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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
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TERZA VISIONE
6. Festival des italienischen Genrefilms
Do. 25.07. bis So. 28.07.2019
im Kino des DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main.

Klassiker und Entdeckungen des italienischen Genrekinos der 1950er bis 80er Jahre sind in einem kompakten Streifzug quer durch diverse Genres zu sehen - insgesamt werden diesmal 15 Filme in vier Tagen präsentiert, alle in raren 35mm-Kopien, mehrheitlich in der Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln. Vieles sind wertvolle Unikate, die aus Italien importiert werden, fünf Filme werden eigens für das Festival erstmals untertitelt. Neben diesen exklusiven Raritäten sind auch beliebte Klassiker in besonderer Form zu erleben, etwa Dario Argentos SUSPIRIA nach sehr langer Zeit erstmals wieder in einer authentischen Technicolor-Farbdruckkopie.

Aktuelle Informationen zum Festival auch in der entsprechenden Facebook-Veranstaltung.

Ticketinfos:

Einzelkarten: 8 Euro (6 Euro ermäßigt)
Dauerkarten: 75 Euro (60 Euro ermäßigt für Studierende oder verspätet Anreisende ab Freitag 20 Uhr)
Reservierung Dauerkarten unter: terza-visione(at)gmx.de

Programmübersicht:

DO 25.07.

18:00
PREGA IL MORTO... E AMMAZZA IL VIVO
(DER MÖRDER DES KLANS)
Italien 1971. R: Giuseppe Vari
D: Klaus Kinski, Victoria Zinny, Paolo Casella.
94 Min. 35mm. OmU

20:15
LA MORTE SCENDE LEGGERA
(SANFT SINKT DER TOD)
Italien 1972. R: Leopoldo Savona
D: Stelio Candelli, Patrizia Viotti, Veronika Korosec.
86 Min. 35mm. OmeU

22:30
SUSPIRIA
Italien/BRD 1977. R: Dario Argento
D: Jessica Harper, Stefania Casini, Flavio Bucci.
92 Min. 35mm. DF

FR 26.07.

12:30
L'ULTIMO PARADISO
(DAS LETZTE PARADIES)
Italien 1955. R: Folco Quilici
D: Vairia Hatamou, Terei Autoroi, Marii Hatuguto
88 Min. 35mm. DF

15:45
QUESTO SI CHE È AMORE
(AM TAG, ALS DER WEIHNACHTSMANN WEINTE)
Italien 1978. R: Filippo Ottoni
D: Christopher George, Gay Hamilton, Laura Trotter
102 Min. 35mm. OmU

20:00
IO NON PROTESTO, IO AMO
(ICH PROTESTIERE NICHT, ICH LIEBE)
Italien 1967. R: Ferdinando Baldi
D: Caterina Caselli, Terence Hill, Livio Lorenzon
97 Min. 35mm. OmU

22:45
L'ULTIMA ORGIA DEL III REICH
(DIE LETZTE ORGIE DES DRITTEN REICHS)
Italien 1977. R: Cesare Canevari
D: Adriano Micantoni, Daniela Poggi, Maristella Greco
95 Min. 35mm. OmU

SA 27.07.

14:00
IL PIACERE
(DIE LUST)
Italien 1985. R: Joe D'Amato
D: Andrea Guzon, Gabriele Tinti, Marco Mattioli
85 Min. 35mm. OmU

16:00
I FIDANZATI DELLA MORTE
(DIE VERLOBTEN DES TODES)
Italien 1957. R: Romolo Marcellini
D: Rik Battaglia, Sylva Koscina, Hans Albers
93 Min. 35mm. OmU

20:00
MANIA
Italien 1974. R: Renato Polselli
D: Brad Euston, Ivana Giordan, Isarco Ravaioli
85 Min. 35mm. OmeU

22:30
JOCKS
Italien 1984. R: Riccardo Sesani
D: Russel Russel, Tom Hooker, Patricia Moore
104 Min. 35mm. OmU

SO 28.07.

13:00
QUANTE VOLTE... QUELLA NOTTE
(VIER MAL HEUTE NACHT)
Italien/BRD 1971. R: Mario Bava
D: Daniela Giordano, Brett Halsey, Dick Randall
83 Min. 35mm. OmeU

16:15
LA VIOLENZA: QUINTO POTERE
(GEWALT: DIE 5. MACHT IM STAAT)
Italien 1972. R: Florestano Vancini
D: Enrico Maria Salerno, Gastone Moschin, Mario Adorf
90 Min. 35mm. DF

20:00
SPELL (DOLCE MATTATOIO)
(SPELL (SÜSSES SCHLACHTHAUS))
Italien 1977. R: Alberto Cavallone
D: Maria Pia Luzi, Martial Boschero, Angela Doria
104 Min. 35mm. OmeU

22:30
QUELLA VILLA ACCANTO AL CIMITERO
(DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER)
Italien 1981. R: Lucio Fulci
D: Catriona MacColl, Paolo Malco, Ania Pieroni
86 Min. 35mm. OmeU

sowie:
DI 30.07.
um 20:30 Uhr Wiederholung von SUSPIRIA (Dario Argento) außerhalb des Festivals.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 05.06.2019 06:50 
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Das diesjährige Festivalprogramm macht mich gerade sprachlos.... :shock: :10hallo2:


Von den mir bereits bekannten Filmen freue ich mich besonders MANIA, LA MORTE SCENDE LEGGERA, SUSPIRIA, GEWALT: DIE 5. MACHT IM STAAT und MÖRDER DES KLANS auf der großen Leinwand bestaunen zu dürfen. Darüber hinaus bin ich auch schon schwer auf I FIDANZATI DELLA MORTE, DAS LETZTE PARADIES (DF!) und JOCKS gespannt. Bei den restlichen Filmen lasse ich mich dann wie immer überraschen.... :)


Das Hotel ist bereits seit einigen Wochen gebucht und die E-Mail für die Kartenreservierung wurde gerade rausgeschickt!
Jetzt muss es nur noch schnell Ende Juli werden 8-)


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 05.06.2019 11:25 
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Tolles Programm, ich bin ja sehr auf AM TAG, ALS DER WEIHNACHTSMANN WEINTE gespannt.

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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
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Richie Pistilli wrote:
Das diesjährige Festivalprogramm macht mich gerade sprachlos.... :shock: :10hallo2:


Von den mir bereits bekannten Filmen freue ich mich besonders MANIA, LA MORTE SCENDE LEGGERA, SUSPIRIA, GEWALT: DIE 5. MACHT IM STAAT und MÖRDER DES KLANS auf der großen Leinwand bestaunen zu dürfen. Darüber hinaus bin ich auch schon schwer auf I FIDANZATI DELLA MORTE, DAS LETZTE PARADIES (DF!) und JOCKS gespannt. Bei den restlichen Filmen lasse ich mich dann wie immer überraschen.... :)


Ich würde GESTOPS LAST ORGY noch zu den Freudebringern zählen, auch wenn der Film alles andere als Freude offeriert, ist er ein großer Film innerhalb der sehr gering besiedelten SadicoNazista.

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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 06.06.2019 07:00 
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sid.vicious wrote:
Ich würde GESTOPS LAST ORGY noch zu den Freudebringern zählen, auch wenn der Film alles andere als Freude offeriert, ist er ein großer Film innerhalb der sehr gering besiedelten SadicoNazista.

Bin natürlich schon gespannt, wie dieser Film im Kino auf mich wirken wird, denn so richtig warm bin ich mit dem Naziploitation-Genre bis dato noch nicht geworden. Aber in einem Punkt kann ich Dir schon einmal Recht geben: Von den bis dato gesehenen Genrevertretern zählte L'ULTIMA ORGIA DEL III REICH ganz klar zu den besseren...


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 06.06.2019 20:01 
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Richie Pistilli wrote:
Das diesjährige Festivalprogramm macht mich gerade sprachlos.... :shock: :10hallo2:


Von den mir bereits bekannten Filmen freue ich mich besonders MANIA, LA MORTE SCENDE LEGGERA, SUSPIRIA, GEWALT: DIE 5. MACHT IM STAAT und MÖRDER DES KLANS auf der großen Leinwand bestaunen zu dürfen. Darüber hinaus bin ich auch schon schwer auf I FIDANZATI DELLA MORTE, DAS LETZTE PARADIES (DF!) und JOCKS gespannt. Bei den restlichen Filmen lasse ich mich dann wie immer überraschen.... :)


Das Hotel ist bereits seit einigen Wochen gebucht und die E-Mail für die Kartenreservierung wurde gerade rausgeschickt!
Jetzt muss es nur noch schnell Ende Juli werden 8-)


Ist ein tolles Programm. Ich bin gespannt, ob man sich für das Ende von "Gewalt - Die fünfte Macht im Staat" noch was einfallen lässt, da das Ende in der DF meines Wissens massiv verkürzt ist.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 07.06.2019 20:32 
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TheInferno7 wrote:
Richie Pistilli wrote:
Das diesjährige Festivalprogramm macht mich gerade sprachlos.... :shock: :10hallo2:
Ist ein tolles Programm. Ich bin gespannt, ob man sich für das Ende von "Gewalt - Die fünfte Macht im Staat" noch was einfallen lässt, da das Ende in der DF meines Wissens massiv verkürzt ist.


Ja, in der Tat fehlt in der DF quasi das eigentliche Ende. War uns bei der Auswahl bewusst, aber den Ausschlag gab dann, dass die 35mm DF laut Befund tolle Farben hat (wahrscheinlich Technicolor), während die italienische Kopie leider sehr rotstichig war und zudem komplett neu untertitelt hätte werden müssen - das wäre neben den fünf anderen neuen Untertitelungen nicht zu bewältigen gewesen, vor allem bei einem derart dialoglastigen Film. Da ist DF dann prinzipiell sehr dankbar. Wegen des Endes müssen wir noch überlegen, es soll auf jeden Fall weder verschwiegen werden noch unter den Tisch fallen, aber Video-Zuspielung eines ebenfalls dann erstmal neu zu untertitelten Files am Ende wäre auch keine gute Lösung, vor allem eben eine sehr aufwändige. Vielleicht wird es am Ende eine kurze Nacherzählung des Endes durch den Einführenden geben oder sowas ähnliches, das wäre vielleicht nicht die uncharmanteste Notlösung. :)


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 07.06.2019 21:27 
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Die alte RTL-Aufzeichnung entspricht der DF, nehme ich an?


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 11.06.2019 09:16 
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Super Zusammenstellung, freu mich schon sehr drauf! :231:

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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 05.07.2019 12:57 
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Nur noch drei Wochen bis zum Festival und mittlerweile ist das komplette Programm mit Bildern und Kurztexten auch auf der DFF-Homepage online:
*** The link is only visible for members, go to login. ***

Dort können auch Tickets für Einzelvorstellungen direkt im Online-VVK erworben werden. Dauerkarten wiederum dann nur direkt an der Kinokasse und erst ab Mitte Juli, daher bitte per E-Mail unter kino(at)dff.film oder terza-visione(at)gmx.de reservieren.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 17.07.2019 16:53 
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Nun ist es nach vielen Widrigkeiten und Verzögerungen endlich vollbracht: Es gibt ein Festivalplakat! :)

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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 22.07.2019 19:15 
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Und jährlich grüßt das Murmeltier..... Kaum steht das heiß ersehnte Terza-Visione-Festival vor der Tür, steigen auch die hitzerekordverdächtigen Außentemperaturen ins Unermessliche. Umso mehr sehne ich mich jetzt schon nach dem wohl klimatisierten Kinosaal des Filmmuseums, denn einen besseren Unterschlupf kann man sich bei einer solchen Hitze doch gar nicht vorstellen - eine paradiesische Kühle, sympatische Menschen soweit das Auge reicht und vor allem: ein unfassbares Filmprogramm bis zum Abwinken! Filme, Filme, Filme und nochmals Filme!

:10hallo2:





Erina und Lisa können es auch kaum noch erwarten, ihr panisches
Kreischorchester endlich mal wieder auf einer großen Leinwand aufzuführen...


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 23.07.2019 22:53 
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Richie Pistilli wrote:
Und jährlich grüßt das Murmeltier..... Kaum steht das heiß ersehnte Terza-Visione-Festival vor der Tür, steigen auch die hitzerekordverdächtigen Außentemperaturen ins Unermessliche. Umso mehr sehne ich mich jetzt schon nach dem wohl klimatisierten Kinosaal des Filmmuseums, denn einen besseren Unterschlupf kann man sich bei einer solchen Hitze doch gar nicht vorstellen - eine paradiesische Kühle, sympatische Menschen soweit das Auge reicht und vor allem: ein unfassbares Filmprogramm bis zum Abwinken! Filme, Filme, Filme und nochmals Filme!

:10hallo2:

Ja, das ist wirklich auffällig - Mitte Juli erstmal Abkühlung, aber gegen des Monats kocht das Wetter in Festival-Vorfreude so richtig über! :midi27: :mrgreen:

Richie Pistilli wrote:
Erina und Lisa können es auch kaum noch erwarten, ihr panisches
Kreischorchester endlich mal wieder auf einer großen Leinwand aufzuführen...


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Und hierzulande sogar erstmals überhaupt! 8-)

TheInferno7 wrote:
Richie Pistilli wrote:
Das diesjährige Festivalprogramm macht mich gerade sprachlos.... :shock: :10hallo2:
Ist ein tolles Programm. Ich bin gespannt, ob man sich für das Ende von "Gewalt - Die fünfte Macht im Staat" noch was einfallen lässt, da das Ende in der DF meines Wissens massiv verkürzt ist.

Noch ein Update dazu (es ist auch online auf der Homepage und in der Facebook-Veranstaltung aktualisiert): Wir werden nun nach dem Ende der DF die zusätzlichen 12 Minuten der italienischen Originalfassung in (qualitativ natürlich sehr bescheidender) digitaler Einspielung mit eigens erstellten deutschen Untertiteln zeigen, so dass es stimmig zum dt. synchronisierten Hauptfilm passt. Dürfte dann die bestmögliche Lösung in diesem Fall sein.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 23.07.2019 23:13 
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Noch mal zum Anheizen, obwohl das Wort Anheizen immo extrem eklig ist.

Wer in der Nähe von Bankfurt angesiedelt ist, der sollte sich folgenden im Trailer vorgestellten und abgrundtief bösen Film nicht entgehen lassen. Zur Startzeit werden die Außenthemperaturen auch bestimmt nur noch 32 Grad betragen.

www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 24.07.2019 19:07 
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Matalo wrote:
Noch ein Update dazu (es ist auch online auf der Homepage und in der Facebook-Veranstaltung aktualisiert): Wir werden nun nach dem Ende der DF die zusätzlichen 12 Minuten der italienischen Originalfassung in (qualitativ natürlich sehr bescheidender) digitaler Einspielung mit eigens erstellten deutschen Untertiteln zeigen, so dass es stimmig zum dt. synchronisierten Hauptfilm passt. Dürfte dann die bestmögliche Lösung in diesem Fall sein.

Fein! Ich hatte mir zwar bereits die Originalfassung für den nachträglichen Fassungsvergleich parat gelegt, die dann aber dank dieser vortrefflichen Wahl auch gleich wieder eingemottet wird. :)


Matalo wrote:
Und hierzulande sogar erstmals überhaupt! 8-)

Ich schätze mal, dass dieser auf Zelluloid gebannte Wahnsinn am Samstag 'überhaupt' erstmals außerhalb seinen Entstehungslandes aufgeführt wird - oder hatte sich den Film bereits ein anderes 'nicht-italienisches' Filmfestival gekrallt gehabt?


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 04.08.2019 12:41 
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Unter dem inoffiziellen Motto "In Frankfurt sind die Nächte heiß" ging am letzten Wochenende in der Stadt am Main die 6. Festivalausgabe des TERZA VISIONE erfolgreich über die Bühne, was wiederum bedeutete: 4 ganze Festivaltage - 4 tropisch-heiße Hotelnächte - 15 unvergessliche Filmerlebnisse - ein Haufen sympathischer Filmnerds auf einem Fleck - hochinformative Filmeinführungen - leckeres Essen - interessante Gespräche - wenig Schlaf und ein straffes Rahmenprogramm, das in erster Linie aus täglichen Film- und Schallplattenlädenbesuchen bestand.


Das größte Lob gebührt wie immer sowohl den unermüdlichen Festivalveranstaltern als auch jeglichen Mitstreitern (Untertitelerstellung, Untertiteleinspielung, Filmvorführung, sämtliche Angestellte des Filmmuseums und selbstverständlich alle die vergessen wurden), die uns unter Verzicht auf einen Großteil ihrer Freizeit Jahr für Jahr dieses einzigartige Festivalerlebnis ermöglichen. Von den insgesamt 'fünfzehn' gezeigten Filmen stammten alleine schon 'acht' aus der Cineteca Nazionale (Rom) und 'zwei' aus der Cineteca di Bologna, was wiederum bedeutete: Zehn einzigartige Filmerlebnisse, die hierzulande in dieser Form (35mm-Vorführung) wohl nicht mehr zu sehen sein werden. Beispielsweise grenzte die Projektion der einzig existierenden 35mm-Kopie von MANIA bereits an ein Wunder, wobei dies wiederum nur aufgrund der rastlosen Hartnäckigkeit der Festivalverantwortlichen im Rahmen der mühsamen Verhandlungen mit der Cineteca Nazionale möglich wurde: Ein Film, der nach einer handvoll Vorführungen im Rahmen seiner damaligen Kinopremiere vom Produzenten und zweifachen Hauptdarsteller Brad Euston gleich wieder aus dem Verkehr gezogen wurde und daraufhin für über dreißig Jahre vom Erdboden verschwand - bis vor einigen Jahren nach einem bereits vorausgegangenen Trailerfund zufällig doch noch eine letzte 35mm-Fassung in den Archivgewölben der Cinetaca Nazionale vorgefunden wurde.

Ein weiteres Danke schön gebührt den Damen und Herren, die mit ihren informativen Filmeinführungen meinen weiterhin unausgewogenen Wissenshorizont erheblich erweitern konnten.

:laie_69:




Das diesjährige Festivalprogramm glich einer Achterbahnfahrt der Gefühle, wobei ich persönlich die sehr weite Spannbreite der unterschiedlichen Filmgenres erneut als sehr gelungen empfand.


Donnerstag 25.07.:


18:00: DER MÖRDER DES KLANS (PREGA IL MORTO... E AMMAZZA IL VIVO) Italien 1971. R: Giuseppe Vari - 94 Min. 35mm. OmdU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Ein bildstarker Italo-Western, in dem Kameramann Franco Villa die ausdrucksstarken Gesichter der Darsteller sprechen lässt - allen voran: der einzigartige Gesichtsausdruck Klaus Kinskis. Hinzu gesellen sich beeindruckenden Kamerfahrten und -einstellungen, wodurch sich Giuseppe Varis aufgeheizter und schweißtreibender Haus-, Wiesen- und Kiesgrubenwestern ausgezeichnet zur Eröffnung dieses langen Festivalwochenendes eignete. (Trailer)



20:00 SANFT SINKT DER TOD (LA MORTE SCENDE LEGGERA) Italien 1972. R: Leopoldo Savona - 86 Min. 35mm. OmeU (Kopie: Cineteca di Bologna)

Leopoldo Savonas düsteren und minimalistisch inszenierten Mystery-Giallo hatte ich zwar etwas lebhafter in Erinnerung, aber dennoch konnte mich auch die Neuwahrnehmung dieses alptraumhaften Raumerlebens zufrieden stellen. Ein besonderes Highlight dieses hypnotischen Filmvergnügens: Der ohrwurmträchtige Titeltrack Sunday in Neon Lights von Mack Porter (und Ezio Ranaldi). Die restliche Filmmusik stammt übrigens von Coriolano Gori, von der aber außer ein paar Suspense-Soundflächen sehr wenig haften geblieben ist.



22:30: SUSPIRIA - Italien/BRD 1977. R: Dario Argento - 92 Min. 35mm. DF (Kopie: KommKino)

Nach den unzähligen Fargebungsdebatten im Rahmen der diversen SUSPIRIA-Veröffentlichungen der letzten Jahre, war ich natürlich mehr als gespannt, meinen bis dato am häufigsten gesehenen Film nicht nur endlich überhaupt einmal auf der großen Leinwand bestaunen zu dürfen, sondern diesen widererwartend auch noch in seiner 'tatsächlichen' Farbgebung sehen zu können. Eins vorne weg: Keine der bis dato erhältlichen BD-Veröffentlichungen entspricht der eigentlichen Farbgebung dieser farbechten Erstaufführungskopie! Der Film, der mindestens einmal im Jahr über die heimische Mattscheibe flimmert, wirkte noch nie so echt und stimmig, wie es im Rahmen der letztwöchigen Kinovorführung der Fall war. SUSPIRIA auf der großen Leinwand, das ist nicht nur "Angst, Entsetzen, Schock, Unheil und der größte Nervenschocker seit es Kino gibt", sondern auch ein audiovisuelles Film(hoch)erlebnis der absoluten Extraklasse. Zudem fielen mir im Rahmen der Kinovorführung weitere kleine Details auf, die für mich bis dahin unentdeckt blieben. Ein unbeschreibliches Filmvergnügen, welches ich glücklicherweise in ein paar Monaten im Rahmen des Terrore a Norimberga-Festivals ein weiteres Mal erleben darf.




Freitag 26.07.:


12:30: DAS LETZTE PARADIES (L'ULTIMO PARADISO) Italien 1955. R: Folco Quilici - 88 Min. 35mm. DF (Kopie: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmusuem)

Die Vorführung dieses träumerischen Mondo-Vorreiters hatte von den klimatischen Rahmenbedingungen her schon etwas leicht absurdes, denn bei 39°C hohen Außentemparaturen einen Film in einem kühl (herunter-)klimatisierten Kino zu sehen, der wiederum in der tropisch heißen Südsee angesiedelt ist, erlebt man auch nicht alle Tage.

Begleitet von einer exotischen Filmmusik aus der Soundschmiede A.F. Lavagnino stammend (die übrigens auch hierzulande von Polydor veröffentlicht wurde), entführte uns Folco Quilici in die traumhafte Inselregionen der Südsee, um in ansehnlicher Art und Weise von den Gepflogenheiten und Lebensgewohnheiten der dortigen Inselbewohnern zu berichten. Im Vergleich zu MONDO CANE oder späteren Genrevertretern zeigte sich DAS LETZTE PARADIES eher zurückhaltend, was beispielsweise Schockmomente anging. Die beiden spektakulärsten Szenarien zeigen zum einen die halsbrecherischen Turmsprünge junger Insulaner, bei denen die auserwählten Todesverächter im Rahmen einer rituellen Mutprobe kamikazehafte Bungee-Sprünge an völlig unelastischen Lianensträngen ausüben - und zum anderen die erstaunlichen Perlentaucher, denen es ohne jegliche Sauerstoffzufuhr bis zu zwei Minuten auf dem Meeresboden zu verweilen gelingt. Hinzu gesellt sich eine erstklassig synchronisierte Kommentatorenstimme, die das traumhafte Filmvergnügen vollends abrundete. Insgesamt ein sehr sympathischer Vertreter der pseudohaften Dokumentarfilmriege.



15:45: AM TAG, ALS DER WEIHNACHTSMANN WEINTE (QUESTO SI CHE È AMORE) Italien 1978. R: Filippo Ottoni - 102 Min. 35mm. OmdU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Weit entfernt von realistisch wirkenden Dramen trumpfen gerade die italienischen Lacrima-Movies aufgrund ihres leicht kitschigen und rührseligen Inszenierungsstils, bei denen die gezeigten Protagonisten zudem ein verhältnismäßig unrealistisches Handeln an den Tag legen. QUESTO SI CHE È AMORE handelt von einem an einer chronischen Autoimmunerkrankung leidenden Kind, das sein trauriges Dasein -abseits von seiner Familie- in einem vor jeglichen Krankheitserregern isolierten Raum in einem abgelegenen Krankenhaus am Rande der Stadt fristen muss. Zu allem Überfluss sind sich seine beiden Eltern dabei zu trennen, was wiederum die Gesamtsituation für keinen der Beteiligten einfacher macht. Der Soundtrack stammt dabei von keinem Geringeren als Stelvio Cipriani, den er ursprünglich unter dem Namenssynonym Steve Powder veröffentlichte. Angereichert mit einer liebenswerten und unaufdringlichen Humornote entpuppte sich QUESTO SI CHE È AMORE als ein recht angenehmer Vertreter des italienischen Tränenfilm-Genres.



20:00: ICH PROTESTIERE NICHT, ICH LIEBE (IO NON PROTESTO, IO AMO) Italien 1967. R: Ferdinando Baldi - 97 Min. 35mm. OmdU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Obwohl mir Filme mit schlager- oder revüartigen Gesangseinlagen normalerweise ein Graus sind, entpuppte sich Ferdinando Baldis leichtfüßiger IO NON PROTESTO, IO AMO als ein recht unterhaltsamer Vertreter des Musicarello-Genres, den man sich allerdings hinsichtlich seiner politischen Aussage nur mit einem stetigen Augenzwinkern ansehen sollte. Schlussendlich fühlte ich mich 97 Minuten lang gut unterhalten. Eine weitere Überraschung mit der ich im Vorfeld nicht gerechnet hätte...



22:45: DIE LETZTE ORGIE DES DRITTEN REICHS (L'ULTIMA ORGIA DEL III REICH) Italien 1977. R: Cesare Canevari - 95 Min. 35mm. OmdU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Als mir vor ca. zehn Jahren zum ersten Mal der Begriff 'Naziploitation' zu Ohren kam, dachte ich zunächst: Cool! Italienische Grindhousefilme, in denen Nazis die Ärsche aufgerissen werden! Das scheint ja eine sehr feine Sache zu sein... doch leider stellte sich der von mir angedachte Sachverhalt nach den ersten Filmsichtungen als völlig gegenteilig heraus!

Obwohl sich Cesare Canevaris trostloses Nazi-Drama L'ULTIMA ORGIA DEL III REICH zumindest ein wenig von den ausschließlich menschenschverachtenden Mitstreitern unterscheidet, bin ich auch mit diesem Naziexploiter nicht warm geworden. Zwar stellte Canevaris Inszenierung schon ein gewisses Filmerlebnis dar - aber eben ein sehr unangenehmes, dessen Nachgeschmack sich auch noch am darauffolgenden Tag weiterhin bemerkbar machte... Der nicht minder hoffnungslose Titeltrack Lise von Alberto Baldan Bembo passte obendrein zum Film wie die Faust aufs Auge.




Samstag 27.07.:


14:00: DIE LUST (IL PIACERE) Italien 1985. R: Joe D'Amato - 85 Min. 35mm. OmdU (Privatkopie: Arthur Pokorny)

Immer noch innerlich nagend an den Hinterlassenschaften des gestrigen Abschlussfilms, erbrachte mir Joe D'Amatos IL PIACERE weder die erhoffte Ablenkung von diesen beklemmenden Eindrücken, noch die versprochene 'Lust'- als vielmehr 85 Minuten gähnende Langeweile, die zudem endlos auf mich wirkte. Reine Sex- und Erotikklamotten scheinen einfach nicht mein Ding zu sein, was dann auch auf den vorliegenden Film zutraf.



16:00: DIE VERLOBTEN DES TODES (I FIDANZATI DELLA MORTE) Italien 1957. R: Romolo Marcellini - 93 Min. 35mm. OmdU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Romolo Marcellinis vergnügsamer Motorradrennfilm brachte dahingegen bereits nach wenigen Filmminuten die erhoffte Ablenkung mit sich, denn die ebenfalls wieder leichtfüßig inszenierte Rennfahrerchose -mit Rik Battaglia, Sylva Koscina und Hans Albers in den Hauptrollen- konnte meine bis dato weiterhin angeknackste Gemütslage schließlich wieder zum Guten hin wenden. Ein charmantes Moto-Guzzi-Film-Vergnügen, dem augenscheinlich auch hierzulande ein damaliger Kinostart zugesprochen wurde. (Trailer)

Untertiteltes Interview mit Giacomo Agostini
Untertiteltes Interview mit Paolo Sormani




20:00: MANIA - Italien 1974. R: Renato Polselli - 85 Min. 35mm. OmeU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Nach einer eindrucksvollen Einführung von Bilquis Castaño Manias folgte mit MANIA mein persönliches Festival-Highlight, denn den farbenprächtigen Wahnsinn Renato Polsellis auf der großen Leinwand bestaunen zu können, kam nicht nur einem echten Wunder gleich, sondern versetzte mich auch in einen völligen Sinnesrausch, aus dem über die gesamte Laufzeit des Films kein Entrinnen mehr gab. Die gezeigte Kopie der Cineteca Nazionale präsentierte sich zudem in einem erstklassigen Zustand, was wiederum bedeutete, dass das hypnotische Filmerleben dieses farbenprächtigen Irrsinns quasi einer Offenbarung gleich kam. Absolut fantastisch! Absolut unfassbar! Danke Terza Visione für dieses einmalige Filmerlebnis!

Einziger Wermustropfen: Die stetig unangebrachten Lacher einiger Kinobesucher, die in übertriebener Art und Weise jede noch so kleine Albernheit abfeierten! Hier wurde mir ständig das Gefühl vermittelt, das sich ein Teil der Zuschauer nicht adäquat 'mit dem Film' amüsiert, sondern sich vielmehr 'über den Film' lustig macht - was ich wiederum als schwer störend, respektlos und unangebracht empfand.



22:30: JOCKS - Italien 1984. R: Riccardo Sesani - 104 Min. 35mm. OmdU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Im Gegensatz zum letztjährigen Tanzfilm Breakdance Sensation gestaltete sich die erste Stunde von JOCKS sehr schleppend, zumal die gezeigten Figuren aufgrund ihrer belanglosen Darbietungen auch einfach nur gleichgültig wirkten. Lediglich das psychotronische Finale, welches wie ein über knapp 20 Minuten andauerndes Musikvideo aus einer anderen Welt daherkommt, konnte den Film letztendlich noch retten. Ein denkwürdiger Moment, der nie wieder in Vergessenheit geraten wird. Und obwohl sich der Film als Ganzes letztendlich nicht als das Gelbe vom Ei herausstellte, überwiegt weiterhin das Interesse, überhaupt solch rare Filmperlen -von denen selbst die Veranstalter einige zuvor noch nie zu sehen bekamen- im Rahmen einschlägiger Filmfestivals gemeinsam entdecken zu können. Also bitte auch zukünftig den 'Mut zur Lücke' beibehalten...




Sonntag 28.07.:


13:00: VIER MAL HEUTE NACHT (QUANTE VOLTE... QUELLA NOTTE) Italien/BRD 1971. R: Mario Bava - 83 Min. 35mm. OmeU (Kopie: Cineteca di Bologna)

Aus unerklärlichen Gründen ist Mario Bavas VIER MAL HEUTE NACHT bis dato ungesehen an mir vorbeigegangen, was im Nachhinein auch gar nicht schlimm war, denn so sah ich den Film gleich bei meiner Premiere auf der großen Leinwand. Zwar merkt man dem etwas unvollkommen wirkenden Film auf Anhieb seine problematischen Produktionsumstände an, konnte aber letzten Endes trotz seiner offensichtlichen Mankos dennoch gefallen, wobei sich alleine schon die visuelle Seite als ein wohltuender Augenschmaus offenbarte. Prädikat: Im Gesamten sehr nett geraten



16:30: GEWALT: DIE 5. MACHT IM STAAT (LA VIOLENZA: QUINTO POTERE) Italien 1972. R: Florestano Vancini - 90 Min. 35mm. DF (Kopie: Murnau-Stiftung)

Ein grundsolides, dialoglastiges und äußerst spannend inszeniertes Gerichtsdrama, in dem Enrico Maria Salerno in der Rolle Staatsanwalts mit allen Mitteln versucht den von Mario Adorf verkörperten Mafiaboss hinter Gitter zu bringen. Doch leider mischt auch noch Gastone Moschin in der Rolle des Verteidigers munter mit, der wiederum mit List und Tücke -und ein klein wenig Korruption- Signor Salerno das Leben schwer macht. Ein sehr beeindruckender Gerichtsfilm, der ungeschönt die Verzahnung zwischen organisierter Kriminalität, dem Staatsapparat und der Justiz offen legt. Zwar war es eine gute Idee, den fehlenden Epilog der deutschen Fassung im Nachhinein digital einzuspielen, aber als essentiell würde ich diese fehlenden Filmminuten jetzt nicht bezeichnen, da auch die gekürzte deutsche Fassung letztendlich sowohl ein sehr stimmiges Ende aufweist als auch ein ungutes Gefühl in der Magengrube zurücklässt.



20:00: SPELL - SÜSSES SCHLACHTHAUS (SPELL - DOLCE MATTATOIO) Italien 1977. R: Alberto Cavallone - 104 Min. 35mm. OmeU (Kopie: Cineteca Nazionale)

Nach Durchsicht des Programmtextes machte mir dieser Film zunächst etwas Angst, was sich aber im Nachhinein als unbegründet herausstellte. Zwar entpuppte sich Alberto Cavallones Werk als ein recht kontroverses Stück Film, welches aber trotz so mancher delikater Szene als immer noch gut goutierbar herausstellte. Im Vergleich zu Giulio Questis ARCANA (der bereits vor zwei Jahren auf dem Terza Visione vorgeführt wurde) empfand ich SPELL doch um einiges eingängiger bzw. hatte ich das Gefühl, die Intention des Regisseurs konkreter nachvollziehen zu können. Cavallone zeigt in seinem Film verschiedene Schicksale einzelner Dorfbewohner auf, die während eines mehrtägigen Dorffests vonstattengehen. Obendrein deckt Cavallone die doppelmoralistischen Verhaltensweisen auf, indem er einzelnen Dorfbewohner den entsprechenden Spiegel vor deren Gesichter hält: Da wäre beispielsweise ein marxistischer Maler, dessen leicht wahnsinnige Ehefrau ihre Mahlzeiten grundsätzlich nur auf der Toilette verspeist. Dabei geht ihr ständig eine wahnhafte Gedankenflut durch den Kopf, welche sie wiederum zu unvorhersehbaren Handlungen verleitet. Ein paar Häuser weiter zeichnet sich in der vermeintlich heilen Dorfwelt das nächste skandalträchtige Drama ab, denn ein ehrenwerter Vater hat seine minderjährige Tochter geschwängert. Und auch in der dorfeigenen Fleischerei geht es hoch her, denn der lüsterne Metzgerlehrling lässt seiner Fleischeslust unter der Zuhilfenahme von geschlachteten Rinderhälften freien Lauf - und zwar in der filialeigenen Kühlkammer. SPELL ist außerdem ein filmisches Unikat, das vor Symbolen und Metaphern nur so strotzt. (Trailer)



22:30: DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER (QUELLA VILLA ACCANTO AL CIMITERO) Italien 1981. R: Lucio Fulci - 86 Min. 35mm. OmeU (Kopie: KommKino)

Zum Abschluss flimmerte eins der bekanntesten Werke Lucio Fulcis über die große Leinwand, wobei DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER bisher noch nie zu meinen persönlichen Highlights zählte. Im Rahmen der letztwöchigen Kinovorführung konnte mich der Film nun doch noch begeistern, denn die unheimliche Atmosphäre, die dieses Fulci-Werk über den gesamten Filverlauf versprüht, kam im Kino erst so richtig zur Geltung. Ein sehr feiner Abschluss eines noch viel feineren Filmfestivals!





Nach Ende des Abschlussfilms ging es dann noch in kleiner Runde bis 2:30 vor dem Kino weiter, wobei ich zu diesem Zeitpunkt schon jenseits von Gut und Böse war und auch nur noch die Hälfte der zahlreichen Gesprächsinhalte auf die Kette bekam. Weiterhin sollte auch erwähnt werden, dass in diesem Jahr von einem Festivalbesucher erstmals der Versuch gestartet wurde, den Trend zur Film-Kutte zu etablieren. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dann dürften zukünftig immer mehr Filmkuttenträger auf den landesweiten Filmfestivals angetroffen werden. :)


Ein wenig schade fand ich hingegen, dass trotz dieser einmaligen Filmerlebnisse sehr wenige DP-User den Weg nach Frankfurt fanden, denn ein solch feines Filmprogramm müsste doch bei den meisten italophilen Filmfreunden ein nimmer enden wollendes Jucken in den Fingerkuppen auslösen. Außer den zwischenzeitlich altbekannten Forenmitglieder konnten auch in diesem Jahr keine neuen Gesichter ausfindig gemacht werden. War tatsächlich niemand zugegen oder hattet ihr Euch nur gut in der Menge versteckt? Ich für meinen Teil freue mich zumindest jetzt schon auf das TERZA VISIONE 2020, bei dem die sommerliche Temperaturen dann aber gerne unterhalb der 30°C-Marke liegen dürfen... 8-)


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 04.08.2019 19:10 
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Danke für deinen ausführlichen Festivalbericht, Richie! 8-)
Immer wieder sehr angenehm zu lesen.

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Hi, war ja auch zwei mal da und die Auswahl der Filme hat mir sehr gut gefallen. Aber die von Dir beschriebenen „Lacher“ haben mich so sehr genervt, dass sie mir jeden Film versaut haben. Wie ich schon einmal sagte, habe ich den Eindruck, dass viele die Filme „ironisch“ gucken und über sie lachen. Dann schaue ich sie lieber alleine zuhause oder gar nicht.


Viele lassen sich vielleicht auch von einem Besuch abbringen, weil das Programm immer extrem spät bekannt gegeben wird und Bahnfahrkarten dann schon teurer sind, als wenn man früher buchen könnte. Einige wollen wahrscheinlich erst mal die Filmauswahl abwarten.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 04.08.2019 20:06 
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Ohje, das ist auch einer der größeren Sorgen die mich davon abhalten mal in einen Zug zu steigen und die Filme in ihrer analogen Pracht auf der großen Leinwand zu genießen: ironisches Hipster-Publikum die einfach mal ein bisschen "Trash" sehen wollen, über den Filmen stehen und herablachen.
Ich hätte aber nicht gedacht, dass ein solch doch sehr spezielles Festival auch dieses Publikum anzieht. Naja...Großstadt, da wird sich sicherlich auch sowas wie Laufkundschaft zusammenfinden. Perlen vor die Säue behaupte ich hier.

Filme sind für das Kino gemacht aber ich denke, ich bleibe doch lieber in meinem Kämmerlein und schiebe die Scheibe in den Player :D


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PostPosted: 05.08.2019 06:42 
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Bevor ein falscher Eindruck entsteht: Das Terza-Publikum ist nicht nur durchweg freundlich gestimmt, sondern bringt den gezeigten Filmen auch den nötigen Respekt entgegen. Die etwas leicht übertriebenen Reaktionen bei MANIA stammten von einzelnen Zuschauern, die allesamt quer im Kinosaal verteilt saßen.

Weiterhin würde ich diese Personen auch nicht als 'ironisches Hipster-Publikum' bezeichnen (verstehen Hipster überhaupt Ironie? :jc_hmmm: ), denn das Problem bei der MANIA-Vorführung war, dass einige wenige bei jeder noch so "lapidaren" Kleinigkeit loslachen mussten. Das hat dann schon etwas genervt, da der Großteil der Lacher etwas deplatziert wirkte. Im Gegenzug sollte man natürlich auch berücksichtigen, dass gerade die Polselli Filme aus der Ralph Brown-Phase aufgrund ihrer unzähligen Unfassbarkeiten natürlich auch sehr bizarre und unterhaltsame Szenarien bieten, aber es kommt halt immer drauf an, mit welcher Art von Lachen (oder besser gesagt: Erstaunen) man darauf reagiert. Ich für meinen Teil hatte den gesamten Film über nicht nur ein breites Grinsen im Gesicht festsitzen, sondern musste auch an der ein oder anderen Stelle auf dezente und angebrachte Art und Weise meine Freude bzw. Erstaunen über die zuvor gezeigte Unfassbarkeit loswerden. Ansonsten gab es aber keinen Grund zur Beschwerde - die restlichen vier Festivaltage verliefen absolut problemlos und auch der einmalige Ausrutscher bei MANIA tat der tollen Stimmung letztendlich keinen Abbruch. Daher scheint Deine getroffene Wortwahl 'Perlen vor die Säue' auch ein wenig daneben gegriffen. ;)


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Nichtsdestotrotz ein sehr schöner Bericht, DANKE SCHÖN!!, der das Bedauern, dieses Jahr nicht dabei gewesen zu sein, noch ein gutes Stück steigert. Aber es sind halt einfach nun mal Minimum jeweils 6 Stunden An- und Abfahrt, und mit dem Auto mag ich sowas inzwischen gar nicht mehr machen. Du musst halt einfach noch ein wenig an mir schrauben, dass ich vielleicht nächstes Jahr? Mit dem Zug ...?

Was ist eigentlich eine Festivalkutte??? :shock:

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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Ich vermute, es handelt sich um eine Jeansweste die mit Aufnähern, welche Ikonen (Asa Vaida) des italienischen Genrekinos sowie die Filmplakate oder die Titeltypografie zeigen, benäht ist. Ab und an kann man solche Kutten entdecken.

Ich habe meine damaligen Lederjacken auch immer gern bemalt und trug ca. 1992 einen großen TENEBRAE Schriftzug auf dem Rücken, das war zu der Zeit was absolut Individuelles.

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Ich hatte den Eindruck, dass bei der Mehrzahl der Filme ironisch gelacht wurde.

Außerdem kamen noch die Experten-Lacher dazu, sobald sich ein bekanntes Gesicht auf der Leinwand zeigte, um allen zu zeigen „ich habe ihn erkannt, ich kenne mich aus“,“ich genieße/verstehe den Film vielmehr als andere“. Das führte dann oftmals zu einer Gruppendynamik, weil andere dem nicht nachstehen wollten oder ihre Gruppenzugehörigkeit demonstrieren mussten.

Das fand ich wirklich alles extrem störend, da ich einfach nur die Filme gucken wollte.

Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck. Da hier aber gefragt wurde, warum User fern bleiben, wollte ich es äußern, weil dies für mich (und vielleicht auch andere) der Hauptgrund ist, dass ich dieses und letztes Jahr nicht dabei war.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 05.08.2019 17:31 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Nichtsdestotrotz ein sehr schöner Bericht, DANKE SCHÖN!!, der das Bedauern, dieses Jahr nicht dabei gewesen zu sein, noch ein gutes Stück steigert.

Du wurdest auch schmerzlich vermisst! :cry:


Schmutziger_Maulwurf wrote:
Was ist eigentlich eine Festivalkutte??? :shock:

Keine Festival-Kutte, sondern eine "Film-Kutte", Herr Maulwurf! ;)
(Heavy Metal-Kutten kennst Du doch?)

sid.vicious wrote:
Ich vermute, es handelt sich um eine Jeansweste die mit Aufnähern, welche Ikonen (Asa Vaida) des italienischen Genrekinos sowie die Filmplakate oder die Titeltypografie zeigen, benäht ist.

Der Kandidat hat 100 Punkte! 8-)

ASA VAIDA befand sich zwar nicht unter den selbst gemachten Patches, dafür aber CAMORRA - EIN BULLE RÄUMT AUF, DAS STUNDENHOTEL VON ST. PAULI, LAURA GEMSER, TONY ANTHONY, CÜNEYT ARKIN und einige andere. Hinzu kam, dass der Urheber mehrmals angefragt wurde, ob man ihn mit seiner Film-Kutte fotografieren dürfe. Mal gespannt, ob dieser neu gesetzte Modetrend zukünftig auch auf anderen Filmfestivals Schule macht... :)

Marco wrote:
Da hier aber gefragt wurde, warum User fern bleiben, wollte ich es äußern, weil dies für mich (und vielleicht auch andere) der Hauptgrund ist, dass ich dieses und letztes Jahr nicht dabei war.

Vielen Dank für Deine Rückmeldung. :hutheben:
Über das geschilderte Problem hatten wir uns ja schon häufiger unterhalten.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 06.08.2019 15:08 
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Marco wrote:
Ich hatte den Eindruck, dass bei der Mehrzahl der Filme ironisch gelacht wurde.

Außerdem kamen noch die Experten-Lacher dazu, sobald sich ein bekanntes Gesicht auf der Leinwand zeigte, um allen zu zeigen „ich habe ihn erkannt, ich kenne mich aus“,“ich genieße/verstehe den Film vielmehr als andere“. Das führte dann oftmals zu einer Gruppendynamik, weil andere dem nicht nachstehen wollten oder ihre Gruppenzugehörigkeit demonstrieren mussten.

Das fand ich wirklich alles extrem störend, da ich einfach nur die Filme gucken wollte.

Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck. Da hier aber gefragt wurde, warum User fern bleiben, wollte ich es äußern, weil dies für mich (und vielleicht auch andere) der Hauptgrund ist, dass ich dieses und letztes Jahr nicht dabei war.



Ich war dieses Jahr auch mal wieder dabei, allerdings nur für einen Tag und 4 Filme. Es war aber der Tag an dem der D'Amato, JOCKS und eben besagter MANIA lief, und es gab schon immer wieder was zu lachen. Vermehrt bemerkte ich das jedoch lediglich bei Mania - wobei ich sagen muss, dass ich selbst vermutlich auch einige Male freudig auflachen musste, da der Film wahrhaft unfassbar war (wenn auch nicht ansatzweise so bizarr wie z.B. OSCENITA oder LA VERITA SECONDO SATANA). Mit offenem Mund gestaunt habe ich sicher durchweg. Mich persönlich haben die Lacher (auch bei den anderen Filmen) nicht wirklich gestört, da man von 80 bis 120 Zuschauern in der Regel nicht andachtvolles Schweigen erwarten kann. Dazu sind die Menschen doch (zu) verschieden. Zwar kann man nicht alle Zuschauer fragen, warum sie in den jeweiligen Szenen gelacht haben, aber ich würde mal davon ausgehen, dass auch hierfür die Gründe recht verschieden sein können. Hämisch oder herablassend erschien mir das Publikum jedoch nicht. Ganz im Gegenteil würde ich behaupten, dass sich bei diesem Festival ein ganz besonders italophiner Haufen aus allen Ecken der Republik (und aus dem Ausland) einfindet, der zum Großteil sicher sehr interessiert an den FIlmen und ihren Darstellungsweisen ist.

Wie gesagt würde ich persönlich das Lachen auf dem Terza Visione als Einzelphänomen und nicht als Gruppenphänomen betrachten. Ich war auch schon auf Festivals zu Gast, bei denen tatsächlich 90% des Publikums gelacht hat, dumme Kommentare gemacht wurden, etc. pp. sodass ich das Gefühl hatte einem Schlefaz-Screening oder Ähnlichem beizuwohnen. Das empfand auch ich als schlimm, und konnte die dargebotenen Filme nicht genießen, und bleibe solchen Veranstaltungen daher auch fern. Dass es beim Terza bei besonders eigenwilligen Filmen wie beispielsweise Mania dann aber doch zu einem immer mal wiederkehrenden Lachanteil von gefühlt 10 bis 15 Prozent des Publikums kommen kann, lässt sich wie gesagt bei einer Zuschauerzahl von über 100 Personen wohl nicht verhindern. Dass Lacher natürlich wiederum jeder anders bewertet, und es auch einige Leute gab mit denen ich sprach, die sowas gar nicht abkönnen ist klar. Aber was will man denn machen? Das Lachen verbieten geht eben nicht - das ist ja meist eine spontane Reaktion. Vermutlich kommt es aber auch darauf an wo im Saal man sitzt und wie viele der direkten Nebenleute lachen oder schweigen. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich weiter entfernte Lacher meist nicht so intensiv wahrnehme, da ich sehr in den Film vertieft bin und um mich herum sowieso meist alles ausblende. Und bei Komödien stört mich lachen dann beispielsweise auch weniger als bei "ernsteren" Filmen. Wobei das natürlich auch ein schmaler Grat ist. Was der eine als lustig empfindet, empfindet der andere als langweilig, und was den einen schockt ist für den anderen Satire.

PS: Ich erinnere mich bei solchen Diskussionen gerne an mein erstes Kino-Screening von Tobe Hoopers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE den ich vorher noch nie gesehen hatte. Während dem Film musste ich immer wieder lachen, und ich empfand den Film als Horrorkomödie mit satirischen Spitzen - als gruseligen Terrorfilm jedenfalls nicht. Und das mein(t)e ich völlig ernst. Ich lachte dabei natürlich (für mich) "mit" den Gags des Films, nicht "über" den Film, aber das kam nicht bei jedem Mit-Zuschauer gut an. Auch war das Erstaunen nach der Vorstellung groß, als ich im Gespräch mit manchen Fans verlauten ließ, dass der Film meiner Meinung nach auch von Hooper als Komödie gedacht war. Tja...

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To please the majority is the requirement of the Planet Cinema. As far as I'm concerned, I don't make a concession to viewers, these victims of life, who think that a film is made only for their enjoyment, and who know nothing about their own existence.


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 Post subject: Re: Terza Visione - 6. Festival des italienischen Genrefilms (25.-28.7., Frankfurt)
PostPosted: 10.08.2019 11:32 
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Dr. Zombi wrote:
Ich war dieses Jahr auch mal wieder dabei, allerdings nur für einen Tag und 4 Filme. Es war aber der Tag an dem der D'Amato, JOCKS und eben besagter MANIA lief, und es gab schon immer wieder was zu lachen. Vermehrt bemerkte ich das jedoch lediglich bei Mania - wobei ich sagen muss, dass ich selbst vermutlich auch einige Male freudig auflachen musste, da der Film wahrhaft unfassbar war (wenn auch nicht ansatzweise so bizarr wie z.B. OSCENITA oder LA VERITA SECONDO SATANA). Mit offenem Mund gestaunt habe ich sicher durchweg. Mich persönlich haben die Lacher (auch bei den anderen Filmen) nicht wirklich gestört, da man von 80 bis 120 Zuschauern in der Regel nicht andachtvolles Schweigen erwarten kann. Dazu sind die Menschen doch (zu) verschieden. Zwar kann man nicht alle Zuschauer fragen, warum sie in den jeweiligen Szenen gelacht haben, aber ich würde mal davon ausgehen, dass auch hierfür die Gründe recht verschieden sein können. Hämisch oder herablassend erschien mir das Publikum jedoch nicht. Ganz im Gegenteil würde ich behaupten, dass sich bei diesem Festival ein ganz besonders italophiner Haufen aus allen Ecken der Republik (und aus dem Ausland) einfindet, der zum Großteil sicher sehr interessiert an den FIlmen und ihren Darstellungsweisen ist.

(...) Dass es beim Terza bei besonders eigenwilligen Filmen wie beispielsweise Mania dann aber doch zu einem immer mal wiederkehrenden Lachanteil von gefühlt 10 bis 15 Prozent des Publikums kommen kann, lässt sich wie gesagt bei einer Zuschauerzahl von über 100 Personen wohl nicht verhindern. Dass Lacher natürlich wiederum jeder anders bewertet, und es auch einige Leute gab mit denen ich sprach, die sowas gar nicht abkönnen ist klar. Aber was will man denn machen? Das Lachen verbieten geht eben nicht - das ist ja meist eine spontane Reaktion. Vermutlich kommt es aber auch darauf an wo im Saal man sitzt und wie viele der direkten Nebenleute lachen oder schweigen. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich weiter entfernte Lacher meist nicht so intensiv wahrnehme, da ich sehr in den Film vertieft bin und um mich herum sowieso meist alles ausblende. Und bei Komödien stört mich lachen dann beispielsweise auch weniger als bei "ernsteren" Filmen. Wobei das natürlich auch ein schmaler Grat ist. Was der eine als lustig empfindet, empfindet der andere als langweilig, und was den einen schockt ist für den anderen Satire.

Sehr gut geschrieben, werter Dr. Zombie! Meines Erachtens hast Du damit die Sache genau auf den Punkt gebracht.
Könnte ich mich besser ausdrücken, hätte ich es genauso formuliert ;)



Auf *** The link is only visible for members, go to login. *** steht übrigens ein Interview mit einem der beiden Festivalgründer zur Verfügung, das am ersten Festivaltag vom unabhängigen Radiosender 'Radio X' ausgestrahlt wurde.


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