Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 15.12.2014 23:27 
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CH hat mehrere Ebenen auf denen er hervorragend funktioniert. In vorderster Front zeigt er Schlachtereien, nackte Brüste und jede Menge sinnlose und exzessive Gewalt gegen Menschen und Tiere. Somit ist CH erstmal ein Exploiter reinsten Wassers, und wer WiP-Filme oder Ilsa-Filme oder ähnliches abfeiert, sollte mit dem hier gezeigten normalerweise keinerlei Probleme haben.

Dann kommt aber auch noch eine zweite Komponente hinzu, nämlich eine "Message". Wie oben bereits mehrfach erwähnt gibt es hier die "Wilden", die wie Traxx so schön schreibt "recht friedlich in einem anderen eventuell eigenartigem, aber geordnetem System im Einklang mit der Natur [leben]. Der zivilisierte Westler zerstört die Natur, tötet Tier und Mensch, beutet sie aus zu seinen Zwecken." Ausgebeutet wird nur und ausschließlich aus Gründen des Profits und des eigenen Ruhms, wobei aber ein gewisser Fun nicht fehlen darf. Nicht umsonst meint der eine Typ beim Feuerlegen, dass das jetzt so ist wie damals in Kambodscha. Und wie ich oben schon kurz angerissen habe, ist es mit einem schlichten Abfilmen nicht möglich seinen Film profitabel zu verkaufen, dann muss halt Action her. Um jeden Preis!
Wer sagt da dass es das nicht gibt? Am 11. September 2001 haben wir im Fernsehen Palästinenserkinder gesehen, die sich über die zusammenstürzenden Hochhäuser gefreut haben wie Bolle. Erst viel später kam raus, das die Reporter den Kindern Süßigkeiten gegeben haben, damit diese Party feiern vor laufender Kamera. Auf vielen vielen Tagesschau-Beiträgen über wütende Anti-irgendwas-Demos in Kairo/Teheran/Bengasi/woauchimmer kann man, wenn man genau hinschaut, sehen, dass da 10 Manschkerl vor der Kamera auf und ab hüpfen und im Hintergrund der Verkehr normal weiterläuft. Sprich, das ist wie wenn ein Regisseur ohne Budget eine Massenszene drehen muss - er hält auf das was er hat. Macht aber ordentlich Stimmung im Abendfernsehen.
Last but not least gab es dann noch die Tante, die uns erklärt hat, dass vor dem ersten Irakkrieg irakische Soldaten ins Krankenhaus gestürmt sind und die Kinder abgeschlachtet haben. Sehr viel später wurde bekannt, dass diese Tusse die Tochter des saudischen Botschafters in den USA war, und für dieses Statement bezahlt wurde.

Wie weit ist dann noch der Weg zum absichtlichen Feuerlegen? Zum vorsätzlichen Töten aus Gründen des besseren Filmmaterials?

In NIGHTCRAWLER hat Lou die Toten gefilmt, dem Verletzten jegliche Hilfe verweigert, und hat die Mörder erst dann zum Abschuss freigegeben als er sich den größten Profit davon versprochen hat. Ja, CH ist heftiger. Aber zum einen spielt CH auch bewusst in der Exploiter-Liga, weil sich damit in den 70-ern gut Geld verdienen liess, zum anderen ist NIGHTCRAWLER Mainstream und könnte mit so krassen Bildern wie CH kein Publikum erreichen. Aber die Aussage ist die gleiche, nur anders verpackt.

Noch ein Punkt: Nach alles was ich gelesen habe existieren von CH verschiedene Schnittfassungen, die sich vor allem in der Länge des Films im Film THE ROAD TO HELL unterscheiden. Ich finde die knappen 5 Minuten dieses Films schon unerträglich, aber angeblich soll es bis zu 15 Minuten so weitergehen (wenn ich mich richtig erinnere). Aber an diesen Bildern stört sich keiner. Und die sind echt! Es werden Exekutionen aus afrikanischen und anderen Kriegen gezeigt, und das sind echte Dokumentaraufnahmen. Interessiert aber nicht wirklich, diese Szenen werden wahrscheinlich zum Aufs-Klo-gehen genutzt. Viiiiiel interessanter sind ja die paar Minuten Kannibalengedöns, daran kann man den Film festmachen und zeigen wie abscheulich man sowas findet.

Nochmal, CH ist erstmal ein Exploiter der krasse und extreme Reize bietet, eben z.B. Kannibalen in Großaufnahme. Ungefähr gefühlte 5 Minuten lang. Aber das Verhalten der Reporter ist schlimm, aber nicht nachvollziehbar. Und THE ROAD TO HELL ist heftig, aber die Kannibalen waren ja so viel schlimmer. Und natürlich die Schildkröte - CH wird von den Ablehnenden immer an der Schildkröte festgemacht, nie an der Gewalt der Reporter, ist das schon mal jemandem aufgefallen? Logan ist jetzt die rühmliche Ausnahme, aber den überzeugen wir auch noch ... ;)

Sorry, ich rege mich schon wieder auf. War nicht der Sinn der Sache. Für mich ist CH ein übler, heftiger, böser, aggressiver Finger auf einer schwärenden Wunde. Vergleichbar mit einem Film wie SALO, der auch nicht schön ist im klassischen Sinne, aber notwendig. Nur dass SALO in der Arthouse-Liga spielt und somit eine Lebensberechtigung hat. CH ist ein Genrefilm und somit "Schund". Über dieser Meinung sollten wir Genre-Fans in diesem Forum doch eigentlich drüber stehen, oder? Oder anders ausgedrückt: Was gibt es besseres, als einen Genrefilm mit richtig guter und treffender Aussage?

Noch ein Wort zum Genre des Kannibalenfilms: Ich hab bislang 2 oder 3 gesehen, und fand die meistens eher dröge. Nur CH nicht, weil der halt wirklich böse ist und depressiv macht, und weil ich für solche Filme was übrig habe. Aber die Masse an Kannibalen, sprich minutenlange Metzeleien und ekelhaftes Gesplattere, hab ich bislang noch nicht gesehen. Wenn jemand sagt "Ich habs probiert und es spricht mich nicht an", dann ist das in Ordnung. Aber zu sagen "Hab ich noch nie gesehen und ist unnötig", dann kann man ja auch gleich Western verbieten weil das Geschieße nervt. Oder Damiani-Filme, weil sie langweilig sind.

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 15.12.2014 23:59 
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Interessante Diskussion über einen diskussionswürdigen Film! Für mich zählt "Cannibal Holocaust" zu den ganz wenigen Filmen, die mich richtiggehend schockiert zurück gelassen haben, und das auch noch nachhaltig. Man sieht sich ja alles mittlerweile mit einer gewissen Unempfindlichkeit an, alles scheint, als sei es dutzendfach dagewesen, je mehr sich eine Produktion außer Rand und Band zeigt, desto wünschenswerter. Bei der Erstansicht hatte ich bei etwas vollkommen anderes erwartet. Der unerwartete Tiefgang und die eindeutige Botschaft wirken hier eigentlich noch grausamer als die vorhandene Exposition.

Ich würde mal behaupten, dass es nicht unbedingt die Intention der Regie war, es sollte schon ein Reißer aud dem Bilderbuch entstehen Alles Weitere: sekundär. Daher ist das Ergebnis eigentlich als genial zu bezeichnen, da in der Umkehrreaktion etwas herausgekommen ist, was man wirklich ernst nehmen muss und was zum reflektieren anregt. Hervorragend ist, wie Deodato die Realitätsebenen sehr geschickt vermischt, der Dokumentarstil und die räumliche und zeitliche Entzerrung lassen Stringenz aufkommen.

Das Gesamtwerk trifft ziemlich unvorbereitet, was nicht alleine auf die teils heftige Exposition zurückzuführen ist. Anfangs bekommt man eine trügerisch-idyllische, ja eine empfunden hoffnungsvolle Musik zu hören, die nebenbei gesagt einfach nur wunderbar ist. Der Verlauf schleppt sich bis es richtig losgeht, aber man erwartet nicht das Unerwartete, zumindest nicht in dieser Konsequenz. Durch hässliche Bilder und die überaus konträre Metamorphose der Musik werden die Nerven zu Drahtseilen, abstoßende Bilder geben sich die Klinke in die Hand um eine noch abstoßendere Prognose zu bahnen. Aufgrund der Original-Szenen mit Tieren wird die Darstellung mit Menschen empfunden authentisch und man ermahnt sich beinahe selbst immer wieder zu unterscheiden, dass zwischen Realität und Darstellung Lichtjahre liegen...sollten.

Für mich ist "Cannibal Holocaust" nicht nur ein Meilenstein, sondern auch auf seine Art und Weise ein Meisterwerk; ein Begriff mit dem ich nicht gerade jongliere. Mir ging der Film lange nach.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 01:19 
Armitage wrote:
Aus, Schluss, basta.


Jawoll! :mrgreen:


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 01:32 
Ich für meinen Teil kenne 4 Kannibalenfilme und bin hin und hergerissen. Über den Tiersnuff muss man erstmal hinwegkommen. Etwas sträubt sich in mir ,bei diesen Filmen, aber letztendlich erliege ich bei CANNIBAL HOLOCAUST der krassen Ausstrahlung des Werks.
Ohne die Tiersnuff Szenen würde den Filmen aber die Brisanz und der Hauch des Verbotenen fehlen. Selbst wenn ich die Tiersnuff Szenen hasse aber ohne sie würde der Zündstoff fehlen.
Gottseidank ist das lange vorbei und man kann, nach Überwindung, die Filme unter filmhistorischen Aspekten ansehen.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 01:40 
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Da der Film NIGHTCRAWLER jetzt schon zwei Mal als (Mainstream-)Vergleich herangezogen wurde, möchte ich mal gerade dalegen, warum mich besagter Film mit Jake Gyllenhaal begeistert hat und CANNIBAL HOLOCAUST nicht.

Der Hauptcharakter Louis Bloom im Film NIGHTCRAWLER wird von vorn herein als psychisch gestörter, nach außen aber kontrollierter Mensch dargestellt, der auch gleich in seiner ersten Szene nicht davor zurückschreckt, einen Wachmann zu erschlagen. Man bekommt gleich den Psycho geliefert. Und mit ansteigendem Lohn für seine Arbeiten als Nightcrawler (sensationsgeiler Kamera-Reporter) wird er zunehmend extremer. Louis ist und war aber kein Dokumentar-Filmer. War kein Reporter, der um die Welt gereist ist und Kriege gefilmt hat - Louis Bloom ist ein waschechter Psycho mit einer derben Macke. Und das wird durch Jake Gyllenhaal auch mehr als glaubhaft dargestellt.

Bei CANNIBAL HOLOCAUST haben wir es allerdings mit einem freundschaftlich verbundenem Team von jungen Leuten zu tun, die scheinbar "großartige" Dokus gefilmt haben und jetzt eben ihre Arbeit im Dschungel fortsetzen. Da wird nichts von einem Knacks in der Psyche erwähnt. Da gibt es keinen Auslöser. Keinen schleichenden Prozess vom gutgelaunten Reporter hin zum waschechten Arschloch. Das kommt einfach - Von jetzt auf gleich. Auf einmal werden die Reporter zu Bestien. Zu Verrückenten. Als hätten sie Tropenfieber oder so - Und aus heiterem Himmel scheißen sie auf "andere Menschen" und leben ihre vorübergehende Macht aus.

Und da liegt eben für mich der Hund begraben. Das ist in meinen Augen unglaubwürdig. Auch WENN ich Reportern ein so drastisches Vorgehen zusprechen WÜRDE (Traxx und andere haben ja (zugegeben mildere) Beispiele genannt), dann will ich wenigstens sehen oder wissen WARUM? Allgemeine Sensationslust ist da nur ein kleines Streichholz für so eine Flamme.
Ich hätte ja selbst Druck von einem Produzenten als Grund genommen, aber einfach so? Das ist mir dann zu wirr und macht den ganzen Film kaputt. Klar, Logik darf in Filmen gerne mal fehlen, aber wenn man Beweggründe nicht versteht, bleibt man als Zuschauer auf der Strecke.

Und durch dieses "auf der Strecke" bleiben, wird auch der Rest (vornehmlich die Gewalt) für mich eher als belanglos abgetan, da ich sie nicht verstehe.
Wenn Norman Bates Leute zerstückelt, dann ist das auf der einen Hand grausam, aber auf der anderen (nur vom filmischen Verständnis her) aber durch sein Verhältnis zur Mutter und die Erziehung "begründet". Aber was haben die Reporter vorzuweisen?

Wie gesagt, der Film hat mich nicht gepackt und ab da, ab dem Schlüsselmoment (wenn man so will), bin ich dem "Zug" hinterher gelaufen, konnte ihn aber nicht mehr kriegen.


Es wurde zwar schon genug dazu geschrieben, aber ich würde auch ALLEN hier im Forum mehr Offenheit ans Herz legen. Einen Film oder ein Gerne per se abzulehnen, nur weil man gehört hat, dass XY zu krass sei, dass ist engstirnig und könnte in vielen Fällen wahre Erlebnisse verhindern. Ich persönlich finde die Kannibalen-Filme nicht schlimmer, als z.B. einen handelsüblichen Zombiefilm. Für mich sind Kannibalen fast schon genau so fiktive Figuren, wie eben die Untoten.
Und wer von beiden jetzt kurz mal in Tiereingeweide (die als Menschen verkauft werden) beißt, ist mir wurscht.

Klar, der Tiersnuff ist grenzwertig, aber es gibt sicherlich schlimmeres bzw. extremeres bzw. unnötigeres.
Wie Schmutziger_Maulwurf schon sagte - Die realen (!) Aufnahmen der Erschießungen am Anfang sind nicht minder verstörend bzw. grausamer, als eben die Tierschlachtungen. Jeder, der Fleisch ist, muss damit klar kommen, dass eben Tiere dafür geschlachtet werden und sterben. Wer sein Gewissen nicht belasten will und seine Verantwortung dem Metzer in die Hand gibt, ist feige und sollte lieber Vegetarier werden.

Eigentlich sollte jeder Fleischesser einmal so vorgehen (achtung, vielleicht nicht für jeden hier geeignet!): *** The link is only visible for members, go to login. ***


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 02:15 
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Hier vielleicht nochmal etwas Theorie-Gewichse zum Thema, vielleicht "hiflt" dir das weiter? *** The link is only visible for members, go to login. ***

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 08:38 
Mal nebenbei aber wenn ich an die Filme der 60er/70er/80er denke, mussten extrem viele Tiere ihr Leben für einen Film lassen.
Das fängt schon bei WINNETOU 3 an, ich möchte nicht wissen, wie viele Pferde ganz offensichtlich dabei umgekommen sind, bei den Szenen, wenn die Banditen mit Ihren Pferden dutzendfach auf die allerbrutalste Weise in die Gruben stürzen.
Da gibt es so verdammt viele Filme, genauso wie in DEEP RED wo eine Echse aufgespießt wird oder in SÄGE DES TODES einer Schlange auf die allerfieseste Weise vor laufender Kamera der Kopf abgeschnitten wird.
Es gibt unzählige Beispiele aus allen Genres. Gut dass man darauf heutzutage verzichtet aber in den Filmen vergangener Tage muss man damit leben und es filmhistorisch für sich abhandeln.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 09:36 
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Logan5514 wrote:
Bei CANNIBAL HOLOCAUST haben wir es allerdings mit einem freundschaftlich verbundenem Team von jungen Leuten zu tun, die scheinbar "großartige" Dokus gefilmt haben und jetzt eben ihre Arbeit im Dschungel fortsetzen. Da wird nichts von einem Knacks in der Psyche erwähnt. Da gibt es keinen Auslöser. Keinen schleichenden Prozess vom gutgelaunten Reporter hin zum waschechten Arschloch. Das kommt einfach - Von jetzt auf gleich. Auf einmal werden die Reporter zu Bestien. Zu Verrückenten. Als hätten sie Tropenfieber oder so - Und aus heiterem Himmel scheißen sie auf "andere Menschen" und leben ihre vorübergehende Macht aus.

Und da liegt eben für mich der Hund begraben. Das ist in meinen Augen unglaubwürdig.


Die Reporter sind durchgängig sowohl gutgelaunte, freundschaftlich verbundene junge Leute als auch "waschechte Arschlöcher" gegenüber der Bevölkerung vor Ort, die von ihnen dafür missbraucht wird, möglichst sensationelle Bilder zu liefern. Mit dem Verhalten von Alan Yates gegenüber den Eingeborenen wird nahegelegt, dass sich das Team auch bei Yates' vorherigen Reportagen so verhalten hat.

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 09:43 
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Ich mag den Film nicht, und zwar wegen dem Tiersnuff.
Aber nicht falsch verstehen, bin kein Moralapostel und ich esse Fleisch, und ich weiß das damals auch in anderen Genres Tiere misshandelt worden sind. Wie z.B in Western, und die kucke ich auch.
Trotzdem mag ich das einfach nicht sehen, wenn Tiere vor der Kamera gequält werden. Dann muss die Kamera noch immer so lange draufhalten, macht mich irgendwie depressiv wenn ich Kannibalenfilme sehe.

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 11:15 
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Belmondo wrote:
Ich mag den Film nicht, und zwar wegen dem Tiersnuff.
Aber nicht falsch verstehen, bin kein Moralapostel und ich esse Fleisch, und ich weiß das damals auch in anderen Genres Tiere misshandelt worden sind. Wie z.B in Western, und die kucke ich auch.
Trotzdem mag ich das einfach nicht sehen, wenn Tiere vor der Kamera gequält werden. Dann muss die Kamera noch immer so lange draufhalten, macht mich irgendwie depressiv wenn ich Kannibalenfilme sehe.


Mag ich auch nicht, aber dann skippe ich oder ich spule vor.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 12:08 
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igore wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
Leute, hier geht's um Kannibalen, welcher normale Mensch will denn sowas sehen?
Ich denke bei dem Genre kann man getrost die Bezeichnung "unnötig" verwenden.


ach? und das entscheidest du was normal ist oder ob etwas nötig ist? wirklich eine sehr interessante auffassung......


Das ist eben meine Meinung. Ich habe es deswegen verallgemeinert geschrieben, weil ich es überhaupt nicht verstehen kann, was daran gut sein soll und zwar in keinster Weise.
Das ist für mich einfach zuviel und absolut unverständlich, wie man sowas gut finden kann.
Da versuch ich's doch noch lieber mit den Zombie-Filmen von Fulci, obwohl die auch überhaupt nicht meines sind, aber bei denen kann ich es noch irgendwie verstehen, wenn es jemandem gefällt.
Bei Kannibalenfilmen aber wirklich nicht.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 12:15 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Wenn jemand sagt "Ich habs probiert und es spricht mich nicht an", dann ist das in Ordnung. Aber zu sagen "Hab ich noch nie gesehen und ist unnötig", dann kann man ja auch gleich Western verbieten weil das Geschieße nervt. Oder Damiani-Filme, weil sie langweilig sind.


Ich finde, man kann Kannibalenfilme mit keinem anderem Genre vergleichen, weil sie ja oft gar keine message haben (so sieht's zumindest aus).
Als Unterhaltungsfilme können sie m.E. auch nur Gorehounds bezeichnen, denn eigentlich ist das Kannibalenzeug nur übelkeitserregend und sonst gar nichts.
Deswegen verzichte ich auch auf eine Sichtung eines solchen Filmes und bleibe bei meiner Meinung, dass das alles im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen ist.


Last edited by Sbirro Di Ferro on 16.12.2014 13:07, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 12:26 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Ich finde, man kann Kannibalenfilme mit keinem anderem Genre vergleichen, weil sie ja oft gar keine Massage haben (so sieht's zumindest aus).


Mir kam leider bisher kein einziger Film unter, der mit Massage für mich Zuschauer daher kam :(

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 12:29 
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Camera Obscura wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
Ich finde, man kann Kannibalenfilme mit keinem anderem Genre vergleichen, weil sie ja oft gar keine Massage haben (so sieht's zumindest aus).


Mir kam leider bisher kein einziger Film unter, der mit Massage für mich Zuschauer daher kam :(


Ich meinte natürlich message. Naja, mit Englisch hab ich's nicht so. ;)


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 14:04 
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Captain Blitz wrote:
Belmondo wrote:
Ich mag den Film nicht, und zwar wegen dem Tiersnuff.
Aber nicht falsch verstehen, bin kein Moralapostel und ich esse Fleisch, und ich weiß das damals auch in anderen Genres Tiere misshandelt worden sind. Wie z.B in Western, und die kucke ich auch.
Trotzdem mag ich das einfach nicht sehen, wenn Tiere vor der Kamera gequält werden. Dann muss die Kamera noch immer so lange draufhalten, macht mich irgendwie depressiv wenn ich Kannibalenfilme sehe.


Mag ich auch nicht, aber dann skippe ich oder ich spule vor.


Das würde mir auch nix bringen.
Die Filme sind mir zu unsympathisch. Anders kann ich das nicht sagen.
Ich weiß nicht mehr welche Kannibalen filme ich gesehen habe, aber das hatte mich echt geschockt. Die Tiere werden ja richtig gequält, minutenlang, vom Regisseur wohl so gewollt und arrangiert. Und die meisten der Fans sagen diese Quälereien passen zum Gesamtbild des Films. Also wenn man zu solchen Mitteln greifen muss um zu schocken finde ich das ein Armutszeugnis. Sowas hat in einem Film finde ich nix zu suchen.
Naja: Kurze rede: ich mag dieses Genre nicht.

Eigentlich schade, so einen richtig spannenden und schockierenden Kannibalenfilm ohne Tiersnuff würde ich gerne sehen.
Oder gibts welche ??

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 14:35 
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Hier muss ich dochmal etwas eine Lanze für den Spirro brechen. Denn mal ehrlich ausser wir "spezialisten" :lol: . Wir Filmfans die offen für alles sind, wir nerds, sehen das ganze etwas anders.
Aber mal im ernst ist es durchaus verständlich wenn beim Wort "Kannibalenfilm" jemand gleich abwiegelt und sagt diesen Dreck schaue ich mir nicht an. Denn wer will das unbedingt sehen, wie ich schon sagte... Klar wenn es mehr in die Abenteuerrichtung geht dann ok. In solchen sachen wie Quaterman waren ja auch Kannibalen dabei.
Die Extremen, oder auch die Mondos, die brauchts meiner Meinung nach nicht und es ist voll verständlich das da ein unbedarfter zum Genre sagt, was für ein Dreck ;)

Für mich würde eaten Alive zb. als Abenteuerfilm viel besser funktionieren, das ein Mensch beim Lebendigen Leibe, realistisch verspeisst wird bräuchte es nicht! Denn die Aussage, es wird ja oft behauptet das einige der Filme eine Aussage damitt transportieren wollen, kann der Film auch transportieren ohne das er zu explizite Szenen zeigt!

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 15:02 
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Nochmal, ein "Interessiert mich nicht" geht ja auch völlig in Ordnung. Ich persönlich interessiere mich nicht im geringsten für Zombiefilme, die gehen mir irgendwo vorbei. Aber deswegen zu sagen dass das der letzte Scheiss ist (und wohlgemerkt kenne ich nur und ausschliesslich NIGHT OF THE LIVING DEAD) käme mir überhaupt nicht in den Sinn. Ich teste das Genre an, schaue mir 3 oder 4 Filme an, und wenn mich das nicht anspricht OK, ich muss nicht alles sehen. Aber diese allgemeine Verurteilung ohne zu wissen wie die Filme überhaupt sind, dagegen wehre ich mich in sehr hohem Masse. Was ich nicht kenne kann ich nicht verurteilen!

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 15:13 
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Ist doch eigentlich wie mit dem Tiersnuff, der in einigen vor kommt, den kann ich doch auch vor verurteilen, ohne je einen solchen Film gesehen zu haben ;)

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 15:33 
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Belmondo wrote:
Captain Blitz wrote:
Belmondo wrote:
Ich mag den Film nicht, und zwar wegen dem Tiersnuff.
Aber nicht falsch verstehen, bin kein Moralapostel und ich esse Fleisch, und ich weiß das damals auch in anderen Genres Tiere misshandelt worden sind. Wie z.B in Western, und die kucke ich auch.
Trotzdem mag ich das einfach nicht sehen, wenn Tiere vor der Kamera gequält werden. Dann muss die Kamera noch immer so lange draufhalten, macht mich irgendwie depressiv wenn ich Kannibalenfilme sehe.


Mag ich auch nicht, aber dann skippe ich oder ich spule vor.


Das würde mir auch nix bringen.
Die Filme sind mir zu unsympathisch. Anders kann ich das nicht sagen.
Ich weiß nicht mehr welche Kannibalen filme ich gesehen habe, aber das hatte mich echt geschockt. Die Tiere werden ja richtig gequält, minutenlang, vom Regisseur wohl so gewollt und arrangiert. Und die meisten der Fans sagen diese Quälereien passen zum Gesamtbild des Films. Also wenn man zu solchen Mitteln greifen muss um zu schocken finde ich das ein Armutszeugnis. Sowas hat in einem Film finde ich nix zu suchen.
Naja: Kurze rede: ich mag dieses Genre nicht.

Eigentlich schade, so einen richtig spannenden und schockierenden Kannibalenfilm ohne Tiersnuff würde ich gerne sehen.
Oder gibts welche ??


In gewisser Weise kann ich dich verstehen und stimme Dir auch zu, dieser sog. "Tiersnuff" der ja in wirklichkeit wohl keiner ist,
ist meineserachtens sehr sehr eklig. Ich habe einige Filme aus dem Kannibalen - Genre daheim, aber wohl aus den genannten Gründen
mir noch keinen "GANZ" zu Gute geführt. Es gibt wohl Versionen wo die Tier-Snuff Szenen fehlen so wie hier (Tip) z.b.:

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Naja mal sehen ob ich mir die Tage mal den obigen, gerade die Fassung oder einen anderen "antue" ;)


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 18:28 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Ich teste das Genre an, schaue mir 3 oder 4 Filme an, und wenn mich das nicht anspricht OK, ich muss nicht alles sehen. Aber diese allgemeine Verurteilung ohne zu wissen wie die Filme überhaupt sind, dagegen wehre ich mich in sehr hohem Masse. Was ich nicht kenne kann ich nicht verurteilen!


Seh ich auch so. Wir sind alle erwachsen (wobei wohl noch nicht alle volljährig :mrgreen: ) und jede und jeder kann und soll selbst entscheiden, was er sehen möchte und wie er was interpretiert oder auch nicht. Solche Diskussionen sind ein Fass ohne Boden. Die einen stört eben Tiersnuff, die anderen explizite Gewaltdarstellungen, manche vielleicht Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Faschismus und so weiter. Man muss seine persönliche Grenzen finden und ziehen, aber man sollte niemanden leichtfertig verurteilen für seine Sehgewohnheiten und schon gar nicht, wenn man sich nicht selbst ein Bild davon gemacht hat.

Wir sind ja nicht die FSK, sondern tolerante FilmliebhaberInnen... Oder? ;)

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 19:15 
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Ich habe mir den Film gestern spät Abends nun doch nochmal angesehen.
Im nachhinein komme ich für mich persönlich zum folgenden kurzen Fazit:

Zu den Tiersnuffszenen:
Die waren nun wirklich unnötig und die wirkten auch irgendwie total aufgesetzt, weil diese zur eigentlichen Handlung in keinem Kontext stehen. Das mit dem Ameisenbär ging ja noch "relativ schnell", aber das mit der Riesenschildkröte wurde total ausgewaltzt. Mußte das wirklich sein :? ... :evil: Das war reiner Selbstzweck, nur um hier mit aller Gewalt schocken zu wollen.


Logan5514 wrote:
Klar, der Tiersnuff ist grenzwertig, aber es gibt sicherlich schlimmeres bzw. extremeres bzw. unnötigeres.
Wie Schmutziger_Maulwurf schon sagte - Die realen (!) Aufnahmen der Erschießungen am Anfang sind nicht minder verstörend bzw. grausamer, als eben die Tierschlachtungen. Jeder, der Fleisch ist, muss damit klar kommen, dass eben Tiere dafür geschlachtet werden und sterben. Wer sein Gewissen nicht belasten will und seine Verantwortung dem Metzer in die Hand gibt, ist feige und sollte lieber Vegetarier werden.


So ähnlich oder zumindest sinngemäß argumentierte auch C. Kessler in seinem Buch DAS WILDE AUGE, wenn ich mich da recht entsinne. Habe das Buch aber nicht mehr,...weiß aber noch das er Vergleiche mit Schlachtungen zog und meinte auch, das wir das essen usw. So in etwa argumentierte er. Habe das so noch in Erinnerung, aber wenn das nicht so ganz zutreffen sollte, dann bitte ich um Richtigstellung, von denen oder einem hier, die das Buch noch haben. :)

Ich esse auch ab und zu Fleisch usw. und habe auch nix dagegen das Tiere nun mal DAFÜR geschlachtet werden. Aber hier für den Film war es absolut unnötig. Das ist genauso bei Tieren, die man wegen ihrer Felle oder Elfenbeinhörnern abschießt, nur um diese aus reinen kapitalistischen Gründen an irgendwelche Leute zu verkaufen, die das gut bezahlen. Auch das Nutztiere mit diesen extremen Massentier-Haltungen mehr gequält werden, als ihnen gut tut. Weil dadurch die Bewegungsfreiheit extrem eingeschränkt ist bzw. im Grunde eher nicht vorhanden ist. Da muß man sich echt nicht wundern, wenn es dabei immer wieder zu Krankheiten kommt. Davon gab es schon so etliche Dokumentarfilmberichte! Nutztiere für z.B. Schlachtungen usw. ist ja in Ordnung, aber diese Quälereien heiße ich nach wievor NICHT gut! Ich belasse es mal hierbei,...würde sonst zuweit führen.

Allein schon wegen dieser Tier-Tötungszenerien kann ich zumindest diesen Film NICHT als Meisterwerk bezeichnen und schon gar keine 9/10 oder gar 10/10 Punkten geben. Da würde ich mich nur selbst belügen! Und filmisch gesehen, ist/war das auch nicht gerade die große Filmkunst. Ich muß aber wiederholen, das es NICHT mein Genre ist und finde diesen Film nun noch zwiespältiger als vorher. Auf der einen Seite gibt er vor die Sensationsberichterstattung, die Medien und das Verhalten der Menschen zu kritisieren, auf der anderen Seite aber bedient er sich gerade der selben Methoden. Das hatte ich schon gestern geschrieben und bleibe dabei. Ein Film der sich damit selbst zwischen alle Stühle gesetzt hat. Logan kann ich im gewissen Sinne ein wenig besser verstehen. Verstehe aber auch die "Gegenparteien" :mrgreen: hier. Ist oder scheint schwierig zu sein.

Um es kurz zu machen:
Ich habe nun endgültig mit dem Kannibalen-Genre abgeschloßen und werde mir von diesem ganzen eher fragwürdigen Film-Mist nix mehr ansehen. Kenne die meisten zur genüge, weil ich sie damals eben mehr als einmal gesehen habe. Fällt sozusagen unter die Kategorie "Jugendsünden" :mrgreen: Ich muß somit auch diesen einen Film nicht mehr mein eigen nennen. Der fliegt nun endgültig raus :!:

Ps.
Wenn es um Medienkritik und die damit verbundene Sensationberichterstattung geht, um die Sensationsgeilheiten von Publikum und sonstigen Schaulustigen zu erfüllen, so gab es weitaus BESSERE Filme, die das viel genialer umgesetzt haben.

Filme wie z.B. REPORTER DES SATANS (USA 1951) von Billy Wilder, mit Kirk Douglas als skrupelloser Reporter. Ein fürwahr immer noch böser Film, mit dem B. Wilder damals sowohl bei der Presse direkt, als auch beim Bürger/Publikum so ziemlich aneckte, weil er mit seinem sehr kritischen Film nach beiden Seiten kräftig austeilte. Ein Film der 100%ig was zu sagen hat, auch heute noch!
Wann kommt der endlich mal auf DVD raus :evil:

Übrigens ist der hier genannte NIGHTCRAWLER eine Art Remake, nur das Krik Douglas im Original keinen Psychopathen darstellt und auch keinen direkt umbringt.

Desweiteren sei hier der Medienkritische Film NETWORK (USA 1976) von Sidney Lumet erwähnt. Eine böse und eher Sarkastische Attacke auf das Privatfernsehen und das Nachrichtengeschäft ansich. Fay Dunaway und Peter Finch erhielten den Oscar für ihre geniale Darstellung,...ebenso das Drehbuch! Auch der Film hat so einiges zu vermelden. Der Film erschien zumindest als DVD bei MGM.


:hutheben:

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 19:28 
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Ich weiß nicht genau, was mich daran stört, aber ich habe mir vorher mal die Schildkröten-Szene angesehen und sowas muss echt nicht sein, das sieht nur ekelig aus.
Es ist genau so, wie der Graf geschrieben hat "...eher fragwürdiger Film-Mist", das trifft es genau, denn außer der Musik und den exotischen Schauplätzen gibt's FÜR MICH nichts gutes an Kannibalenfilmen.

So und jetzt bitte ich darum, es dabei zu belassen und die ganze Diskussion beizulegen.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 16.12.2014 19:53 
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Gerade das Ableben der Schildkröte in CH war "vorbildlich" im Hinblick auf schmerzminimierte Schlachtung und artgerechter Haltung.

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 11:06 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Das ist eben meine Meinung. Ich habe es deswegen verallgemeinert geschrieben, weil ich es überhaupt nicht verstehen kann, was daran gut sein soll und zwar in keinster Weise.
Das ist für mich einfach zuviel und absolut unverständlich, wie man sowas gut finden kann.
Da versuch ich's doch noch lieber mit den Zombie-Filmen von Fulci, obwohl die auch überhaupt nicht meines sind, aber bei denen kann ich es noch irgendwie verstehen, wenn es jemandem gefällt.
Bei Kannibalenfilmen aber wirklich nicht.


Ich sehe jetzt aber immer noch nicht den Unterschied... Beides ist Fiktion (Auch die Kannibalen sind fake in den Kannibalen-Filmen - Da werden keine echten Menschen gegessen!). Und beides Horror.

Und ob jetzt, wie in DAY OF THE DEAD am Ende der Typ von mehreren Zombies zerissen wird und sich die Horde über seine Gedärme her macht, oder ob "Wilde" einen Menschen auffressen - Da sehe ich keinen Unterschied.

Meinet wegen kann man sagen, "ich mag diese Filme nicht (auch wenn ich keinen gesehen habe) und werde sie mir nicht ansehen". Aber ein abschließendes Urteil wie "Das ganze Genre ist Kacke!" zu formulieren (kein O-Ton), halte ich für engstirnig und zu krass.
Ich persönlich (denke), dass diese japanischen "Sickos" a la MEN BEHIND THE SUN, etc. auch nichts für mich sind. Ich stehe da einfach zu ängstlich vor. Aber ich kann genau so gut damit leben, dass jemand sagt, Film XY ist super, weil... Da würde mir nie einfallen einen Film (!) oder ein Gerne zu verteufeln.

Wir reden hier immer noch von fiktiven Filmen.
Und auch Kannibalenfilme kann man nicht auf die Tiertötungen reduzieren. DAS macht diese Filme nun wirklich nicht aus!


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 11:54 
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Mag schon sein, dass sowohl Zombie-, als auch Kannibalenfilme reine Fiktion sind.
Ich sehe da aber schon einen Unterschied, denn es ist für mich nicht dasselbe, ob nun Zombies jemanden beißen oder ob Menschen (manchmal noch bei lebendigem Leibe) aufgerissen und anschließend komplett verspeist werden und das ist auch der Hauptgrund, warum ich dieses Genre generell ablehne.

Ich hoffe, du verstehst jetzt, warum ich mir solch einen Film nicht antun will und BITTE lassen wir den Sch... jetzt gut sein.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 12:09 
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Sbirro Di Ferro wrote:
...(manchmal noch bei lebendigem Leibe)...


Na ja, eben NICHT! Es ist eben Fiktion.
Im Giallo werden sicherlich auch Leute (filmisch) lebend erstochen und ermordet. Alles das selbe...

Aber gut, lassen wir das. Wir drehen uns ja eh nur im Kreis.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 12:18 
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Logan5514 wrote:
Aber gut, lassen wir das.


Danke.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 13:26 
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Sbirro Di Ferro wrote:
So und jetzt bitte ich darum, es dabei zu belassen und die ganze Diskussion beizulegen.


Sbirro Di Ferro wrote:
BITTE lassen wir den Sch... jetzt gut sein.


Wie? "Thread geschlossen" oder was?? ;)

Das hier ist der CANNIBAL HOLOCAUST-Thread und da wird solange diskutiert, bis die letzte Riesenschildkröte zu Suppe verarbeitet und der letzte Nasenbär gegrillt wurde.

Wem das nicht passt, der soll sich im Western-Forum erholen und ein lecker Schnitzel aus dem Konsum futtern, wo er nicht sieht, wie das Tier dafür leiden musste. Mahlzeit.

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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 13:30 
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Aber doch nicht den ganzen Thread. Nur diese ewige Diskussion, die wir in den letzten Tagen verstärkt hatten, aufgrund meiner Abneigung gegenüber dem ganzen Kannibalengenre.


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 Post subject: Re: NACKT UND ZERFLEISCHT - CANNIBAL HOLOCAUST - Ruggero Deodato
PostPosted: 17.12.2014 14:36 
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Die Jugend soll gern ein wenig ungestüm sein. Mir gingen in den achtziger Jahren diese unzähligen Celentano, Spencer & Hill etc. Klamotten zeitweise so dermaßen auf den Senkel, mein Groll verdarb mir damals nahezu die Freude am gesamten Kino aus dem Stiefelland. Folglich war mein Horizont offenbar deutlich beschränkter, als der unserer hoffungsvollen Nachwuchskraft Eisenpolizist.

Als alter Sack sehe ich das nun recht entspannt, obschon ich manchmal fast ein wenig wehmütig den wilden Zeiten nachhänge. :ugeek:

... übrigens begeistert mich das Kannibalen-Subgenre auch erst seit recht wenigen Jahren. Alter schützt vor Irrsinn nicht!

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Blap V 3.0 regaining paradise

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Vom Ursprung her verdorben


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