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 Post subject: NIGHT KILLER - Claudio Fragasso
PostPosted: 30.10.2019 18:19 
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NIGHT KILLER
Originaltitel: NON APRITE QUELLA PORTA 3
Italien 1990

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Regie:
Claudio Fragasso

Darsteller:
Tara Buckman,
Peter Hooten,
Richard Foster,
Tova Sardot

youtu.be Video from : youtu.be


Nach einem gewaltsamen und sexuell motivierten Übergriff durch einen maskierten Killer verliert Melanie (Tara Buckman) ihr Gedächtnis. Da sie den seelischen Druck nicht mehr standhalten kann und will, versucht Melanie einen Selbstmordversuch, der allerdings durch den äußerst mysteriös erscheinenden Axel (Peter Hooten) in letzter Sekunde verhindert werden kann. Daraufhin verschleppt der Retter die ohnmächtige Melanie auf sein Hotelzimmer, wo er sadomasochistische Spielereien mit ihr anfängt – und gleichfalls verkündet, dass er bestimmen werde, wann Melanie sterben darf. Die Polizei geht zunächst nicht von einer Entführung Melanies aus, die immer noch die wichtigste Zeugin um die Mordfälle des maskentragenden Sexkillers ist – hat sie doch als einzige einen seiner Anschläge mit Hilfe ihres Nachbarn überlebt. Zugleich kehren Melanies Erinnerungen mehr und mehr zurück, was zu einem überraschenden Finale führen wird… …und dabei wird sich dann auch die Identität des geheimnisvollen Axel klären…


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Die Produktionsgeschichte und die Perspektive, wie Regisseur Claudio Fragasso auf seinen Film selbst blickt, ist ausgesprochen interessant: So sollte NIGHT KILLER die Wende für Fragassos zukünftigen künstlerischen Weg bilden. Beabsichtigte er doch, sich mit diesem Film von seinen vergangenen Gore-Werken – wie etwa von MONSTER DOG oder AFTER DEATH – zu distanzieren. Angedacht war deshalb, ein intellektuelles Kammerspiel im zwischenmenschlichen Stil von Ingmar Bergman zu drehen, wobei dann das Killerthema eine Art „Bonus“ wäre, so dass NIGHT KILLER sich international besser verkaufen könnte. Dahingehend fokussierte sich das Drehbuch auf die emotionale Verfasstheit des Melanie-Charakters und ordnete den psychischen Konflikt in ein Ehedrama ein, und damit wurde dann der Killerplot vermischt. Fragasso wollte außerdem NIGHT KILLER in einem europäischen Arthouse-Stil inszenieren, nämlich: mit langen Einstellungen und mit einer besonderen Beleuchtung. Schließlich legte Fragasso das Werk seinem Produzenten vor und verschwand unterdes zu seinem nächsten Projekt, LA CASA 5. Der Produzent wiederum war von den künstlerischen Ambitionen seines Regisseurs allerdings weniger angetan. Zu wenig Effekte, zu wenige Horrorszenarien. Es war somit Abhilfe zu schaffen. Engagiert wurde somit Bruno Mattei, der einige Szenen nachdrehen sollte; außerdem musste Mattei den Film neu schneiden, was aufgrund der langen Einstellungen eine schwierige Aufgabe gewesen ist. Dies führte schließlich zu einem heftigen Streit zwischen Claudio Fragasso und dem erfahrenen Mattei, der aber Jahre später wieder bereinigt werden konnte (wer sich dafür weiter interessiert, der sei auf die Interviews auf der Severin-Blu-Ray aufmerksam gemacht). Das Endergebnis war dann NIGHT KILLER, wie er heute vorliegt – wobei er in Italien als NON APRITE QUELLA PORTA 3 (als dritter Teil von THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE) vermarktet wurde…


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Claudio Fragassos „Kunstfilm“ wäre dann wohl eher sein TROLL 2, der sich gegen jede Art von konventioneller Filmsyntax massiv (ver-)wehrt. Dessen NIGHT KILLER entpuppt sich heute, in der Form, in welcher der Film nun dasteht, als typische italienische Imitation eines US-amerikanischen Slasher-Films, zumal der Film dann auch in den USA gedreht wurde. Im ersten Moment hatte ich sogar gedacht, dass die hässliche Plastikmaske, die vom Night Killer hier getragen wird (der übrigens im Film nur am Tage auftritt), in Wirklichkeit dessen echtes Gesicht wäre – dieser erste Eindruck war vielleicht noch die ästhetische Auswirkung von TROLL 2, den ich noch vor NIGHT KILLER gesehen habe – und wo wirklich alle Besonderheiten als Realität möglich sind. Schnell kommt aber heraus, dass die Maske wirklich eine Maske in NIGHT KILLER bezeichnet und nicht das Ergebnis eines Genexperimentes o. ä. ist. Letztlich gibt es hier viel zu erblicken, worüber man sich wundern kann – ein gewöhnlicher „Slasher“ ist das Werk wegen seiner sehr eigentümlichen Machart sicherlich nicht geworden…


(Bildquelle: imdb.com)


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