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 Betreff des Beitrags: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 31.10.2014 17:21 
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USA / 1968
Deutsche Erstaufführung am 18. Dezember 1968
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Darsteller:
Clint Eastwood, Inger Stevens, Ed Begley, Pat Hingle, Arlene Golonka, James MacArthur, Charles McGraw, Dennis Hopper...

Inhalt:
Jed Cooper überlebt nur knapp einen Lynchmob, als man ihm des Viehdiebstahls beschuldigt. Getrieben von Rache nimmt er den Job eines County Marshalls an, um die Männer zu finden die ihm das angetan haben

Bin hier zweigeteilter Meinung, den auf der einen Seite ist der Film toll gemacht, teilweise sogar ziemlich hart und die Story finde ich klasse. Auch die Musik mag ich sehr. Doch dann gibts da Inger Stevens, sie bringt grottigen Kitsch in den Film, in einer unnötigen Nebengeschichte, was den Film letztendlich auch zu lang macht.
In Punkten 6/10
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 31.10.2014 18:13 
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Bei mir war es keine Liebe auf den ersten Blick, mittlerweile ist er nach HPD mein Lieblingsamiwestern von Clinton. (Ich mag auch GG Hofmann auf Eastwood gerne, das gibt es selten)

Posts Inszenierung finde ich schwungvoll und modern. In diesem Film wird halt die Rachegeschichte noch einmal auf etwas andere Weise erzählt, denn Eastwoods Peiniger und Opfer handeln ja eigentlich, wenn auch übereifrig, so wie die hundert Djangos, bis zu dem Anschlag im Saloon sind es, wenn auch widerlich dargestellt, nicht die typischen Bösewichte.

Die Erhängungszene oder besser Party, die ja an andere Western wie True Grit erinnert, ging mir mehr unter die Haut als alles andere. Abgesehn von der Volksfeststimmung mit Kind und Kegel und Limoverkauf, war es einfach die Tatsache, dass die Deliquenten, schon abgefertigt mit Kapuze und Strick, noch minutenlang auf den Tod warten mussten, bis der letzte Punkt im Protokoll abgehakt war. Was geht einem da durch den Kopf ?

Die oft frustrierende Bemühung um Rechtsstaatlichkeit in einem solchen Land wird auch sehr gut durch die Richterfigur dargestellt. Das ist sicherlich nicht weit von den historischen Zuständen weg.

Ich hätte mir dramaturgisch noch eine Konfrontation zwischen Eastwood und dem Oberst gewünscht, aber was solls...


Ach noch was negatives ? Gerne... Dieser Nieselpriem Inger Stevens...furchtbar wo immer sie auftaucht ! :x



8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 31.10.2014 21:06 
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Ich mag den Film sehr und hoffe schon lang auf eine BluRay Auswertung.

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 31.10.2014 22:05 
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Il Nero hat geschrieben:
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


Wo hast du das denn her?


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 31.10.2014 22:08 
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Stanton hat geschrieben:
Il Nero hat geschrieben:
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


Wo hast du das denn her?


Wikipedia schreibt das. Ich gehe allerdings eher vorsichtig mit der Behauptung um.

Sergio Leone lehnte die Regie an diesem Film ab, da er bereits mit Spiel mir das Lied vom Tod beschäftigt war.
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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 01.11.2014 12:57 
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Anti-Hero hat geschrieben:
Die Erhängungszene oder besser Party, die ja an andere Western wie True Grit erinnert, ging mir mehr unter die Haut als alles andere. Abgesehn von der Volksfeststimmung mit Kind und Kegel und Limoverkauf, war es einfach die Tatsache, dass die Deliquenten, schon abgefertigt mit Kapuze und Strick, noch minutenlang auf den Tod warten mussten, bis der letzte Punkt im Protokoll abgehakt war. Was geht einem da durch den Kopf ?

Die oft frustrierende Bemühung um Rechtsstaatlichkeit in einem solchen Land wird auch sehr gut durch die Richterfigur dargestellt. Das ist sicherlich nicht weit von den historischen Zuständen weg.


Da hast Du gar nicht so unrecht. Der von Pat Hingle dargestellte Richter ADAM FENTON soll wohl auf den historischen Richter ISAAC CHARLES PARKER, bekannt als "Hanging Judge" zurückgehen. Die damalige Bevölkerung in Arkansas ging wohl sehr konform mit seinen vielen Todesurteilen, von denen ca. 90 vollstreckt wurden. Die erste Massenhinrichtung soll sich im September 1875 ereignet haben, bei der 6 Verurteilte gleichzeitig gehängt wurden und bei der die Bevölkerung in großer Anzahl dabei zusah. Eine Art Volksfeststimmung. Und genau das greift der Film u.a. auf und zeigt es.

HÄNGT IHN HÖHER ist auch für mich einer der interessantesten US-Western. Das Thema von legaler Hinrichtung, einfacher Lynchjustiz, Recht oder Unrecht durchzieht hier im Grunde den ganzen Film und gibt in der Tat ein sehr interessantes Thema über das Rechtsempfinden im historischen Wilden Westen ab. Genial auch das heisse Wortgefecht zw. Marshall JED COOPER (Clint Eastwood) und dem Richter, wo er zwei eher jugendliche Männer vor dem Galgen bewahren will, weil sie ihm geholfen haben. Der Richter will sich darauf nicht einlassen und bei jedem Widerspruch Copper's erhöht er die Geldstrafe für ihn, bis er ihm androht, das er selber ins Gefängnis muß, wenn er nicht Ruhe gibt. Eine fatale Situation, auch für den Zuschauer,...weil man sich fragt, ob die beiden es nun tatsächlich verdient haben gehängt zu werden. Sicherlich waren sie bei den Banditen/Pferdedieben, aber mehr als Mitläufer und sie hatten auch niemanden umgebracht. Sie waren einsichtig und haben den Marshal geholfen, den gesuchten Verbrecher der Justiz zu zuführen. Richter FENTON blieb trotz allem gnadenlos.

Das mit RACHEL (Inger Stevens) muß man in Kauf nehmen. Eine Frau die immer hofft, eines Tages im Gefängnis die Männer zu sehen, die ihren Mann ermordeten und sie vergewaltigt hatten. Sicherlich hätte man hier ihre Figur etwas besser gestalten können, denn sie bremst ein wenig den Filmfluß, aber ansonsten störte es mich nicht weiter.

Regie, Darsteller, Kamera, Musik und die Thematik sind sehr gut und heben diesen Western von anderen ein wenig ab. Klasse und ich sehe den auch immer wieder gerne :good:

8,5/10 US-Western :jc_doubleup:

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 01.11.2014 13:10 
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sid.vicious hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Il Nero hat geschrieben:
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


Wo hast du das denn her?


Wikipedia schreibt das. Ich gehe allerdings eher vorsichtig mit der Behauptung um.

Sergio Leone lehnte die Regie an diesem Film ab, da er bereits mit Spiel mir das Lied vom Tod beschäftigt war.
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Leone lagen sicher extrem viele Angebote vor nach GBU...

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 01.11.2014 23:59 
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sid.vicious hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Il Nero hat geschrieben:
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


Wo hast du das denn her?


Wikipedia schreibt das. Ich gehe allerdings eher vorsichtig mit der Behauptung um.

Sergio Leone lehnte die Regie an diesem Film ab, da er bereits mit Spiel mir das Lied vom Tod beschäftigt war.
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Ja,das ist mit Sicherheit Blödsinn. Leone und Eastwood kamen ohnehin nicht gut miteinander aus.

Eastwoods erster US Western ist ganz nett, leidet aber unter der mittelmäßigen Regie. Da wäre mehr drin gewesen rein vom Stoff her. 6/10


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 10:12 
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Stanton hat geschrieben:
sid.vicious hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Il Nero hat geschrieben:
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


Wo hast du das denn her?


Wikipedia schreibt das. Ich gehe allerdings eher vorsichtig mit der Behauptung um.

Sergio Leone lehnte die Regie an diesem Film ab, da er bereits mit Spiel mir das Lied vom Tod beschäftigt war.
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Leone und Eastwood kamen ohnehin nicht gut miteinander aus.


Hieß es nicht in irgend einem Interview das sie sich wieder vertragen haben ?


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 10:31 
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Vielleicht, aber wenn dann erst sehr viel später. Eastwoods High Plain Drifter ist ja so eine Art böser Distanzierung von Leone.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 10:56 
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Stanton hat geschrieben:
Eastwoods High Plain Drifter ist ja so eine Art böser Distanzierung von Leone.

In wie fern ?


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 12:37 
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Es ist eine bösartige Variation von Für eine Handvoll Dollar, die man auch als Abrechnung mit Leone lesen kann, oder zumindest als eine Distanzierung. Und zumindest damals als solche betrachtet wurde.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 13:00 
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Nach ihren gemeinsamen Erfolgen mit der legendären Dollar-Trilogie "Für eine Handvoll Dollar" (1964), "Für ein paar Dollar mehr" (1965) und "Zwei glorreiche Halunken" (1966) hatten sich der Star-Regisseur und sein Schauspiel-Gringo auseinandergearbeitet. Resultat: "Ein Fremder ohne Namen" wurde zur Eastwood-Version von Leones "Zwei glorreiche Halunken" und der Jungregisseur versuchte es seinem Lehrmeister zu zeigen, wie er den Film besser gemacht hätte. Das (gelungene) Plagiat wurde so zur faszinierenden Fußnote zum Werk des "Spiel mir das Lied vom Tod"-Machers Leone. Dieser hingegen sah seinen Zögling Clinton Eastwood jr. nach den Dreharbeiten "kaputt und völlig am Ende seiner Karriere".
-prisma.de

Naja...


Es heißt ja auch, dass Eastwood die Hauptrolle (nicht nur die von Elam) in SMDLVT angeboten wurde, also denke ich schon, dass sie auch nach GBU nochmal mit einander gearbeitet hätten. Aber der zweite Teil des Wikipedia-Satzes ist sicher verkehrt.

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 13:24 
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Außerdem bezieht sich HPD ja offensichtlich zuallererst auf Für eine Handvoll Dollar. Der deutsche Titel verweist auch noch zusätzlich auf den Mann ohne Namen.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 15:34 
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Ich kann, bis auf den Deutschen und italienischen Titel (Lo Straniero senza Nome) irgendwie kaum Gemeinsamkeiten zu den Leone Filmen erkennen.
Klar hat Eastwood hier und da etwas Italien miteinfließen lassen, was er auch nur von Leone haben kann, aber das ist doch alles ziemlich verallgemeinlicht
Oder fehlt mir einfach noch ein wenig Western-Kenntnis ? :?


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 17:30 
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Stanton hat geschrieben:
Il Nero hat geschrieben:
Anscheinend hätte Leone ursprünglich Regie führen sollen, wäre sehr interessant was er aus dem Film gemacht hätte


Wo hast du das denn her?


Da soll es wirklich eine Geschichte dazu geben:

Eastwood bekamm das Drehbuch von Hängt ihn höher vorgelegt, während der gleichzeit ein Agebot für den Film Mackenna's Gold hatte. Sein Agent riet ihm zu letzterem, während Eastwood sich für Hängt ihn höher entschied, da dieser Film seiner Meinung nach besser zu seinem in den vergangenen Jahren aufgebauten Image als Anti-Hero passte. Letztendlich setzte er sich auch durch, ebenso wie einige Änderungen am Drehbuch. Als Gehalt wurden wohl 350.000,- Dollars und 25 % der Einnahmen zugesichert. Als Regisseur sollte Robert Aldrich oder John Sturges fungieren, allerdings wurde auf Wunsch von Eastwood Post als Regisseur gewählt. Und Eastwood hatte angeblich auch Leone ins Spiel gebracht und diesen vorgeschlagen.

Wahrheit oder Gerücht ? Keine Ahnung.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 02.11.2014 17:44 
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Eastwoods Helden sind aber keine Anti-Helden ... ;)

Ich denke mal daß Clint und Sergio trotz ihrer Probleme miteinander immer wieder mal übereinander nachgedacht haben. Lauf Frayling war Clint auch für Giu la testa mal im Gespräch. Erfolg verbindet halt. Allerdings war Clints Hängt ihn tiefer in den USA laut einer Liste die ich habe erfolgreiche als die Dollar Trilogie Filme. Die spinnen die Amis ...

Aber zu wirklich ernsthaften Angeboten dürfte es nie gekommen sein. Und die Rolle in der 1. Szene von SmdLvT wäre für Eastwood auch nicht wirklich schmeichelhaft gewesen. Man kann dise Idee als witzig, aber auch als bösartig interpretieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 03.11.2014 20:25 
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Stanton hat geschrieben:
Eastwoods Helden sind aber keine Anti-Helden ... ;)



Naja, in Per qualche dollaro in più und in Il Buono, il brutto, il cattivo würde ich seine Rolle jeweils schon als Anti-Helden bezeichnen.
Bei Per un pugno di dollari war das meiner Meinung noch nicht so ausgeprägt.


Stanton hat geschrieben:
.

Und die Rolle in der 1. Szene von SmdLvT wäre für Eastwood auch nicht wirklich schmeichelhaft gewesen. Man kann dise Idee als witzig, aber auch als bösartig interpretieren.


Ich glaube auch, dass dies Eastwood niemals angenommen hätte. Erstens hätte man ihn dann praktisch "verheizt" und zweitens hätte er innerhalb dieser wenigen Minuten sein in den 3 anderen Leone Filmen mühsam aufgebautes Image wieder negativ behaftet. So bleibt er der unbesiegbare (Anti)-Held (wie auch immer ;) ) und "Leader" des gesamten Genre. Leone selbst hätte sicher die Vorstellung gefallen, dass er seinen eigenen Helden durch Bronson sterben lässt und so einen Abgesang auf den Westen dokumentiert. Unabhängig davon glaube ich auch nicht dass Wallach und van Cleef sich dafür zur Verfügung gestellt hätten.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 03.11.2014 23:42 
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Alternativer Titel: Hang ’Em High
Produktionsland: USA
Produktion: Leonard Freeman, Irving L. Leonard, Robert Stambler
Erscheinungsjahr: 1968
Regie: Ted Post
Drehbuch: Leonard Freeman, Mel Goldberg
Kamera: Richard H. Kline, Leonard J. South
Schnitt: Gene Fowler Jr.
Musik: Dominic Frontiere
Länge: ca. 114 Min.
Freigabe: FSK 16
Darsteller:
Clint Eastwood: Marshal Jed Cooper
Inger Stevens: Rachel Warren
Ed Begley: Cpt. Wilson
Pat Hingle: Richter Adam Fenton
Arlene Golonka: Jennifer
James MacArthur: Priester
Charles McGraw: Sheriff Ray Calhoun
L.Q. Jones: Loomis
Dennis Hopper: Prophet
Bruce Dern: Miller
Mark Lenard: Staatsanwalt
Alan Hale, Jr.: Matt Stone





Jed Cooper wurde soeben von einem aufgebrachten Mob gelyncht. Schon am Galgen hängend kann der unschuldige, ehemalige Hilfssheriff von einem Marshall gerettet werden. Jed wird zum Gerichtshof gebracht und vom dortigen Richter Fenton freigesprochen. Da man unbedingt einen weiteren Rechtsvertreter für den Staat Oklahoma benötigt, macht man Jed Cooper zum Marshall. Der soll nun für Ordnung sorgen, aber in erster Linie will er den damaligen Lynchmob zur Rechenschaft ziehen.

„Hängt ihn höher“ zeigt sich als ein guter, von Ted Post inszenierter Western, der sich u.a. mit der Thematik des Lynchens auseinandersetzt. Die Bereiche: Hass, Schuld und Sühne werden allerdings nicht in der Form dargestellt wie es z.B. Wellman bei „Ritt zum Ox-Bow“ praktizierte. Ted Post lässt Sarkasmus, Rache und Machtmissbrauch zu seinen dominanten Mosaiksteinen werden. Dazu kommt der persönliche Rachefeldzug des Jed Coopers und der Fanatismus des Richters Fenton. Weiterhin erwähnenswert ist: Die Freude, die der brave Bürger nach außen trägt, wenn es darum geht einer Hinrichtung beizuwohnen. Im Endeffekt stellt sich wieder einmal die Frage wer denn nur schlimmer ist: der Verurteilte, der Urteilssprecher, der Henker oder der schaulustige Pöbel.

Die Story wurde sehr gut umgesetzt und kann mit Abwechslung und kleinen Wendungen punkten. Dazu kommt eine sehr gut agierende Besetzung. Clint Eastwood als der egoistische Marshal Jed Cooper und Pat Hingle als der noch wesentlich egoistischere Richter. In kleineren Rollen trifft man die ebenfalls gut aufgelegten: Dennis Hopper und Bruce Dern. Einzig Inger Stevens Gejammer als Rachel Warren kann ziemlich nerven. Aber davon lässt man sich nicht den Film versauen.

In seiner Vorgangsweise zeigt sich „Hängt ihn höher“ als konsequent und lässt auch die ein oder andere Härte zu. Auch die Charaktere werden gut beleuchtet und man kann die Situationen aus deren jeweiliger Sicht betrachten.

Die Gerüchte, dass Sergio Leone eigentlich für die Regie verpflichtet werden sollte, lasse ich mal (ganz weit weg) dahin gestellt. Aus meiner persönlichen Sicht spricht hier Nichts dafür, dass diese Behauptung der Wahrheit entsprechen könnte.

Fazit: Ein sehr guter US Western mit einer phänomenalen Titelmusik von Dominic Frontiere.

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 03.11.2014 23:53 
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El Puro hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Eastwoods Helden sind aber keine Anti-Helden ... ;)



Naja, in Per qualche dollaro in più und in Il Buono, il brutto, il cattivo würde ich seine Rolle jeweils schon als Anti-Helden bezeichnen.
Bei Per un pugno di dollari war das meiner Meinung noch nicht so ausgeprägt.




Nee, das sind die totalen Helden. Ein neuer Typus des Helden sicherlich, oder sagen wir eher eine zeitgemäße etwas bösere Variation. Anti Helden waren im IW in Wahrheit sehr selten.

Die konnte man eher in einigen der entmythologisierenden US Western der 70er finden. In Little Big Man oder in Bad Company oder in Dreckiger kleiner Billy oder in Buffalo Bill und die Indianer.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 00:10 
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Stanton hat geschrieben:
El Puro hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Eastwoods Helden sind aber keine Anti-Helden ... ;)



Naja, in Per qualche dollaro in più und in Il Buono, il brutto, il cattivo würde ich seine Rolle jeweils schon als Anti-Helden bezeichnen.
Bei Per un pugno di dollari war das meiner Meinung noch nicht so ausgeprägt.




Nee, das sind die totalen Helden. Ein neuer Typus des Helden sicherlich, oder sagen wir eher eine zeitgemäße etwas bösere Variation. Anti Helden waren im IW in Wahrheit sehr selten.

Die konnte man eher in einigen der entmythologisierenden US Western der 70er finden. In Little Big Man oder in Bad Company oder in Dreckiger kleiner Billy oder in Buffalo Bill und die Indianer.


Dann möchte ich Howard Kemp in "Nackt Gewalt" als ganz frühen US-Anti-Helden nennen. Zwar nicht böse, aber egozentrisch vollkommen von der Rolle.

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 01:57 
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El Puro hat geschrieben:

Ich glaube auch, dass dies Eastwood niemals angenommen hätte. Erstens hätte man ihn dann praktisch "verheizt" und zweitens hätte er innerhalb dieser wenigen Minuten sein in den 3 anderen Leone Filmen mühsam aufgebautes Image wieder negativ behaftet. So bleibt er der unbesiegbare (Anti)-Held (wie auch immer ;) ) und "Leader" des gesamten Genre. Leone selbst hätte sicher die Vorstellung gefallen, dass er seinen eigenen Helden durch Bronson sterben lässt und so einen Abgesang auf den Westen dokumentiert. Unabhängig davon glaube ich auch nicht dass Wallach und van Cleef sich dafür zur Verfügung gestellt hätten.



Wallach und van Cleef hatten zugesagt. Die Idee hat ja was geniales, aber ich hätte es selber gehasst. Man freut sich auf die drei, dann werden sie sofort von einem Darsteller erledigt, der (für mich) nicht ihr Format hatte.

Eastwood gegen Fonda in einem Leone-Film. Wir hätten einen Blick in das Kinohimmelreich getan :cry: :cry: :cry: :cry:

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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 10:48 
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sid.vicious hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
El Puro hat geschrieben:
Stanton hat geschrieben:
Eastwoods Helden sind aber keine Anti-Helden ... ;)



Naja, in Per qualche dollaro in più und in Il Buono, il brutto, il cattivo würde ich seine Rolle jeweils schon als Anti-Helden bezeichnen.
Bei Per un pugno di dollari war das meiner Meinung noch nicht so ausgeprägt.




Nee, das sind die totalen Helden. Ein neuer Typus des Helden sicherlich, oder sagen wir eher eine zeitgemäße etwas bösere Variation. Anti Helden waren im IW in Wahrheit sehr selten.

Die konnte man eher in einigen der entmythologisierenden US Western der 70er finden. In Little Big Man oder in Bad Company oder in Dreckiger kleiner Billy oder in Buffalo Bill und die Indianer.


Dann möchte ich Howard Kemp in "Nackt Gewalt" als ganz frühen US-Anti-Helden nennen. Zwar nicht böse, aber egozentrisch vollkommen von der Rolle.


Nein, Nein, das ist doch kein Anti-Held. Schon gar nicht wenn er sich dann zum Schluß doch noch wandelt.

Der früheste der halbwegs einer ist, ist Fonda in The Ox Bow Incident. Am Anfang tritt er auf Einen ein der schon am Boden liegt, später ist er beim Lynchen ein Mitläufer und bekommt dann den moralischen als er feststellt daß sie falsch lagen. Halbwegs ein Antiheld.

Ein Antiheld muß einer sein der all die Sachen nicht macht die der Held macht. Also zum Beispiel einer der nicht Schießen kann, der nicht mutig ist, der nicht in der Lage ist die Konflikte zu lösen. Einer mit dem sich der Zuschauer nicht identifizieren will. Deswegen sind Anti-Helden auch sehr selten in Genre Filmen. In die Anti-Western der 70er passten sie dagegen sehr gut. Und Italo Western sind auch so gut wie nie Anti-Western.

Die Wiki Seite, die ich gerade mal gecheckt habe geht da auch noch viel zu oberflächlich ran. Der Duden bezeichnet den Antihelden als eine "inaktive, negative, passive Hauptfigur im Unterschied zum handelnden Helden".


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 11:36 
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Ich würde Eastwoods Charaktere schon als Antiheldenfiguren bezeichnen. In vielen US-Western der Fünfziger stellen sich doch die Helden in den Dienst des Gesetzes. Selbst eine Kopfgeldjägerfigur wie Kemp arbeitet legal, da ja auf seinen Gegenspieler ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Andere Figuren, die aus Rache jemanden jagen, lassen sich vorher den Stern auf die Brust heften. Außerdem sind sie hilfsbereit, wenn irgendwo Unrecht geschieht. Es sind sozial integrierte, oder zumindest wieder zu integrierende Figuren.
Antihelden im Sinne des Italowestern sind also erst einmal Figuren, die diesem Bild wiedersprechen. Eastwood schaut in FeHD seelenruhig zu, wie die Mexikaner ein Kind drangsalieren... in Ein Fremder ohne Namen setzt er eine ganze Stadt zielgerichtete ihrem Unheil aus, nur um seiner Rache nachzugehen. Und in Hängt ihn höher trägt er zwar den Stern auf der Brust, ist aber bereit, seine Befugnisse zu überschreiten und bewusst zu töten. Zugegeben, es ist in diesem Film nur ein kleiner Schritt über die Grenzen des 50er Rollenschema, aber er ist vorhanden. In seinen meisten Filmen ist er der soziale Außenseiter und er will diesen Status nicht ändern, sondern lebt damit und das macht ihn schon sehr stark zu einer Antifigur.
Hoffmann in Little Big Man, oder Fonda in Ox Bow Incident sind imho schon wieder ein ganz anderer Heldentypus, wenn man überhaupt noch irgendwie von einer Heldenfigur sprechen kann. Die oben geschilderten Antihelden sind ja trotzdem noch Publikumslieblinge, weil sie "cool" sind. Fondas Figur widerspricht all diesen Kriterien.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 13:33 
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Und genau das ist der Punkt. Das Wort Anti impliziert das es hier um jemanden geht der überhaupt kein Held mehr ist. Das Gegenteil.

Eastwood ist aber immer ganz eindeutig der Held seiner Western. Gerade Unforgiven macht dass in der Schlußsequenz noch einmal so richtig klar.

Die Dollar Filme präsentieren keinen Antihelden, sondern eine modernere Version des Helden. einen der weniger Skrupel hat, egoistischer ist usw. , aber am Ende dann doch immer die Bösen besiegt. Aber auch das ist nur eine konsequente Weiterentwicklung des Helden aus allen möglichen vorherigen Filmen. Und da gab es auch schon genug Helden die gebrochen waren oder sonstwie beschädigt.
Die Bösen müssen dann logischerweise auch noch böser sein als vorher, damit sich der Held immer noch von ihm absetzen kann.

Den ganz klassischen sauberen Helden, den weißen Ritter, der nur das Gute tut, immer den Schwachen hilft, immer nur in Notwehr tötet, immer selbstlos ist, den gibt es doch in Wahrheit nur in sehr wenigen Filmen. Und die will keiner sehen, weil das ist supermegalangweilig, solange es ernst daher kommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: AW: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 13:52 
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Stanton hat geschrieben:
Und genau das ist der Punkt. Das Wort Anti impliziert das es hier um jemanden geht der überhaupt kein Held mehr ist. Das Gegenteil.

Das definiere ich anders. Nach deiner Deutung wäre jeder Bösewicht ein Antiheld. Ich finde deshalb, es muss ein zumindest kümmerliches Korn Held vorhanden sein, um ein Antiheld sein zu können.

Außerdem betrachtest du den Antihelden vielleicht zu sehr aus heutiger Sicht. Die strahlenden Helden gibt es heute kaum noch, deshalb erwartest du einen abgrundtief schlechten Antihelden. In den 60ern waren die Egoisten a la Blonder aber schon sehr Anti, weil einfach die moralischen Zusammenhänge ganz andere waren, jedenfalls im Film.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 14:15 
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Nein, die Bösewichte sind keine Antihelden. Sie sind ja auch nicht die Protagonisten der Filme. Und wenn sie es sind, dann sind sie trotzdem keine Antihelden.

Außerdem habe ich in meinen Definitionen wenig davon gesagt daß der Antiheld böse sein müsste. Es geht darum daß er sich ganz und gar nicht wie ein Held verhält. Daß er nicht zum Helden taugt. Er kann aber wie z.B. in Little Big Man trotzdem die Handlung entscheiden. Nur weil Eastwood mal wehrlose niederschießt (die es aber immer verdient haben) oder andere übers Ohr haut weicht er trotzdem nicht vom klassischen Helden ab. Zumal er ja auch immer wieder Gelegenheit hat auch das Gute zu tun. Eastwood zeichnet sich ja immer durch seine Überlegenheit aus. Solange er der beste Schütze ist und immer alles richtig mach kann er nicht zum Antihelden werden.

Wie sehr man jetzt in jemanden Züge des Antihelden sieht ist dann wieder Definitionssache, also wie sehr sich in Charakteren Züge des Helden und des Antihelden vermischen. Beides wird ja nur selten in reiner Form vorkommen.

Ich denke ihr benutzt den Begriff einfach nicht richtig. Was ihr meint sind gebrochene Helden oder zwiespältige Helden.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 14:19 
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Der Begriff Antiheld kommt ja aus der Literatur. Da wird er z.B. noch extremer so definiert:

"Im 19. Jahrhundert kam es zu einem tiefen Wandel und an die Stelle des positiven Helden trat zunehmend der Antiheld, der nicht mehr in der Lage war, Einfluss auszuüben und die Entwicklung in bestimmte Bahnen zu lenken. Der Antiheld ist schwach, resignativ, verloren, gebrochen, handlungsunfähig und nicht geeignet, dem Leser als Vorbild zu dienen. Im Antihelden wird der traditionelle Heldenbegriff gänzlich ad absurdum geführt. Seit etwa 1850 spielte der positive, vorbildliche Held fast nur noch eine Rolle in der Trivialliteratur und der Literatur des sozialistischen Realismus?"


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 04.11.2014 22:41 
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Stanton hat geschrieben:
Und genau das ist der Punkt. Das Wort Anti impliziert das es hier um jemanden geht der überhaupt kein Held mehr ist. Das Gegenteil.



Nein, Antiheld in der Filmgeschichte bezieht sich immer auf Figuren, die in ihrem Auftreten dem Verhaltenskodex etablierter Heldenfiguren widersprechen, bzw. ein Gegenmodell darstellen. Das trifft z.B. auf die Noirfiguren der Vierziger im Krimibereich ebenso zu, wie auf italienische Westernhelden in diesem Genre.


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 Betreff des Beitrags: Re: HÄNGT IHN HÖHER - Ted Post
BeitragVerfasst: 05.11.2014 09:30 
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Anti steht ja auch nicht für eine Verneinung, also nicht für einen "Nicht"-Helden, sondern einen "Gegen"-Helden.


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