlich gemeinsam nach Mexiko, wo es auf dem hochbewachten Anwesen des Drogenbarons Cash (!) zum blutigen Finale kommen wird…

Hills Hauptfigur „Jack“ verkörpert den entschlossenen, „gradlinigen“, moralisch gefestigten Gesetzeshüter, der sich dann auch gegen eine ganze Armee von Verbrechern stellt; denn die Hauptsache für Jack ist, aufrichtig zu sein und „seine Sache“ durchzuführen. Jacks Kommentar, als der ältere Sheriff Pearson – sein väterlicher Freund – von Gangstern erschossen wird, ist sodann die Bemerkung, dass dieser ohne Furcht gestorben sei – auf so etwas würden die Menschen der Gegend achten. Wahrscheinlich ist dies aber nur Jacks persönliche Einschätzung von der Welt, denn was um ihn herum geschieht, sieht indes weit weniger moralisch und gesetzestreu aus. Zumal sich das Oberhaupt des kleinen Soldatentrupps als äußerst moralisch ambivalent herausstellt. Aber innerhalb der Truppe gibt es zumindest einen Mann, der ebenso noch Jacks traditionellen Werten und Tugenden lebt und ihn deshalb warnt, was anschließend zum Schlussduell (das Westernmotiv schlechthin) zwischen Jack und Cash führt. Grundsätzlich inszeniert Walter Hill in EXTREME PREJUDICE eine Dreier-Konstellation, die sich gegenseitig überschneidet: es gibt zunächst einmal Jack, der in Auseinandersetzung mit Cash steht, während der Soldatentrupp sowohl mit Jack als auch mit Cash in Konflikt gerät. Wobei es alles Genre-Typen sind, die von Hill filmisch gezeichnet werden und keine „lebenden“ Charaktere, die sich im Laufe des Plots zunehmend entwickeln. Diesbezüglich könnte man die Konfliktsituation zwischen Jack und Cash bis zu King Vidors THE TEXAS RANGERS (USA 1936) zurückverfolgen, wo ebenso eine archaisch angelegte Männerfreundschaft bricht, und der eine ein aufrechter Texas Ranger wird und der andere ein Verbrecher bleibt. Gleichwie der Mythos „Texas Ranger“ in beiden Filmen angelegt wäre. Die Grundkonstellation zwischen dem „Guten“ (Jack) und dem „Bösen“ (Cash) wird in EXTREME PREJUDICE dann aber noch mit dem Professional-Motiv des Westerngenres durchmischt, wie es beispielsweise in THE WILD BUNCH vorliegt – und vor allem das Finale auf dem mexikanischen Anwesen, das Cash bewohnt, erinnert aufgrund des Settings gehörig an Peckinpahs Spätwestern. Gleichzeitig jedoch kontrastiert Hills Werk den Handlungsmechanismus der „alten“ Zeit mit dem der „neuen“. So wird Jack gezeigt, wie er mit Gewehr und Colt für Recht und Gesetz eintritt – der Trupp hingegen ist mit den modernsten Waffen ausgerüstet, verfährt nach einer strikten Planung, wobei es dem Team sodann aber nur darum zu gehen scheint, möglichst effektiv zu sein (also: gelingt der Plan oder gelingt er nicht – die moralische Ausrichtung bleibt ausgespart) Dass der aus seiner Zeit herausgefallene Jack letztlich all dieser technischen Übermacht (der modernen Zeit) einen Sieg abringen kann, beweist die „Realitätsferne“ des Films, der hier einfach nur dem Westernmythos eine weitere Erfahrungsebene geben möchte und somit den Mythos „Western“ weiterspinnt…



Trailer:
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