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BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent
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Author: ephedrino [ 17.03.2011 19:58 ]
Post subject: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Ocaso de un pistolero
Italien/Spanien 1965

Darsteller:
Craig Hill
Gloria Milland
Piero Lulli
Raf Baldassarre
Francisco Sanz
Carlos Romero Marchent
Jesús Puente
John Bartha

Image

Dan Murphy, ein nach der Heirat reumütig gewordener ehemaliger Pistolero, wird wegen des Preises auf seinem Kopf immer noch verfolgt. Als der Sheriff des Dorfes ihn festnehmen will, tötet er den kleinen Sohn in seinen Armen. Wahnsinning vor Verzweiflung gelingt es Murphy über die Grenze zu fliehen und sich dort mit seiner Frau und einem Kind, das er für seine ausgibt, eine neue Existenz aufzubauen. In Wirklichkeit gehört das Kind aber dem Sheriff, den Murphy mit dieser Entführung bestrafen will. Natürlich hat Sheriff Rogers in allen Weststaaten seine Häscher eingesetzt, um das Kind wiederzubekommen.... (Quelle: OFDB)

"Sehr spanischer" Frühwestern, der sich an amerikanischen Vorbildern orientiert, seine Protagonisten jedoch betont südländischen Familiendramen aussetzt. Das wirkt, zumindest in der mir vorliegenden (gekürzten?) Fassung, alles ziemlich hanebüchen, macht aber dennoch Freude.

Im Netz wird die Originallänge mit 100 Minuten angegeben. Ich weiß nur von Fassungen Fassungen um die 75 Minuten oder darunter. Was ist denn die längste Fassung, die einem Forenmitglied hier persönlich bekannt ist?

Author: Anti-Hero [ 17.03.2011 23:50 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

ephedrino wrote:

... alles ziemlich hanebüchen, macht aber dennoch Freude.



Also ein typischer Marchent. Kenne leider nicht mal die deutsche bisher. Kraus spicht ja sogar von "Straw Dog-Terrain" bei diesem Film. :lol:

Author: Italo-West-Fan [ 18.03.2011 13:42 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Hab den auf der Suchliste, da er sich recht interessant anhört.
Mit der Lauflänge kann ich dir allerdings nicht weiterhelfen. Aber 75 Minuten wäre wirklich sehr kurz !

Author: reggie [ 18.03.2011 14:49 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Weis gar nicht wie lange meine VHS kasette geht, in der Ofdb steht nichts zu der UFA kasette, aber die Videophon geht laut Ofdb auch nur 74 nochwas, denke aber die Kasetten werden identisch sein. Eine andere Version kenn ich nicht....

Author: El Puro [ 27.03.2011 16:59 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

ephedrino wrote:
Im Netz wird die Originallänge mit 100 Minuten angegeben. Ich weiß nur von Fassungen Fassungen um die 75 Minuten oder darunter. Was ist denn die längste Fassung, die einem Forenmitglied hier persönlich bekannt ist?


Ich habe die spanische DVD von Suevia. Die geht auch nur 74 oder 75 Minuten:

Image Image

Author: Italo-West-Fan [ 03.04.2011 17:32 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Hab mir den heut angesehn.
Würd ich's nicht besser wissen, würd ich sagen, das ist ein Lupenreiner US-Western.
Den Anfänglich, bis auf das nette Intro mit der tollen Mukke gibts hier nix, was nem Italo western gleicht.
Ab der 2. Hälfte bewegen wir und schon mehr im IW bereich. Mehr Action, Mehr spannung.
Aber die 1.Hälfte war schon sehr zäh.
Durchschnitt. 6 von 10

Author: GunmanStan [ 04.11.2012 19:14 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Eins von Scherpschutter's sehr guten Review's und die Erkenntnis,daß es wahrscheinlich keine wesentlich längere Fassung gibt -
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Author: Michael [ 26.05.2018 23:40 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Wenn man an einem Samstagabend nix zu tun hat, setzt man sich eben hin und macht etwas Materialsichtung. Zu "Blei ist sein Lohn" haben wir 2 Dinge bekommen, die HD-Abtastung aus Spanien vom Internegativ und eine alte deutsche MAZ. Komisch war, dass die deutsche MAZ länger lief als die spanische Version. Ich hatte schon Herzkasper, weil ich dachte, dass die deutsche Fassung vielleicht auf einer alternativen italienischen Version beruht (das Thema haben wir auch gerade bei einem anderen Western) und vielleicht nichts passen wird. Also mal reingucken.
Die spanische Version beginnt mit einer Szene, wo der Sheriff gewarnt wird, dass Craig Hill in die Stadt kommt. Der kommt auf einer Kutsche mit seiner Familie an. Der Sheriff kommt raus und feuert auf Hill, trifft aber sein Kind. Hill und Frau flüchten mit der Kutsche. (Hmm, beim schnellen Durchlauf der deutschen Fassung ist mir diese Szene gar nicht aufgefallen, na das geht ja gut los...)
Das Bild verfärbt sich und der Vorspann beginnt. Zur Musik von Lavagnino sieht man die Credits und wie die Kutsche in Zeitlupe von Reitern gejaht wird bis der Vorspann endet, die Farbe wieder normal wird und man sieht, wie Hill hastig erwacht.

So, deutsche Fassung rein, die hat einen eigenen (überwiegend englischsprachigen Vorspann), die Credits auf schwarz und dazwischen kurze rote Einschnitte. Es ist die gleiche Musik wie im Original, hier aber unterlegt mit "typischen Italowestern"-Geräuschen, Schüssen, Schlägen usw. - etwas seltsam. Dann ist der Vorspann jedenfalls vorbei und wir sehen ... die Vorspannszenen vom Original allerdings ohne Verfärbung und ohne Credits, die Jagd der Kutsche und das ganze wie in Zeitlupe. Und was hört man? Jedenfalls nicht die Jagd, sondern einen Ton passend zu der spanischen Eingangsszene. Man hört wie der Typ angeritten kommt und den Sheriff warnt, wie Hill in die Stadt kommt, das Kind erschossen wird usw. Am Ende gibt es ein Voice over, welches es so im Original nicht gibt, wo ein Erzähler sagt, dass Hill dafür den Sohn des Sheriffs kidnappte und floh und ins Voice over rein kommt die Erwachen-Szene von Hill. Man sieht dort (meine ich zumindest) sogar noch ein wenig, wie sich das Bild zurückfärbt. Ab da laufen beide Fassungen total identisch. Ein paar Frames Unterschied bei den Aktwechseln wie üblich, aber sonst überhaupt kein Unterschied. Sehr seltsam.

Es ist anzunehmen, dass im Kino eine Fassung lief, die eher der spanischen Originalfassung entspricht, denn sie müssen ja zum Synchronisieren das Bild der Pre-Credit-Sequenz gehabt haben, da diese ja lippensynchron passt. Diese MAZ scheint eher ein Kind des VHS-Zeitalters zu sein. Aber warum haben sie das gemacht? Die Zeitlupenverfolgung mit dem völlig falschen Ton drunter wirkt einfach nur seltsam...
Die TV-Fassung ist kürzer als diese MAZ, hat die zufällig jemand? Das wäre auch mal interessant als Vergleich.

Author: Grinder [ 29.05.2018 11:42 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Klingt interessant.
Kenne den Film nur von VHS.
Schön, dass dieser nun bald ins HD Zeitalter angelangt.

Author: Michael [ 29.05.2018 14:31 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

War es bei deiner VHS genauso?

Ich las jetzt zumindest, dass die englische VHS ähnlich aufgebaut ist, auch mit dem zusätzlichen Vorspann. Mehr konnte ich aber leider noch nicht rausfinden.

Author: Der Hexer [ 29.05.2018 15:42 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Ich habe die VHS auch zu Hause und kann gern mal reinschauen.

Author: Il Nero [ 29.05.2018 18:26 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Ist auf der VHS genauso wie du es beschreibst Michael

Author: Grinder [ 30.05.2018 07:27 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Ist wirklich eine seltsame Kiste.
Der Titel BLEI IST SEIN LOHN ist ja auch definitiv "Videomade", d.h. relativ billig in einfacher Schrift eingefügt.
Wenn mich mein Gehör nicht täuscht scheint dieser off-Sprecher (voice over) auch erst nachträglich eingefügt worden zu sein. Der Klang der Tonspur variert hier nämlich ein wenig.

Schade, dass meines Wissens in Sammlerkreisen keine 35mm Kopie mehr existiert (habe mich die letzen Tage mal ein wenig umgehört). Wäre ja sehr interessant zu wissen, wie der deutsche Anfang und die Credits denn nun wirklich ausgesehen haben.
Vielleicht liegt ja noch eine Kopie in einem Filmmuseum oder bei Murnau?

Author: Howard Vernon [ 17.09.2018 16:08 ]
Post subject: Re: BLEI IST SEIN LOHN - Rafael Romero Marchent

Der Film hat mich doch sehr positiv überrascht...

ich bin eigentlich von einem zynischen, mit brutalen Spitzen ausgestatteten typischen kleinen "Italo"-Western ausgegangen - doch stellt sich BLEI IST SEIN LOHN als durchaus komplexes kleines Rache-Drama heraus, das seinem Hauptdarsteller - weit entfernt vom namenlosen Fremden - sogar psychologische Tiefe gibt; die Motivation seiner Taten werden im Plot entwickelt, der Charakter durchlebt eine Veränderung und wird dann erst zum Rächer...

darüber hinaus hat mir der Kontrast von "Betulichkeit" - so will ich es einmal nennen, was aber auch mit der deutschen Synchronisation zu tun haben könnte - und plötzlicher Gewaltausbrüche sehr gefallen; der Hauptdarsteller geht seinem Familienleben nach, pflegt gute Beziehungen zu seinen Nachbarn und wird doch dann immer mehr in die kommende Tragödie hineingezogen - wie die Tragödie einbricht, hat mir in der Inszenierung sehr gefallen (
bereits der Anfang, wenn das Kleinkind erschossen wird, war für mich eine Überraschung und die Szene, wenn die drei Rache nehmenden Brüder zum Haus des Freundes marschieren und dort Frau und Hund töten, ist erstaunlich kaltblütig gestaltet - empfand ich als ganz große Szene
)...

über lange Panoramasequenzen legt sich die schöne Musik von Angelo Francesco Lavagnino (eigentlich nur ein Thema, das in Variation wiederholt wird); es gibt zahlreiche Totalaufnahmen, die den Zuschauerblick etablieren und die Sequenzen langsam im Schnitt auflösen, mit anderen Worten: es wird sehr ruhig erzählt, die Dialoge sind frei von Ironie und wollen eigentlich nur ihre Geschichte erzählen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Fans von "lupenreinen" italienisch produzierten Western der damaligen Zeit (ist das hier nicht vor allem ein spanischer Western?) möglicherweise enttäuscht sein könnten, da - wie oben schon bei den Beiträgen erwähnt - die Vorbilder hier eben nicht bei Leones Filmen und den frühen Italo-Western liegen...

die Blu Ray von Koch kann ich ohne Einschränkung empfehlen, wie mir überhaupt die neue Italo-Western-Reihe bislang sehr gefällt; die neue Koch-Reihe bringt ausgesprochen abwechslungsreiche Titel, die ein sehr facettenreiches Bild auf den Italo-Western werfen... ich hoffe, es kommt noch viel nach...

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