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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 04:36 
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Unter der Führung der skrupellosen Gangster Remy und Marquette haben Banditen eine Westernstadt überfallen und deren Bewohner niedergemetzelt. Nun wollen sie über den Parian-Fluß nach Mexiko fliehen. Deswegen kapern drei von Remys Leuten die einzige Fähre, die von Fährmann Travis betrieben wird. Doch ein Freund kommt Travis zu Hilfe, und die Banditen können überwältigt werden. Aber Remy, der seinen drei Kollegen helfen will, gibt nicht auf. (ofdb.de)


mit Lee van Cleef, Warren Oates, Forrest Tucker

USA 1970

Wenn gerade keine IW erscheinen, stürzt man sich halt auf andere Western-Reihen, wie die kurzlebige 70s-Edition.

Barquero ist ein simpler US-Western mit wenig Spannung, durchschnittlicher Action und Dudelmusik, der allein durch seine interessanten Darsteller getragen wird. Auch wenn man im Falle von Cleef sicher bedauern kann, dass er nicht stattdessen in einem der vielen Italowestern mitgespielt hat, die mit ihm noch deutlich gewonnen hätten. Allerdings wär es mit 1970 auch ein wenig spät gewesen, einen wirklich großen Film hat er danach kaum mehr abgeliefert.

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 08:26 
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Wirklich so lahm, das Teil? Hatte schon mit nem Kauf geliebäugelt, weil ich der Meinung war, der ginge so Richtung Italo.

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 09:59 
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Ich fand ihn auch nicht sonderlich interessant ! Als ich zum ersten mal den Trailer sah war ich begeistert, den der war wirklich gut gemacht ! Aber dann kam die ernüchterung als ich den Film sah...
Da wär mehr drin gewesen !

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 12:39 
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Italofeeling kommt eigentlich nicht auf. Optisch schonmal nicht, das einzige ist vielleicht die Gangsterbande, da gibts ein paar skurille Gestalten, Oates hat ja Mercenario-like oder Wild Bunch-like einen ausländischen, kultivierten Militärberater. Der Film ist auch nich gut getaktet, man wartet noch auf was großes, das dann aber nicht mehr kommt.

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 14:10 
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Aus dem Filmtagebuch:



Barquero (USA 1970, Originaltitel: Barquero)

Jacob Remy (Warren Oates) und seine Bande überfallen eine Bank. Dabei geht das Gesindel extrem rücksichtslos und brutal vor, die meisten Bewohner der kleinen Ortschaft werden abgeknallt wie räudige Köter. Dieser Raubzug soll der letzte von Remy und Konsorten sein, mit der reichhaltigen Beute will man sich nach Mexiko absetzen. Dort soll geteilt werden und jeder kann seines Weges gehen. Nicht weit von der mexikanischen Grenze entfernt, betreibt der kantige Travis (Lee Van Cleef) eine Fähre. In der näheren Umgebung gibt es keine Alternative, will man mit schwerem "Gepäck" über den Fluss kommen. Remy und sein Gefolge müssen auf ihrer Flucht über den Fluss. Ergo trifft eine kleine Vorhut ein, schliesslich ist man auf die Fähre angewiesen, daher muss sie rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden. Zwar können die Schergen den Fährmann zunächst überwältigen, doch sie haben nicht mit dessen Freund Mountain Phil (Forrest Tucker) gerechnet, der alte Trapper setzt die Schurken ausser Gefecht. Bevor Remy anrückt, bringt Travis die Siedler der bei seiner Fähre gelegenen Ortschaft über den Fluss in Sicherheit. Der Oberschurke schäumt vor Wut, er kann und will nicht begreifen, wie jemand die Frechheit besitzen kann ihm die Stirn zu bieten. Der fiese Franzose Marquette (Kerwin Mathews) ist der wichtigste Vertraute und "Berater" des cholerischen Banditen, doch selbst seine Rätschläge verpuffen sang und klanglos. Remy hat sich in seinen perfekten Plan verbissen, jede Änderung lehnt er mit Nachdruck ab. Während Remy am Rande des Wahnsinns wandelt, regt sich auf der "sicheren" Seite zaghafter Widerstand. Ein selbsternannter Geistlicher fürchtet um sein Anwesen, er will der Bande die Fähre überlassen. Der Nervenkrieg weitet sich so auch auf die eigenen Reihen aus, wer wird am Ende den Kopf über Wasser halten können...???

Als Regisseur Gordon Douglas 1970 "Barquero" inszenierte, konnte er bereits auf eine lange Karrie zurückblicken. Mir ist besonders der "Ameisen-Schocker" namens "Formicula" (Them!, 1954) in bester Erinnerung geblieben, da ich Monsterfilme sehr liebe und "Formicula" schon als kleiner Rotzlöffel im Fernsehen sah. "Barquero" hat mir eine ähnliche "Seherfahrung" beschert, ich kam 1980/81 in den Genuss einer "Sicherheitskopie" auf VHS. Damals beeindruckte mich der Streifen sehr, verehrte ich Lee Van Cleef doch wegen seiner Auftritte in Sergio Leones Klassikern "Für ein paar Dollar mehr" (Per qualche dollaro in più, 1965) und "Zwei glorreiche Halunken" (Il buono, il brutto, il cattivo, 1966). "Barquero" kommt als US-Western mit "Italo-Einflüssen" daher. Fiesling Remy könnte durchaus einem Beitrag aus dem Stiefelland entsprungen sein, der "Held" Travis ebenso, die Boshaftigkeit mancher Szenen untermauert diese Einflüsse. Dem entgegen steht allerdings die eindeutig amerikanische, eher konservative Art der Inszenierung von Gordon Douglas. Grafische Härten oder besonders kreative Kameraeinstellungen sucht man hier vergeblich. Was den Film wirklich zu einer besonderen Angelegenheit macht, ist weniger sein leichtes "US-Italo-Zwittertum", viel mehr ist es die hier angenehm ausgewälzte, ein wenig unübliche Thematik. Die gegnerischen Parteien beziehen ihren Antrieb nicht aus Rachegelüsten -die wohl DAS Hauptmotiv vieler Western sind- auch geht es nicht um zu kassierendes Kopfgeld. Zwei unverbesserliche Sturköpfe beharren auf ihren Standpunkten, koste es was es wolle. Im wahrsten Sinne des Wortes, spielt der Fluss mittendrin die dritte Hauptrolle. Die Besetzung ist grössenteils erstklassig gewählt. Lee Van Cleef gibt den gewohnt sperrigen Charakter, ein Gesicht wie aus Stein gemeißelt, man möchte auf die Knie fallen. Natürlich kommt er nicht strahlender Held daher. Zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Films, offenbart er gar einen recht widerlichen Charakterzug, bleibt dabei aber selbstverständlich ruhig, tiefenentspannt. Warren Oates hingegen darf richtig abgehen. Damit gleich jedermann weiss wo es lang geht, lässt Douglas ihn eine Frau erschiessen, mit der er wenige Sekunden zuvor noch das warme Bett teilte. Im Fortgang der Erzählung durchläuft Remy etliche Stimmungen, pfeift sich eine Tüte durch die Lungen, "erschiesst" den Fluss, den verdammten Fluss! Bei den Nebendarstellern glänzt Forrest Tucker, der einerseits den großväterlichen Trapper mimt, dabei aber auch durchaus bizarre Angewohnheiten und bei Bedarf seine ruppige Seite zeigt. Ein echter Naturbursche, das Herz am rechten Fleck, durch die "Trapperbrille" betrachtet sicher in keinster Weise bizarr oder unangemessen roh. Kerwin Mathews überzeugt als aalglattes Helferlein von Oates, John Davis Chandler passt durch seine widerliche Ausstrahlung, sowie sein schleimiges Äusseres perfekt in die Rolle des kleinen Gauners. Attraktive Damen sucht man hier leider vergeblich. Mir gefallen Mariette Hartley und Marie Gomez überhaupt nicht, an ihren schauspielerischen Darbietungen gibt es allerdings nicht zu bemängeln (Ja, ich fieses Chauvischwein).

"Barquero" möchte ich sowohl Freunden des US- als auch des Italo-Western empfehlen! Zwar hätte ich mir eine deutlichere "Italo-Schlagseite" gewünscht, was bei einem Regisseur wie Gordon Douglas aber kaum zu erwarten ist. Früher gehörte der Film zu meinen absoluten Westernlieblingen, wohl zu meinen persönlichen Top 20. Nun, seither sind viele Jahre ins Land gezogen, doch enttäuscht hat mich "Barquero" auch anno 2010 keinesfalls. Für einen Platz auf dem Altar mag es nicht mehr ganz reichen, für einen schönen Filmabend mit viel Nostalgiefeeling aber auf jeden Fall! Koch Media hat "Barquero" ungekürzt auf DVD veröffentlicht. Die Bildqualität ist überwiegend sehr schön, das Cover nett, ein kleines Booklet liegt bei. Insgesamt also eine runde Veröffentlichung, die man sich als alter -und zukünftiger- Freund des Streifens gern in die Sammlung stellt.

Gut bis sehr gut = 7,5/10 ("Persönlicher Nostalgiewert" = unbezahlbar, herrlich, liebenswert!)

Lieblingszitat:

"Dieser verdammte Fährmann"

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 16:13 
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Also ich fand ihn ganz ok. Am besten ist die szene als der Trompetenscore ertönt und Lee und der anführer der Bande sich an den Flussufern gegüber stehen... Lee halt auf seiner Färe...

6/10 würde der Film schon von mir bekommen ;)

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 10.12.2011 17:31 
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ja 6/10
Zur Überbrückung gehen solche Filme klar.

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 Post subject: Re: BARQUERO - Gordon Douglas
PostPosted: 09.02.2017 20:41 
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Spannender Abenteuer-Western mit Kult-Charakter.

Bedingt durch die überdurchschnittliche Besetzung taugt der Film zur mehrfachen Sichtung.

Regie-Veteran Gordon Douglas befand sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Streifens mit Werken wie THE DETECTIVE oder TONY ROME auf dem Höhepunkt seiner bemerkenswerten Karriere. Zuvor hatte er auch schon mehrere denkwürdige Western - z. B. RIO CONCHOS oder CHUKA - inszeniert.

Lee van Cleef fällt hier durch eine besonders körperbetonte Interpretation seiner Rolle auf. In kaum einem anderen seiner Filme schien er in einer derartig guten physischen Verfassung zu sein und gibt hier daher auch etwas ungewohnt zur Abwechslung einmal zusätzlich noch den "Ladies Man".

Warren Oates liefert mit seinem sich immer stärker dem Wahnsinn nähernden Anführer der Bad Guys die überzeugendste darstellerische Leistung in diesem teilweise doch unerwartet ablaufenden Werk ab. Als er in einer brilliant gespielten Szene den Fluß "erschießt", ist dies schon eines Colonel Kurtz würdig.

Gefreut habe ich mich noch über die recht große Rolle von Forrest Tucker, welcher als Trapper-Sidekick des Helden fernab seiner manchmal überraschungsarmen weiteren US-Western hier ungewohnte Töne in Sachen Gewalt oder Einsamkeit anschlagen darf.

Der ebenfalls recht bekannte Darsteller Kerwin Mathews spielt den Berater des Oberschurken und bleibt ziemlich blass in dieser Funktion.

Man ist außerdem angetan darüber, dass neben Warren Oates auch Mariette Hartley und John Davis Chandler in diesem Film mitwirken - in welchem Meisterwerk hatte man sie doch noch gleich ebenfalls zusammen gesehen ?

Meines Erachtens ist die größte Stärke dieses Filmes, dass er weitestgehend versucht, Klischees zu vermeiden.

Deshalb wird man hier auch vergebens darauf warten, dass jemand - und sei es auch nur aus purer Boshaftigkeit - die Seile der Fähre zu einem passenden Zeitpunkt einfach zerschneidet.


7/10 für mich


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