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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 29.12.2011 03:33 
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Die junge Lehrerin Melissa wird von dem Gesetzlosen Frank und seiner Bande gekidnappt, weil sie ihnen das Lesen und Schreiben lehren soll. Melissas Ehemann Brand Ruger, mächtigster Großfarmer der Umgebung, skrupelloser Sadist und Beistzer mehrerer Jagdgewehre, bläst jedoch sofort zum Rachefeldzug, an dem sich eine Schar betuchter Jagdgenossen beteiligt... ofdb.de

mit Gene Hackman, Oliver Reed, Candice Bergen, L.Q. Jones u.a.

GB 1971


Ein schmutziger Bandit entführt eine arglose, wunderschöne Lehrerin, ihr reicher, mutiger Gatte nimmt mit seinen unerschrockenen Freunden die Verfolgung auf. Daraus hätte ein herrlicher Kitsch werden können. Aber nicht hier. Medford nutzt jeden Hackmanauftritt um ihn als brutales Monster dazustellen. Die erste Szene: Reed und seine Komplizen fangen ein herrenloses Rind, schneiden ihm die Kehle durch und zerrupfen das Vieh mit ihren Messern um es dann roh zu verspeisen. Parallell schneidet der Regisseur ins Schlafzimmer des Rinderbarons, der gerade auf seiner Alten liegt und ihr offensichtlich vorher keine Tiernamen ins Ohr geflüstert hat, denn sie ist verkrampft und schreit vor Schmerz, was ihn aber nicht wirklich kümmert. Allerdings kann Candice noch froh sein, kurz bevor Hackman mit seinen Freunden auf die Menschenjagd geht, penetriert er eine Hure mit einer brennenden Zigarre... Reed dagegen, zunächst noch Gangster, Entführer und auch Vergewaltiger, wandelt sich später zum Geliebten der Lehrerin und Sympathieträger des Zuschauers.


Diese englische Produktion, 1971 von US-Regisseur mit englischsprachigem Personal in Spanien realisiert, taucht zwar im kleinen Bruckner als Italowestern auf, allerdings passt er hier besser rein. Vorbild war klar Peckinpah, auch die extreme Gewalt, tricktechnisch perfekt, teilweise in Zeitlupe, ist im Italowestern nie so umgesetzt worden. Auch die Bilder sind trotz bekannter Sets unitalienisch. Trotzdem kann er auch SW-Fans sehr ans Herz gelegt werden, es ist einer der brutalsten und bösesten Western überhaupt.

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 29.12.2011 07:48 
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Steht schon seit längerem auf meiner Liste, bin leider nur
noch nicht dazu gekommen mich ernsthaft um ihn zu bemühen.
Hört sich aber sehr gut an.

Für mich stellt ja schon alleine die Anwesenheit von Frau Bergen
( für mich eine der schönsten Frauen ihrer Zeit ) ein wichtiges
Argument dar mich mit dem Streifen zu beschäftigen :D


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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 29.12.2011 13:38 
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Der Film ist nich schlecht und gut blutig bei einschüssen.... klar ein splatterfest sollte man nicht erwarten...

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 08.01.2012 22:05 
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hab den film noch recht gut in erinnerung da ich ihn alle paar jahre mal wieder schaue. finde auch ist eher us- als italo-western!
die schauspieler sind allesamt super drauf, gibt wohl nix zu meckern. schöne story & spannend inszeniert, da macht das zusehen
spaß und bei mir kam keine langeweile auf :)

ACHTUNG! wer den schluss noch nicht kennt sollte hier nur 1 min. zusehen :mrgreen:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 08.01.2012 22:55 
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Der Film war okay, vereinzelnd sogar relativ hart. Hatte mal das Warner VHS Tape.

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 10.02.2012 20:19 
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LEISE WEHT DER WIND DES TODES
[THE HUNTING PARTY][GB][1971]

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Regie: Don Medford
Darsteller: Gene Hackman, Candice Bergen, Oliver Reed, Mitch Ryan, L.Q. Jones, G.D. Spradlin

Brandt Ruger [Gene Hackman] ist ein angesehener Landbesitzer, doch niemand ahnt etwas von seinen sadistischen Neigungen. Seine Frau Melissa [Candice Bergen] jedoch, die in der Öffentlichkeit stets gute Mine zum bösen Spiel macht, bekommt sie regelmäßig am eigenen Leib zu spüren: Ruger betrachtet sie als sein Eigentum, welches er regelmäßig vergewaltigt.
Als Ruger sich mit ein paar Freunden wiedermal auf einem Jagdausflug befindet, wird Melissa von der Bande des gesuchten Verbrechers Frank Calder [Oliver Reed] entführt.
Der Grund, den er der staunenden Dame dafür nennt, ist vergleichsweise ehrenhaft: Sie soll ihm das Lesen beibringen.
Zwar wehrt sich Melissa anfangs noch dagegen, doch nach mehreren schiefgegangenen Fluchtversuchen und einer gescheiterten Hungerkur fügt sie sich ihrem Schicksal.
Als Brandt von der Entführung erfährt, gerät er außer sich und ändert spontan die Pläne des Jagdausflugs:
Nicht Büffel sollen dieses Mal Opfer ihrer Kugeln werden, sondern Frank Calder und seine Männer. Ausgestattet mit modernen Jagdgewehren, die ihre Ziele aus größtmöglicher Distanz erledigen können, blasen er und seine Kollegen zur gnadenlosen Menschenjagd.
Sie holen Calders Bande ein und pusten ein paar seiner Männer aus sicherer Entfernung das Licht aus.
Melissa hat jedoch längst das Lager gewechselt, behandelt Frank sie doch besser als ihr eigener Ehemann.
Als Brandt davon Wind bekommt, beginnt er ein perfides Katz-und-Maul-Spiel – wie ein unsichtbarer Feind schlägt er immer wieder aus dem Nichts zu und verfällt dabei schließlich in einen wahren Tötungsrausch, der sogar seine einst loyalen Freunde abschreckt.
In blindwütigem Hass zieht Brandt seine Mission bis zum Ende durch.


Raue Sitten waren es, damals im Westen – daran lässt Regisseur Don Medford keinen Zweifel.
LEISE WEHT DER WIND DES TODES - deutlich beeinflusst vom harten Italo-Western und den nihilistischen Gewaltausbrüchen Sam Peckinpahs - ist nicht nur eine überdeutliche Abkehr zum klassischen US-Helden-Western, der jahrelang das Kino beherrschte, sondern rotzt diesem geradezu ins Gesicht.
Die in brutalen Bildern erzählte Geschichte erstickt jede Hoffnung und jeden Optimismus bereits im Keim und präsentiert sich als niederschmetterndes, bis zur Oberkante Unterlippe mit Mord und Totschlag angefülltes Gesellschaftsportrait.

Bereits die erste Szene lässt bei der Marschrichtung keine Fragen aufkommen: In Großaufnahme wird einem Rind die Kehle durchgeschnitten, während Oberdrecksau Brandt dazu in Parallelmontage seine Frau vergewaltigt.
Allzu zarten Gemütern dürfte daher nach diesen paar Sekunden bereits klar sein, wie hier das Häschen hoppelt: Grausam wird es - und das nicht nur körperlich.

Wenn Brandts Frau Melissa kurz nach erfolgter Vergewaltigung im Kreise der Freunde ihres Mannes, die von seinen Verfehlungen (noch) nichts ahnen, wieder scheinbar sorglos lächelnd die glückliche Ehefrau spielt, mag sich einem die Kehle zuschnüren, kennt man doch ähnliche Situationen und arglose scheinendes Dialoggeplänkel zur Genüge aus dem realen Leben - wie viel Abgrund lauert hinter jeder gutbürgerlicher Fassade?

Der raue Ton setzt sich fort: Direkt nach ihrer Entführung sieht sich Melissa einem weiteren Vergewaltigungsversuch durch einem von Franks Männern ausgesetzt, den dieser nur mit brachialer Gewalt verhindern kann.

Lang dauert es, bis sich etwas safter Humor in das Geschehen schleicht: Trotzig weigert sich Melissa anfangs, Nahrung von ihren Entführern anzunehmen.
Nach langer Fast spachteln ihr Frank und sein Kumpel Doc [Mitch Ryan] jedoch minutenlang so genüsslich ein paar Pfirsiche vor, bis sie schlichtweg nicht mehr wiederstehen kann.
Bei aller Komik ist dieser Moment essentiell für die Psychologie des Charakters: In dem Augenblick, in welchem Melissa die Pfirsiche in sich hineinstopft, ist sie zur anderen Seite übergelaufen.

Candice Bergen spielt ihre schwierige Rolle mit an Perfektion grenzer Intensität, doch wäre es fatal, ihr Schauspiel das der anderen Darsteller unterzuordnen:

Auch Oliver Reed mimt fantastisch den eigentlich brutalen Verbrecher, für den nicht nur Melissa, sondern auch der Zuschauer nach und nach immer mehr Sympathien entwickelt, bis er am Ende menschlicher erscheint als die Mitglieder der feinen Gesellschaft, die ihre Grausamkeit lediglich unter geschicktem Blendwerk zu verstecken wissen.

Gene Hackman spielt ihren Rädelsführer als bemerkenswert hassenswerte Drecksau, der man die Flinte am liebsten selbst ins Gesicht drücken möchte.
Sich rein äußerlich als seriöser Geschäftsmann gebend, zerbröckelt diese Fassade auf beängstigende Weise oft innerhalb von Sekunden und offenbart somit sein eigentliches sadistisches Wesen.
Bemerkenswert geriet der Moment, in welchem sogar Brandt von seinen inneren Abgründen überrascht zu sein scheint:
Nachdem er seinen ersten Mann auf dem Kerbholz hat, hockt er wie in Trance neben der Leiche, in grenzenloser Verwunderung über den Kick, den er dabei verspürt, und erliegt nachfolgend mit Haut und Haar der morbiden Faszination des Mordens.

Der deutsche Titel klingt zwar wunderbar poetisch, der Originaltitel THE HUNTING PARTY jedoch unterstreicht nochmals den unerbittlichen Zynismus des Werks: Natürlich kann man diesen ganz simpel als 'Die Jagdgesellschaft' deuten, in schönster Doppeldeutigkeit jedoch die brutale Menschenjagd auch als große Party interpretieren, bei welcher jeglicher Humanismus im Pulverdampf verschwindet.

LEISE WEHT DER WIND DES TODES leistet sich nur wenige Schwächen. Eine davon ist die erbärmliche Rückprojektion, als Brandt und sein Kumpan auch für die Entstehungszeit extrem mies gerändert auf der Zugpritsche stehen, während im Hintergrund die Landschaft vorbeizieht.
Dazu gesellen sich kleine Logikschwächen: So scheint es etwas seltsam, dass Frank und seine Männer sich immer völlig arglos im Schussfeld Brandts herumtreiben, obwohl dieser bereits mehrere von ihnen erschossen hat – die Quittung folgt dann freilich auch.

Nichtsdestotrotz ist THE HUNTING PARTY ein bemerkenswert professionell inszeniertes Werk, das Vergleiche mit den Genreklassikern nicht zu scheuen braucht.

Riz Ortolani komponierte dazu düstere Klänge, die das hässliche Sterben perfekt untermauern.

Ein trostloses und in seiner brutalen Konsequenz beachtliches Werk, das zu jagen sich lohnt.

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 11.02.2012 14:26 
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Vielleicht etwas spitzfindig, aber laut OFDB ist dieses ein britischer Film. Und damit wäre er im falschen Forum. ;-)

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 11.02.2012 14:39 
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Die Engländer haben ihn bezahlt, aber die kreativen Köpfe waren halt Amis.

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PostPosted: 11.02.2012 14:44 
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Na gut. Kann man so gelten lassen. :schilder_ohk:

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 Post subject: Re: LEISE WEHT DER WIND DES TODES - Don Medford
PostPosted: 12.02.2012 09:59 
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Jedenfalls ist es kein IW.

Nicht untypisch für den US Western der 70ger, auch wenn es technisch ein Eurowestern wäre.

Guter Film, wenn auch nicht toll. 6/10


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