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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: RED RIVER - Howard Hawks
PostPosted: 16.10.2012 22:45 
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Produktionsland: USA
Regie: Howard Hawks
Erscheinungsjahr: 1948
Drehbuch: Borden Chase, Charles Schnee, Richard Fielder
Produktion: Howard Hawks
Musik: Dimitri Tiomkin
Kamera: Russell Harlan
Schnitt: Christian Nyby
Länge: ca. 133 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12



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Tom Dunson und sein Adoptivsohn Matthew Garth wollen eine Rinderherde von Texas nach Missouri bringen. Dunson fordert, dass alle Beteiligten über Ihre menschlichen Grenzen gehen um das Ziel zu erreichen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht.

RED RIVER ist (aus meiner Sicht) nicht nur der beste Film von Howard Hawks, sondern einer der drei besten US Western. Das einzige Manko welches ich dem Film vorwerfe ist dessen Ende. Hier kann man jedoch nicht von Inkonsequenz schreiben, denn das Finale ist durchaus gewagt (auch wenn es mir nicht zusagt).

Robin Wood schreibt in seinem Hawks-Buch: „Mit diesem Ende hat Hawks nicht nur mit den Regeln des traditionellen Western gebrochen, sondern zudem noch mit den Regeln der klassischen Tragödie.“

Das mag nicht nur stimmen, es stimmt tatsächlich. Die Frage die ich mir allerdings immer wieder stelle ist: Muss das Ende in dieser Form angelegt sein?

Die USA ließen 1948 das European Recovery Program, (besser als Marshallplan bekannt) in Kraft treten. Der Große Bruder startete somit ein Wirtschaftswiederaufbauprogramm, welches den bedürftigen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf die Beine helfen sollte. Ferner verkündete Truman: die Truman-Doktrin welche den Kalten Krieg zwischen den Westlichen Mächten und dem Ostblock (die Braunschweiger Punk-Band Daily Terror titulierte es 1982 mit „Amis go Home – Ruskis verpisst euch“,) zur Folge hatte.

Gemessen an diesen Tatsachen kann man die Personen Thomas Dunson und Matthew Garth einbringen. Dunson als Vertreter der Demokratischen Partei (Waynes Vorlieben für die Republicans außen vorgelassen) und Garth als der sich widerwillig Unterordnende. Die Möglichkeit, Garth würde Dunson erschießen, hätte als ein Aufstand gegen die Regierung von Truman interpretiert werden können, was in Anbetracht der damaligen politischen Lage nicht zu vereinbaren gewesen wäre. Wäre RED RIVER zu einer Zeit gedreht worden wie z.B. während des Vietnam-Krieg, so könnte man sich durchaus vorstellen, dass Garth den tödlichen Schuss auf Dunson abgefeuert hätte. Aber dieses ist reine Spekulation.

Das Drehbuch von Borden Chase sieht übrigens ein Ende vor, welches einer Glorifizierung nachkommt. Dunson wird von einem Cowboy getroffen und versucht mit letzter Kraft, Garth zu erschießen. Dabei bricht er zusammen und seine letzten Worte sind: „Ich will in Texas sterben!“ Ein Ford-lastiger Abschluss der den Patriotismus und einen heldenhaften Tod in den Vordergrund schiebt und somit jede Chance der Auflehnung (seitens Garth) nicht allein verschenkt, sondern eliminiert.

Die eigentliche Geschichte um das RED RIVER D und den großen Viehtreck nach Missouri bietet neben seinen beiden Hauptfiguren, mit Walter Brennan als Groot einen, für den Zuschauer wichtigen Part. Grot erzählt die Geschichte, ist stets zwischen den beiden Fronten und blockt diese mit Spitzfindigkeiten, Humor und Bauernschläue.

Weiterhin sei John Ireland als Cherry Valance lobend erwähnt. Obwohl dessen Part eher klein angelegt ist, so kann der John immer wieder für eine gewisse Unberechenbarkeit gepaart mit Coolness sorgen.

Der Charakter Tess Millay (gespielt von Joanne Dru) ist hingegen weniger erbauend und ein Bestandteil dessen, was den Film in sein unpassendes Finale steuern lässt. Der psychologische Aspekt wird hier entkräftet, denn Hawks lässt den harten Mann wieder weich werden. Fast rührend, aber überwiegend ärgerlich.

Bildtechnisch hat Russell Harlan bei RED RIVER ein paar großartige Sequenzen geschaffen. Der Aufbruch im Morgengrauen, welches eine anfängliche Düsternis zu einem leicht euphorischen Start in eine bessere Zeit werden lässt. Auch die später folgenden Bilder im Nebel, die mit der Angst vor dem Rancher Dunson angereichert sind, hinterlassen einen intensiven Eindruck.

Die Story lehnt sich an MEUTEREI AUF DER BOUNTY, sowie den Fanatismus mit dem Herman Melville seinen Kapitän Ahab ausstattete.

Fazit: Ein großartiger Western, dessen Ende mich allerdings immer noch überfordert.




www.youtube.com Video from : www.youtube.com

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 Post subject: Re: RED RIVER - Howard Hawks
PostPosted: 07.04.2014 12:48 
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Ein schöner Film und Waynes wahrscheinlich interessanteste Figur. Hier gehe ich auch ausnahmsweise mal mit Detective Lloyd. Die Farbversion (lief irgendwann mal bei K1) gefällt mir doch wegen der gelungenen Landschaftsaufnahmen etwas besser, als die s/w Version des Originals. Das sicherlich interessanteste an dem Film ist die Art, wie Hawks Erwartungshaltungen im Bezug auf den Konflikt Wayne/Clift aufbaut und diese dann zerstört.
9/10


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 Post subject: Re: RED RIVER - Howard Hawks
PostPosted: 15.10.2014 19:37 
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Stanton wrote:
Wieso?
Das Ende ist doch stark, schon weil es den Zuschauererwartungen zuwider läuft.

Das Ende laut Drehbuch ist dagegen ganz furchtbar:

Clift muß selbstverständlich nicht auf Wayne schießen, denn vorher wird Wayne wird Ireland zum Duell gefordert und dabei tödlich verletzt, hat aber noch genügend Zeit sich mit Clift zu versöhnen. Sentimentaler Scheiß.

Oder hattest du gehofft daß Wayne Clift niederschießt? Das wäre dann wirklich ein überraschendes Ende gewesen. Und noch unwahrscheinlicher in einem Genre Film als das Ende von Il grande Silenzio.


sid.vicious wrote:
Wayne hätte Clift erschießen sollen. Wäre ein großer Abschluss und Hawks hätte damit dass erreicht, was wirklich Niemand von ihm erwartet hätte.

Die Veröffentlichung der Red River BluRay wird sich leider verzögern. :evil:

Der von Ihnen bestellte Artikel Panik am roten Fluß (1948) (Blu-ray Disc: 20th Century Fox, Freigabe: FSK 12) erscheint zum 28.11.2014.


Stanton wrote:
sid.vicious wrote:
Wayne hätte Clift erschießen sollen. Wäre ein großer Abschluss und Hawks hätte damit dass erreicht, was wirklich Niemand von ihm erwartet hätte.



Sicher, aber das hast du ja nicht gemeint, weil so ein willkürliches Ende mehr oder weniger unmöglich gewesen wäre.


Loco Burro wrote:
Stanton wrote:
sid.vicious wrote:
Wayne hätte Clift erschießen sollen. Wäre ein großer Abschluss und Hawks hätte damit dass erreicht, was wirklich Niemand von ihm erwartet hätte.



Sicher, aber das hast du ja nicht gemeint, weil so ein willkürliches Ende mehr oder weniger unmöglich gewesen wäre.


Auch wenn sich meine Ansichten erstaunlich oft mit deinen (Stanton) decken - Ausnahmen bestätigen die Regel! Bei Red River war es bei mir schon immer so, dass der Film bis ca. 10min vor Schluß ein, na sagen wir mal 9/10 verdient, um dann in den letzten Minuten alles zu versauen. Wozu erst dieses ganze Drama vorher,
wenn die 2 sich dann am Ende lachend in die Arme fallen und einen saufen gehen - nachdem sie sich zuvor angeschossen haben?
Das macht doch die ganzen Strapazen vorher völlig sinnlos... Irgendwie kam mir das schon bei der ersten Sichtung wie ein glattgebügeltes Hollywood-Ende vor, und mit jeder weiteren Sichtung verdichtete sich das. Hab dann irgendwann vor ein paar Jahren mal das Buch von Borden Chase (Heyne Auflage aus den 60igern - geh mal davon aus, das das identisch mit dem Drehbuch ist) ergattert und dieses (Original?-)Ende gefällt mir wesentlich besser. Macht definitiv mehr Sinn. Wobei es mir auch gefallen hätte, wenn der Clift den alten Wayne erschossen hätte. Das hätte dann quasi schon das Aufbegehren der Nachkriegsjugend gegen die Alten widergespiegelt, wobei die Zeit dafür wohl noch nicht reif war. Auf jeden Fall wäre es das konsequentere Ende gewesen.
Lt. dem Kommentar im Hembus-Lexikon, war das ja Hawks Idee, worüber Borden Chase ja nicht gerade glücklich gewesen sein soll. Mit dem da aufgeführten Zitat von Hawks' Biograph Robin Wood ist eigentlich alles gesagt: "Mit diesem Ende hat Hawks nicht nur mit den Regeln des traditionellen Western gebrochen, sondern zudem noch mit den Regeln der klassischen Tragödie." Amen.


Stanton wrote:
Attenzione, Spoiler ohne Ende!

Eben, er hat hier eher die Regeln gebrochen als ein typisches Holywood Ende inszeniert. Denn das von Borden geschriebene entspricht exakt den Erwartungen des Publikums. Das ist, wie von Borden beschrieben, in seiner sentimentalen Machart dann das eigentlich glattgebügelte Ende. Zu Hawks passt sein eigenes Ende tatsächlich auch viel besser.
Und ich empfinde es nicht einmal als unrealistisch. Denn so ein Verhalten habe ich im kleine schon oft beobachtet, auch bei mir selber.
Wayne ist natürlich voller Wut, aber gleichzeitig hat er ja zwischendurch auch viel Zeit zum Nachdenken gehabt, und die Begegnung mit dem Mädchen ist natürlich der Punkt der inneren Umkehr, auch wenn er das nach Außen nicht zeigt, bzw sich dessen selber noch nicht bewußt ist.
So trägt er am Edne seinen Zorn vor sich her, und wenn Clift zur Waffe gegriffen hätte, dann hätte auch er geschossen, aber eigentlich sucht er einen Grund der ihn am Schießen hindert. Und den bekommt er da Clift sich weigert zur Waffe zu greifen. Die Schlägerei ist dann das Ventil mit dem er seinen Druck ablässt.

Das hat so einen lässigen Charme, und ich mag das viel lieber als wenn der Good/Bad Guy wie von der Dramaturgie gefordert dann am Ende stirbt, aber noch Zeit hat sich zu läutern und Vergebung zu erlangen.
Wenn er ohne jegliche Einsicht gestorben wäre, dann wäre das auch ok gewesen, und auch wenn Clift ihn erschossen hätte, aber das sind auch beides Enden die man im Regelfalls nicht erwarten kann.


Stanton wrote:
Jim Kitses befragt Borden Chase wegen des veränderten Schlusses:

JK: In your script, Dunson is shot up by the John Ireland character, Cherry?

BC: Yes, when they’re approaching Abilene, that’s when Cherry decides to see what he can do for himself. His was a very big part.

JK: It’s cut down in the film as it stands.

BC: It was chopped completely. Duke called me one day and he said, “Will you come to lunch with me and Howard?” I said, “Sure.” I went over to the Derby or whatever it was, and Howard got up to go to the men’s room and Duke said, “We’re dumping Cherry Valance.” I said, “What do you mean?” “Well,” he said, “he’s fooling around with Howard’s girl,” I can’t remember her name, she’s married now. I said, “What the hell has that got to do with making a picture? I don’t care if he’s fooling around with the Virgin Mary, you’ve got a picture to make and the guy is good.” “Well,” he said, “look, he’s out. That’s it.” Well, when I saw it, I realized what they did. There’s one scene where Dunson says, “You’ll eat bread and you’ll drink water and you’ll finish this drive.” There was silence. Now Cherry Valance is supposed to be up front, and say, “I like what the man says.” He faces them, he’s a pretty big man. What Hawks did was put him in the back and dubbed in a weak voice that comes on and says, “I like what the man says.” And Wayne says, “Well, like it or not, that’s the way it is.” Talk about a crucifixion . . . that was it.

JK: How did your script end?

BC: Well, Wayne gets real badly hurt and then finishes the trip on the wagon with the gal. And he’s just about dead. Montgomery Clift draws, but he simply can’t bring himself to shoot, whereas Wayne tries like hell, is shooting, but he’s so far gone he can’t hit him. He fires a half dozen shots at him and then falls face down. That’s where she comes on again and says, “You fool, he’s dying.” They pick him up and he says, “I want to die in Texas.” That’s the way it is in the story.

JK: And he’s dying from the bullet wounds from Cherry?

BC: Yeah, and they lower him in the wagon and she sits with him, and in the last scene they’re going across the Red River and they get him out of there so he can die standing up and he falls on his face. I tried to dig up a kind of honor and that’s a hell of a lot better than the garbage they threw in there. She says, “And now you two boys stop fighting.” Oh God! There are things in life you . . . ugh.

Die gefetteten Passagen finde ich eher gräßlich. Und eben typisch sentimental.
Aber ein paar andere Ideen sind dann doch nicht so schlecht: Wayne tries like hell, is shooting, but he’s so far gone he can’t hit him. He fires a half dozen shots at him and then falls face down. Wenn es damit direkt zu Ende gewesen wäre, das wäre auch ok gewesen. Aber trotzdem dramaturgisch das Normale.

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 Post subject: Re: RED RIVER - Howard Hawks
PostPosted: 15.10.2014 20:45 
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Stanton wrote:
Attenzione, Spoiler ohne Ende!

Eben, er hat hier eher die Regeln gebrochen als ein typisches Holywood Ende inszeniert. Denn das von Borden geschriebene entspricht exakt den Erwartungen des Publikums. Das ist, wie von Borden beschrieben, in seiner sentimentalen Machart dann das eigentlich glattgebügelte Ende. Zu Hawks passt sein eigenes Ende tatsächlich auch viel besser.
Und ich empfinde es nicht einmal als unrealistisch. Denn so ein Verhalten habe ich im kleine schon oft beobachtet, auch bei mir selber.
Wayne ist natürlich voller Wut, aber gleichzeitig hat er ja zwischendurch auch viel Zeit zum Nachdenken gehabt, und die Begegnung mit dem Mädchen ist natürlich der Punkt der inneren Umkehr, auch wenn er das nach Außen nicht zeigt, bzw sich dessen selber noch nicht bewußt ist.
So trägt er am Edne seinen Zorn vor sich her, und wenn Clift zur Waffe gegriffen hätte, dann hätte auch er geschossen, aber eigentlich sucht er einen Grund der ihn am Schießen hindert. Und den bekommt er da Clift sich weigert zur Waffe zu greifen. Die Schlägerei ist dann das Ventil mit dem er seinen Druck ablässt.

Das hat so einen lässigen Charme, und ich mag das viel lieber als wenn der Good/Bad Guy wie von der Dramaturgie gefordert dann am Ende stirbt, aber noch Zeit hat sich zu läutern und Vergebung zu erlangen.
Wenn er ohne jegliche Einsicht gestorben wäre, dann wäre das auch ok gewesen, und auch wenn Clift ihn erschossen hätte, aber das sind auch beides Enden die man im Regelfalls nicht erwarten kann.


Stanton wrote:
Jim Kitses befragt Borden Chase wegen des veränderten Schlusses:

JK: In your script, Dunson is shot up by the John Ireland character, Cherry?

BC: Yes, when they’re approaching Abilene, that’s when Cherry decides to see what he can do for himself. His was a very big part.

JK: It’s cut down in the film as it stands.

BC: It was chopped completely. Duke called me one day and he said, “Will you come to lunch with me and Howard?” I said, “Sure.” I went over to the Derby or whatever it was, and Howard got up to go to the men’s room and Duke said, “We’re dumping Cherry Valance.” I said, “What do you mean?” “Well,” he said, “he’s fooling around with Howard’s girl,” I can’t remember her name, she’s married now. I said, “What the hell has that got to do with making a picture? I don’t care if he’s fooling around with the Virgin Mary, you’ve got a picture to make and the guy is good.” “Well,” he said, “look, he’s out. That’s it.” Well, when I saw it, I realized what they did. There’s one scene where Dunson says, “You’ll eat bread and you’ll drink water and you’ll finish this drive.” There was silence. Now Cherry Valance is supposed to be up front, and say, “I like what the man says.” He faces them, he’s a pretty big man. What Hawks did was put him in the back and dubbed in a weak voice that comes on and says, “I like what the man says.” And Wayne says, “Well, like it or not, that’s the way it is.” Talk about a crucifixion . . . that was it.

JK: How did your script end?

BC: Well, Wayne gets real badly hurt and then finishes the trip on the wagon with the gal. And he’s just about dead. Montgomery Clift draws, but he simply can’t bring himself to shoot, whereas Wayne tries like hell, is shooting, but he’s so far gone he can’t hit him. He fires a half dozen shots at him and then falls face down. That’s where she comes on again and says, “You fool, he’s dying.” They pick him up and he says, “I want to die in Texas.” That’s the way it is in the story.

JK: And he’s dying from the bullet wounds from Cherry?

BC: Yeah, and they lower him in the wagon and she sits with him, and in the last scene they’re going across the Red River and they get him out of there so he can die standing up and he falls on his face. I tried to dig up a kind of honor and that’s a hell of a lot better than the garbage they threw in there. She says, “And now you two boys stop fighting.” Oh God! There are things in life you . . . ugh.

Die gefetteten Passagen finde ich eher gräßlich. Und eben typisch sentimental.
Aber ein paar andere Ideen sind dann doch nicht so schlecht: Wayne tries like hell, is shooting, but he’s so far gone he can’t hit him. He fires a half dozen shots at him and then falls face down. Wenn es damit direkt zu Ende gewesen wäre, das wäre auch ok gewesen. Aber trotzdem dramaturgisch das Normale.


Also, das ist ein Standpunkt den ich durchaus nachvollziehen kann, wenngleich ich in dieser Versöhnung am Schluß auch etwas "sentimentales" sehe. Allerdings eher auf die männliche Art und Weise. Trotzdem hätte mir hier persönlich ein dramatisches Ende besser gefallen, ich habe das Ende immer als irgendwie "falsch", als unpassend empfunden. Mag sein, das das vor allem durch die Art und Weise WIE es gedreht wurde, zu Stande kommt. Wenn schon Versöhnung dann vielleicht nicht ganz so überhastet. Der Film baut über den Zeitraum von (im Film) mehreren Wochen , bzw. auf der Leinwand ca. 90min (wenn man neben dem Schluß auch die Einleitung mal ausser Acht lässt) den Konflikt zwischen den beiden auf, um dann am Ende in nur wenigen Sekunden einen Sinneswandel zu vollziehen. Für mich einfach zu schnell, das hat schon was fast komödienhaftes (ganz der Hawks), was wiederum nicht zu dem Drama vorher passt.

Aber auch wenn das Ende nun nicht so meins ist, trotzdem einer der 25 Western die (jeder)man kennen sollte. Eigentlich lustig, das man hier noch vor "Spoilern" warnen muß... ;)


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 Post subject: Re: RED RIVER - Howard Hawks
PostPosted: 08.11.2014 22:17 
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Loco Burro wrote:
Mit dem da aufgeführten Zitat von Hawks' Biograph Robin Wood ist eigentlich alles gesagt: "Mit diesem Ende hat Hawks nicht nur mit den Regeln des traditionellen Western gebrochen, sondern zudem noch mit den Regeln der klassischen Tragödie." Amen.


Also dieses Zitat, dass hat sich wirklich eingebrannt. Als ich früher in der Uni- und der Stadtbücherei nach Lesestoff über Western gesucht (und u.a. Joe Hembus Western-Lexikon gelesen habe), bin ich oft über eben dieses Zitat gestolpert.

Auch wenn irgendwann einmal einen Alzheimer haben sollte, dieses Zitat werde ich wohl nie vergessen.

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 Post subject: Re: RED RIVER - Howard Hawks
PostPosted: 09.11.2014 13:28 
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Loco Burro wrote:
Wenn schon Versöhnung dann vielleicht nicht ganz so überhastet. Der Film baut über den Zeitraum von (im Film) mehreren Wochen , bzw. auf der Leinwand ca. 90min (wenn man neben dem Schluß auch die Einleitung mal ausser Acht lässt) den Konflikt zwischen den beiden auf, um dann am Ende in nur wenigen Sekunden einen Sinneswandel zu vollziehen. Für mich einfach zu schnell, das hat schon was fast komödienhaftes (ganz der Hawks), was wiederum nicht zu dem Drama vorher passt.



Für mich ist diese Ende schon in der Szene angelegt in der Dunson auf das Mädchen trifft. Er hatte ja schon bei der langen Verfolgung viel Zeit zum Nachdenken, aber das Mädchen verkörpert das was Dunson fühlt, sich dann aber erst am Ende eingesteht.


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