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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: QUINTANA - Vincenzo Musolino
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Quintana (ITA 1969)
R: Vincenzo Musolino

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Der Gouverneur einer mexikanischen Provinz und Großgrundbesitzer Don Juan führt in einem kleinen Nest in Mexiko ein autoritäres Regime und konnte dadurch die gesamte Gegend unter seiner Kontrolle bringen mitsamt mexikanischer Armee. Er verfügt über die Menschen nach seinem Belieben und nimmt sich auch die Frauen, die er will. Keiner scheint dem willkürlichen Treiben ein Ende bereiten zu können bis ein maskierter Fremder namens Quintana auftaucht und den Schurken Feuer unterm Arsch macht.

Vincenzo Musolino, der hier als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent fungierte, begann seine Westernkarriere als Produzent und Darsteller in Edoardo Mulargias Vaya con dios, Gringo. Gemeinsam mit Mulargia, der jeweils Regie führte, folgten noch drei weitere Western bevor er 1968 bei dem Rachedrama Chiedi perdono a Dio... non a me (Django – den Colt an der Kehle) erstmals selber auf dem Regiestuhl Platz nahm. Ein Jahr später folgte dann bereits seine zweite Regiearbeit mit dem Zorro-Verschnitt Quintana, den er unter dem klingenden Namen Glenn Vincent Davis inszenierte. Dies blieb bedauerlicherweise auch seine letzte Arbeit, denn noch im selben Jahr verstarb Musolino, wie oder warum ist glaub ich nicht bekannt. Quintana hab ich lange Zeit gemieden wie der Teufel das Weihwasser da ich irgendwie ganz schreckliche Erinnerungen mit dem Streifen verband. Als ich die DVD also einlegte überkamen mich leichte Magenschmerzen, die dann aber bereits beim sehr gelungenen Vorspann schon wieder verflogen. Dafür dass ich hier also eine richtige Gurke erwartet habe war ich doch mehr als positiv überrascht. Nicht dass man es bei Quintana mit einer echten Genreperle zu tun hätte aber überaus unterhaltsam ist er allemal.

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Quintana erzählt nun eine leidlich unterhaltsame und wenig originelle Geschichte eines maskierten Rächers, der der autoritären Herrschaft von Gouverneur Don Juan ein Ende bereiten will damit die Menschen wieder in Frieden ihr Dasein fristen können. Dargestellt wird Quintana, der mit bürgerlichen Namen José heißt, vom Sänger Tony Di Mitri, der hier unter dem Pseudonym George Stevenson auftritt. In den meisten Quellen wird allerdings Osvaldo Ruggieri als Hauptdarsteller geführt. Vielleicht handelt es sich bei beiden auch um dieselbe Person, zumindest sehen sie fast gleich aus, aber ich weiß es nicht genau. Ist auch egal, Di Mitri bleibt auf jeden Fall ziemlich blass in der Rolle des Rächers der Unterdrückten. Interessant ist das die Identität von Quintana mal verschleiert wird, mal wieder nicht. Manchmal versucht Musolino dessen Identität im Unklaren zu lassen um sie uns im nächsten Moment wieder ganz klar zu präsentieren. Und wer nicht merkt dass der brave José der Rächer mit der Maske ist muss schon ziemlich blind oder dementsprechend dämlich sein, läuft er doch bei beiden Identitäten in denselben Klamotten rum und das den ganzen Film hindurch. Auf seiner Seite hat Quintana noch ein paar alte Haudegen, die sich irgendwo auf einer Farm in den Bergen verstecken, die er aber bei seinem Aktionen meist außen vor lässt und sich so ihren Unmut zuzieht. Unter diesen Leuten befindet sich auch der allseits beliebte Spartaco Conversi, der Rodriguez, einen von Quintanas Freunden spielt.

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In diesem Versteck aufgesucht wird Quintana auch von Kopfgeldjäger Dino Strano, der dort mit zwei seiner Kumpels auftaucht um ihm die Lichter auszublasen und das saftige Kopfgeld zu kassieren. Das beläuft sich immerhin auf sagenhafte 1000 Pesos, ob sich da überhaupt irgendein Risiko lohnt muss da wohl jeder für sich selbst entscheiden. Strano und Co. sind aber augenscheinlich extra aus den Staaten angereist um abzukassieren. Der Oberbösewicht in der Geschichte hat keinen geringeren Namen als Don Juan und tatsächlich, die Frauen schnappt er sich nach Belieben. Allerdings gelingt ihm dies nicht durch seine umwerfend charmante Art und Weise sondern ganz einfach mit einer gehörigen Portion Gewalt. Ignazio Spalla spielt einen Priester und Freund von José, der den Widerstandskämpfern ein wenig unter die Arme greift. Außerdem handelt es sich bei dem schlagkräftigen Kuttenträger um einen kleinen Don Camillo, kann er doch mit Gott kommunizieren (Gott: "Jedermann kann durch mich der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen"). Für die weiblichen Reize sorgt die hübsche Femi Benussi als Donna Virginia, die eine schwere Entscheidung zu fällen hat. Don Juan hat nämlich ihren herzallerliebsten Don Manuel de la Loma ins Kittchen gesperrt und will ihn erst wieder rauslassen wenn sie sich dazu bereit erklärt den verliebten Don Juan zu ehelichen. Darauf hat sie allerdings nicht die geringste Lust. Don Manuel wird verkörpert durch Celso Faria, der hier mit seinen roten Haaren kaum wiederzuerkennen ist. Manuel wird unschuldig ins Gefängnis gesteckt weil er angeblich vier Soldaten umgebracht haben soll was natürlich nicht der Wahrheit entspricht, zumindest vorerst. Denn als ihn Quintana aus dem Gefängnis holt ballert er wohl mehr als so läppische vier Soldaten ins Jenseits. Für sein Schnuggiputz Virginia ladet er aber jede noch so schwere Sünde auf sich.

In den Nebenrollen hat’s der Film durchaus in sich, da kann man so manches vertrautes Gesicht bewundern. Omero Gargano spielt einen fiesen Capitano der mexikanischen Armee, der mit Don Juan gemeinsame Sache macht weswegen der die Soldaten auch zu seiner freien Verfügung hat. Zu Garganos Haufen mörderischer Soldaten gehören unter anderem Verbrechervisagen wie Riccardo Pizzuti, Fortunato Arena und Amerigo Castrighella. Während Pizzuti sich unklugerweise mit Quintana anlegt schiebt Castrighella Sonderschichten, der ist nämlich nicht und nicht tot zu kriegen. Obwohl ihm Quintana minimum zwei Mal die Lichter ausbläst taucht der Kerl einfach immer wieder auf. Das mag vielleicht den meisten nicht auffallen aber der Bär von Castrighella ist einfach nicht zu übersehen, ein echtes Unikum was die Statur anbelangt. Der Cast setzt sich im Grunde aus den üblichen Verdächtigen zusammen, die meist in den Mulargia/Musolino Filmen auftauchen. So gibt’s auch noch ein Wiedersehen mit Gino Turini als Josés Vater und mit Marisa Traversi, die die betrogene geliebte von Don Juan mimt.

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Musolino muss fürs Schreiben nicht allzu viel übrig gehabt haben, denn seine Drehbücher dürften höchsten ein paar Seiten gehabt haben so dünn wie die Geschichten sind. So wohl auch bei Quintana, dessen Geschichte nicht viel hergibt obwohl hier sicherlich einiges an Potenzial verschenkt wurde da viele interessante Ansätze nicht weiter verfolgt wurden. So zum Beispiel die verschmähte Geliebte von Don Juan, die unverständlicherweise keinerlei Intrigen spinnt gegen Virginia, die ihr einfach so vor die Nase gesetzt wird. Ebenso die Bande rund um Quintana, die zu Beginn des Films das Vertrauen in den Volksheld mit der Maske zu verlieren scheinen weil der seine Heldentaten lieber allein vollzieht und das auch gerne mal in die Hosen geht. Die Soldaten lassen sich ohne zu murren sinnlos abknallen obwohl sie das alles eigentlich kaum etwas angeht, da muckt keiner auf gegen den autoritären Herren Gouverneur. Also Potenzial hätte die Story an sich schon gehabt aber Musolino hatte sich vielleicht gedacht: Nur nicht zu kompliziert sonst könnte ja eine interessante Geschichte daraus werden.

Um das ganze Treiben ein wenig aufzupeppen baute Musolino jede Menge schräge Einstellungen mit ein was in der Tat hin und wieder Stil hat. Recht atmosphärisch geraten sind jene Szenen, die im Gefängnis spielen wobei man auch hier anmerken muss dass da mehr möglich gewesen wäre. Positiv hervorheben muss man auch die teilweise äußerste gelungene Ausleuchtung, beispielsweise im Gefängnis, in der Kirche und in den Nachtszenen. Da zeigt uns Musolino dass er durchaus etwas auf dem Kasten hatte. Ebenfalls gut inszeniert sind die diversen Schießduelle, bei denen die Pistolen bereits außerhalb des Halfters in der Hand gehalten werden. Das Schlussduell ist sogar einigermaßen originell ausgefallen.

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Sehr schön, wenn auch sehr schlicht, ist der animierte Vorspann geraten, der mit einem hervorragenden, melancholischen Musikstück unterlegt wurde. Für den sehr schönen Soundtrack, der mit das Beste am ganzen Film ist, zeichnet sich wieder einmal Felice di Stefano verantwortlich, der sämtliche Western bei denen Musolino seine Hand im Spiel hatte mit seinen wunderbaren Kompositionen unterlegte. Bei der deutschen Synchro handelt sich wohl auch um eine Vertonung neueren Datums, die aber zugegebenermaßen durchaus erträglich ist, da hat man schon weitaus schlimmeres vorgesetzt bekommen. Einige witzige Dialoge gibt’s trotzdem zu hören (Don Juan: "Was willst du mir damit sagen." – Viriginia: "Nichts, aber du hast mich schon verstanden"). Die DVD läuft ca. 81 Minuten und dürfte wohl ein wenig gekürzt sein. Nicht nur weil andere Quellen eine Lauflänge von so ca. 84, 85 Minuten angeben, es gibt auch immer wieder Szenen, die ziemlich abgehackt oder vorzeitig abgedreht wirken. Zumindest ist das mein Eindruck.

Mit Vincenzo Musolinos Zorro-Variante Quintana haben wir es zwar nicht gerade mit einer vergessenen Perle des Genres zu tun aber schön unterhaltsam ist der kleine, mit einigen interessanten Zutaten versehene, Western auf alle Fälle. Punkten kann der Film vor allem durch die solide Besetzung, die zwar einen blassen Hauptdarsteller zu bieten hat dafür umso charismatischere Nebendarsteller und zusätlich Femi Benussi, die nur bedauerlicherweise den ganzen Film über ziemlich bekleidete herumläuft. Das Beste an diesem Streifen ist allerdings der eingängige und flotte Score von Felice di Stefano. Mit etwas mehr Sorgfalt und einem charismatischeren Hauptdarsteller wäre hier vielleicht sogar eine kleine Perle entstanden, aber was nicht ist wird niemals sein singen Tocotronic so schön. Ich kann all jene beruhigen, die aufgrund des schlechten Rufs bisher einen weiten Bogen um Quintana gemacht haben, denn der Film ist überaus kurzweilig und unterhaltsam. Also, nur keine Angst und unbedingt ansehen das Teil.


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PostPosted: 26.03.2012 16:27 
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Den haben wir echt noch nicht besprochen ? Asche über das Forum :lol:


Ich erinnere mich an nix mehr... außer an das Duell vor dem Herrenhaus da und die wirklich wunderschöne Musik. Den Hauptdarsteller hat man nie wieder gesehen, naja kein großer Verlust für die Kinolandschaft wenn man ehrlich ist. Der Django ist wirklich viel besser.
Trotzdem schön, dass so ein Film überhaupt rauskam. Laut Filmlexikon ist die DVD die Erstaufführung, also hat Colosseo den tatsächlich synchronisieren lassen ?!?

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PostPosted: 26.03.2012 16:53 
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Laut Filmlexikon ist die DVD die Erstaufführung, also hat Colosseo den tatsächlich synchronisieren lassen ?!?


Würde mich allerdings sehr überraschen.
Übrigens hat die DVD für den Preis ein wirklich gutes Bild.


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 17:15 
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Kannte einer der alten Hasen hier den Film bevor die DVD (2004) kam ? Also auf deutsch ?

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 18:07 
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Kenn den noch nicht, werd ihn mir aber mit Sicherheit dieses Jahr noch kaufen ! :) Der Preis ist ja wirklich mehr als gut, und die Screenshots sehen wirklich mehr als gut aus !
Zur Synchro, ich bin mir nicht sicher, aber ich denke das der mal im TV lief, vielleicht ne RTL Synchro oder was ähnliches. Das wär ja zum Fenster rausgeworenes Geld, nen unbekannten Film bringen, der gerade noch als durchschnitt durchgeht und dem auch noch ne Synchro zu machen... Wie ist die deutsche Synchro den ? Nerofranco schreibt ja sie sei erträglich...

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 18:08 
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Italo-West-Fan wrote:
Wie ist die deutsche Synchro den ? Nerofranco schreibt ja sie sei erträglich...


Ist ok. Es gibt Schlimmeres ! ;)


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 18:18 
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Für den "Amazon Experten" gibt es scheinbar nichts Schlimmeres als diesen Film, jedenfalls schreibt der Hardocre Italo Western Fan es so.

:motzschild:

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 18:25 
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Der sollte mal einen Lattenzi oder Crea schauen... oder einfach beim HC bleiben :mrgreen:

so runterputzen muss man den Film auch nicht

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
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Film ist sehr langweilig und unispiriert...
Mat hat versucht mit der Kammerarbeit die anderen Defizite wett zu machen, andauern schräge Kammeraeinstellungen ect. wird beinahe schon übertrieben...
4/10 würde ich den Film geben. Einmal und nie wieder habe ich mir geschworen 8-)

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 20:01 
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reggie wrote:
4/10 würde ich den Film geben. Einmal und nie wieder habe ich mir geschworen 8-)


Einen Film, den du dir nie wieder ansehen willst, gibst du eine Bewertung von 4/10 ? :shock: :?


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 20:12 
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Sag niemals nie :lol:

Ja klar filme mit 4/10 schau ich mir kein zweites mal mehr an, aber ich lass sie manchmal in meiner Sammlung.... :mrgreen:
Muss Filme sehen die ich noch nicht kenne, die haben vorrang...

2,5/10 besser???? :mrgreen:

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 20:15 
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4/10 vllt. auch noch 5

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
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Anti-Hero wrote:
4/10 vllt. auch noch 5


4/10 würde ich auch geben.
Also so schlecht, wie er immer dargestellt wird, ist er nicht.
Die Story ist halt schwach.
Aber er wird durch ein paar schöne Duelle und Kameraeinstellungen aufgewertet.


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 26.03.2012 21:50 
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3/10 ist mein Höchstgebot, allerdings bin ich weder ein Freund von Neusynchros noch von maskierten Helden. Es ist zum Verzweifeln, dass Felice di Stefano a) seine Melodien nie für einen Western der A-Kategorie schreiben durfte und b) mit Ausnahme von ein paar alten Singles (ich glaube zwei 45s, also gerade mal vier Titel insgesamt) nichts von seinen Aufnahmen irgendwo erschienen zu sein scheint oder sonst wie erhältlich ist.


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 28.03.2012 14:41 
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Italo-West-Fan wrote:
Wie ist die deutsche Synchro den ? Nerofranco schreibt ja sie sei erträglich...


Wenn es sich dabei um eine TV-Synchro, oder gar um eine DVD-Synchro, handelt ist sie wirklich sehr gut gelungen. Sicherlich hört man dass es sich nicht um eine gute Kinosynchro handelt aber wenn ich da so an andere TV-Synchros denke (zb. Sartana- im Schatten des Todes) bin ich mit dieser hier mehr als zufrieden und ich bin wahrlich kein Fan von TV-Synchros. Bei Koch beispielsweise (zb. Shango) kann man ja Gott sei Dank schnell auf die italienische Tonspur wechseln.


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
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So, gestern ist die DVD gekommen und ich hab ihn auch gleich eingelegt, ich fand ihn eigentlich ganz in Ordnung, klar kommt er nie über den durchschnitt, aber ich bin mir sicher, da kennt jeder was schlimmeres, und der Typ der die amazon bewertung geschrieben hat soll sich wirklich mal nen Lattenzi ansehen ! :twisted: Dann weiß er was er an Quintana hat !
Das schlimmste an Quintana, wie ich fand waren wirklich die Dialoge, die teilwesie einfach ultra dämlich sind ! Synchro an sich wär ja ganz OK, aber da lässt man die Leute manchmal einen schmarn sagen,... :lol:
Hauptdarsteller hat mir auch ned so gepasst ! In einigen Szenen passte irgendwie gut hinein, in anderen war er ne totale Pfeife !
Alles in allem würd ich sagen, das 4-5/10 eine gute Wertung ist !

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vorhin vergsssen, kann es sein, dass Pedro Sanchez hier die Stimme von Krusty dem Clown hat ?

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Klingt ähnlich, nur n bisschen "jünger"

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Ich weiß jetzt nicht wie der Synchronsprecher heißt, aber es kann ja auch sein, das er seine Stimme einfach nicht so verstellt hat, wie bei den Simpsons Episoden ! ;)

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Fand den extrem öde. Verschenkte Musik von di Stefano mal wieder.


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Italo-West-Fan wrote:
Ich weiß jetzt nicht wie der Synchronsprecher heißt, aber es kann ja auch sein, das er seine Stimme einfach nicht so verstellt hat, wie bei den Simpsons Episoden ! ;)


möglich ist es, in der Neusynchro von Sierra Madre wird Barnes ja auch von Norbert Homer Gastell gesprochen

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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
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Die Neu, bzw. Kabel1 Synchro vom Gehetzten wollt ich mir ja auch noch ansehen ! :lol: Ich komm aber auch zu nix mehr... :roll:

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Quintana: Dead or Alive
Quintana
Italien 1969
Regie: Vincenzo Musolino
Toni Di Mitri, Femi Benussi, Spartaco Conversi, Celso Faria, Aldo Bufi Landi, Ignazio Spalla, Marisa Traversi


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Der böse Großgrundbesitzer Don Juan unterdrückt die Landarbeiter der Gegend mit Hilfe der willfährigen Soldaten. Manuel stellt sich ihm entgegen, und wird daraufhin gefangen genommen. Morgen früh soll er erschossen werden. Aber da ist ja noch Quintana, der maskierte Rächer, von dem niemand weiß wer er ist. Quintana befreit Manuel und sorgt dafür, dass Don Juan ordentlich Gegenwind bekommt. Don Juan wiederum möchte Manuels Freundin Donna Virginia ehelichen, was Manuel nicht so toll findet. Und Quintana und seine Freunde ebenfalls nicht. Was bedeutet: Don Juan muss weg …

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Textbausteine der Inhaltsbeschreibung eines Westerns: Böser Großgrundbesitzer. Ausgebeutete Landarbeiter. Soldaten. Maskierter Rächer. Schöne Frau. Toter Freund. Rache.

Diese Wörter einmal ordentlich durchgeschüttelt ergeben einen x-beliebigen Zorro-Film bzw. –Verschnitt. Und QUINTANA ist nichts anderes als genau das: Ein Zorro-Verschnitt, bei dem sogar auf den üblichen humorigen Aspekt verzichtet wird, dass der verweichlichte und weibische Held hinter der Maske des kühnen Kämpfers und Streiters steckt. Stattdessen ist ausgerechnet der farbloseste und ausstrahlungsärmste Schauspieler südlich des Tibers in die Maske des Rächers gesteckt worden. Tony Dimitri mag als unauffälliger Nebendarsteller vielleicht was getaugt haben, aber als maskierter Coolman auf den Spuren von Clint Eastwood (man beachte den Poncho) ist er farblos und uninteressant.

Moment, wieso schreibt der Maulwurf da was von einem Tony Dimitri? In allen möglichen Quellen wird doch Osvaldo Ruggeri in der Hauptrolle angegeben. Nun, ich vertraue der italienischen Wikipedia und einem Bildvergleich bei Google, und stelle fest, dass tatsächlich gar nicht Osvaldo Ruggeri mit der Hauptrolle betraut ist, sondern eben der italienische Sänger und Schauspieler Antonio Costanzo Dimitri, bekannter(?) als Tony Di Mitri, Tony Dimitri oder George Stevenson. Tony hat in den 60er-Jahren versucht sich eine Karriere aufzubauen, aber so richtig gut gelaufen ist das glaube ich nicht. Nebenrollen in ZWEI GLORREICHE HALUNKEN und DIE NORMANNEN machen sich in der Vita vielleicht toll, sind aber trotzdem nur Nebenrollen. ROSE ROSSE PER IL FÜHRER klingt drollig, war aber bestimmt auch nicht der Box Office-Knaller, und irgendwann landet man dann bei Alberto Cavallone (DAL NOSTRO INVIATO A COPENAGHEN) und Franco Lattanzi (ZAHL UND STIRB). Spätestens an der Stelle weiß man als Betroffener, dass das mit der Karriere irgendwie vorbei ist. Auch seine Singles mit so sprechenden Namen wie L’hanno ucciso a Roma (so in etwa Sie haben ihn in Rom getötet) und Hanno rapito il Presidente (was man mit Sie haben den Präsidenten entführt übersetzen kann), beide aus dem Jahr 1965, klingen zumindest von den Titeln eher … eigen. Und nur begrenzt massentauglich. Um das Thema abzuschließen möchte ich noch erwähnen, dass Tony sich dann in den 70ern wohl offensichtlich der Volksmusik zugewendet hat. Schön für ihn. Wobei: Ich sehe gerade, die B-Seite der erstgenannten Single heißt Carnevale di sangue … Mmh, ich glaube, ich gehe mal auf die Pirsch, das klingt dann doch interessant …

Aber ich schweife ab. So oder so hat der Mann einfach wenig Ausstrahlung. Er wirkt nicht. Er ist … langweilig. Der Antagonist hingegen, der schurkische Don Juan, wird von Schauspielveteran Aldo Bufi Landi gegeben, und der läuft Di Mitri locker den Rang ab. Auch wenn Landi sich Mühe gibt Di Mitri den Vortritt zu lassen, seine Ausstrahlung ist einfach um Längen fieser und schurkischer als Di Mitri jemals heroisch sein könnte.

Apropos Schauspieler, werfen wir doch noch einen wohlwollenden Blick auf Femi Benussi, die hier eine starke Ähnlichkeit mit einer Barbie-Puppe hat (und entsprechend wenig hergibt), sowie auf Marisa Traversi, die in der Nebenrolle als abgelegter Betthase Don Juans am deutlichsten aus dem ganzen Einerlei heraussticht. Spartaco Conversi trägt wie immer seinen Bart spazieren, Celso Faria ist unauffällig, und Ignazio Spalla gibt aufwandsarm aber immerhin knuffig seine 08/15-Rolle als lustiger Dicker. Eine Ensemblebesetzung die man von Edoardo Mulargia kennt, dort aber um einiges stärker rüberkommt. Und als Zusammenfassung bleibt irgendwie nur ein müdes Gähnen.

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Dieses Gähnen war auch schuld, dass ich den Film nur mit zwei Anläufen geschafft habe, denn auch die Inszenierung ist nicht wirklich prickelnd. Man mag Vincenzo Musolino zugute halten, dass er als Schauspieler erheblich mehr Einsätze hatte denn als Regisseur, das heißt aber noch lange nicht, dass er auch wirklich Talent zum Regisseur hatte.

Wobei Musolino an und für sich eine tragische Figur war. 1969 am Tag seines 40. Geburtstags gestorben, muss er als Schauspieler mit seinem guten Aussehen und seiner athletischen Statur einiges hergemacht haben. 1951 wurde Musolino gleich in seiner allerersten Filmrolle mit der Hauptrolle in Renatos Castellanis FÜR ZWEI GROSCHEN HOFFNUNG betraut, einem Klassiker des sogenannten rosa Neorealismus*, der 1952 den Großen Preis von Cannes gewann. (Als Fußnote sei angemerkt, dass Musolino dabei von Aldo Giuffrè synchronisiert wurde, dies aber wirklich nur nebenbei.) Danach kamen größere und kleinere Rollen unter Pietro Germi oder Umberto Lenzi, kleinere und größere Rollen an der Seite von Sophia Loren oder Jean-Paul Belmondo. Mit dem Aufkommen des Euro-Westerns begann Musolino als Produzent und Drehbuchautor zu arbeiten (DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND, JETZT SPRECHEN DIE PISTOLEN, …), bis er sich dann 1968 mit DJANGO – DEN COLT AN DER KEHLE erstmals als Regisseur versuchte. Den kenne ich nun noch nicht, aber offensichtlich scheint er sich doch sehr im ausgetretenen Mittelfeld zu bewegen. Überraschungsarm ist das Wort, das ich zu COLT AN DER KEHLE öfters lese. Dann kam noch QUINTANA, und da würde mir dann gleich dasselbe oder ein ähnliches Wort zu einfallen: Ideenlos. Da funkelt nichts und da glänzt nichts. Einheitsbrei ohne besondere Highlights. Wenn es wenigstens lustig wäre, oder ironisch, oder besonders brutal, oder irgendwas. Aber da ist einfach nichts. Es wird sehr unblutig gestorben, für das Entstehungsjahr 1969 sogar ausgesprochen harmlos, und der Bierernst, der sich durch die gesamte Handlung zieht, sorgt eher für ein müdes Abwinken als ein teilnehmendes Zuschauen. Auch die häufig gekippte Kamera reißt mit ihrem Schrägblick da nichts mehr raus, und der anfangs interessante Effekt nutzt sich dann entsprechend schnell ab.

Was zum (vorläufigen) Fazit führt: Dröge, zumindest für die Freunde der härteren Gangart. Wer ein Herz hat für die Euro-Western, die bis etwa 1966 vorwiegend in Spanien entstanden, der könnte hier ein ganzes Stück glücklicher werden. Man merkt recht deutlich, dass Musolino filmisch in der ersten Hälfte der 60er-Jahre sozialisiert wurde, zumindest als Darsteller. Bei seinen Drehbüchern wiederum fällt auf, dass er viel mit Edoardo Mulargia gewerkelt hat: Sowohl bei DJANGO – DEIN HENKER WARTET als auch bei DJANGO – KREUZE IM BLUTIGEN SAND arbeiteten Mulargia und Musolino Hand in Hand, letzterer dabei als Produzent, Drehbuchautor und Darsteller. Was dann den Kreis zum Ensemble schließt, aber nichts an der Tatsache ändert, dass zumindest bei QUINTANA das Flair der frühen 60er herrscht. Und was meines Erachtens auch erklärt, warum wir es hier mit einem Zorro-Verschnitt zu tun haben. Maskierte Rächer, die in den gleichen Klamotten rächen wie ihre zivilen Identitäten, und trotzdem von niemandem, nicht mal von ihren Mädels, erkannt werden, solche Stories waren 1969 doch weitgehend out. Wobei Ausnahmen wie immer die Regel bestätigen …

*"Der so genannte 'Neorealismo rosa' [..] ist gekennzeichnet von einer optimistischen Grundhaltung, von Regionalismus (Verwendung von Dialekten), der Darstellung des Alltagslebens der „einfachen Leute“, jedoch ohne die scharfe gesellschaftspolitische Komponente, die für den Neorealismus charakteristisch war." (Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. ***)

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: QUINTANA - Vincenzo Musolino
PostPosted: 20.01.2020 20:28 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Auch die häufig gekippte Kamera reißt mit ihrem Schrägblick da nichts mehr raus, und der anfangs interessante Effekt nutzt sich dann entsprechend schnell ab.



Das Stilmittel ist mir ebenfalls in Erinnerung geblieben, und die Musik fand ich auch nicht schlecht... THE MARK OF ZORRO ist mir natürlich dann doch lieber...


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