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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 27.11.2009 17:01 
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Location: Grenzach - Wyhlen
Gender: Male
Originaltitel: uccide a passo di danza
Produktionsland: Italien
Produktion: Augusto Caminito, Gabriele Silvestri
Erscheinungsjahr: 1984
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Gianfranco Clerici, Lucio Fulci, Roberto Gianviti, Vincenzo Mannino
Kamera: Giuseppe Pinori
Schnitt: Vincenzo Tomassi
Budget: -
Musik: Keith Emerson
Makeup: Franco Corridoni
Art Direction : Mauro Passi
Länge: ca. 88 Minuten
Freigabe: FSK 16




Diesmal ein etwas bekannterer aber nicht wiklich beliebter Film - Giallo meet´s Flashdance


Cast : Olga Karlatos ,Ray Lovelock ,Claudio Cassinelli ,Cosimo Cinieri ,Giuseppe Mannajuolo ,Belinda Busato
Maria Vittoria Tolazzi ,Geretta Geretta, Christian Borromeo ,Robert Gligorov ,Carlo Caldera ,Riccardo Parisio Perrotti


Inhalt :

Nach einer schier endlosen Tanzsequenz zu Beginn des Films, werden mehrere Schüler einer Tanzschule ermordet. Der Mörder tötet mit einer langen Hutnadel.
Unter den Schülern und Schülerinnen herrscht sowieso schon Misstrauen und Hass - nur 3 von ihnen sollten eine große Chance erhalten...
Aber auch die Lehrerinnen verhalten sich verdächtig. Die können sich nämlich nicht leiden. Eine von ihnen, Candice Träumt nachts von einem Mann, der sie mit einer Hutnadel umzubringen versucht. Wenig später begegnet sie dem „Mann ihrer Träume“ wirklich...
Hinzu kommt noch, dass der Direktor der Schule eine Affäre mit einer der Schülerinnen hat.


Fazit:

Dies ist wohl einer der Giallos, denen man die 80er am stärksten anmerkt (hört)!

Das beginnt bereits mit den Tanz und Trainingsszenen, sowie der dazugehörigen Musik und endet im Finale in einem Raum mit ca 20 Bildschirmen .

Spannung will nie richtig aufkommen.
Wie in einem üblichen Slasher, haben die Schühlerinnen einzig die Funktion der Mordopfer - sie werden erst kurz vor ihrer Ermodung näher vorgestellt und sind dem Zuschauer absolut egal ...
Daduchrch ist auch immer sofort klar, wer das nachste Opfer werden wird...
Die Morde selbst sind sehr unblutig und stümperhaft inszeniert ( gerade der erste ) oder finden sogar OFF Screen statt.
Auch die Traumsequenzen wirken nie bedrohlich oder unheimlich - Lovelock spielt so schlecht wie selten und die Schnitte auf die Nadel in seiner Hand sind total misslungen .
Am Ende verrät sich der Mörder ( unsinnigerweise ) auch noch selbst, so dass das eigentlich als Überraschung gedachte Finale ebenfalls keine Wirkung mehr hat.

Der Look des Films ist typisch 80er , erreicht aber nie die Qualität von Tenenbre oder Blade in the Dark

Die Schauspieler sind alle austauschbar, nur die zynischen Bemerkungen des Inspectors machen Spaß - glaubhaft wirkt er deshalb aber noch lange nicht .

Fluci hält sich nach der Kritik an seinem New York Ripper mit der Gewalt extrem zurück und zeigt lieber ein paar nackte Tatsachen. Das kann mit solch einem drehbuch dazu nur schief gehen....Vielleicht hätten ein Paar blutige Morde mal etwas Schwung in den Film gebracht. So ist das ganze nur eine unausgegorene Mischung aus Tanzfilm und sehr zahmem Giallo.

Die Musik - sie seht ja in diesem Film zielich im Mittelpunkt - ist 80´s Pop von Keith Emmerson . Die Gesungenen Lieder gehen gerade noch in Ordnung - gerade das im Abspann hätte heute bei den ganzen 80 ´s Revivals sicher Hitpotential, aber die istrumentahlen Zwischenstücke sind beinahe unerträglich und deutlich nervenaufreibender als der Film - sie passen nie zum gezeigten Bild und bauen null Spannung auf !

Der Film ist Ungeschnitten ab 16 bei uns auf DVD erhältich LEGEND - Für Fans der 80 villeicht noch interessant, als Giallo leider nicht .
Für die, die schöne Hardboxen Sammeln, hat X-Rated den Fim nochmla neu verpackt – macht ihn aber auch nicht besser......

Leider ein Ausfall von Fluci ... weder Inhaltlich noch Inszenatorisch überzeugend

3 von 10 Gnadenpunkte

_________________
Don't think twice, it's all right ...



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 Post subject: Re: Murder Rock 1984
PostPosted: 27.11.2009 18:18 
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So daneben finde ich das Teil nicht, obwohl der Streifen natürlich weit vom Status "Klassiker" entfernt ist.


***

Murder Rock

An einer Schule die junge Tänzer(innen) ausbildet wird ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent ermordert. Doch es soll nicht bei einer Tat bleiben. Bald fallen dem Mörder weitere junge Damen in die Hände. Dabei geht er immer auf die gleiche Weise vor, zuerst betäubt er seine Opfer mit Chloroform, dann ersticht er sie mit einer langen Hutnadel. Der ruppige Lieutenant Borges (Cosimo Cinieri) hat diverse Verdachtsmomente, doch ist er auf der richtigen Spur? Da gibt es den Direktor des Institutes (Claudio Cassinelli) der gern mit seinen Schülerinnen turtelt, nicht zu vergessen der geheimnisvolle George Webb (Ray Lovelock), den Candice (Olga Karlatos) -eine harte Lehrerin der Schule- auf ungewöhnliche Weise kennen lernt. Besonders George scheint sehr verdächtig, hat er doch einige dunkle Flecken in seiner Vergangenheit...

Wenn ich etwas nicht ertragen kann, dann sind es Tanzfilme. So hatte ich während der ersten fünf, sechs Minuten wirklich zu leiden, denn zu grausigem 80er Pop machen jungen Damen und Herren alberne Verrenkungen. Doch glücklicherweise hält sich der Film damit im weiteren Verlauf zurück, auch wenn dieses Grauen immer wieder vereinzelt hervor bricht.

Altmeister Lucio Fulci verbindet hier Elemente des Tanzfilmes mit gewohnter Giallo-Kost. Doch echtes "Giallo-Feeling" will sich nicht so richtig einstellen. Daran mag vielleicht der Schauplatz der Handlung die "Schuld" tragen, New York liegt eben nicht in Italien oder zumindest in Europa, der quietschige Soundtrack steuert ebenfalls seinen Teil zur weniger befriedigenden Atmosphäre bei. Dieser stammt aus der Feder von Keith Emerson, immerhin Mitglied der Prog-Legende ELP, aber auch solche Grössen greifen schon mal in die Tonne.

Besonders auffällig ist die betont brave Inszenierung. Fulci hatte in den Jahren zuvor immerhin diverse Zombie Klassiker gedreht, aber auch bei Ausflügen in andere Genres ordentlich aufs Mett geklopft. Hier fährt der Meister mit angezogener Handbremse, offensichtlich sollte der Film ein möglichst grosses Publikum ansprechen. Leider leidet das Werk unter dieser Beschränkung deutlich. Letztlich ist der Film trotz einiger Kritikpunkte nicht unsympathisch, wirkt aber ein wenig wie eine teilweise vertane Chance. Cassinelli und Lovelock hat man schon stärker gesehen, am besten gefiel mir der bärbeissige Cinieri. Die DVD von CCI präsentiert diesen weniger bekannten Fulci in brauchbarer Qualität, der Preis fällt moderat aus, daher dürfen Fans durchaus den Griff ins Regal riskieren.

6,5/10 Schade, hier wäre noch mehr drin gewesen...

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Vom Ursprung her verdorben


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 25.11.2017 13:29 
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Murderock - Uccide a passo di danza
(Murder Rock / Der Frauenmörder mit der Hutnadel / Dancing Death / Murder Rock - Dancing Death / Murder-Rock: Dancing Death / Slashdance / The Demon Is Loose / Giallo a disco)
Italien 1984 - Directed by Lucio Fulci
Starring: Olga Karlatos, Ray Lovelock, Claudio Cassinelli, Cosimo Cinieri, Geretta Geretta, Belinda Busato...


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Eigentlich läuft es ganz gut für Candice Norman (Olga Karlatos), der Chefchoreographin einer New Yorker Tanzakademie namens The Arts for Living Center. Eben wurde bekannt gegeben, daß die drei besten ihrer Schülerinnen bei einem großen Musical am Broadway mit dabei sein werden. Die Chance des Lebens, wie es so schön heißt, und die gedenken die jungen Leute beim Schopf zu packen. Doch es ist nicht alles eitel Wonne in dem schicken Schuppen. Candice wurde bei einem Unfall mit Fahrerflucht vor Jahren so schwer verletzt, daß sie selbst nicht mehr tanzen kann. Margie (Geretta Geretta) haßt Candice, weil die ihr den Job vor der Nase weggeschnappt hat. Candice läßt sich auf ein Techtelmechtel mit dem abgehalfterten und trinkfreudigen Werbestar George Webb (Ray Lovelock, Non si deve profanare il sonno dei morti aka Das Leichenhaus der lebenden Toten) ein, dessen Vergangenheit von einem düsteren Geheimnis umrankt zu sein scheint. Dick Gibson (Claudio Cassinelli), Candice' Partner, spitzt den jungen Hüpfern lüstern nach, und das Verhältnis zwischen den Tänzern untereinander ist von Eifersucht, Intrigen und Konkurrenzkampf geprägt. Insofern ist jeder verdächtig, als plötzlich eine mysteriöse Mordserie beginnt. Susan (Angela Lemerman), das größte Talent der Gruppe, ist die erste, die dem unheimlichen Mörder mit der Hutnadel zum Opfer fällt.

So sehr sich Lucio Fulci in Bezug auf bestialische Gewaltdarstellungen und schmierigen Sadismus in seinem berüchtigten Schocker Lo squartatore di New York (Der New York Ripper, 1982) ausgetobt hatte, so sehr hält er sich bei Murderock - Uccide a passo di danza zurück. Der Modus Operandi des schwarzbehandschuhten Täters ist präzise, sauber und schmerzlos. Der (oft mit Schweißperlen übersäte) Oberkörper des mit Chloroform betäubten Opfers wird erst entblößt, dann sticht der Killer mit einer langen Hutnadel langsam, fast schon zärtlich ins weiche Fleisch, zwischen den Rippen hindurch, mitten ins Herz. Das Opfer gleitet sanft von der Bewußtlosigkeit in den Tod, zwei, drei abgesonderte Tropfen Blut sind alles, womit der penetrierte Körper zu protestieren vermag. Hinzu kommt, daß der komplette Ablauf der Tat nur ein einziges Mal in voller Länge gezeigt wird. Diese Sequenz ist jedoch eines der (wenigen) Highlights des Filmes, ist sie doch mit dem regelmäßig aus- und wieder angehenden Licht sowie den laut pochenden und schließlich verstummenden Herzschlägen richtig gut und "eindringlich" in Szene gesetzt. Aber auch die anderen, leider recht spärlich gesäten Murder-Set-Pieces werden durchaus ansprechend präsentiert; bei zweien gelingt es Fulci sogar, ein wenig an der Spannungsschraube zu drehen.

Dies sticht deshalb so positiv hervor, weil Murderock ansonsten eher spannungslos dahinplätschert. Das schwache Drehbuch von Gianfranco Clerici, Roberto Gianviti, Vincenzo Mannino und Lucio Fulci verzettelt sich in allerlei unbedeutenden Szenen, welche überwiegend leider so uninteressant sind, daß jedes bißchen Suspense auf der Strecke bleibt. Mitverantwortlich dafür ist auch der Nüsse mampfende Polizist, Lieutenant Borges (Cosimo Cinieri, Manhattan Baby), dem die ganze Mordserie sowieso am Allerwertesten vorbeizugehen scheint. Lustlos quält er sich durch den verzwickten Fall, weil es halt sein Job ist. Engagement sucht man bei ihm ebenso vergebens wie Empathie mit den Opfern. Fast könnte man meinen, daß es ihm gar nicht so unrecht ist, wenn der Killer zuschlägt; dann muß er sich wenigstens nicht mit diesem tanzenden Gesindel herumplagen. Der zur Schau gestellte Zynismus ist bei weitem nicht so schmerzhaft wie bei Lo squartatore di New York, aber er ist stark genug, um unangenehm zu berühren. Apropos unangenehm. Was den an und für sich tollen Musiker Keith Emerson (Dario Argentos Inferno) beim Komponieren des Scores geritten hat, dieses Geheimnis hat er im März 2016 mit ins Grab genommen. Fest steht, daß er sich mit dieser scheußlichen Mucke wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Am Ende laufen die ausgeworfenen Fäden halbwegs zusammen, sodaß das große Finale recht gut funktioniert, obwohl man bei der Enthüllung des Killers und dem, was danach noch passiert, das eine oder andere Schmunzeln trotz aller Tragik nicht unterdrücken kann. Murderock ist gewiß kein Ruhmesblatt in des Regisseurs Filmographie, aber er ist bei weitem nicht so schlecht, wie er gerne gemacht wird. Der Streifen ist grundsolide, im guten wie im schlechten Sinne, wobei Giuseppe Pinoris famose Bildgestaltung den Film qualitativ enorm aufwertet. Ein weiteres Plus, zumindest für Nostalgiker, ist das schräge Achtziger-Jahre-Flair, das insbesondere bei den leckeren Tanzszenen - die mit Fortdauer der Handlung leider immer weiter in den Hintergrund rücken - ins Auge fällt. Zwar kann Murderock dem Nonplusultra in dieser Hinsicht, David A. Priors Killer Workout (1987), nicht annähernd das Wasser reichen, aber Fans der 1980er-Jahre kommen trotzdem ordentlich auf ihre Kosten. Aus der Cast sticht natürlich Olga Karlatos (Keoma) hervor, deren faszinierende Augen intakt sind, womit einmal mehr bewiesen ist, daß die Zerstörung ihres rechten Augapfels fünf Jahre zuvor durch einen langen, spitzen Holzsplitter in Zombi 2 (Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies) Gott sei Dank nur ein genialer Spezialeffekt war.

Daß sich sowohl Olga Karlatos als auch das eine oder andere Tanzstarlet nackig macht, ist ein netter Bonus, welcher den Film zwar nicht besser, aber (aus männlicher Sicht zumindest) vergnüglicher macht. Das gilt auch für die herrliche Slow-Motion-Traumsequenz, in der ein mysteriöser Fremder mit Hutnadel die panische Candice jagt, sowie für den unfaßbaren WTF-Moment, in dem ein chinesischer Wahrsager einen Restaurantgast geradeheraus des Mordes bezichtigt. Murderock ist somit eine recht durchschnittliche Melange aus Giallo und Slasherfilm, versetzt mit einem Schuß Flashdance, für die spezielle Geschmacksnote, wobei ich denke, daß Giallo-Freunde dem Streifen wesentlich mehr abgewinnen können als die kreativ-blutige Kills erwartenden Slasherfans. Denn in dieser Hinsicht ist dieses Werk eine totale Niete. Leider ist der Film auch in Bezug auf das Whodunit-Element eine Niete, denn wieso sollte der Zuseher über die Identität des Mörders rätseln, wenn ihm sämtliche Figuren egal sind? Angeblich war geplant, daß Murderock den Auftakt einer Filmtrilogie bildet, welche die zentrale Thematik Musik verbindet. Daß es dazu nicht gekommen ist (u. a., weil sich Fulcis Gesundheitszustand verschlechterte), ist zwar einerseits schade, andererseits aber wohl auch nichts, dem man groß nachweinen müßte.

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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 26.11.2017 11:19 
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Randolph Carter wrote:
Murderock - Uccide a passo di danza
(Murder Rock / Der Frauenmörder mit der Hutnadel / Dancing Death / Murder Rock - Dancing Death / Murder-Rock: Dancing Death / Slashdance / The Demon Is Loose / Giallo a disco)
Italien 1984 - Directed by Lucio Fulci
Starring: Olga Karlatos, Ray Lovelock, Claudio Cassinelli, Cosimo Cinieri, Geretta Geretta, Belinda Busato...


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Eigentlich läuft es ganz gut für Candice Norman (Olga Karlatos), der Chefchoreographin einer New Yorker Tanzakademie namens The Arts for Living Center. Eben wurde bekannt gegeben, daß die drei besten ihrer Schülerinnen bei einem großen Musical am Broadway mit dabei sein werden. Die Chance des Lebens, wie es so schön heißt, und die gedenken die jungen Leute beim Schopf zu packen. Doch es ist nicht alles eitel Wonne in dem schicken Schuppen. Candice wurde bei einem Unfall mit Fahrerflucht vor Jahren so schwer verletzt, daß sie selbst nicht mehr tanzen kann. Margie (Geretta Geretta) haßt Candice, weil die ihr den Job vor der Nase weggeschnappt hat. Candice läßt sich auf ein Techtelmechtel mit dem abgehalfterten und trinkfreudigen Werbestar George Webb (Ray Lovelock, Non si deve profanare il sonno dei morti aka Das Leichenhaus der lebenden Toten) ein, dessen Vergangenheit von einem düsteren Geheimnis umrankt zu sein scheint. Dick Gibson (Claudio Cassinelli), Candice' Partner, spitzt den jungen Hüpfern lüstern nach, und das Verhältnis zwischen den Tänzern untereinander ist von Eifersucht, Intrigen und Konkurrenzkampf geprägt. Insofern ist jeder verdächtig, als plötzlich eine mysteriöse Mordserie beginnt. Susan (Angela Lemerman), das größte Talent der Gruppe, ist die erste, die dem unheimlichen Mörder mit der Hutnadel zum Opfer fällt.

So sehr sich Lucio Fulci in Bezug auf bestialische Gewaltdarstellungen und schmierigen Sadismus in seinem berüchtigten Schocker Lo squartatore di New York (Der New York Ripper, 1982) ausgetobt hatte, so sehr hält er sich bei Murderock - Uccide a passo di danza zurück. Der Modus Operandi des schwarzbehandschuhten Täters ist präzise, sauber und schmerzlos. Der (oft mit Schweißperlen übersäte) Oberkörper des mit Chloroform betäubten Opfers wird erst entblößt, dann sticht der Killer mit einer langen Hutnadel langsam, fast schon zärtlich ins weiche Fleisch, zwischen den Rippen hindurch, mitten ins Herz. Das Opfer gleitet sanft von der Bewußtlosigkeit in den Tod, zwei, drei abgesonderte Tropfen Blut sind alles, womit der penetrierte Körper zu protestieren vermag. Hinzu kommt, daß der komplette Ablauf der Tat nur ein einziges Mal in voller Länge gezeigt wird. Diese Sequenz ist jedoch eines der (wenigen) Highlights des Filmes, ist sie doch mit dem regelmäßig aus- und wieder angehenden Licht sowie den laut pochenden und schließlich verstummenden Herzschlägen richtig gut und "eindringlich" in Szene gesetzt. Aber auch die anderen, leider recht spärlich gesäten Murder-Set-Pieces werden durchaus ansprechend präsentiert; bei zweien gelingt es Fulci sogar, ein wenig an der Spannungsschraube zu drehen.

Dies sticht deshalb so positiv hervor, weil Murderock ansonsten eher spannungslos dahinplätschert. Das schwache Drehbuch von Gianfranco Clerici, Roberto Gianviti, Vincenzo Mannino und Lucio Fulci verzettelt sich in allerlei unbedeutenden Szenen, welche überwiegend leider so uninteressant sind, daß jedes bißchen Suspense auf der Strecke bleibt. Mitverantwortlich dafür ist auch der Nüsse mampfende Polizist, Lieutenant Borges (Cosimo Cinieri, Manhattan Baby), dem die ganze Mordserie sowieso am Allerwertesten vorbeizugehen scheint. Lustlos quält er sich durch den verzwickten Fall, weil es halt sein Job ist. Engagement sucht man bei ihm ebenso vergebens wie Empathie mit den Opfern. Fast könnte man meinen, daß es ihm gar nicht so unrecht ist, wenn der Killer zuschlägt; dann muß er sich wenigstens nicht mit diesem tanzenden Gesindel herumplagen. Der zur Schau gestellte Zynismus ist bei weitem nicht so schmerzhaft wie bei Lo squartatore di New York, aber er ist stark genug, um unangenehm zu berühren. Apropos unangenehm. Was den an und für sich tollen Musiker Keith Emerson (Dario Argentos Inferno) beim Komponieren des Scores geritten hat, dieses Geheimnis hat er im März 2016 mit ins Grab genommen. Fest steht, daß er sich mit dieser scheußlichen Mucke wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat.

Am Ende laufen die ausgeworfenen Fäden halbwegs zusammen, sodaß das große Finale recht gut funktioniert, obwohl man bei der Enthüllung des Killers und dem, was danach noch passiert, das eine oder andere Schmunzeln trotz aller Tragik nicht unterdrücken kann. Murderock ist gewiß kein Ruhmesblatt in des Regisseurs Filmographie, aber er ist bei weitem nicht so schlecht, wie er gerne gemacht wird. Der Streifen ist grundsolide, im guten wie im schlechten Sinne, wobei Giuseppe Pinoris famose Bildgestaltung den Film qualitativ enorm aufwertet. Ein weiteres Plus, zumindest für Nostalgiker, ist das schräge Achtziger-Jahre-Flair, das insbesondere bei den leckeren Tanzszenen - die mit Fortdauer der Handlung leider immer weiter in den Hintergrund rücken - ins Auge fällt. Zwar kann Murderock dem Nonplusultra in dieser Hinsicht, David A. Priors Killer Workout (1987), nicht annähernd das Wasser reichen, aber Fans der 1980er-Jahre kommen trotzdem ordentlich auf ihre Kosten. Aus der Cast sticht natürlich Olga Karlatos (Keoma) hervor, deren faszinierende Augen intakt sind, womit einmal mehr bewiesen ist, daß die Zerstörung ihres rechten Augapfels fünf Jahre zuvor durch einen langen, spitzen Holzsplitter in Zombi 2 (Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies) Gott sei Dank nur ein genialer Spezialeffekt war.

Daß sich sowohl Olga Karlatos als auch das eine oder andere Tanzstarlet nackig macht, ist ein netter Bonus, welcher den Film zwar nicht besser, aber (aus männlicher Sicht zumindest) vergnüglicher macht. Das gilt auch für die herrliche Slow-Motion-Traumsequenz, in der ein mysteriöser Fremder mit Hutnadel die panische Candice jagt, sowie für den unfaßbaren WTF-Moment, in dem ein chinesischer Wahrsager einen Restaurantgast geradeheraus des Mordes bezichtigt. Murderock ist somit eine recht durchschnittliche Melange aus Giallo und Slasherfilm, versetzt mit einem Schuß Flashdance, für die spezielle Geschmacksnote, wobei ich denke, daß Giallo-Freunde dem Streifen wesentlich mehr abgewinnen können als die kreativ-blutige Kills erwartenden Slasherfans. Denn in dieser Hinsicht ist dieses Werk eine totale Niete. Leider ist der Film auch in Bezug auf das Whodunit-Element eine Niete, denn wieso sollte der Zuseher über die Identität des Mörders rätseln, wenn ihm sämtliche Figuren egal sind? Angeblich war geplant, daß Murderock den Auftakt einer Filmtrilogie bildet, welche die zentrale Thematik Musik verbindet. Daß es dazu nicht gekommen ist (u. a., weil sich Fulcis Gesundheitszustand verschlechterte), ist zwar einerseits schade, andererseits aber wohl auch nichts, dem man groß nachweinen müßte.


Der könnte wirklich mal auf Blu erscheinen! Sicher kein Meisterwerk von Fulci, aber ich mag den einfach.


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 26.11.2017 14:03 
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Der Fulci wird mehr wegen seiner Zombie Filme in Erinnerung bleiben

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PostPosted: 26.11.2017 14:37 
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Murder Rock will ich wegen dieses geilen Videos schon ewig mal sehen, warte aber auf eine Blu-ray-Veröffentlichung:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 29.11.2017 17:51 
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Murder Rock ist IMHO ein solider Mid-80er Fulci. Auf keinen Fall mehr, aber auch nicht weniger - m.M.n.
Von daher, bin ich bei einem guten HD Transfer mit an Bord.


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 20.11.2018 12:55 
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Die BD von Scorpion Releasing macht ´nen guten Eindruck: *** The link is only visible for members, go to login. ***


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 30.11.2018 16:54 
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Martin Beine wird (so sieht es für mich aus) das Booklet beisteuern.

Quote:
Am Booklet wird derzeit noch massiv gearbeitet ... Fest steht aber schon, dass ich meine zuvor eher kritische Einschätzung weitestgehend revidieren muss. Ich kann somit nur zustimmen, dass es sich bei MURDEROCK - UCCIDE A PASSO DI DANZA um ein ähnlich unterschätztes Werk handelt, wie es bei MANHATTAN BABY der Fall ist. Der Film hat definitiv eine Neuentdeckung und -bewertung verdient und ich freue mich schon auf die Veröffentlichung ...


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 30.11.2018 20:28 
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Ich fand den zu DVD Zeiten nicht so prickelnd aber das ist bestimmt schon 10 Jahre her und damals waren die 80er Filme für mich noch nicht so interessant wie heute. Ich gebe dem Film eine Chance.
Ich denke der kommt von X-Rated. Was meint ihr?


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 30.11.2018 20:45 
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Die prominent platzierte ´84-VÖ von "Die Sieben schwarzen Noten" im Regal lässt mich anderes Vermuten, allerdings gab es ihn schon mal von X-Rated, oder? Beine würde auch eher dafür sprechen, denke ich.


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 30.11.2018 20:50 
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Pa_Nik wrote:
Die prominent platzierte ´84-VÖ von "Die Sieben schwarzen Noten" im Regal lässt mich anderes Vermuten, allerdings gab es ihn schon mal von X-Rated, oder? Beine würde auch eher dafür sprechen, denke ich.


Wäre mir neu, dass Martin Booklets für '84 schreibt.


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 30.11.2018 20:53 
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Beine spricht eher für X-Rated, falls das missverständlich war.


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 30.11.2018 22:36 
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Ryan wrote:
Ich fand den zu DVD Zeiten nicht so prickelnd aber das ist bestimmt schon 10 Jahre her und damals waren die 80er Filme für mich noch nicht so interessant wie heute. Ich gebe dem Film eine Chance.


Ich fand den Film bei der Erstsichtung anno dunnemals auch recht langweilig. Vor einiger Zeit sah ich ihn erneut und konnte ziemlich viele liebgewonnene Ingredienzen Fulci'nen Schaffens erkennen. Das war wohl sein letzter 'großer' Kinofilm.


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 Post subject: Re: MURDER ROCK - Lucio Fulci
PostPosted: 08.04.2019 18:01 
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"Murderock - Uccide a passo di danza"

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Lucio Fulci kehrt mit dem 1984 entstandenen MURDERROCK wieder zu seinem in New York verorteten Filmzyklus zurück, nachdem er zwischenzeitlich das damals so erfolgreiche Endzeit-, beziehungsweise Barbarengenre bedient hatte (CONQUEST [1983] und THE NEW GLADIATORS [1984]). Denn wiederum ist es in MURDERROCK die urbane Großstade der USA, die zuvor auch in seinem Slasher-Film THE NEW YORK RIPPER (1982) und dem übernatürlichen Horrorfilm MANHATTAN BABY (1982/83) der Spielort gewesen war. Angebunden wird dabei aber auch das Genre des „Tanzfilms“; speziell bei Lucio Fulcis Film erinnert das Setting in der Tanzakademie, wo es zwischen den einzelnen Tanzschülerinnen und Tanzschülern zu wiederkehrenden Konflikten und Eifersüchteleien kommt, an den Kinofilm sowie die US-amerikanische TV-Serie FAME (1980 / 1982), die ein weltweiter Erfolg werden sollte. Das Integrieren der zahlreichen Tanzsequenzen in Fulcis Thriller-Plot brachte die Möglichkeit mit sich, dass der Film dann aber auch einem Publikum schmackhaft gemacht werden konnte, welches nicht unbedingt auf Thriller ausgerichtet war. Und dass der Trend des Slasher-Kinos sich zunehmend auf einem absteigenden Ast befand, merkt man dann ebenso daran, dass die in MURDERROCK vorgeführten Mordszenen erstaunlich blutleer ausgefallen sind, so dass der Genre-ferne Betrachter-Kreis – vor allem ein weibliches Teenagerpublikum, welches FAME u. ä. Werke mochte – nicht „abgeschreckt“ werde. Diesbezüglich wurde in Fulcis Thriller dann auch ein merklicher Wert auf einen zugänglichen Soundtrack gelegt, der durchaus marktkompatibel in der damaligen Zeit der Popmusik gewesen sein dürfte; und sehr auffallend wäre darüber hinaus, dass die Bildinszenierung äußerst „flächig“ ausgefallen ist: es gibt nur wenige Kompositionen, die über szenische Tiefenwirkung verfügen – die Bildgestaltung scheint sich somit hier an der ökonomisierten Ästhetik einer TV-Produktion zu orientieren. Wenn es allerdings in manchen Szenen zu einer Tiefenwirkung kommt, so ist der Effekt umso eindrucksvoller (siehe etwa die Szenen, wenn die potentiellen und tatsächlichen Mordopfer in der Ferne durch einen fluchtenden Gang im zentralen Bildmittelpunkt „eingekerkert“ werden). Insgesamt kann man also sagen, dass MURDERROCK den Zeitgeist der 80er Jahre in sich trägt und diesen bildästhetisch zur Schau stellt – größtenteils meint man gar, die Mordsequenzen und besonders die Tanzszenen wollten in ihrer Episodenhaftigkeit einen MTV-Clip imitieren. Trotzdem wird der zeitgemäße MTV-Stil, wie er sich in MURDERROCK zeigt, nur dazu genutzt, um aktuelle Sehgewohnheiten „oberflächlich“ für sich zu vereinnahmen; für ein Zusammenspiel aus Inhalt und Form verlieren sich jedoch die Ebenen. Doch wesentlich interessanter entwickelt Lucio Fulcis Film sich dann aber auf der reinen Inhaltsebene. So scheint eine Modifikation des „Giallo“-Genres in den damaligen Zeitrahmen eines – oberflächlich betrachtet – US-amerikanischen Thrillers angestrebt, wenn beispielsweise die Mordwaffe auf den deutschen Titel eines „Edgar-Wallace-Giallo“ anspielt (
DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL
); und das behinderte Mädchen im Rollstuhl führt dabei die Rolle einer Mordzeugin aus, gleichwie der gebehinderte Charakter von James Stewart in einem Hitchcock-Film von 54 einen Mord mit dem Fernglas beobachtet. Mehr als diese Referenzen auf die Thriller-Tradition im allgemeinen und auf den italienischen Krimi im Besonderen, entfaltet sich Fulcis Bezug auf das eigene Thriller-Werk: Olga Karlatos‘ Figur vermittelt während des Handlungsverlaufs eine intensive paranoide Neigung, die aus einem wiederkehrenden Traum resultiert, in dem sie von einem vorerst anonymen Mann umgebracht wird. Genau diese träumerisch psychotische Paranoia zeigt sich auch bei der weiblichen Figur in Fulcis A LIZARD IN A WOMAN’S SKIN (1971); und in MURDERROCK wird denn auch vielfach Florinda Bolkans „Carol Hammond“ zitiert, sei es in den Traum-Sequenzen, wenn Karlatos‘ Charakter ähnlich gekleidet ihrem Verfolger entgeht, oder aber sich die Auflösung in beiden Fulci-Filmen Figuren-bezogen gleicht. Betrachtet man dahingehend MURDERROCK als spannungsgeladenen Film, so wird er auf dieser Ebene nur wenig punkten können, da die Genre-Schablone recht eng angelegt ist, was mit einer gewissen Vorhersehbarkeit einhergeht. Interessent sind indes die Bezüge auf das Genre schlechthin, die Fulcis „Neu-Giallo in New York“ aufwerten. Mir jedenfalls hat die Neusichtung sehr viel Spaß bereitet…


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